5.2 Polaroid (Teil 2: Nähkästchen)

«Das ist schlicht unglaublich!», waren die ersten Worte, die ich fand. Und so war es tatsächlich. Der Fürst, dieser alte Mann, war nicht – oder wenigstens nur zeitweise – an den Rollstuhl gefesselt. Um mich langsam der Realitäten zu stellen, begann ich Aufnahmen einzeln und in ihrer Dramatik aufsteigend nun genauer zu betrachten. 

Das erste Polaroid zeigte klar, wie Elly sich ihre Muschi von ihm lecken liess, er auf den Knien vor ihr, sie auf dem Pult, das Kleid hochgezogen und die Beine weit gespreizt, der eine ihrer High Heels war fast vom Fuss gerutscht. «Er drängte mich, so unbedingt, und… naja…», versuchte sie schamerfüllt die Auswirkung auf mich abzumildern. 

«So viel, Elly, zum Thema Fremdbenutzung.» knurrte ich verärgert, versuchte zu verdrängen, dass sie Lust empfunden haben könnte, und widmete mich der zweiten Aufnahme aus der Sofortbild-Kamera. Aufgrund der schummrigen Qualität zunächst kaum zu erkennen, zeigte es einen goldgelben Strahl, der auf sein Gesicht und seinen offenen Mund traf, aus einem anderen Winkel aufgenommen, Elly aber in der gleichen Position wie zuvor. Im Unterkiefer des Fürsten hatte sich auf der Aufnahme bereits ein See angesammelt, ob er wohl alles geschluckt hatte? Irgendwie fand ich dieses Bild nicht uninteressant, die Idee hatte mit ihrem demütigenden Touch diesem Perversen gegenüber etwas Erregendes, auch wenn mir bewusst war, dass er genau das ja verlangt haben musste. Meine eigenen Perversionen blendete ich dabei völlig aus, denn schliesslich ging es hier ja nicht um mich; ich war hier der Anständige.

Elly bemerkte, dass sich mein bisheriger Groll in eine leichte Genugtuung verwandelte, je länger ich das Foto in der Hand hielt. Ein scheues, erleichtertes Lächeln kehrte auf ihr Gesicht zurück, ja, sogar das Sternenfunkeln in ihren Augen war wieder da, und mein sehnsuchtsvolles Herz hätte ihr deswegen beinahe alles verziehen. Doch urplötzlich verfinsterte sich meine Mine wieder, denn eine sich aufdrängende Frage, der ich mich noch gar nicht gewidmet hatte, tat sich vor mir auf wie ein riesiger Schlund und drohte meine Lust auf Elly so rasch zu verschlingen, wie sie eben aufgekommen war: «Wer zum Teufel hat die Aufnahmen gemacht?»

Kleinlaut antwortete Elly, meinem Blick ausweichend: «Jean-Pierre, der Mann, mit dem ich zu Abend gegessen habe.»

Diesen geschleckten Schnösel hatte ich in der ganzen Historie nicht mal im Ansatz als Konkurrenz zu mir betrachtet; er war im Rückblick eigentlich nur Komparse in einem abgekarteten Spiel gewesen, um meine Eifersucht in ein Feuerwerk zu verwandeln und damit eine für den Fürsten wohl über eine der unzähligen Überwachungskameras beobachtbare, harte BDSM-Szene zu inszenieren. Doch ein stechender Schmerz in meinem Herz erinnerte mich wieder an meine Eifersuchtsszene dort im Saal, ausgelöst durch ihren verliebten Blick diesem Parvenü gegenüber. Verliebt, als wäre sie mit ihm intim gewesen, einem Nouveau-Riche ohne Leistungsausweis. Frauen schauen Männer immer auf eine eigene, andere Weise an, wenn sie mal mit ihnen Sex hatten. Genau so sah ihr Minenspiel aus. Ich begann, Elly wieder zu hassen. Weil ich sie liebte.

Ellys Spürsinn für die akute Schleudertrommel der Empfindungen ihres Herrn öffnete sie. Vielleicht war es auch ihre Lust auf mich, wahrscheinlich sogar, denn auf einmal begann die Erzählung über die genauen Abläufe mit dem Fürsten wie von selbst an zu fliessen. Und endlich wurde sie genauer und vor allem: Ehrlich.

Der Fürst habe ihr eröffnet, dass er Anrecht habe, mit ihr, wie mit jeder anderen Frau dieses Zirkels auch, als Eintrittsgeld seine Gelüste befriedigt zu bekommen. Das Ziel des heutigen Abends sei, ihren Herrn – also mich – auf seine Würde und Tauglichkeit zu prüfen. Zu diesem Zweck würden nun von seinem Bediensteten, Jean-Pierre, Polaroid-Bilder angefertigt, mit dem Ziel, diese der Frau zu übergeben, die den Auftrag erhalten habe, mich zu verführen. Er habe dabei mit der Hand auf den Ballsaal hinter dem blinden Spiegel gedeutet, wo sich das erste Zusammenkommen von mir mit dieser Natascha gerade zutrug. Dann, im Moment der mutmasslichen, sexuellen Interaktion mit ihr, würde Natascha diese Bilder mir auftischen, quasi als Test für meine Belastbarkeit und Grösse.

Was für ein unglaublich perverser, grausamer Plan! 

Sie, so schilderte Elly, habe zunächst zum Schein zugestimmt, danach aber auf dem Weg zum Abendessen die Fotos Jean-Pierre auf listige Weise abgeluchst, damit er die Übergabe an Natascha nicht durchführen und dieser fiese Plan des Fürsten nicht aufgehen konnte. 

Doch die Aufnahmen, so erzählte sie in monotonem Ton, die hätten erstellt werden müssen, sie habe schlicht und ergreifend keinen Ausweg gesehen, und überhaupt: Es hätte wie eine Flucht ausgesehen, eine Blösse ihm und vor allem mir gegenüber, der diesen Abend doch so genau und liebevoll geplant hatte. Elly zwinkerte dabei, eine kleine Retourkutsche für die eiskaltem Wasser entsprechenden Situationen, in die ich sie zuvor geworfen hatte. Und so, resümierte sie, liess sie sich lecken und auf seinen harschen und wiederkehrenden Befehl, ihn ihren Natursekt kosten. 

Sie hatte sich emotional etwas befreit, wieder Oberwasser erlangt, in diesem Moment damals und auch jetzt, in meiner Gegenwart.

Nun aber war das Bild 3 dran, und Ellys Körpergrösse schien wie zu schrumpfen, als sie meinen Augenbewegungen folgte. Es zeigte die Nahaufnahme einer übelst misshandelten Pussy. Es war nicht Ellys Pussy, nein: Elly war die Person, die diese Misshandlung ausführte!

Sie schluckte laut, beunruhigt. «Im Raum neben dem schmalen Büro, das hinter dem blinden Spiegel den Blick auf den Tanzsaal freigab und mit dem Pult mit den Monitoren, die die Übertragungen von den ganzen Überwachungskameras zeigte…» Ich unterbrach und ergänzte «…und auf dem Du Deine Pussy wie eine läufige Bitch dem Fürsten zu Verfügung gestellt hast…». Elly atmete schwer, nickte reuig, und fuhr fort: «…neben diesem Raum war ein weiterer, viel grösserer, und dort lag, auf einem Tisch, eine seiner Sklavinnen aus dem Automaten auf dem Bauch. Ich wurde angewiesen, ähm, das halt zu tun.» 

Die Pussy der Sklavin war durch eine eingeführte Salatgurke geweitet. Die Aufnahme zeigte, wie Ellys Hände wohl etwa 20 Stecknadeln durch die Schamlippen in die Gurke hineingestochen und dieses Gemüse so an der Sklavin befestigt hatte. 

Die Betrachtung dieser Szene erzeugte einen Hitzeschub in mir, der in allen Extremitäten wogte. Nie zuvor hatte ich an diese Möglichkeit gedacht, zu extrem schien mir so etwas überhaupt auszuführen, bei allem Sadismus, aber als ich es vor mir sah… Ich überlegte mir, wie es sich für die Sklavin anfühlen musste, wenn dann die Gurke am Ende leicht hin- und herbewegt würde; Schmerz und unerwartete Lust, die sich gegenseitig hochschaukeln. Wie wohl die Schamlippen aussähen, gezerrt, aufgespannt. Ich blickte in die etwas ratlosen, mich analysierenden Augen von Elly. Meine Lust wuchs, und das Lächeln in meinen Mundwinkeln verriet mich letztlich.

«Nein, Dom G., ich weiss, was Sie denken, und ich sage nein!!!» 

Ich verliess den Wohnraum und kehrte wenig später mit einem Fessel-Set zurück, das ich absichtlich schludrig auf den Tisch warf, so dass es prompt mein Sektglas zum Umkippen brachte. Verdutzt versuchte Elly die Gefahr einzuschätzen, die für sie trotz ihrem Veto bestand. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Küche und kam ich mit einer Salatgurke zurück, die ich ihr zuwarf. Sie fing sie, aber begann, unruhig auf dem Sofa hin- und her zu rutschen. Aber erst als ich mit dem hölzernen Nähkasten wieder vor ihr erschien, packte sie die Panik. 

«Nein, hatte ich Ihnen gesagt!» Elly siezte mich… sie siezte mich nur in unserem speziellen Modus, der sich Dominanz und Submission nannte. Sie sprang auf, wollte Richtung Haustüre türmen; der riesige, ehrliche Schreck stand in ihrem Gesicht. Chancenlos: Ich versperrte ihr den Weg, packte sie und drückte sie zu Boden, wo sie bäuchlings zu liegen kam. «Sie Mistkerl, lassen Sie mich!», schrie sie in ihrer Agonie, doch ich war zu stark. Mit dem Knie hielt ich dieses zierliche Wesen am Boden und hatte im Nu ihre Hände und ihre Beine auf ihrem Rücken gefesselt. 

«Aus die Maus! Und wenn wir schon bei Tieren sind: Du verhältst Dich wie ein Frosch in kochendem Wasser, meine Teure. Wenn man das Wasser nur langsam erhitzt, merkt er nicht, wie die Gefahr steigt und bleibt. Nun ist es leider zu spät, das Wasser – oder besser gesagt mein Blut kocht!»

Elly begann zu flehen. «Mein Herr, in aller Liebe, Sie dürfen das nicht tun! Ich wurde gezwungen, die Sklavin so zu quälen, ich bin doch keine Sadistin! Was hätte ich denn tun sollen?»

Ich liess meine Gefangene liegen, wischte den ausgeleerten Sekt mit der Hand vom Tisch, so dass die meisten Tropfen auf ihr landeten, und füllte mein Glas wieder. Aus dem Nähkasten entnahm ich dann eine Zigarre und steckte sie an. Als die ersten Rauchschwaden an Ellys Nase gekommen war, schien sie sich zu beruhigen. Sie dachte bestimmt, dass der vermeintliche Nähkasten wirklich nur mein Humidor war.

«Elly, das vierte Bild haben wir noch nicht betrachtet. Vielleicht hilft das, was darauf zu sehen ist, mein gepeinigtes Gemüt zu beruhigen und damit das Schlimmste von Dir abzuwenden, was meinst Du?» 

Als wäre sie von einem Stromschlag getroffen, verursachte mein Vorschlag eine heftige Reaktion: Sie wollte sich befreien, begann sich zu drehen. Sie wusste wohl schon sehr genau, dass mir das, was auf der vierten Polaroidaufnahme bei genauem Hinsehen zu entdecken war, überhaupt nicht gefallen würde. In der Tat: Das Bild musste vom Fürsten mit Blitzlicht gemacht worden sein, denn es zeigte aus seinem Blickwinkel seinen Schwanz, Ellys Gesicht mit geöffnetem Mund dahinter und im unscharfen, dunklen Hintergrund Jean-Pierre. Er fickte sie! Elly war gefickt worden von diesem… mir fehlten die Worte.

Ich nahm das Bild, zerknüllte es so gut es ging und warf es zu Boden. «Schade, Elly, wirklich schade.»

Mehr von Elly? Das erste Buch gibt es noch – sowohl als eBook und noch wirklich ganz wenige Exemplare gedruckt

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