Sechs! (Teil 3: Plus 3 gibt sechs)

Sabine, eine eher kleine, zierliche Frau, war die Sub, mit welcher ich eine Reise nach Malaysia unternommen hatte. Ein Miststück von einer Brat, und doch liebte ich sie, was mich auf die aberwitzige Idee gebracht hatte, gemeinsam mit ihr einen Urlaub auf einer Insel zu verbringen – in der leisen Hoffnung, sie würde dadurch zutraulicher und weniger aufmüpfig.

Ich mache es kurz: Auch ein alter Dom kann ein naiver Dom sein.

Es waren am Ende doch einige der 14 Nächte, die Sabine auf dem strandsandigen Holzboden verbringen musste, anstatt mit mir die Vorzüge weicher Liegeflächen im gemeinsamen Bett zu geniessen. Dabei hatte das Abendessen jeweils romantisch begonnen, unter Palmen, mit perfekter Bedienung. Das asiatische Essen: Ein einziger Zauber, kunstvoll komponiert aus unendlichen Gourmetfreuden, den es wirklich nur dort gibt; dazu der Blick in ihre Augen, in denen sich Feuer spiegelte; das Feuer um uns herum, und das andere, tief in ihr. Ich war wirklich verliebt.

Und dann, stets auf dem Höhepunkt des Moments, machte sie eine mehr als unflätige Bemerkung, und alles eskalierte. Was immer in ihrem undurchschaubaren Wesen diesen Drang ausgelöst haben musste, es schien unkontrollierbar.

Wirklich gebracht hat die darauffolgende Bestrafung zwar wunde Stellen rund um die delikaten, auch am Strand durch das engste Stück Textil meist abgedeckten Stellen ihres wohlgeformten Körpers und die bodenharte Nacht auf Tropenholz, aber keine Verhaltensänderung.

Warum wir uns trennten? Ich weiss es nicht einmal – es war irgendwann die Lust draussen.

«Sabine, diese Bretter hier sind sauber, frei von Sand. Nur das Kopfkino ist schmutzig. Willkommen zur Show!»

Sabine schaute sich kurz um und legte sogleich mit ihrer Tirade los: «Der Herr ist mutlos und muss sich in grosser Distanz im Dunkeln verstecken, weil er Angst vor seiner Ex hat? Nicht mal eine telefonische Aufforderung schaffte er, nur das geschriebene, feige Wort. Wie armselig.» Ganz klar, so etwas war zu erwarten… und eigentlich hatte ich gar keine Lust, mich mit ihr auf dieser Ebene verbal zu balgen. «Du hättest nicht kommen brauchen, wirklich nicht. Rötungen, Hämatome und Tränen, Sabine. Du erinnerst Dich? Ich hab Dich gerne gequält – aber ich weiss nicht, ob ich es nochmals tun wollte. Deine Provokationen – sie sind inzwischen auf den Schärfegrad von Baby-Milchpulver gesunken.»

«Du Arschloch!» rief sie keifend, aber für mich war der Moment bereits gegessen. «Dan! Tian!» Sabine war die erste, die sich wirklich gegen das Hinausführen wehrte. Sie versuchte sogar, dem armen Tian in die Hand zu beissen… aber das Krafttraining der beiden Asiaten zahlte sich aus. Es rumpelte etwas, bevor auch sie schalldicht versorgt war. Wenn schon nicht harte Nächte auf Perhentian Island, vielleicht war es der Müssiggang in der schalldichten Zelle, der sie vielleicht wieder auf eine vernünftige Kommunikationsebene zurückbringen würde? OK, wir hatten es schon, das Thema Naivität, widerlegte ich mich selbst.

Warum, überlegte ich mir, mache ich mir das Leben so schwer? Warum mag ich dieses Brat-Verhalten, diesen Widerstand von Frauen? Wahrscheinlich waren es die Herausforderung und der Sieg, den ich fast immer davontrug. Und war sie nicht willig, dann halt mit… genau.

Die von Gottes Hand geschaffene Eva begrüsste ich mit einer grösseren Herzlichkeit, denn ich mochte sie sehr, aus diesen vielen gemeinsamen Abenteuern. Sie, eine elegante Dame, die erst spät in ihrem Leben die Vorzüge meines sagenumwobenen Lebensstils entdeckt hatte (und so sehr damit haderte, was tief in meinem Herzen ihre Attraktivität noch weiter steigerte), nahm im späteren Verlauf unserer Affäre zunehmend mehr Stufen in einem Schritt als zuvor und liess mich häufig als verdutzten Dom zurück.

Eben erst in Italien, am Palio… wie sie sich schämte, als sie ihre gespreizte Pussy vor jungen Männern präsentieren musste, allesamt schöne Italiener, deren Grün hinter den Ohren gerade erst im Begriff war, zu verblassen. Dann war sie die erste, mit der wir das Spiel mit einer zweiten Sub, der himmlischen Flugbegleiterin, erweiterten. Für sie war es nach einem ersten Bi-Versuch die zweite Erfahrung, vor der sie sich zwar gefürchtet hatte – man könnte sich ja blamieren. Aber sie wollte es, und bereits dieses Erlebnis war angehaucht mit einer kleinen perversen Note, da Eva vom Alter her locker die Mutter der Flugbegleiterin hätte sein können. Um den Einstieg in die neue Situation zu dritt zu schaffen, hatten wir vereinbart, dass die beiden sich zuerst alleine lieben würden, ich im Nebenraum wartend – allerdings dank Livestream doch indirekt dabei: Eva hatte eine kleine Kamera in der Hand und liess mich alles sehen, so wie sie es sah; die Flight Attendant, von der sie mal tief, mal mit breiter Zunge geleckt wurde, ihr immer wieder dabei in die Augen sah und genussvoll provokativ lächelte… alles aus Evas Perspektive, mit weit geöffneten, bestrumpften Beinen zu den Seiten des mädchenhaften Kopfes. Ein Bild von höchster Erotik, eine sorgsam memorisierte Vorlage für viele meine Erleichterungen in Zeiten ohne Spielwesen an meiner Seite.

Kaum hatte sie den ersten Orgasmus genossen, beorderte sie mich über die Kamera in den Raum und schlüpfte zusammen mit mir in die dominante Rolle. In der Folge liessen wir in unserer Schändungsprozesssion, in der wir die verdorbene, bewegungsunfähig gemachte Flugbegleiterin umkreisten, wohl keinen Zentimeter ihres Körpers aus. Schwellungen, Verfärbungen, Flüssigkeiten verschiedenster Quellen an allen Orten, wo sie nach Vorgabe der Bibel nie hingehört hätten – und es eben doch taten, in unserem Verständnis der uns heiligen, allumfassender Perversionen.

«Der Jumper Seat ist weich genug.» verkündete sie lakonisch, als wir sie nach vollbrachter Misshandlung sich im Spiegel betrachten liessen. Eva, für die eine weitere Kammer in ihrer Sexualität aufgegangen war, eine neue Dimension gar, lachte laut. Was für ein göttlicher Heidenspass für uns Bibeluntreue.

Jedoch, auch mit Eva endete die Liaison. Irgendwie war es eine belanglose Provokation, die meinem Mund entwichen war, die sie offenbar so tief traf, dass sie sich nicht mehr mit mir treffen wollte. Ich hatte sie verletzt, an einem nur vernarbten, inneren und mir unbekannten Schmerzpunkt, ohne es zu wollen; es gab nichts, was es wieder hätte gutmachen können. Dass Eva heute trotzdem kam, war entsprechend eine grosse Überraschung für mich. Die Vorsicht, mein Respekt und die kostbare Erinnerung an unsere gemeinsamen Zeit gebot es, dass ich auf die Bühne kam und ihr zuflüsterte, dass sie sich nicht zu fürchten habe – aber zu ihrem besonderen Schutz müsste sie in einer Art Telefonkabine einen Moment lang auf mich warten. Dian und Tian übernahmen die Bodyguard-Rolle dort hin.

Und dann kam Maya. Sie, deren Kampfscheidung und Neuordnung des Lebens am Ende auch das, was wir hatten, zerstörte und uns den letzten Kuss bescherte, von dem wir nicht wussten, dass der der letzte sein würde. Noch immer Single, doch sicher nicht ohne Angebote, dachte ich mir. Der Eindruck bestätigte sich. «Ein letztes Mal. Auf die alte, zauberhafte Ex-Welt» sagte sie, auf ihre Wildleder-Overknees blickend. Die, die sie nur bei getragen hatte. Wahrscheinlich. Ein letztes Mal, bevor sie ein Vanilla-Angebot annimmt? Innerlich lachte ich, als sie fast wie selbstverständlich die fünfte Kabine betrat, neugierig, aber unaufgeregt.

Perfekt. Fünf von sechs Ex waren da, nur Estelle, die frauenliebende Frauenaktivistin, später urplötzlich brave Hausfrau mit Kind, sie erschien nicht. Doch die Rechnung ging trotzdem auf: Mit mir waren wir die sechs Protagonisten.

Sechs. Vollständig. Vorstellungsbeginn.

Fünf meiner Ex hinter dem Vorhang, in fünf Einzelkabinen aus Holz und alle gepolstert wie eine schalldichte Telefonkabine, schulterbreit, mit einer integrierten Sitzgelegenheit. Und noch ein paar Gimmicks dazu. Eines davon war ein Schieber, wie eine Gefängniszelle, welches ich nun für alle fünf öffnete, um anzukündigen, was nun passieren würde. Besser gesagt, andeuten.

«Nun, da ihr alle da seid: Willkommen zum heutigen Schauspiel. Ja, richtig – ihr seid nicht alleine, wir sind zu sechst hier, denn heute machen wir uns die Relativitätstheorie zu Nutze und heben die Zeit auf: Dan und Tian haben Euch je in eine Zelle sortiert, in der zeitlichen Abfolge, in welcher ihr in mein Leben getreten, oder sagen wir, in welches ihr von Eurer Lust getreten worden seid.»

Sabine entfuhr ein entsetztes «Was??», Eva stöhnte wenig vornehm, die anderen drei hatten ihre Lage noch gar nicht erfasst oder waren gleichgültig dem gegenüber, was sich gerade offenbarte. «Genau! Ihr wart alle Subs in meinem Leben. Die Zeit ist gekommen, dass ihr gemeinsam etwas erlebt – mit mir. Doch wir haben keine Zeit für Eifersucht – ihr werdet Euch nicht kennenlernen – zumindest nicht so, wie ihr es erwarten würdet. Dan! Tian! Holt fünf Pranger auf die Bühne. Let’s Rock!»

Teil 4 folgt.

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