Die Rosshaar-Matratze

von Oliver G. Wolff


Als sie zu sich kam, war sie komplett orientierungslos. Der Raum – war es wirklich ein Raum? – war dunkel, ihre Augen hatten Mühe, Strukturen zu erkennen. Wochentag? Uhrzeit? Kein Anhaltspunkt. Nackt und schwer wie Blei lag sie auf der Unterlage, die sich kratzig anfühlte wie eine alte Rosshaar-Matratze. Sie war zugedeckt mit einer beissenden Wolldecke, die nicht minder auf ihrer Haut scheuerte. Ihr Versuch, sich zu erheben, scheiterte. War es ihr Gewicht, ein urplötzlicher Muskelschwund, der dafür verantwortlich war? Oder war sie irgendwo fixiert? Lediglich ihren Kopf konnte sie etwas drehen. 

Modergeruch lag in der Luft, doch ihr Bewusstsein wurde gleich darauf von diesem Ziehen in ihrer Leistengegend geflutet. War es nur eine Art Phantomempfinden, eine Erinnerung der Nervenstränge, oder steckte tatsächlich etwas in ihrer Pussy? Ein Dildo… oder etwas anderes? Mit der sich plötzlich beschleunigenden Macht eines aufziehenden Unwetters wurde sie immer mehr schmerzhafter Markierungen Gewahr, an Oberschenkeln, Brüsten, Rücken. Es war nicht nur die Kerker-Qualität der Liege, die ihre Sinne bespielten – es musste sich viel mehr zugetragen haben. 

Sie versuchte sich krampfhaft an das zu erinnern, was passiert war, bevor sie offenbar in einen tiefen Schlaf fiel. Doch sie bekam nichts zusammen, was irgendwie Sinn ergeben hätte. Nur das Bild ihrer Pumps, auf dem schwarzen Kachelboden, das erschien plötzlich vor ihrem geistigen Auge. Es waren ihre Pumps. Irgendwie, die Erinnerung kam jetzt klarer zurück, hatte sie sie ausziehen und als Pfand hinterlegen müssen, als sie dieses Lokal betreten hatte. Sie wurden von Unbekannten weggeschlossen. Allerhöchstens barfuss hätte sie jetzt noch flüchten können, was aber in Anbetracht der eisigen Temperaturen draussen und der Abgeschiedenheit des Ortes völlig undenkbar war: Sie war gefangen. Aber das alles war gar nicht schockierend; die Erkenntnis aber, dass es eben nicht so empfand, hingegen schon. Und die Tatsache, dass die Situation sie erregte, das Gefangensein, im Dunkeln, ohne Orientierung, tat sein Übriges. Was war bloss los?

Völlig unerwartet ging ein grelles Licht an. Langsam öffnete sie ihre Augen. «Mareike!» hörte sie. Es war ihr Ehemann, der ihren Namen rief, währenddem er die Fensterläden öffnete. «Mareike! Es ist schon 9 Uhr! Komm, wir sollten noch einkaufen gehen!» Auf einen Schlag war wieder alles da. Ort und Zeit. Sie war Zuhause, und sie hatte geträumt. Ein Traum, so klar, so faszinierend. Noch immer im Bann des Traumes prüfte sie schnell ihren Körper und versicherte sich, ob er unversehrt war und sie sich wirklich bewegen konnte. Alles in Ordnung, befand sie erleichtert, nur ihre Scham… die war feucht. Etwas peinlich berührt hoffte sie, dass Thomas davon nichts mitkriegen würde. Auf Sex hatte sie wirklich keine Lust. Genauer, nicht auf diesen Sex. Nicht mehr.

Erklären konnte sie sich das nicht. Oder doch, eigentlich, wenn sie ganz ehrlich zu sich selbst war, dann schon. Die Veranlagung, die sich immer mehr in ihr Bewusstsein drängte: Sie war schon immer da gewesen, jedoch nicht ausgelebt und unter einer dicken Schicht Alltag und Wunsch nach gesellschaftlicher Normalität begraben. Doch Risse taten sich auf: In immer kürzeren Zyklen ertappte sie sich dabei, wie sie sich vorstelle, wie ein Mann – und es war bestimmt nicht Thomas – sie alleine mit seinen Blicken ausziehen würde. Sie könnte sich nicht wehren und würde auf diese Weise zum Opfer eines Sexualverbrechens. Etwas, wonach sie sich sehnte – und doch wieder nicht. Diese Widersprüche!

Schnell stand sie auf, überprüfte das Bettlaken kurz auf verräterische Spuren hin und als sie keine fand, huschte sie zufrieden in die Dusche. Die Vorstellung ihres Traums hatte sie noch immer im Griff, da kam ihr die Duschbrause gerade recht… Ein kurzer Moment der Abgeschiedenheit, bevor das Monster der sozialen Verpflichtungen sie wieder auffressen würde; heute in Form eines Abendessen, zu welchem sie eingeladen waren, bei einem Arbeitskollegen ihres Mannes und seiner Frau. 

Sie kannte diesen Kollegen kaum, Thomas hatte eigentlich nicht viele gute Worte für ihn übrig, und trotzdem hielt er es karrieretechnisch für sinnvoll, die Einladung anzunehmen. «Mareike, wie wäre es, wenn Du heute Dein Lewinsky-Kleid tragen würdest? Darin siehst Du so bezaubernd aus! Ich bin sicher, Manfred wird es sehr mögen.» Mareike hasste es, wenn sie sich wie eine Dekoration vorkam und Thomas den blauen Jumpsuit mit dem Kleidungsstück aus der Clinton-Affäre verglich. «Bist Du sicher, dass dann seine Partnern, wie heisst sie schon wieder – Monika? – nicht eifersüchtig wird?» frotzelte sie. Thomas wusste keine Entgegnung ausser «Sie heisst Susanne». Er hatte ja seinen Vorschlag ohne Wahloption platziert und sie würde schon folgen. Wie immer. Mareike seufzte. 

Den ganzen Tag hindurch dachte sie an ihren Traum; als sie sich bereit machten, um loszufahren, schlüpfte sie in ihre Pumps – die Pumps aus ihrem Traum. «Du siehst bezaubernd aus!», lobte Thomas, was sie mit einem Lächeln und einem Kuss quittierte. Die Gedanken sind frei, dachte sie für sich.

Punkt 19 Uhr betätigten sie die Türglocke an diesem grosszügigen, freistehenden Jugendstilhaus mit viel Umschwung. Manfred schien doch über einige Mittel zu verfügen; ob er wohl mal geerbt hatte? Die Türe ging auf und der Gastgeber begrüsste sie mit einem herzlichen «Hallo! Pünktlich seid ihr ja!». Er musterte Mareike intensiv, beinahe fasziniert, was am etwas zu langen Unterbruch zwischen der Begrüssung und dem nächsten Satz «Kommt herein!» abzulesen war. Er schien den Blick nicht von Mareikes Pumps lassen können, und bat sie: «Ach, Mareike, bitte zieh doch Deine Schuhe aus. Die Absätze sind nicht gut für das antike, geölte Parkett. Du kannst sicher sein, dass ich sie nicht wegschliessen werde und Du sie beim Verlassen unserer Räumlichkeiten wiederbekommst.» lachte er.

Mareike erschrak beinahe zu Tode. Einen langen Moment war sie ausserstande, etwas zu antworten. Das vorher laufend blasser gewordene Bild ihres Traums war plötzlich wieder so präsent, als wäre es eine parallele Welt, mehr noch, ein schwarzes Loch, welches sie jederzeit aufsaugen könnte. Hatte Manfred das jetzt eben wirklich gesagt? Dann lachte er laut über den schockierten Gesichtsausdruck, dessen Ursache er natürlich nur in seiner Äusserung sah, und beeilte sich, das Ganze als Witz aufzulösen. «Susanne wartet schon mit dem Cocktail, lassen wir sie nicht länger warten!» 

Sie traten ein. Ein grosses Wohnzimmer war es, die Einrichtung eine Mischung aus klassischen und modernen Elementen, clever kombiniert. Die Langeweile des Abends begann mit dem üblichen Small Talk. Nichts hasste Mareike mehr als das, doch sie machte gute Miene zum einschläfernden Spiel und stellte ihre Unterhaltung mit Susanne auf Autopilot. Sie tauschte mit ihr Belanglosigkeiten über den letzten Urlaub aus, was bis ins Abendessen hinein auch eigentlich ganz gut ging. Gedanklich jedoch wandelte sie auf dem schmalen Grat zwischen der Unterhaltung im hier und jetzt und ihrer Parallelwelt, die sie nicht mehr losliess, ja, deren Einfluss sich seit dem Betreten des Hauses laufend akzentuierte. Innerlich schwankte sie bedrohlich; wie ein Teufel, der sie sein dunkles Reich locken möchte, fühlte sie sich auf die eine Seite der Krete gezogen. Sie spürte immer stärker, wie sie frei sein wollte, sich von den Ketten lösen, die sie einengten. Und gleichzeitig fühlte sie den Drang, in Ketten zu sein. Aber in anderen, in echten Ketten. Die Ironie dieser Vorstellung belustigte sie für einen Moment so sehr, dass sie in einem völlig unpassenden Moment des Gesprächs losprustete und die Verwunderung der anderen drei Anwesenden auf sich zog. 

Sofort lief sie rot an und suchte nach einem Ausweg. Sie bat knapp um Entschuldigung und fragte nach der Toilette, die sie eilends aufsuchen wollte, mit der Absicht, sich dort zu beruhigen und eine Erklärung für ihren Lachanfall auszudenken. Kurz darauf öffnete sie die Türe, die mutmasslich ins Badezimmer führte, aber landete ganz woanders: In einem Kabinett voll von SM-Utensilien! Assortiert hingen unterschiedlichste Peitschen an der Wand, Pritschen, Strafbock, Kreuz. Sogar ein Käfig mit Futternapf drin befand sich in der hinteren linken Ecke des Raumes. Und in der Mitte, auf dem schwarzen Boden, lag das, was sie zuletzt erwartet hätte: Eine Matratze, so eine alte, graue, bestimmt gefüllt mit… Rosshaaren. An jeder Ecke dieser halbweichen Unterlage war je eine Fessel, an am Boden eingelassenen Arretierungen befestigt. Wieder griff die Parallelwelt auf sie über, wie ein Gas, das man nicht riechen konnte, sie aber zu kontrollieren begann. Wie eine Fata Morgana erschien vor ihr das Bild, wie sie auf der Matratze lag: Auf dem Bauch, nackt und gefesselt, die Nippel unbequem auf dem harten Textil, ihre Pforten ausgestellt und bereit für was immer kommen würde.

Mareike entfuhr unvermittelt ein «Uii», dessen Lautstärke sie aus ihrer Traumwelt weckte und von der sie gleichzeitig hoffte, dass sie die drei anderen Anwesenden im Wohnzimmer nicht erreichte. Konzentriert lauschte sie einen Moment lang, doch die Unterhaltung zu Tisch schien nicht unterbrochen gewesen zu sein; sie hatte scheinbar Glück gehabt.

Die Erleichterung liess sie schwindelig fühlen, weshalb sie sich am Türrahmen festhalten musste, um nicht zu fallen und in die nächste unangenehme Situation zu geraten. «Contenance!» flüsterte sie sich selbst zu. Als sie sich sicher genug fühlte, schloss sie die Türe zu diesem Kabinett und drückte die nächste Klinke zum benachbarten Raum; diesmal war es tatsächlich das Bad mit Toilette. 

Erleichtert sank sie aufs Klo. Was so ein dummer Traum auslösen konnte! Ein paar Minuten später betätigte sie die Spülung, wusch sich die Hände und trat wieder in den Flur heraus, wo die nächste Überraschung auf sie wartete. Manfred. 

«Alles gut?» fragte er. «Wir haben uns schon Sorgen gemacht!» fügte er mit einem Zwinkern an. Mareike nickte scheu und antwortete in nervösem Ton «Ja, klar – alles bestens, Du musst wissen, meine neuen Medikamente, ach, ich verschone Dich mit den Details!» und richtete ihren Blick angestrengt in Richtung Wohnzimmer. Innerlich war ihr vollkommen klar, dass ihre schauspielerische Leistung gerade unterirdisch schlecht gewesen sein musste, aber sie hoffte, durch die Rückkehr zur Oberflächlichkeit der anderen Unterhaltungen Gras über die Situation wachsen lassen zu können. Manfred folgte wenige Schritte hinter ihr ebenfalls zurück an den Tisch und warf Susanne einen vielsagenden Blick zu. Mareike registrierte es, nicht aber Thomas, der, bereits alkoholisiert, gerade über die Ökobilanz von Elektroautos dozierte. Als Mareike wieder Platz genommen hatte, wandte sich Susanne wieder an sie und begann, über ihren Beruf als Versicherungsmaklerin zu berichten.

Mareike hörte zwar zu, dachte aber nur an den Raum. Sie verteufelte ihr Verlangen und diesen Moment, denn sie konnte nicht anders, als sich auszumalen, was Susanne und Manfred dort wohl trieben, in bestimmten Stunden. Das Gastgeber-Paar erschien nun in ganz anderem Licht, aber ihr Mut reichte nicht mal für den kleinsten Ansatz einer Anspielung. Verdammt!

Als hätte Susanne Mareikes verzweifelte Lage erkannt, fuhr sie mit ihrem Fuss an den Beinen von Mareike hoch und fixierte sie auf einmal mit einem durchdringenden Blick. Das belanglose Gespräch über ihren Beruf führte sie fort, aber durch jetzt stand es in perfekter Dissonanz zu Susannes forderndem Gesichtsausdruck und den Berührungen unter dem Tisch. «Weisst Du, die meisten meiner Kunden wissen gar nicht, dass sie hinsichtlich ihrer Altersvorsorge schlecht aufgestellt sind; es droht ihnen Altersarmut und Verlust des Wohneigentums. Trotzdem wollen sie sich häufig nicht beraten lassen. Wenn Du willst, können Manfred und ich dafür sorgen, dass Du ein erotisches Erlebnis hast, welches einen komplett neuen Raum für Dich öffnet. Und da hilft halt häufig nur die Holzhammer-Methode, indem man den Kunden plakativ und in schrillen Tönen vorrechnet, wie schnell sie mit der finanziellen Situation überfordert sein können!»

Mareike wurde blass. Hatte Susanne diesen Satz, der völlig aus dem Kontext war, wirklich ausgesprochen? Oder unterlag sie einer fiesen Täuschung ihrer Libido? Was wurde hier gespielt? Thomas lallte beinahe und schenkte sich noch etwas Wein nach, doch bis eben war sie überzeugt davon gewesen, vollständig bei Sinnen zu sein. 

«Susanne, ich muss gestehen, ich bin gerade etwas verwirrt», bemerkte Mareike halblaut, gerade so, dass es Thomas nicht mitbekommen konnte. Sie hoffte, damit den Anker zu dem ominösen Zwischensatz und die Klärung zu finden, nach der es ihr dürstete. Ihr Gegenüber lächelte aber nur zufrieden, lehnte sich gar etwas zurück, aber schwieg. Dieses Verhalten half Mareike natürlich nicht, die gewünschte Bodenhaftung zu erlangen. Nach wie vor taumelte sie wie eine Spinne an einem Faden, die gerade Spielball eines heftigen Windstosses geworden war. Die Stille kam ihr vor wie eine Ewigkeit, nur durch das entfernte lallen ihres Ehemannes zu ihrer Linken war sie unterbrochen. Auch Manfred sprach kein Wort, er lächelte Thomas nur mitleidig an. Mareike erwog, aufzustehen, Thomas ins Auto zu befördern und nach Hause zu fahren.

Susanne schien die Unruhe Mareikes zu geniessen, sich aber auch der Gefahr des Abbruchs bewusst zu sein, die imminent war. Endlich antwortete sie. «Vertrau mir.» Zwei Worte, wie die Magie eines Heilers, welche sie beruhigte – auch wenn ihre Vernunft gerade heftig versuchte, dagegen anzukommen, weil sie nichts Logisches an ihrer Reaktion fand. Die Leute waren ihr doch im Grunde komplett fremd, die Situation am Rande des Ausserkontrollegeratens, mit einem betrunkenen Ehemann und einem Raum, wo Weissderhimmelwas alles passieren konnte. Doch Susanne hatte etwas Vereinnahmendes. Eine grossgewachsene Blondine, wirklich eine äusserst attraktive Frau, die alles unter Kontrolle zu haben schien. Markeikes Gedankenspiel, dass sie erotisches Abenteuer mit Susanne teilen könnte, erfasste sie wie ein heisser Strom und begann sich mit ihrem Traum von letzter Nacht zu verschmelzen. Wie konnte Susanne nur ahnen…? Das war doch völlig unmöglich, und doch wähnte sich Mareike wie in einem anderen Film. Die Realität, wenigstens diejenige, die sie bis vor wenigen Stunden gekannt hatte, hatte aufgehört zu existieren. Sie war vom Grat gefallen, und es war keine Frage, auf welche Seite.

Susanne nahm ein kleines Sachet aus ihrer Handtasche, eine Papiertüte, mit einem weissen Pulver drin. Vielsagend kommentierte sie: «Natur pur. Wir müssen nur den richtigen Moment abwarten.»

Noch bevor Mareike ihrem fragenden Gesichtsausdruck Worte hinterhersenden konnte, erhob sich Thomas langsam und torkelte langsam in Richtung Toilette; Manfred beeilte sich, ihm dabei zu helfen und den Weg zu zeigen. Susanne zwinkerte Mareike zu, nahm dann das Mittelchen aus dem Papier und streute es in das Weinglas von Thomas. «Er wird schlafen wie ein Baby!» lachte sie mit einem konspirativem Augenausdruck. Mareikes Vernunft kam auch gegen dieses Manöver nicht mehr an. Sie wollte das Erlebnis, welches ihr versprochen worden war, so sehr. Jetzt.

Thomas kam zurück, gestützt von Manfred, und nahm wieder Platz. Sofort nahm er einen kräftigen Schluck aus seinem Weinglas und lallte: «Maaareike, ich glaub, wir müsnjetz gehn.» 

«Komm, Thomas, lass den Alkohol noch etwas ausklingen, bevor ihr Euch aufmacht. Lasst uns aufs Sofa setzen!» erwiderte Suanne. «Gute Idee!» hörte sich Mareike zu ihrem eigenen Erstaunen sagen, und wenig später sassen alle vier gemütlich im frisch duftenden Leder. Innert Minuten war Thomas eingeschlafen. 

Mareikes Herz pochte wie wild.

Susanne löste sich vom Sofa und erklärte: «Ich gehe mich kurz frisch machen.» Manfred lächelte, vielmehr, er himmelte seine Frau an, den ganzen Weg, bis sie ausser Sichtweite war. Er sprach kein Wort, und auch Mareike fiel irgendwie nichts Sinnvolles ein – sie war zu unsicher und fürchtete, sie könnte jetzt was völlig falsch verstehen. Was würde nun bloss passieren? Sie spürte aufkommende Feuchte zwischen ihren Beinen, was ihr äusserst peinlich war. Doch der Körper hat immer Recht. Er weiss viel mehr als unser kleines, so beschränkte Gehirn.

Auf einmal hörte sie die lauten Schritte von hohen Absätzen. Susanne kam zurück: Sie sah umwerfend aus, verwandelt. Schwarze Lack-Overknees, ein enges Korsett, die Haare zu einem Rossschwanz zusammengebunden, lange Wetlook-Handschuhe und ein strenger Blick in ihrem Gesicht. Manfred schien vor Demut gleich um Zentimeter zu schrumpfen. Die Rollen waren geklärt, mindestens zwischen den Gastgebern.

«Los, Du Wurm!» herrschte sie Manfred an, der sofort wusste, was das zu bedeuten hatte. Er entledigte sich auf der Stelle sämtlicher seiner Kleider und stellte sich wie ein Rekrut hin, mit den Händen hinter seinem gesenkten Kopf. Sein Schwanz stand. Ein ausnehmend hübscher Schwanz, fand Mareike, beschnitten und in durchaus brauchbarer Grösse.

«Mach sie glücklich!» Lautete der nächste Befehl. Manfred näherte sich Mareike, welche instinktiv ihr Kleid hochzog und die Beine spreizte, und kniete hin. Ohne Zeit zu vergeuden schob er das Höschen rasch zur Seite und begann, sie hingebungsvoll zu lecken. Zufrieden schaute Susanne einen Moment lang zu, dann verschwand sie, um gleich danach mit einer langen Tawse und einem Umschnalldildo zurück zu kehren. Für wen war der wohl, fragte sich Mareike und wusste nicht, welches der möglichen Szenarien sie bevorzugen würde. 

Die Tawse liess sie sodann mehrfach und in erstaunlicher Härte auf den Hintern von Manfred niedersausen und setzte die Schmähung fort: «Du Hurensohn, leckst eine fremde Frau und lässt mich dabei zusehen? Was würden Deine Eltern dazu sagen, die Dir diesen Wohlstand und diese Erziehung angedeihen liessen?!» Das Leder zischte in der Luft und knallte immer wieder auf Manfred, der alles fast ohne Reaktion ertrug und sich weiter in Mareikes Pussy vergrub. Mareike selbst fand den Moment unglaublich erregend, wagte aber nicht, auch nur ein Wort zu sagen. Sie war mitten in einem Spiel und fühlte sich wie eine Prinzessin, die gerade bedient wird.

Einige Momente später spuckte Susanne auf ihren Dildo, kniete sich hinter Manfred und drang in seinen Arsch ein. Sie fickte ihn wie ein Tier, währenddem der Sklave weiterhin Mareike leckte. Er konnte sein leises Stöhnen nicht unterdrücken, was Mareike noch heisser machte. Fantastisch, wie sich Susanne auf den Absätzen halten konnte, dachte sich Mareike. Doch nach einigen Fickbewegungen zog sich Susanne aus seinem Anus zurück.

«Stop!» rief sie daraufhin, und Manfred hielt sofort inne. «Diese kleine Schlampe, die hat keinen Orgasmus verdient! Steht beide auf und kommt sofort mit!» Susanne stiefelte voran, Manfred und Mareike folgten ihr. Die Destination war keine Überraschung – es handelte sich um den ominösen Raum.

«Mareike, zieh Dich aus und stell die Pumps auf das Sideboard vor Dir – unser kleiner Fetisch-Sklave sieht sie so gern beim Sex!» Manfred lief rot an, sah seine Vorliebe vor einer Fremden geoutet. «Und dann ab auf die Matratze mit Dir!» Da war sie, die Konvergenz aus ihrem Traumbild und dessen, was sich nun in Realität abspielte. Fast willenlos lag sie hin, auf den Rücken und streckte alle Viere von sich, so dass sie gefesselt werden konnte. Manfred übernahm diese Aufgabe, als Diener seiner Herrin. «Jetzt wollen wir doch mal schauen, zu was unsere neue Gespielin taugt. «In ihren Arsch!» 

Mareike erschrak. Analsex, gleich das erste Mal? Sie muckte kurz auf. Doch Susanne war in ihrer Äusserung absolut klar: «Püppchen, es ist keine Frage Deines Wollens. Es ist ausschliesslich die Frage meines Willens!» Manfred nahm etwas Gel, streifte sich ein Kondom über und begann, die gefesselte Mareike in ihren Hintereingang zu ficken, seinen Blick auf ihre Pumps gerichtet. Das erste Zögern und Verziehen in Mareikes Gesichtszügen mutierte rasch zu einem Ausdruck des Wohlbefindens und Genusses. 

Kurz darauf stellte sich Susanne breitbeinig über den Kopf von Mareike, schob ihren Slip zur Seite und ging in die Hocke. Das war nun wirklich eine Première. Der Duft, den Susanne versprühte, war sonderbar erregend für Mareike, und die Aufgabe, die sie bekam, entsprach einem bisher unbekannten, jetzt aber absolut dringenden Wunsch. Sie umkreiste die Perle ihrer Herrin – durfte sie sie so bezeichnen? – mit viel Gefühl, bevor sie weiter ihre Zunge in die Innenseite der Pussy drang und die Feuchte kostete. Kaum hatte sie damit losgelegt, begann Susanne, an den Nippeln ihrer neuen Sklavin zu ziehen. Das Gefühl, gefickt zu werden, gezogen an den Brüsten und Susanne oral zu befriedigen, versetzte sie in einen nie gekannten Zustand der Wollust.

«Wirst Du alles von mir aufnehmen, was ich verlange?» fragte Susanne und zog nochmals strenger an den Brustwarzen. «Ja, Herrin. Ich werde alles tun, was Sie von mir verlangen.» Susanne erhob sich aus der Hocke und blieb weiter über dem Kopf von Mareike stehen. «Öffne den Mund, Miststück!» Mareike gehorchte. Einzelne salzige Tropfen fielen auf ihre Zunge. Einen Bruchteil einer Sekunde lang fragte sie sich, was zur Hölle sie da eigentlich tue. Doch die überbordende Gier übersteuerte den Gedanken sofort wieder, und sie genoss, was Manfred mit ihr anstellte. Manfred, der neidisch auf den kurzen, goldenen Regen schaute, den – so machte es den Anschein – er so gerne selbst genossen hätte. Mareike konnte sich nicht berühren, aber die Situation und das Hämmern des harten Schwanzes in ihrem Arsch genügten, um sie mit einem heftigen Squirten explodieren zu lassen.

Susanne unterbrach sofort, als sie den Orgasmus bemerkte. Flugs stellte sie sich hinter Manfred und riss ihn an den Schultern weg von Mareike, so dass er auf seinen Rücken purzelte. Dann kickte sie zuerst Mareike mit ihren Stiefelspitzen in die Oberschenkel, dann ihn. «Ihr seid wirklich zu nichts Nutze!» schrie sie erbost. «Ich hatte den Orgasmus verboten! Das wird eine bitterböse Strafe nach sich ziehen! Manfred, Du fixierst Mareike nun auf dem Bauch liegend. Danach holst Du die Bullenpeitsche und wirst sie ordentlich züchtigen!» Mareike erschrak mindestens so sehr wie Manfred, der stammelte: «Aber Herrin, ich… das kann ich nicht! Bitte, bestrafen Sie mich, ich bin doch an allem schuld!» Doch Susanne ignorierte das Betteln und schäumte: «Das ist hier kein verfluchter Ponnyhof!», sah ihn mit stechendem Blick an und zeigte mit ausgestrecktem Arm auf Mareike, um jegliche weitere Widerrede im Keim zu ersticken.

Manfred gehorchte schliesslich. Der erste Aufprall der Peitsche auf Mareikes Po schmerzte fürchterlich. Musste das so sein? Doch gleichzeitig beobachtete sie, wie Susanne sich vor ihr zu befriedigen begann, mit ihren Handschuhen tief in ihrer Vulva, höchst erregt durch das von ihr höchstpersönlich befohlene Schauspiel. Dieser Anblick liess Mareike die Schmerzen bis zu dem Zeitpunkt ertragen, in welchem ihre Endorphine anfingen, sie zu tragen. Susanne kam, aber Manfred bearbeitete Mareikes Po dessen ungeachtet weiter, mit erstaunlicher Konsequenz und Härte für einen Sub. Erlöst durch ihren Höhepunkt gesellte sich Susanne zu ihm, bewaffnet mit einer zweiten Bullwhip: Nun bearbeitete das Duo abwechslungsweise ihre neue Sklavin, bis der Po alle Farben angenommen hatte und sie abhob, um zu fliegen…

Endlich entspannten sich Mareikes Muskeln; erschöpft sackte sie auf die ungemütliche Unterlage ab, ihren Kopf zur Seite. Sie war überglücklich. 

Susanne aber wollte noch das i-Tüpfelchen. Sie schickte Manfred zum Kopfende und befahl ihm, zu kommen. Dann richtete sie sich an Mareike: «Und nun wirst Du, Du kleine Nutte, seinen Saft trinken!» Manfred rieb sich wie befohlen, aber hatte Mühe… Da griff sich Susanne einen der Pumps von Mareike und hielt ihn unmittelbar vor seine Nase. «Na, schmeckt Dir das, Du alter Fetischist?» demütigte sie ihn. Die Finger der anderen Hand steckte sie ihm gleichzeitig in den Po und wühlte darin. Nur Sekunden später schleuderte die ganze Sosse mit Wucht in den geöffneten Mund von Mareike. Den letzten Tropfen holte sich aber Susanne, direkt ab Quelle, und küsste ihren Mann danach, um den Genuss zu teilen. Mareike schluckte, überwältigt, wie im Delirium. Dann übermannte sie ein tiefer Schlaf.

Als Mareike aufwachte, musste sie sich erneut orientieren. Sie lag in einem fremden Wohnzimmer, auf einem Sofa; ihr Mann schnarchte laut und lag auf einer Matratze, die sehr unbequem aussah – was seinem Schlaf jedoch keinen Abbruch tat, offensichtlich. Langsam dämmerte es ihr – sie waren noch immer bei Susanne und Manfred. Sie hatten es gestern nicht mehr nach Hause geschafft… War alles wieder nur ein Traum gewesen? 

Dann fing sie an, ihren Körper zu spüren… Und das, was mit ihm angestellt worden war. Nein, es war kein Traum. 

Ein breites Lächeln zeigte sich auf ihrem Gesicht.

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