5.3 Polaroid (Teil 3: Gold)

Das Feuer meines Schwedenofens loderte, und die Hitze, die er von sich gab, trieb meine Unrast in ihrer Intensität Stufe für Stufe weiter.

„Ich… ich wollte das nicht!“, beteuerte Elly in verzweifeltem Ton. „Aber Du hast es zugelassen! Du hast es erlaubt, dass diese abscheuliche Missgeburt sein kümmerliches Plug-In in Dich hineinstösst!» Meine Anklage verriet mehr über meine Verletzung als meinen Ärger, und wie erwartet, nutzte Ellys feines Gespür diese Schwäche schamlos aus. «Mein Herr, nie würde ich mich jemandem hingeben ausser Ihnen und von Ihnen ausgewählten Frauen; ich habe Ihnen meine unbedingte Treue all die Jahre immer bewiesen! Seien Sie nachsichtig mit den Imponderabilien des Lebens Ihrer Sub, die sich nichts mehr wünscht als Ihre Nähe!»

«Schlangenzunge!», schalt ich sie so laut, dass ich froh war, dass die Fenster geschlossen waren und nichts von alledem nach aussen dringen konnte. Getrieben von meinen wilden Fantasien griff ich in den Nähkasten, in dem sich eine Dose Stecknadeln befand, öffnete diese und schüttete alles neben dem Kopf von Elly auf dem Boden aus. «Gotcha!»

Elly riss die Augen schockweit auf.

Beinahe hätte sie mich wieder gehabt, eingelullt durch ihre taktische Lieblichkeit, dieses Miststück! Sie wollte der Bestrafung entgehen – oder nicht? Vielleicht wollte sie sie auch auslösen? Ein dauernd seine Morphologie veränderndes Rätsel, meine Elly, das war sie geblieben, obwohl ich wohl jeden zugänglichen Millimeter an ihr förmlich in- und auswendig kannte. Um ihrem süssen Säuseln nicht den Hauch einer Chance auf Milde einzuräumen, konzentrierte mich wieder auf die weiteren Bilder, die vor mir ausgebreitet lagen, nahm das fünfte, stiess meinen ganzen Lungeninhalt durch die Nase und legte es wieder hin, um meinen Blick auf das Feuer zu richten.

«Noch nicht, noch nicht!», beruhigte ich mich selbst. Mit trockener Kehle versuchte ich zu verdauen, was ich erblickt hatte, und der Tanz der Flammen war dabei mein Ruhepol, den ich brauchte. Das fünfte Bild zeigte Elly splitterfasernackt stehend, ihre Kleidung vor ihren Füssen und den Schwanz des Fürsten, der gerade über ihre Bekleidung, Schuhe und Ellys Beine ejakuliert hatte. Als wollte er alles als seinen Besitz markiert wissen. 

 «Es scheint ihm ja gut gekommen zu sein, beziehungsweise, Du scheinst es ihm gut besorgt zu haben, nicht wahr?», war das Kultivierteste, was ich noch von mir zu geben in der Lage war.

Elly schwieg, aber es spielte ohnehin keine Rolle. Mein Dom-Wesen wollte sie jetzt, ich zerrte sie an den Beinen weg aus dem überhitzten Wohnraum, hinein in mein Schlafzimmer und riss Rock, Oberteil und BH von ihrem Körper, so dass sie nur noch in meiner bevorzugten Halbkleidung aus halterlosen Strümpfen und Pumps vor mir lag, ihre Extremitäten noch immer gefesselt. Ich hob ihren Oberkörper auf das Bett, drehte sie um, so dass sie mit dem Rücken auf ihren Händen lag, den Blick gegen die Wand. Genüsslich zog ich meinen Gürtel aus der Hose, zuerst langsam, dann schnell, um die Akustik auszukosten, die Vorfreude in mir. Als der Schall sich verflüchtigt hatte, begann ich, ihre Brüste in einem Steigerungslauf mit meinem Leder zu schlagen.

Röte reihte sich an Röte, mein Sadismus strömte wie durch ein voll aufgedrehtes Ventil aus mir heraus, ohne zu fragen, was, wieviel, warum. Würde Ellys Ehemann diese Zeugnisse meiner speziellen Zuneigung mitbekommen? Ich pfiff drauf und spürte bald nichts anderes als dieses unglaubliche Gefühl der inneren Befriedigung, mit jeder Zeichnung auf ihrem Körper mehr. Elly ertrug das Spanking nicht nur, sie tauchte förmlich ein in diesen fiesen Schmerz auf ihren Brüsten. Die Klagelaute, die sie von sich gab, sie waren in Harmonien der Lust getunkt, und schliesslich, als die meine ersten Gelüste befriedigt waren, keuchte sie gar: «Bitte, bitte, mein Herr, läutern Sie mich von den Sünden, die ich begehen musste.» 

Sofort liess ich den Gürtel zu Boden fallen. «… Begehen musstest???» Elly nickte verunsichert.

«Verdammte Schlampe!», spottete ich, nahm und zeigte ihr das sechste Bild, das zweifellos die Rosette dieser hochwohlgeborenen Sub zeigte, die gerade von Jean-Pierre ausgiebig geleckt wurde. Ellys Kopf war derweil in der Vulva der Sklavin vergraben, die offenbar von der Gurke und den Stecknadeln befreit worden war. «Das, Du durchtriebenes Weib, sieht nicht gerade nach einem Zwang aus, oder verpasse ich da was?»

«Den Zwang erkennen Sie auf dem siebten Bild, mein Herr.» presste Elly zwischen den Lippen hervor; der Schmerz meiner Handlungen schien nun erst seine ganze Wirkung zu entfalten. Diese siebte Aufnahme aber, die offensichtlich Elly geschossen hatte, zeigte eine komplett andere Szenerie als zuvor: Der Fürst bliess den Schwanz von Jean-Pierre und der Arm, der eindeutig als der rechte von Elly identifizierbar war, schlug gleichzeitig mit einem Rohrstock auf den nackten Po des Fürsten. 

Was für eine komplett irre Sache. Als hätte man mir die grösstmögliche Auswahl an unterschiedlichen Szenen präsentieren wollen, die mich echauffieren könnten, um den Effekt der Eifersucht und Rage in jedem Fall zu garantieren.

«Das war sicher für Dich ganz spannend, mal gegenüber einem Mann dominant zu sein, nicht wahr!?», triezte ich sie. Ein wie aus der Pistole geschossenes «Nein, ich wurde gezwungen!» füllte mein Schlafgemach. Elly wand sich wie eine Gefangene, die zum Tode verurteilt worden war, und unternahm einen weiteren Versuch, sich zu befreien – im Wissen, dass es nicht möglich war. Aber, und das war die gesuchte Provokation ihrerseits, sie streifte dabei ihre Pumps ab. Da ich sie vornehmlich mit Schuhwerk an ihren Füssen penetrierte, war das als Ausdruck ihres Aufbäumens zu verstehen, als wollte sie sagen: «Fick mich doch, Du Arsch, aber diesmal ohne Deinen geliebten Fetisch, so wie ein eifersüchtiger Vanilla-Mann». Doch ich stieg nicht darauf ein. Keinen Millimeter durfte ich jetzt abrücken von dem, was ich vorhatte.

«Ach!», antwortete ich lapidar. «Und wie war das mit der freiwilligen Natursekt-Spende? War das in etwa keine dominante Geste, sondern ein Liebesbeweis diesem Herrn gegenüber?»

«Sie sind ausserordentlich gemein zu mir!», seufzte sie resigniert. «Natürlich ist es ein Privileg, aber… wie hätte ich diese Schiessbudenfigur, die ihr Leben in diesen kalten Gemäuern zubringt, wirklich lieben können?»

«Ein Privileg. Nun gut.» Ich nahm den einen ihrer Pumps, öffnete meinen Hosenstall und liess ihn volllaufen mit dem goldenen Saft, diesem angeblichen Privileg, und stellte ihn neben ihr auf den Boden. «Dann mal Prost!»

Ein innerer Vorbeimarsch war dieser Moment, doch er dauerte nicht lange, wie solche Momente mit Elly nie lange dauerten. Ich hätte darauf wetten können, dass diese Brat wieder eine Frechheit vorausgedacht hatte. Und natürlich hatte sie es.

«Würden Sie mich bitte befreien, mein Herr, damit ich Ihrer Anweisung nachkommen kann? Und ich weiss, es mag völlig unangemessen sein, einen weiteren Wunsch zu äussern, aber auch er dient nur ihrer Lust: Ihren grossen, metallenen Dildo, wenn Sie mir den auch reichen könnten?»

Ich war verblüfft. Die Aufmüpfigkeit weg, auf einmal, ohne, dass ich den Grund dafür erkennen konnte. Ein Strategiewechsel. Forderungen, entwaffnend dank der Aussicht auf etwas Prickelndes, Unerwartetes. Im Moment des Lösens der Fesselungen dachte ich noch: «Wehe Dir, wenn nicht etwas kommt, was meiner Gier nach Dir nicht entspricht.» Als hätte sie meinen Gedanken gelesen, lächelte sie siegesgewiss, setzte sich auf den Boden, lehnte ihren Rücken an das Bett, spreizte ihre Beine und führte den Dildo in die feuchte Pussy ein. Nein, gar klatschnass war sie! Dann griff sie nach dem gefüllten Schuh. Das kühle Metall bewegte sich in einem langsamen Rhythmus in ihr, als sie ihren Augenaufschlag für eine letzte Bitte einsetzte: «Ich erbete höflichst die Erlaubnis, dabei zu kommen.»

Vereinnahmt durch ihre forsche Art und das pornöse Schauspiel, das sie inszenierte, nickte ich. Nein, meine Libido nickte! Sie setzte das Leder an, trank, und masturbierte gleichzeitig. Es verging keine ganze Minute, bis sie den geleerten Schuh in die Ecke und ihren Kopf nach hinten aufs Bett warf und schliesslich, nach den letzten heftigen Bewegungen, das edle Toy aus ihrer Grotte entfernte, um dem Squirting den notwendigen Raum zu geben und heftig zu kommen.

Was für eine Show, deren Prickeln mich bis in den kleinsten Zehen erfasste. Breitwillig wie nie war sie, nicht mal in Paris war sie es in dieser Form gewesen, und wieder hatte sie ihren Körper, ihr Handeln, alles an ihr eingesetzt, um mich in den Griff zu kriegen. Wie sehr ich diese Erkenntnis verfluchte, diese Macht, die sie hatte. Und wie sehr ich sie gleichzeitig wollte, in diesem Moment, mehr als alles Gold der Welt.

Noch war da aber ein letztes Bild, dass der Betrachtung und Würdigung harrte, die Nummer 8. Sollte ich es zuerst ansehen, oder meiner aufgestauten, kaum noch zu bändigenden Sehnsucht nach fleischlicher Besitznahme ihrer Öffnungen nachkommen? Meine Zerrissenheit, mein ewiger Begleiter: Hier war sie wieder.

Mehr von Elly? Das erste Buch gibt es noch – sowohl als eBook und noch wirklich ganz wenige Exemplare gedruckt

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