Verschluss-Sache

Ein tiefes, schwarzen Loch, einem alten Brunnen gleich. Zuunterst, auf dem lehmigen Boden, da liegst Du. Von oben blicke ich auf Dich hinunter. Missbraucht fühlst Du Dich. Missbraucht wurdest Du.

Kalte, feuchte Felswände halten Dich eingesperrt, verhindern eine Flucht, neben dem Eisengitter, dem Zugang unter Verschluss. Dein hübsches Kleid, welches Du Dir eigens für den heutigen Abend ausgewählt hattest, für ein distinguiertes Abendessen mit mir: Es liegt in Fetzen, verteilt im Raum, gesäumt von Deinen schmutzigen Pumps. Das Einzige, was Du noch anhast, sind die Überreste Deiner halterlosen, mit Flecken übersäten Strümpfe. Dein Make-Up: Verschmiert.

Wie unglaublich schön Du bist, in diesem Moment. 

Deine Tränen, sie hatten Zeugnis abgelegt über den Zustand Deines Nervenkostüms, noch bevor meine Behandlung angefangen hatte. „Du weisst, dass ich Dir das jetzt antun muss!“ Begleitet von einem lauten Schlucken hattest Du genickt.

Die Furcht, die Du vor mir hattest, dieses nervöse Zittern der Augen, welches nur Menschen kennen, die die Panik einer ausweglosen Situation jemals erfahren haben. Dieses Entsetzen, dass ich mich loslassen würde, auf Dich loslassen, mit dem Gerät, das sich in meiner Hand befand. Deine innere Zerrissenheit, weil sich dieser Zustand des Unbehagens mit Deiner Erregung paarte, die genau dafür sorgte, was in dieser Situation einfach nie passieren sollte: Deine Säfte fliessen zu lassen.

Wie war es so weit gekommen? 

Es gab keine Begründung ausser meiner Lust, unserer Zweisamkeit diese unerwartete Wendung zu geben. 

Liebend gerne hätte ich mit Dir den Abend nach den kulinarischen Leckerbissen des Gault-Millau-Kochs gemütlich ausklingen lassen, vielleicht mit einem Nachtisch, ja sogar einem Muscat oder Zacapa. Aber meine Gier und mein Verlangen, die beiden grossen Brüder meiner Vernunft, waren mächtiger, stärker, und vor allem eins: Kompromisslos. Der Anblick Deines tadellosen Äusseren, es hatte diese beiden Bestien in mir angestachelt. Es war, wie es immer schon war: Ich muss zerstören, was ich liebe. Der Zwang, er wurde unerträglich und suchte seine Erlösung. 

Nein, es gab keine Erklärung, Du wusstest das. Dein Herr befahl. Du hattest zu folgen.

Zwei Textnachrichten reichten, um meine beiden Kumpane aufzubieten für den Ort, wo Dein Martyrium beginnen sollte. Sie lauerten uns auf. Nein, Dir. Kaum hatten wir das tief im Boden eingelassene Verlies mit seinem kargen Innern und dem fahlen Licht betreten, fielen sie von hinten über Dich her. Sie stülpten einen Jutesack über Deinen Kopf und hielten Dich so lange fest, bis ich Dich ordentlich gefesselt hatte. Wie ein aufgespannter Frosch sahst Du aus, alle Extremitäten mit Seilen von Dir weggezerrt. Von einer vornehmen Dame zum schlampenhaften Missbrauchsopfer, das wurdest Du, innert weniger Minuten. Die rohe Gewalt der beiden Häscher hatte Dich aus Deinen Pumps rutschen lassen, doch die Kälte des Bodens war Dein kleinstes Problem: Die Männer rissen Dein Kleid von Deinem Leib. Alles lag blank: Brüste und drei Öffnungen.

Sollte ich es wirklich zulassen? Diente es meiner Befriedigung? In einem Männerbund stellt sich diese Frage nie; Männerfreundschaften halten ewig. Ein stummer Blick zu ihnen reichte, und sie wussten, sie durften. Triebabbau. Deswegen waren sie gekommen.

Nacheinander fickten sie Dich in die klatschnasse Pussy. Hielten Deine Brüste als wären sie Haltegriffe in einem schaukelnden Bus. Stosszeit im Nahverkehr. Kurz bevor sie kamen, rissen sie den Gummi von ihren Schwänzen und spritzen Dir auf die Füsse. Der eine links, der andere rechts.

Sie hatten ihre Belohnung erhalten. Nur mit einer Geste verabschiedete ich sie, die beiden Kerle, die Dich gerade gefickt hatten, ohne dass Du sie gesehen hattest, oder gehört. Du hattest den Missbrauch nur gespürt.

Als sie weg waren, entfernte ich den Jutesack. Der Anblick, den Du botest, sprach Bände über Deine Benutzung. Diese seltsame Tinktur aus sich widersprechenden Gefühlsregungen, meinem Sadismus und der unendlichen Liebe zu Dir, sie war das Benzin für meine toxischen Vorhaben. Die Eifersucht, die Du so gut kanntest wie kaum jemand sonst, sie war das Feuer.

Du, erniedrigt, als Fickstück in diesem Kerker, hattest meinen Zustand sofort erkannt. Das scharfe Entsetzen in Deinen Augen verriet es. Deine Tränen begannen zu kullern, bahnten sich ihren Weg den Wangen entlang, fielen zu Boden und vermischten sich dort mit der angetrockneten Hinterlassenschaft meiner Jungs.

Jetzt folgte dieser eine Satz von mir, diese Frage, die keine war. Ja, ich musste es Dir antun.

Der Tacker in meiner Hand schoss die erste Klammer auf Deine Scham, liess Dich laut aufheulen, zappeln in den Seilen. Doch dass Dich in Zukunft einfach so Männer ficken konnten, das musste verhindert werden. „Du bist mir!“

Klammer um Klammer verschloss ich den Eingang, er wurde zur Verschluss-Sache. Gift und Galle hättest Du gespien, wäre Deine Vernunft noch zugegen gewesen. Doch die Empfindungen der lustvollen Schmerzen in Deiner Vulva waren stärker, im Moment des Mindfuck, genährt durch das Bewusstsein der Einzigartigkeit des Moments. 

Als ich fertig war, löste ich die Seile und drückte Dich zu Boden. Es blieben noch zwei Öffnungen für mich, und die Wahl fiel mir leicht: Schmutzig sollte es sein, passend zum Ort, zu den Ereignissen.

Wie ich es genoss, Deinen Arsch zu penetrieren, im Wissen, dass das vordere Loch verschlossen war. Keine Diskussion, nur Stöhnen. Kleine, süsse Ohrfeigen. Zerren an Deinen Haaren. Fix und fertig lagst Du da. Schamerfüllt, mit meiner Ladung in Dir.

Mein Januskopf drehte. Ich kauerte zu Dir nieder und richtete Deinen Oberkörper auf. Küsste Deine salzigen Tränen weg, dann Deinen wunderbaren Mund. Innig, verbundener, als es irgendeine Fesselung je könnte. Wie gierig und dankbar Du warst. Ich streichelte Deinen Rücken, umarmte Dich fest und flüsterte in Dein Ohr: „Das hast Du wunderbar gemacht. Ich bin so stolz auf Dich. Nun erhol Dich. Du bleibst meine Verschluss-Sache.“

Ich verliess den Raum, schloss das Eisengitter hinter mir und begab mich in das obere Stockwerk dieses Gemäuers, mit dem Blick hinab in diesen brunnenähnlichen Raum.

Und seither, seit Minuten, betrachte ich Dich von hier oben, ohne, dass Du es wahrnimmst. Beobachte, wie Du versuchst, Deine Sinne wieder zu sortieren, nach diesem Intermezzo, welches… wie lange hat es gedauert, eigentlich? Eine halbe Stunde? Eine ganze? Oder waren es gar zwei? 

Dieser kostbare Moment, ich wünschte, ich könnte ihn konservieren für die Ewigkeit. Ich stecke mir eine Zigarre an und schwelge in der Wonne meiner Erlösung.

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