Ellys Stiefel – Teil 2

«Steh auf und geh duschen! Glaubst Du, mit einem schmutzigen Mädchen wie Dir will irgendjemand auf diesem oder auch einem benachbarten Planeten was anfangen?»

Elly zog ihre linke Augenbraue hoch. «Also, bis jetzt waren schmutzige Dinge ja nicht gerade unwillkommen…» Sofort hielt ich ihr mit der einen Hand den Mund zu, mit dem anderen Arm hob sie vom Boden hoch und zerrte sie anschliessend in die Dusche. Sie wehrte sich, so gut es ging, jedoch war ihr zierlicher Körper der Übermacht, die ich ihr entgegenstellte, nicht gewachsen. Als ich sie in der Kabine hatte, bekleidet mit allem ausser Mantel, Mütze und Stiefel, betätigte ich die Armatur und liess eiskaltes Wasser auf sie hinunterprasseln. 

Oh, wie sie schrie und keifte! Ihre Kleider, ihre halterlosen Strümpfe, alles war bald durchtränkt vom kalten Nass und klebte an der unvergleichlichen Silhouette ihres Körpers. Wie wunderschön für meine Augen, welch Rehabilitation meines Gemüts, welch Ohrenschmaus für mich. Die unvergleichliche Erotik eines zeternden Weibes – meines Weibes – das ihrer verdienten Strafe zugeführt wird. Der Groll, der ihr selbst für ihr schändliches Verhalten gebührt, den hat sie auf ihren Herrn richtet; dieser jedoch ergötzt sich diebisch an der Ironie dieses Augenblicks.

Irgendwann hatte Elly ihr Schicksal akzeptiert und wurde ruhig, rutschte mit dem Rücken der Duschwand entlang zu Boden und hielt ihre Hände vors Gesicht. «Endlich hast Du es verstanden, nicht wahr? Dein inakzeptables Gebaren ist flüssiger als flüssig. Überflüssig!»  Den Hebel nun auf warmes Wasser gedreht, liess ich sie auftauen und verliess die Nasszelle, holte ihre Handtasche und ihre Stiefel. Beides warf ich ihr vor die Duschkabine. «Behave!»

Ich drehte den Schlüssel und liess Elly allein zurück.

«Was soll das?» hörte ich gedämpft durch die Türe. «Elly, Du weisst genau, was meine Erwartung ist. Du wirst die Gelegenheit bekommen, Dich für Dein Verhalten angemessen zu entschuldigen, in der dafür angebrachten Pose, selbstredend zuvor adrett zurecht gemacht. Oder glaubst Du etwa, ich hätte Dir das Zeug vorhin aus Nächstenliebe gebracht?»

Elly quittierte den Befehl mit einem dumpfen Frustschlag gegen die Glaswand, aber immerhin gelang es ihr, ihre Zunge zu hüten. «Puhh!», seufzte ich vor mich hin und warf mich auf meinen Wohlfühlsessel, der meinen Blick auf meinen kleinen Garten richtete.

Plötzlich realisierte ich, dass das der eine Fensterflügel offen war. Verflixt! In meiner Rage, in die ich durch Ellys unerwartet heftige Provokation vorhin geraten war, hatte ich komplett vergessen, die Wohnung schalldicht zu machen! Und nicht nur das: Noch bevor ich mich vom kurzen Schockmoment, dass man Elly und mich draussen hätte gehört haben könnte, erholt hatte, rief mir die Nachbarin mit besorgter Stimme aus ihrem Garten zu. «Alles in Ordnung bei Ihnen?»   

«Aber natürlich, Frau Nachbarin.» beruhigte ich sie mit Engelsstimme. «Meine Kusine hatte lediglich einen kleinen Nervenzusammenbruch, aber es geht ihr schon wieder besser, sie erholt sich gerade in der Dusche.» Die Nachbarin nickte beruhigt, aber Elly hatte das natürlich mitgekriegt und protestierte laut aus ihrer Zelle heraus: «Ich bin nicht Deine Kusine!»

Sofort juckte ich auf, und um weiteren Rufschaden abzuwenden, schloss ich das Fenster und setzte mich wieder hin, ohne weiter auf diese Göre einzugehen. «Es ist Dir gestattet, Deine Bereitschaft zur Sühne durch dreimaliges Klopfen an die Türe zu erklären.»

Nach einigen Schmollminuten hörte ich, dass sich Elly wohl daran machte, sich zu restaurieren. Ich schmunzelte vor mich hin und freute mich sehr darauf. Würde es uns gelingen, nach diesen heftigen Ausschlägen in der Amplitudenkurve zu Beginn unseres heutigen Treffens, wieder die Harmonie zu finden, diese Momente, in denen wir eins werden? Die Augenblicke, in denen sich die unterschiedlichen Rollen, die wir einnehmen, sich perfekt ergänzen. Kein Trachten mehr nach Rache oder Provokation, keine Anstrengung, nur noch die Leichtigkeit der Sekunden, die uns wie unzählige Klänge durch eine einzige Symphonie tragen. Wie sehr würde ich sie vermissen, Elly, hätte ich sie nicht mehr in meinem Leben. Die kleinen Lachfältchen, die wie kleine Krähenfüsse aussehen, wenn sie kichert. Die Scheinwerfer-Augen, wenn ganz etwas Unerwartetes passiert. Die süsse Empörung, wenn eine neue Inspiration aus Meisters Perversionenkabinett zuschlägt. Der tief zufriedene Gesichtsausdruck, angekommen, wenn ich in ihr bin: Ein ganzes Manifest einer Vorsehung, der wir uns nicht entziehen können.

Etwa 20 Minuten später riss mich das Klopfen von Elly aus dem Sinnieren. Regungslos malte ich mir aus, wie sie sich wohl zurechtgemacht haben mochte, doch ich liess sie warten. Weitere drei Minuten später klopfte sie erneut, doch ich reagierte noch immer nicht. Es verstrichen weitere Minuten, bis sie einen weiteren Versuch unternahm, meine Aufmerksamkeit zu gewinnen und die Sicherheit, dass ich überhaupt noch anwesend war, und untermalte das Signal mit einem scheuen: «Mein Herr?»

«Verlange die Züchtigung, die Dir zusteht, Elly. Reinige Deine Seele durch das Äussern der schmutzigsten Wünsche, die in Deinem schlangenhaften, sündigen Innern wohnen.»

«Mein Herr, Sie überfordern mich. Sie wissen, wie es mir schwerfällt, die direkten Formulierungen, das Explizite, das Sie zu hören begehren…»

Lammfromm, flehend? Elly? Ich lachte in mich hinein. «Tja, ich habe Zeit!»

«Nun,» klang es durch die Türe, «Sie wissen, die Erotik ihrer Handlungen ist auch für mich nicht in Worte zu fassen.»

Nicht schlecht, dachte ich; in der Tat ein guter, wenn auch dreister Versuch, sich aus der Affäre zu ziehen. Doch ich liess nicht locker. «Ich bin zuversichtlich, dass es Dir gelingen wird; Du bist nicht umsonst meine Sub, oder?»

Sie unternahm einen neuen Anlauf. «Das Brennen, welches sich vom Po ausgehend auf mein gesamtes Nervensystem ausbreitet, mein Herr, lassen Sie es mich spüren. Ich sehne mich danach.»

Schon besser, befand ich zufrieden. «Fahr fort!»

«Es ist meine Bestimmung, mich für Sie zu öffnen. Nur für Sie, mein Herr. Ich bin ihr persönliches Lustobjekt, welches sich danach verzehrt, die Beine zu spreizen, wie es kein wohlerzogenes Mädchen es auch nur zu träumen wagen würde. Die Öffnungen zu präsentieren, in welchen sich Ihre Kraft entfalten soll, gänzlich ohne Scham – auch wenn es mir nach all den Jahren noch immer das Äusserste abverlangt, sie zu überwinden. Und doch ist es für mich ein einziger Gedanke der Glückseligkeit, die Hoffnung, unaufgefordert genau dies aus freien Stücken tun zu können. Es ist mir bewusst, ich spüre es mit jeder Faser meines Daseins, wie es Sie glücklich macht, all das zu sehen. Ich weiss, Sie werden mich über weitere Grenzen tragen, auf Ihren Händen, durch Ihre Hände, die nicht nur mich, sondern auch Stahl und Leder gekonnt bedienen.»

Was für eine Liebeserklärung! Jetzt wollte ich sie sehen, öffnete sogleich die Türe. Elly kniete vor mir, mit gesenktem Blick, ihre Handflächen nach oben gerichtet. Sie war nackt, bis auf diese wunderbaren Stiefel, ihr Duft, so betörend. «Du riechst so gut», zitierte ich Rammstein, die Drohung und Gier, die das Gefühl in mir gerade perfekt beschrieb. Die Reaktion meiner Mitte, ich konnte sie nicht kontrollieren, natürlich nicht, welcher Mann kann das schon. Sie begann, meine dominanten Gedanken, die üblicherweise dem Verstand entsprangen, durch diejenigen aus der Quelle der infiniten Lust zu verdrängen.

«Erzähle mir vom schmutzigsten Spiel, welches Du Dir wünschst. Und glaub nicht, ich hätte keine Ahnung davon, dafür kenne ich Dich zu gut. Aber ich will es aus Deinem Mund hören. Dem Mund des Satansbratens, der vor mir kniet.»

«Mein Herr, es… es ist eine Qual, aber..»

«Schau mir in die Augen!» unterbrach ich. Ihre Scham und innerliche Abscheu, die durch ihre immer wieder durchschimmernde gutbürgerlichen Erziehung empfundene Pein, all das sollte noch stärker werden. Sie folgte, errötete, bebte sogar ein wenig; sie focht einen inneren Kampf aus zwischen den beiden Welten, die in ihr wohnten. Wie erstaunlich, nach alledem, was wir schon miteinander getan hatten, all diese Praktiken, die wenige tun und über die noch weniger sprechen. 

«Es ist dieser Moment, in dem ich regungslos bin. Gemacht wurde. Mein ganzer Körper ist bereits übersät von Spuren der Misshandlung, einer Vergewaltigung nicht unähnlich.» 

Elly schluckte und schloss kurz die Augen, um zu verdauen, welch Ungeheuerlichkeit und Offenbarung sie gerade von sich gegeben hatte. «Und Sie, Sie missbrauchen mein Poloch für das, wofür es nicht gedacht ist, es fühlt sich nach vielen langen Minuten an, als wäre mein Innerstes nach aussen gekehrt. Schliesslich lassen Sie mich ihre Pracht lecken, daran saugen, den Geschmack ihres köstlichen Weissen in meinem Mund mit dem unreinen von mir vereinigen. In Dankbarkeit, mein Herr..» Elly atmete tief aus, als würde nun der schwierigste Teil der Aufgabe kommen «… fühle ich mich tief mit Ihnen verbunden, wenn ich danach auch die goldene Krönung geniessen darf, in meinem Rachen. Missbraucht, geschunden, beschmutzt, jedes Atom meines Wesens Ihnen dargeboten, im Wissen, Ihre gestiefelte, kleine…» sie pausierte kurz, und ergänzte dann mit etwas leiserer Stimme, «Nutte zu sein, dreckig und in- wie auswendig markiert von Ihren körperlichen Essenzen.»

Umwerfend. Es war schlicht und ergreifend geil, was Elly gerade formuliert hatte, in einer Klarheit, die für sie die grössere Überwindung kostete, als all diese erwähnten Dinge auch wirklich zu tun.

Ich half ihr auf ihre Füsse und küsste sie. Ja, ihre Küsse, sie gehörten schon immer zu ihren schärfsten Waffen, doch ich musste sie einfach belohnen für diesen lustvollen Moment, den sie gerade geschaffen hatte. Beinahe war vergessen, wie ruppig der Nachmittag begonnen hatte; ich geleitete sie in den kleinen Raum meiner kleinen und grossen Spezialitäten, zur darin mittig positionierten Lederpritsche, den von der Decke hängenden Seilen und Ketten in ihren Umlenkrollen. Intuitiv legte sie sich mit dem Rücken darauf, streckte mir ihre Stiefel hin. Unvermittelt ertappte ich mich dabei, beinahe willenlos, sie nicht nur zu bewundern, jedes kleine Detail zu betrachten, sondern auch den Duft des Leders zu inhalieren, es am Ende sogar zu küssen.

«Dom G.! Werden Sie plötzlich devot?» kicherte Elly frech. «Na warte!» Nur wenige Minuten später war sie vollständig fixiert, die Beine breit gespreizt, die Nippel via Klemmen am Kettenzug, der über die Decke mit den an ihren Stiefeln befestigten Manschetten verbunden war. So war gewährleistet, dass – sollte sie nicht in der Lage sein, ihre Beine in der vorgesehen, gespreizten Form nach oben zu halten – der Zug auf ihre Brustwarzen sich unangenehm deutlich verstärken würde. Eine Situation ohne Ausweg, der ihr die höchste Konzentration abverlangte, und gleichzeitig nichts anderes tat, als ihre Säfte in pulsierenden Wellen zum Fliessen zu bringen. 

Wie ich mich darauf freute, die ihr auferlegte Selbstqual zu beobachten, sobald ich mit meinem Werk beginnen würde. Die Single Tail war bereit, und meine Härte würde bald die grösste Freude daran haben, das Szenario umzusetzen, von welchem sie gesprochen hatte. Viel mehr als das.

Bald waren wir wieder eins, in diesem Fluss von Lust und Schmerz, verbunden in tiefster Liebe zueinander. 

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