5.4 Polariod (Teil 4: Wo Rauch ist…)

Von allen Polaroid-Bildern hatte ich vom letzten, der Nummer 8, keine wirkliche Ahnung, was darauf zu sehen sein würde. Die sieben anderen hatten schon ausgereicht, mich in diesen entsetzlichen Zustand aus Verunsicherung und rasender Eifersucht zu bringen. Nach Ellys Show vor mir hatte ich erst recht keine Lust mehr, es anzusehen; für meinen Geschmack hatte ich genug gebüsst – und sie auch. Aber dennoch: Ich musste es doch tun. Würde ich nicht, könnte ich nie Ruhe finden, die Ungewissheit würde an mir nagen und mir den Schlaf rauben.

Die Aufnahme löst eine weitere Welle Adrenalin aus, die sich explosionsartig in meinem Leib ausbreitete. Sie zeigte einen Bildschirm, auf dem zwei um sich werbende Zungen zu sehen waren. Es waren jedoch nicht die Zungen von Elly und dem Fürsten oder Jean-Pierre, sondern, eindeutig erkennbar, mein Mund und derjenige von Natascha! Ellys prüfende Mimik verriet, dass sie genau Bescheid wusste.

«Das…», stammelte ich, völlig von der Rolle, «… das kann gar nicht sein! Ich habe Natascha nie geküsst!». Elly nutzte die Gunst der Sekunden und inszenierte sich wie eine Staatsanwältin: «Mit Verlaub, wieso sollte ich Dir das glauben? Scheint, als hättest auch Du Deinen Spass gehabt, Herr von und zu G.! War Küssen nicht gerade von Ihnen als ‘viel intimer’ im Vergleich mit sonstigen sexuellen Handlungen bezeichnet worden?» 

Verzweifelt suchte ich nach Erklärungen, die so logisch und klar klingen würden, dass sie selbst Elly nicht in Zweifel ziehen könnte. Doch wie ich es drehte und wendete: Alles, was mir in den Sinn kam, schien absurd. Sie derweil genoss den Moment der Genugtuung, sog jede Sekunde auf, die ich benötigte, um wieder meine Fassung zurückzuerlangen und Worte zu finden für das, was mich plötzlich sogar an mir selbst zweifeln liess. Grotesk, Schizophren… alles Ausdrücke, mit denen ich gerne andere titulierte, den Fürsten zuallererst. Trafen sie aber am Ende auf mich zu?

Das auf einmal losgelassene, schallende Gelächter von Elly holte mich aus dem Dschungel der Selbstzweifel. Verwirrt starrte ich sie an. «Mein Herr, ich bitte um Erlaubnis, mich frisch zu machen.» Ohne meine Antwort abzuwarten, geschweige denn eine Erklärung für ihr Gelächter abzugeben, erhob sie sich und entschwand ins Bad und verriegelte die Türe hinter sich.

«Elly!!! Was wird hier gespielt?» Ich polterte an die Türe. «Was ist das wieder für eine abgefuckte Scheisse?» Ausser mir war ich, ruderte in diesem unerträglichen Gefühl, dass mir meine Sub gerade fürchterlich auf der Nase herumtanzte. 

Das Wasser plätscherte. Elly ignorierte mich.

Um meiner Wut ein Ventil zu geben, griff ich hektisch nach sämtlichen Polaroid-Aufnahmen, sammelte die Pumps von Elly ein, öffnete den Schwedenofen und warf alles den züngelnden Flammen zum Frass vor. Verbrennen wollte ich den Ärger, mich befreien aus diesem Albtraum. 

Ich knallte die Ofentüren zu und nahm in meinem Büro einen teuren Whisky aus dem Büchergestell, trank einen grossen Schluck davon, sank in den Schreibtischsessel und liess den Alkohol die Anspannungen meines Körpers lösen. Verzweifelt überlegte ich mir, wie wir beide wieder aus diesem Sumpf rauskommen würden. 

Eine geschlagene halbe Stunde später öffnete sich die Badzimmertüre wieder, und am Rahmen angelehnt präsentierte sich Elly elegant und verführerisch frisch, als wäre nichts gewesen. «Manchmal ist im heutigen, digitalen Zeitalter nicht alles so, wie es auf den ersten oder zweiten Blick scheint – selbst auf Polaroid nicht, oder vielleicht besonders dort nicht. Denken Sie, mein Herr, nicht, dass wir beide mit dieser Erkenntnis gut leben können?»

Sie näherte sich mir betont langsam. Ihre Hüfte wippte hypnotisierend, ihre ganze Wärme, die sie wie eine sie umgebende Aura trug, erfasste mich noch bevor wir uns berührten. Sie streckte mir ihre Hand hin; wie ein Gentleman küsste ich ihren Handrücken. Dieses nackte Wunderwesen, ich betete es innerlich immer an, egal welchen Groll ich gerade gegen sie hegen mochte. In sinnlicher Zeitlupe öffnete sie mein Hemd, Knopf für Knopf, liebkoste meine Brust, meinen Bauch, schälte meine Hose von meinen Beinen, bis alles frei war und sie meine intimste Stelle verwöhnen konnte. Als wäre es ein heiliger Akt, liess ich sie ihr Werk tun, ihre wundervolle Kunst der Liebe.

Die Gedanken an alles zuvor waren ausgeblendet. Nach nichts sehnte ich mich mehr als ihre unbedingte Erotik, und diese gab sie mir bedingungslos; als wäre es die Rückkehr aus einer Halluzination kam ich wieder zu Kräften und wurde wieder der, der ich wirklich sein wollte: Der unbedingte Sadist, ihr Herr, der die Zügel in die Hand nahm, streng, aber ohne Wut. Elly hatte mich wieder zurückgebracht in unser Spiel. 

«Du bist und bleibst ein Satansbraten. Um einen Braten mit seinem rosa Fleisch im Innern aber richtig geniessen zu können, braucht es noch ein paar Zutaten. Und die finden wir selbstredend in der Küche. Komm mit!» 

Die Art und Weise, wie Elly eine wunderbare Harmonie von Skepsis und Lust in ihrem Gesicht ausdrückte: Wie gerne hätte ich sie eingefroren, um sie in einsamen Zeiten wie edelste, schwarze Schokolade, immer nur ein kleines Stück und ganz langsam zu geniessen. Über die Kochinsel, mitten über die Keramik-Herdplatten sollte sie liegen, die Beine breit auseinander. Eine Serviette, die ich um ihren Kopf band, nahm ihr den Sehsinn, ihre Hände befestigte ich mit Hanfseilen an den Griffen der Schränke auf der Aussenseite. Doch etwas gefiel mir noch nicht: Ihre Füsse waren nackt, die Schuhe verbrannt. Also holte ich ein Geschenk, das schon länger auf den richtigen Moment gewartet hatte. Er gekommen: High Heels mit abschliessbaren Fesselriemen. Ich zog sie ihr über ihre Füsse, was sie mit einem fragenden Laut quittierte. Die Schlösser, die je einen Karabiner und daran ein Kettchen mit einbezogen, schnappten zu. Auf diese Weise waren Ellys Fussknöchel mit der grossen untersten Schublade der Kochinsel verbunden. 

«Nun werde ich Dir einheizen.» Ich stellte die beiden Heizelemente, die genau unter den Brüsten von Elly lagen, auf unterster Stufe ein. «Um Himmels Willen, mein Herr!», rief Elly, als sie die aufkommende Wärme bemerkte. «Ein Satansbraten, der nach dem Himmel ruft?», lachte ich, nahm einen Pfannenwender und begann Ellys Arsch zu versohlen. Sie war herrlich empfänglich geworden für diese Behandlung, bald tauschte ich das Utensil gegen einen Grillwender, der weniger Luftwiderstand bot. Doch Elly nahm alles an, sie verinnerlichte den Schmerz und polte ihn zu reiner Lust um. Ich stellte den Herd auf Stufe zwei und steckte einen schmalen Kochlöffel in Ellys Arsch und begann, langsam darin zu rühren. Wie empört sie klang, meine Lieblingsgöre. «Ach, das gefällt nicht?» fragte ich unschuldig, liess den Löffel stecken und zog an ihren Schamlippen, immer stärker. Ellys Lustklagen wurden immer lauter. Ihre Bemühungen, ihren Oberköper aufzurichten, um die Brüste von der ansteigenden Unterhitze zu befreien scheiterten, denn das hätte noch mehr Zug und damit Qual in ihrem Schritt bedeutet. 

Ich schaltete den Herd zwar ab, drückte ihren Brustkorb jedoch nochmals auf die warmen Bereiche der Keramik und nahm sie von hinten, zuerst in ihre feuchte Grotte, dann in den Hintereingang. Was für eine Erlösung.

Aus weiter Ferne hörte ich das Martinshorn, nein, eigentlich waren es mehrere… doch ich ignorierte den Lärm und fickte weiter den herrlichen Arsch meiner Sub, immer und immer wieder bohrte ich mich in sie hinein, bis mein ganzes Fleisch tief in ihr war. Schliesslich driftete mein Bewusstsein in eine eigene Sphäre weg, fern ab eines Zeit- oder Ortempfindens. Der letzte Anker der Realität um mich herum riss sich los, und Millionen von Sinneszellen erzeugten einen wohlorchestrierten Orgasmus, der Elly innerlich erneut als die Meine markierte.

Heftiges Klingeln, begleitet durch lautes Klopfen an meiner Haustüre, rissen mich zurück in das Hier und Jetzt.

Was verdammt konnte so dringend sein? Elly, selbst noch im Rausch, lag regungslos über der Kochinsel und schien nichts von der Störung mitzukriegen. 

Wankend holte ich eine Trainerhose aus dem Schlafzimmer, hüpfte auf einem Bein, um sie anzuziehen und öffnete danach die Haustüre, vor der sich eine Crew des Grauens versammelt hatte: Feuerwehrmänner in Vollmontur, begleitet von Polizisten im Hintergrund und Nachbarn auf der Treppe. Wortlos schubste mich die Feuerwehr zur Seite, beseelt von einer offenbar wichtigen Mission, blieben dann aber auf der Höhe des Küchenbereichs völlig verdattert stehen, weil sie die dort gefesselte Elly erblickten. 

«Na toll, die Schlagzeile ist mir sicher!», dachte ich für mich und schloss meine Augen, beseelt vom kindlichen Wunsch, dadurch ganz einfach nicht mehr anwesend zu sein. 

Funktionierte nicht.

Der Kommandant drehte sich um zu mir und dozierte vorwurfsvoll. «Der Rauch… er kommt aus Ihrer Wohnung!» In der Folge richtete die ganze Schar unerbetener Gäste ihre Aufmerksamkeit auf den Schwedenofen. Die brennenden Schuhe und Polaroid-Aufnahmen mussten wohl einen giftigen, schwarzen Rauch erzeugt haben, der über das Ofenrohr nach Aussen gelangt war. Die verängstigte Nachbarin, die sinnigerweise auf ihrem Balkon geraucht hatte, hatte offenbar Alarm geschlagen und das Aufgebot, das nun etwas verloren in meinem Wohnraum stand, verursacht. 

Scheisse.

Der eine Feuerwehrmann, scheinbar auf der Suche nach einem Sinn für seine Anwesenheit, nahm den mitgeschleppten Feuerlöscher, öffnete den Schwedenofen und erstickte die letzten Flammen mit Schaum. Die Polizei derweil war schon wieder auf dem Rückzug, und nach einem skeptischen Blick des Kommandanten zuerst auf den subalternen Kollegen, dann auf mich, steuerte auch er mit seiner Truppe wieder den Ausgang an, nicht ohne noch verstohlen noch ein Aug voll von Elly zu nehmen. Durch forciertes zudrücken der Haustüre konnte ich gerade noch verhindern, dass die Verursacherin des Schlamassels, meine überaus neugierige Nachbarin, ebenfalls Zeugin von Ellys Situation werden konnte.

Elly, die das Ganze nur blind mitbekommen hatte, bebte vor Lachen. Trotz der riesigen Sauerei, die der Einsatz verursacht hatte, stimmte ich in ihr Gelächter ein und löste die Fixierungen an ihr. Welch groteske Szene das gerade gewesen war! 

Gemeinsam torkelten wir ins Schlafgemach und küssten uns für eine gefühlte Ewigkeit. Alles war gut.

Fast. 

Was war nun aus der ganzen Fürstenstory wirklich real gewesen, und was nicht? Elly spürte mich genau und legte ihren Zeigfinger auf meinen Mund, als wollte sie verhindern, dass ich die Frage ausspreche. Diese Hexe, dieses Stück! Aber sie hatte recht. Es zählte nur der Moment, die Zeiten, die wir gemeinsam verbringen durften. 

«Die Zeit verfliegt, ich muss langsam ans Aufbrechen denken.» Trauer mischte sich in die zuvor noch so heitere Laune. Nun realisierte sie, dass die High Heels mit den Schlösschen nicht einfach so von ihren Füssen zu entfernen waren. «Wie stellt sich der Herr vor, dass ich zuhause das schöne, neue Schuhwerk entferne?», fragte sie.

«Gar nicht!», antwortete ich wie aus der Pistole geschossen, um Zweifel an der Ernsthaftigkeit meiner Aussage gar nicht erst aufkommen zu lassen. «Gar nicht? Aber, mein Mann…» 

«Es ist Deine Herausforderung, meine Elly. Irgendwann musst Du sie angehen. Denk an Venedig, an Paris und all die anderen Orte, an denen Du Dich heimlich mit mir herumgetrieben hast – es kann nicht ewig gut gehen. Ich denke wirklich, es ist Zeit, das Versteckspiel zu beenden. Unser Kartenhaus wäre heute fast abgebrannt»

Wir blickten uns minutenlang tief in die Augen. Das Prickelnde, das Neue, das Heimliche – es war zum Gefängnis geworden für uns. Ein schwerer Seufzer später war diese Erkenntnis auch bei ihr gereift. Sie nickte. 

Ohne weitere Worte zu verlieren, machte sie sich im Bad wieder frisch, kleidete sich an, liebevoll beäugt von mir. Am Ende packte sie ihre Sachen und stöckelte zur Haustüre, ohne zu wissen, wann sie von ihrem neuen Schuhwerk befreit würde. «Sie haben Recht, Dom G. Ich packe es an – selbst wenn alles dabei einstürzt.»

Wir verabschiedeten uns mit einem langen Kuss. Ich hoffte sehr, es würde nicht der letzte sein.


Damit endet die Geschichte von Elly und Dom G. Das erste Buch gibt es nach wie vor hier zu erwerben, als eBook und noch wenige gedruckte Exemplare.

5.3 Polaroid (Teil 3: Gold)

Das Feuer meines Schwedenofens loderte, und die Hitze, die er von sich gab, trieb meine Unrast in ihrer Intensität Stufe für Stufe weiter.

„Ich… ich wollte das nicht!“, beteuerte Elly in verzweifeltem Ton. „Aber Du hast es zugelassen! Du hast es erlaubt, dass diese abscheuliche Missgeburt sein kümmerliches Plug-In in Dich hineinstösst!» Meine Anklage verriet mehr über meine Verletzung als meinen Ärger, und wie erwartet, nutzte Ellys feines Gespür diese Schwäche schamlos aus. «Mein Herr, nie würde ich mich jemandem hingeben ausser Ihnen und von Ihnen ausgewählten Frauen; ich habe Ihnen meine unbedingte Treue all die Jahre immer bewiesen! Seien Sie nachsichtig mit den Imponderabilien des Lebens Ihrer Sub, die sich nichts mehr wünscht als Ihre Nähe!»

«Schlangenzunge!», schalt ich sie so laut, dass ich froh war, dass die Fenster geschlossen waren und nichts von alledem nach aussen dringen konnte. Getrieben von meinen wilden Fantasien griff ich in den Nähkasten, in dem sich eine Dose Stecknadeln befand, öffnete diese und schüttete alles neben dem Kopf von Elly auf dem Boden aus. «Gotcha!»

Elly riss die Augen schockweit auf.

Beinahe hätte sie mich wieder gehabt, eingelullt durch ihre taktische Lieblichkeit, dieses Miststück! Sie wollte der Bestrafung entgehen – oder nicht? Vielleicht wollte sie sie auch auslösen? Ein dauernd seine Morphologie veränderndes Rätsel, meine Elly, das war sie geblieben, obwohl ich wohl jeden zugänglichen Millimeter an ihr förmlich in- und auswendig kannte. Um ihrem süssen Säuseln nicht den Hauch einer Chance auf Milde einzuräumen, konzentrierte mich wieder auf die weiteren Bilder, die vor mir ausgebreitet lagen, nahm das fünfte, stiess meinen ganzen Lungeninhalt durch die Nase und legte es wieder hin, um meinen Blick auf das Feuer zu richten.

«Noch nicht, noch nicht!», beruhigte ich mich selbst. Mit trockener Kehle versuchte ich zu verdauen, was ich erblickt hatte, und der Tanz der Flammen war dabei mein Ruhepol, den ich brauchte. Das fünfte Bild zeigte Elly splitterfasernackt stehend, ihre Kleidung vor ihren Füssen und den Schwanz des Fürsten, der gerade über ihre Bekleidung, Schuhe und Ellys Beine ejakuliert hatte. Als wollte er alles als seinen Besitz markiert wissen. 

 «Es scheint ihm ja gut gekommen zu sein, beziehungsweise, Du scheinst es ihm gut besorgt zu haben, nicht wahr?», war das Kultivierteste, was ich noch von mir zu geben in der Lage war.

Elly schwieg, aber es spielte ohnehin keine Rolle. Mein Dom-Wesen wollte sie jetzt, ich zerrte sie an den Beinen weg aus dem überhitzten Wohnraum, hinein in mein Schlafzimmer und riss Rock, Oberteil und BH von ihrem Körper, so dass sie nur noch in meiner bevorzugten Halbkleidung aus halterlosen Strümpfen und Pumps vor mir lag, ihre Extremitäten noch immer gefesselt. Ich hob ihren Oberkörper auf das Bett, drehte sie um, so dass sie mit dem Rücken auf ihren Händen lag, den Blick gegen die Wand. Genüsslich zog ich meinen Gürtel aus der Hose, zuerst langsam, dann schnell, um die Akustik auszukosten, die Vorfreude in mir. Als der Schall sich verflüchtigt hatte, begann ich, ihre Brüste in einem Steigerungslauf mit meinem Leder zu schlagen.

Röte reihte sich an Röte, mein Sadismus strömte wie durch ein voll aufgedrehtes Ventil aus mir heraus, ohne zu fragen, was, wieviel, warum. Würde Ellys Ehemann diese Zeugnisse meiner speziellen Zuneigung mitbekommen? Ich pfiff drauf und spürte bald nichts anderes als dieses unglaubliche Gefühl der inneren Befriedigung, mit jeder Zeichnung auf ihrem Körper mehr. Elly ertrug das Spanking nicht nur, sie tauchte förmlich ein in diesen fiesen Schmerz auf ihren Brüsten. Die Klagelaute, die sie von sich gab, sie waren in Harmonien der Lust getunkt, und schliesslich, als die meine ersten Gelüste befriedigt waren, keuchte sie gar: «Bitte, bitte, mein Herr, läutern Sie mich von den Sünden, die ich begehen musste.» 

Sofort liess ich den Gürtel zu Boden fallen. «… Begehen musstest???» Elly nickte verunsichert.

«Verdammte Schlampe!», spottete ich, nahm und zeigte ihr das sechste Bild, das zweifellos die Rosette dieser hochwohlgeborenen Sub zeigte, die gerade von Jean-Pierre ausgiebig geleckt wurde. Ellys Kopf war derweil in der Vulva der Sklavin vergraben, die offenbar von der Gurke und den Stecknadeln befreit worden war. «Das, Du durchtriebenes Weib, sieht nicht gerade nach einem Zwang aus, oder verpasse ich da was?»

«Den Zwang erkennen Sie auf dem siebten Bild, mein Herr.» presste Elly zwischen den Lippen hervor; der Schmerz meiner Handlungen schien nun erst seine ganze Wirkung zu entfalten. Diese siebte Aufnahme aber, die offensichtlich Elly geschossen hatte, zeigte eine komplett andere Szenerie als zuvor: Der Fürst bliess den Schwanz von Jean-Pierre und der Arm, der eindeutig als der rechte von Elly identifizierbar war, schlug gleichzeitig mit einem Rohrstock auf den nackten Po des Fürsten. 

Was für eine komplett irre Sache. Als hätte man mir die grösstmögliche Auswahl an unterschiedlichen Szenen präsentieren wollen, die mich echauffieren könnten, um den Effekt der Eifersucht und Rage in jedem Fall zu garantieren.

«Das war sicher für Dich ganz spannend, mal gegenüber einem Mann dominant zu sein, nicht wahr!?», triezte ich sie. Ein wie aus der Pistole geschossenes «Nein, ich wurde gezwungen!» füllte mein Schlafgemach. Elly wand sich wie eine Gefangene, die zum Tode verurteilt worden war, und unternahm einen weiteren Versuch, sich zu befreien – im Wissen, dass es nicht möglich war. Aber, und das war die gesuchte Provokation ihrerseits, sie streifte dabei ihre Pumps ab. Da ich sie vornehmlich mit Schuhwerk an ihren Füssen penetrierte, war das als Ausdruck ihres Aufbäumens zu verstehen, als wollte sie sagen: «Fick mich doch, Du Arsch, aber diesmal ohne Deinen geliebten Fetisch, so wie ein eifersüchtiger Vanilla-Mann». Doch ich stieg nicht darauf ein. Keinen Millimeter durfte ich jetzt abrücken von dem, was ich vorhatte.

«Ach!», antwortete ich lapidar. «Und wie war das mit der freiwilligen Natursekt-Spende? War das in etwa keine dominante Geste, sondern ein Liebesbeweis diesem Herrn gegenüber?»

«Sie sind ausserordentlich gemein zu mir!», seufzte sie resigniert. «Natürlich ist es ein Privileg, aber… wie hätte ich diese Schiessbudenfigur, die ihr Leben in diesen kalten Gemäuern zubringt, wirklich lieben können?»

«Ein Privileg. Nun gut.» Ich nahm den einen ihrer Pumps, öffnete meinen Hosenstall und liess ihn volllaufen mit dem goldenen Saft, diesem angeblichen Privileg, und stellte ihn neben ihr auf den Boden. «Dann mal Prost!»

Ein innerer Vorbeimarsch war dieser Moment, doch er dauerte nicht lange, wie solche Momente mit Elly nie lange dauerten. Ich hätte darauf wetten können, dass diese Brat wieder eine Frechheit vorausgedacht hatte. Und natürlich hatte sie es.

«Würden Sie mich bitte befreien, mein Herr, damit ich Ihrer Anweisung nachkommen kann? Und ich weiss, es mag völlig unangemessen sein, einen weiteren Wunsch zu äussern, aber auch er dient nur ihrer Lust: Ihren grossen, metallenen Dildo, wenn Sie mir den auch reichen könnten?»

Ich war verblüfft. Die Aufmüpfigkeit weg, auf einmal, ohne, dass ich den Grund dafür erkennen konnte. Ein Strategiewechsel. Forderungen, entwaffnend dank der Aussicht auf etwas Prickelndes, Unerwartetes. Im Moment des Lösens der Fesselungen dachte ich noch: «Wehe Dir, wenn nicht etwas kommt, was meiner Gier nach Dir nicht entspricht.» Als hätte sie meinen Gedanken gelesen, lächelte sie siegesgewiss, setzte sich auf den Boden, lehnte ihren Rücken an das Bett, spreizte ihre Beine und führte den Dildo in die feuchte Pussy ein. Nein, gar klatschnass war sie! Dann griff sie nach dem gefüllten Schuh. Das kühle Metall bewegte sich in einem langsamen Rhythmus in ihr, als sie ihren Augenaufschlag für eine letzte Bitte einsetzte: «Ich erbete höflichst die Erlaubnis, dabei zu kommen.»

Vereinnahmt durch ihre forsche Art und das pornöse Schauspiel, das sie inszenierte, nickte ich. Nein, meine Libido nickte! Sie setzte das Leder an, trank, und masturbierte gleichzeitig. Es verging keine ganze Minute, bis sie den geleerten Schuh in die Ecke und ihren Kopf nach hinten aufs Bett warf und schliesslich, nach den letzten heftigen Bewegungen, das edle Toy aus ihrer Grotte entfernte, um dem Squirting den notwendigen Raum zu geben und heftig zu kommen.

Was für eine Show, deren Prickeln mich bis in den kleinsten Zehen erfasste. Breitwillig wie nie war sie, nicht mal in Paris war sie es in dieser Form gewesen, und wieder hatte sie ihren Körper, ihr Handeln, alles an ihr eingesetzt, um mich in den Griff zu kriegen. Wie sehr ich diese Erkenntnis verfluchte, diese Macht, die sie hatte. Und wie sehr ich sie gleichzeitig wollte, in diesem Moment, mehr als alles Gold der Welt.

Noch war da aber ein letztes Bild, dass der Betrachtung und Würdigung harrte, die Nummer 8. Sollte ich es zuerst ansehen, oder meiner aufgestauten, kaum noch zu bändigenden Sehnsucht nach fleischlicher Besitznahme ihrer Öffnungen nachkommen? Meine Zerrissenheit, mein ewiger Begleiter: Hier war sie wieder.

Mehr von Elly? Das erste Buch gibt es noch – sowohl als eBook und noch wirklich ganz wenige Exemplare gedruckt

5.2 Polaroid (Teil 2: Nähkästchen)

«Das ist schlicht unglaublich!», waren die ersten Worte, die ich fand. Und so war es tatsächlich. Der Fürst, dieser alte Mann, war nicht – oder wenigstens nur zeitweise – an den Rollstuhl gefesselt. Um mich langsam der Realitäten zu stellen, begann ich Aufnahmen einzeln und in ihrer Dramatik aufsteigend nun genauer zu betrachten. 

Das erste Polaroid zeigte klar, wie Elly sich ihre Muschi von ihm lecken liess, er auf den Knien vor ihr, sie auf dem Pult, das Kleid hochgezogen und die Beine weit gespreizt, der eine ihrer High Heels war fast vom Fuss gerutscht. «Er drängte mich, so unbedingt, und… naja…», versuchte sie schamerfüllt die Auswirkung auf mich abzumildern. 

«So viel, Elly, zum Thema Fremdbenutzung.» knurrte ich verärgert, versuchte zu verdrängen, dass sie Lust empfunden haben könnte, und widmete mich der zweiten Aufnahme aus der Sofortbild-Kamera. Aufgrund der schummrigen Qualität zunächst kaum zu erkennen, zeigte es einen goldgelben Strahl, der auf sein Gesicht und seinen offenen Mund traf, aus einem anderen Winkel aufgenommen, Elly aber in der gleichen Position wie zuvor. Im Unterkiefer des Fürsten hatte sich auf der Aufnahme bereits ein See angesammelt, ob er wohl alles geschluckt hatte? Irgendwie fand ich dieses Bild nicht uninteressant, die Idee hatte mit ihrem demütigenden Touch diesem Perversen gegenüber etwas Erregendes, auch wenn mir bewusst war, dass er genau das ja verlangt haben musste. Meine eigenen Perversionen blendete ich dabei völlig aus, denn schliesslich ging es hier ja nicht um mich; ich war hier der Anständige.

Elly bemerkte, dass sich mein bisheriger Groll in eine leichte Genugtuung verwandelte, je länger ich das Foto in der Hand hielt. Ein scheues, erleichtertes Lächeln kehrte auf ihr Gesicht zurück, ja, sogar das Sternenfunkeln in ihren Augen war wieder da, und mein sehnsuchtsvolles Herz hätte ihr deswegen beinahe alles verziehen. Doch urplötzlich verfinsterte sich meine Mine wieder, denn eine sich aufdrängende Frage, der ich mich noch gar nicht gewidmet hatte, tat sich vor mir auf wie ein riesiger Schlund und drohte meine Lust auf Elly so rasch zu verschlingen, wie sie eben aufgekommen war: «Wer zum Teufel hat die Aufnahmen gemacht?»

Kleinlaut antwortete Elly, meinem Blick ausweichend: «Jean-Pierre, der Mann, mit dem ich zu Abend gegessen habe.»

Diesen geschleckten Schnösel hatte ich in der ganzen Historie nicht mal im Ansatz als Konkurrenz zu mir betrachtet; er war im Rückblick eigentlich nur Komparse in einem abgekarteten Spiel gewesen, um meine Eifersucht in ein Feuerwerk zu verwandeln und damit eine für den Fürsten wohl über eine der unzähligen Überwachungskameras beobachtbare, harte BDSM-Szene zu inszenieren. Doch ein stechender Schmerz in meinem Herz erinnerte mich wieder an meine Eifersuchtsszene dort im Saal, ausgelöst durch ihren verliebten Blick diesem Parvenü gegenüber. Verliebt, als wäre sie mit ihm intim gewesen, einem Nouveau-Riche ohne Leistungsausweis. Frauen schauen Männer immer auf eine eigene, andere Weise an, wenn sie mal mit ihnen Sex hatten. Genau so sah ihr Minenspiel aus. Ich begann, Elly wieder zu hassen. Weil ich sie liebte.

Ellys Spürsinn für die akute Schleudertrommel der Empfindungen ihres Herrn öffnete sie. Vielleicht war es auch ihre Lust auf mich, wahrscheinlich sogar, denn auf einmal begann die Erzählung über die genauen Abläufe mit dem Fürsten wie von selbst an zu fliessen. Und endlich wurde sie genauer und vor allem: Ehrlich.

Der Fürst habe ihr eröffnet, dass er Anrecht habe, mit ihr, wie mit jeder anderen Frau dieses Zirkels auch, als Eintrittsgeld seine Gelüste befriedigt zu bekommen. Das Ziel des heutigen Abends sei, ihren Herrn – also mich – auf seine Würde und Tauglichkeit zu prüfen. Zu diesem Zweck würden nun von seinem Bediensteten, Jean-Pierre, Polaroid-Bilder angefertigt, mit dem Ziel, diese der Frau zu übergeben, die den Auftrag erhalten habe, mich zu verführen. Er habe dabei mit der Hand auf den Ballsaal hinter dem blinden Spiegel gedeutet, wo sich das erste Zusammenkommen von mir mit dieser Natascha gerade zutrug. Dann, im Moment der mutmasslichen, sexuellen Interaktion mit ihr, würde Natascha diese Bilder mir auftischen, quasi als Test für meine Belastbarkeit und Grösse.

Was für ein unglaublich perverser, grausamer Plan! 

Sie, so schilderte Elly, habe zunächst zum Schein zugestimmt, danach aber auf dem Weg zum Abendessen die Fotos Jean-Pierre auf listige Weise abgeluchst, damit er die Übergabe an Natascha nicht durchführen und dieser fiese Plan des Fürsten nicht aufgehen konnte. 

Doch die Aufnahmen, so erzählte sie in monotonem Ton, die hätten erstellt werden müssen, sie habe schlicht und ergreifend keinen Ausweg gesehen, und überhaupt: Es hätte wie eine Flucht ausgesehen, eine Blösse ihm und vor allem mir gegenüber, der diesen Abend doch so genau und liebevoll geplant hatte. Elly zwinkerte dabei, eine kleine Retourkutsche für die eiskaltem Wasser entsprechenden Situationen, in die ich sie zuvor geworfen hatte. Und so, resümierte sie, liess sie sich lecken und auf seinen harschen und wiederkehrenden Befehl, ihn ihren Natursekt kosten. 

Sie hatte sich emotional etwas befreit, wieder Oberwasser erlangt, in diesem Moment damals und auch jetzt, in meiner Gegenwart.

Nun aber war das Bild 3 dran, und Ellys Körpergrösse schien wie zu schrumpfen, als sie meinen Augenbewegungen folgte. Es zeigte die Nahaufnahme einer übelst misshandelten Pussy. Es war nicht Ellys Pussy, nein: Elly war die Person, die diese Misshandlung ausführte!

Sie schluckte laut, beunruhigt. «Im Raum neben dem schmalen Büro, das hinter dem blinden Spiegel den Blick auf den Tanzsaal freigab und mit dem Pult mit den Monitoren, die die Übertragungen von den ganzen Überwachungskameras zeigte…» Ich unterbrach und ergänzte «…und auf dem Du Deine Pussy wie eine läufige Bitch dem Fürsten zu Verfügung gestellt hast…». Elly atmete schwer, nickte reuig, und fuhr fort: «…neben diesem Raum war ein weiterer, viel grösserer, und dort lag, auf einem Tisch, eine seiner Sklavinnen aus dem Automaten auf dem Bauch. Ich wurde angewiesen, ähm, das halt zu tun.» 

Die Pussy der Sklavin war durch eine eingeführte Salatgurke geweitet. Die Aufnahme zeigte, wie Ellys Hände wohl etwa 20 Stecknadeln durch die Schamlippen in die Gurke hineingestochen und dieses Gemüse so an der Sklavin befestigt hatte. 

Die Betrachtung dieser Szene erzeugte einen Hitzeschub in mir, der in allen Extremitäten wogte. Nie zuvor hatte ich an diese Möglichkeit gedacht, zu extrem schien mir so etwas überhaupt auszuführen, bei allem Sadismus, aber als ich es vor mir sah… Ich überlegte mir, wie es sich für die Sklavin anfühlen musste, wenn dann die Gurke am Ende leicht hin- und herbewegt würde; Schmerz und unerwartete Lust, die sich gegenseitig hochschaukeln. Wie wohl die Schamlippen aussähen, gezerrt, aufgespannt. Ich blickte in die etwas ratlosen, mich analysierenden Augen von Elly. Meine Lust wuchs, und das Lächeln in meinen Mundwinkeln verriet mich letztlich.

«Nein, Dom G., ich weiss, was Sie denken, und ich sage nein!!!» 

Ich verliess den Wohnraum und kehrte wenig später mit einem Fessel-Set zurück, das ich absichtlich schludrig auf den Tisch warf, so dass es prompt mein Sektglas zum Umkippen brachte. Verdutzt versuchte Elly die Gefahr einzuschätzen, die für sie trotz ihrem Veto bestand. Nach einem kurzen Aufenthalt in der Küche und kam ich mit einer Salatgurke zurück, die ich ihr zuwarf. Sie fing sie, aber begann, unruhig auf dem Sofa hin- und her zu rutschen. Aber erst als ich mit dem hölzernen Nähkasten wieder vor ihr erschien, packte sie die Panik. 

«Nein, hatte ich Ihnen gesagt!» Elly siezte mich… sie siezte mich nur in unserem speziellen Modus, der sich Dominanz und Submission nannte. Sie sprang auf, wollte Richtung Haustüre türmen; der riesige, ehrliche Schreck stand in ihrem Gesicht. Chancenlos: Ich versperrte ihr den Weg, packte sie und drückte sie zu Boden, wo sie bäuchlings zu liegen kam. «Sie Mistkerl, lassen Sie mich!», schrie sie in ihrer Agonie, doch ich war zu stark. Mit dem Knie hielt ich dieses zierliche Wesen am Boden und hatte im Nu ihre Hände und ihre Beine auf ihrem Rücken gefesselt. 

«Aus die Maus! Und wenn wir schon bei Tieren sind: Du verhältst Dich wie ein Frosch in kochendem Wasser, meine Teure. Wenn man das Wasser nur langsam erhitzt, merkt er nicht, wie die Gefahr steigt und bleibt. Nun ist es leider zu spät, das Wasser – oder besser gesagt mein Blut kocht!»

Elly begann zu flehen. «Mein Herr, in aller Liebe, Sie dürfen das nicht tun! Ich wurde gezwungen, die Sklavin so zu quälen, ich bin doch keine Sadistin! Was hätte ich denn tun sollen?»

Ich liess meine Gefangene liegen, wischte den ausgeleerten Sekt mit der Hand vom Tisch, so dass die meisten Tropfen auf ihr landeten, und füllte mein Glas wieder. Aus dem Nähkasten entnahm ich dann eine Zigarre und steckte sie an. Als die ersten Rauchschwaden an Ellys Nase gekommen war, schien sie sich zu beruhigen. Sie dachte bestimmt, dass der vermeintliche Nähkasten wirklich nur mein Humidor war.

«Elly, das vierte Bild haben wir noch nicht betrachtet. Vielleicht hilft das, was darauf zu sehen ist, mein gepeinigtes Gemüt zu beruhigen und damit das Schlimmste von Dir abzuwenden, was meinst Du?» 

Als wäre sie von einem Stromschlag getroffen, verursachte mein Vorschlag eine heftige Reaktion: Sie wollte sich befreien, begann sich zu drehen. Sie wusste wohl schon sehr genau, dass mir das, was auf der vierten Polaroidaufnahme bei genauem Hinsehen zu entdecken war, überhaupt nicht gefallen würde. In der Tat: Das Bild musste vom Fürsten mit Blitzlicht gemacht worden sein, denn es zeigte aus seinem Blickwinkel seinen Schwanz, Ellys Gesicht mit geöffnetem Mund dahinter und im unscharfen, dunklen Hintergrund Jean-Pierre. Er fickte sie! Elly war gefickt worden von diesem… mir fehlten die Worte.

Ich nahm das Bild, zerknüllte es so gut es ging und warf es zu Boden. «Schade, Elly, wirklich schade.»

Mehr von Elly? Das erste Buch gibt es noch – sowohl als eBook und noch wirklich ganz wenige Exemplare gedruckt

5.1 Polaroid (Teil 1: Geheimnisse)

Als ich die Türe öffnete, stand sie vor mir, mit einem Lächeln unter der Nase und den offenen, erwartungsvollen Augen, wie sie nur Elly besass. Ein immer wieder atemberaubender Anblick, die Magie der ersten Sekunde eines Wiedersehens. Etwas ängstlich schaute sie sich um, ob sie nicht vielleicht beobachtet worden war. Als ob man riechen oder sehen könnte, womit wir die meiste Zeit unserer Treffen zubrachten! Wie süss, diese kleine Verunsicherung in ihrem Wesen, gekleidet in einem tiefrot gemusterten Faltenrock, der ihre wohlgeformten Beine betonte und zum Lippenstift passte. Dazwischen ein schwarzes, schlichtes Top.

Es war in der Tat das erste Mal, dass ich sie zu mir eingeladen hatte, nach der langen Zeit, die wir schon miteinander unsere Achterbahnfahrt fuhren. Hatte ich Angst vor zu viel Nähe? Ja und nein. Nie zuvor hatte ich ein Lebewesen so begehrt wie sie, und mit niemandem hatte ich eine solche Intensität von Momenten durchgemacht. Sei es in Venedig mit dem Club, dessen Tischplatten auf Käfigen mit Sklavinnen und Sklaven ruhte, im Cirque Des Perversions mit dem unvergleichlichen Zeremonienmeister Gareth und seiner Frauen-Treibjagd mitsamt Jagdhorn und Häscher oder in Paris, auf dem Schloss Riveau mit dem kauzigen Fürsten und seinen perversen, in einer Aura von Luxus gehüllten Abartigkeiten: Niemand hätte das alles für möglich gehalten, und legten wir Zeugnis darüber ab, man würde uns nicht glauben.

Nein, eigentlich erschien mir eher meine bescheidene Bleibe als zu wenig ausserordentlich für uns, und wir waren nicht sicher vor der Neugier der Mitbewohner des Gebäudes. [i]«Wohlhabender Unternehmensberater missbraucht verheiratete Frau und Mutter von minderjährigen Kindern sexuell in seiner 4,5-Zimmer-Wohnung, Polizei bricht Türe auf und findet Opfer gefesselt! Nachbarin (68): Der Mann grüsste immer sehr freundlich».[/i] So etwas sah ich im Online-Newsportal, Schriftgrösse 48, bereits stehen, noch bevor Elly eintrat.

«Komm rein! Die Schuhe kannst Du übrigens…» Ellys spontanes Lachen unterbrach mich. «Ich weiss… mein süsser, alter Dom. Wie viele Jahre kennen wir uns denn schon?» Sie stolzierte direkt in den grosszügigen Wohnraum, liess sich genau in der Mitte des grossen Sofas nieder und schlug ihre Beine, die in wundervollen, schwarzen Lackpumps mündeten, übereinander. Neugierig blickte sie sich um. «Kuschelig hast Du es hier!»

Ich liess mir meinen Ärger über ihre schnippische Bemerkung nicht anmerken. «Kann ich Dir ein Glas Sekt anbieten?» Ellys breites Grinsen und die dadurch nochmals grösser wirkenden Augen verrieten ihre gute Laune und Lust, mich weiter aufzuziehen; sie überhörte meine Frage. Diese Frau war offenbar unausgelastet und hatte einen aufgestauten Bedarf, ihren Unartigkeiten ein Ventil zu geben.

«Findest Du es nicht etwas unfair, Deine Frechheiten an mir auszuleben, nur, weil Dein Göttergatte – oh, pardon, er begattet Dich ja nicht mehr – kein geeignetes Spielzeug dafür ist?», begegnete ich mit einer Spitze, von der ich wusste, dass sie schmerzen würde.

«Verdammt, Dom G. – warum musst Du immer alles gleich zerstören?», maulte sie. «Wer zerstört denn? Du Dich? Ich mich? Oder, oder wir uns?» Dann begann ich leise zu singen: „Elly, quit living in dreams…“ 

Ein lauter Seufzer machte klar, dass sie mit einer anderen Art von Reaktion meinerseits gehofft hatte. Doch ihre Enttäuschung war nicht von Dauer, stattdessen sie drehte weiter an der Eskalation. «Was ist denn los mit Dir?», fragte sie. «Hast Du Sorgen? Brauchst Du Beratung? Mutierst Du zum Switcher und willst Dich von mir spanken lassen? Mein Dömchen mit dem grossen G, dafür steht ihre Geliebte leider nicht zu Verfügung, ich muss Sie enttäuschen!»

Ihr freches Lachen, die Augen, das spielerische Dangling mit einem ihrer Pumps, einfach ihre Art, die dunklen Wolken aus dem Weg zu räumen… und ihre Fähigkeit, sich dann von der einen Sekunde zur anderen in ein unschuldiges Mädchen zu verwandeln, das um Liebe und Anerkennung bettelt: Wie oft hatten wir das Spiel schon durch! Trotzdem war es immer wieder neu, immer wieder anders, wie ein unendlicher Vergnügungspark, bei dem es hinter jeder Attraktion die nächste zu entdecken galt. 

Heute jedoch lag mir etwas auf, ein Kapitel, welches ich eigentlich schon abgeschlossen hatte. Das Kapitel jedoch hatte noch nicht mit mir abgeschlossen.

«Der Fürst…», begann ich, und Elly verdrehte die Augen, weil sie ahnte, was kommen würde. «Was war da wirklich?», fragte ich sie mit eindringlichem Blick. Wir hatten die Begegnung nie thematisiert, unsere aufregende Zeit auf dem Schloss und das abgekartete Spiel, das mir zuteilwurde, um mich zur Höchstform auflaufen zu lassen. Doch um Einlass in den begehrten, sehr exklusiven Zirkel in einem ländlichen Aussenbezirk von Paris zu erhalten, war mir das Versprechen abgerungen worden, Elly dem alten, an den Rollstuhl gefesselten Fürsten und Gastgeber zu überlassen, für eine oder zwei Stunden. Was konnte ein solcher Mann schon mit ihr anfangen? Gleichzeitig hatte man eine feurige, äusserst offensive Frau zum Abendessen auf mich angesetzt, um wohl zu prüfen, wie treu ich Elly sein würde. Elly selbst erschien dann etwas später, zu meinem Entsetzen mit einem weiteren Herrn zum Dinner im Saal, an einem anderen Tisch. Darüber hinaus war sie komplett anderes gekleidet als da, wo ich sie dem Fürsten überlassen hatte. Sie würdigte mich keines Blickes, sondern hatte nur Augen für diesen anderen Mann. Dieser Stachel in mir, die Wissenslücke in der Ereigniskette, kurz, diesen Schmerz: Ich wurde ihn einfach nicht los.

«Das ist es also, was Dich bedrückt.» Elly drehte den Kopf zur Seite und blickte auf den Boden. In einem Versuch, altklug alles vom Tisch zu wischen, dozierte sie: «Dom G., was in Paris geschieht, bleibt in Paris.» 

Ich hätte sie für diese Bemerkung an Ort und Stelle auf die Rückseite des Mondes schiessen können, und gleichzeitig wollte ich nichts Anderes, als sie ganz nah bei mir wissen. Was war es nur, das dieses Teufelsweib so begehrenswert machte und mich dauernd in ein Dilemma stürzte? Gedanken an diese ewigen Minuten, in denen Elly von mir getrennt war, sie füllten sich von allein mit Fantasien, sich ohne Regie laufend ausschmückend mit dem, was wohl alles passiert sein mochte. In meinem Wahn sah ich, wie sie ihm gedient hatte, weil sie es musste, da er es von ihr verlangte. Oder… hatte sie gar den Reiz von Stolz verspürt, einem körperlich eingeschränkten Menschen Lust zu verschaffen? Elly war sehr stolz, immer gewesen, was sie anfällig machte für Aktionen, die ich ihr nie gewähren, nie erlauben würde. 

All diese Befürchtungen, diese schrecklichen Szenarien hatten schon lange in mir gedreht, und jetzt, mit ihrem verhunzten Las Vegas-Zitat, begann sich mein Blut dem Siedepunkt zu nähern und brachte das Maliziöse in mir hervor. Und siehe da! Auf einmal war der Schmerz weg, dafür die unstillbare Lust auf sie. Als könnte ich durch meine sexuell-sadistischen Handlungen, das Zufügen von Schmerzen und eine Art Wegficken der Vergangenheit die Spuren verwischen, die andere Begegnungen in ihr hinterlassen hatten. 

Was für ein absurder Gedanke! Aber keine Vernunft half gegen diese Vision, die mein unstillbares Verlangen nach ihrem göttlich-teuflischen Wesen immer mehr nährte. Wie Lichtblitze aus dem Stroboskop reihten sich Bilder ihrer Misshandlung aneinander. Sekundenbruchteile zeigten eine völlig fertige Elly, über und über mit Striemen überzogen, wie sie einem Spanferkel gleich an einer Stange gefesselt über einer Glut dreht. Ihr Mund mit dem sündigen Apfel von Eva gestopft, meine zuvor hinterlassenen Körpersekrete dienen als Marinade für diesen Satansbraten, und ihre entsetzten Augen sehen mich, laut lachend und mit dem erigierten Glied des Sadisten, um Gnade flehend an.

Ich schüttelte den Kopf, als könnte ich mir selbst entkommen. Meine Vernunft, die Elly die Wahrheit entlocken wollte, rang mit dem bodenlosen Abgrund, der in mir wohnte und der sie am liebsten sofort überwältigt und gequält hätte. 

«Wir werden nie nach Riveau zurückkehren, Elly. Ob Du mir, Deinem Herrn gegenüber, darüber berichtest oder nicht, kann dort keine Wirkung entfalten, nur hier. Sei Dir dessen bewusst!» 

Elly wich weiter meinem Blick aus. Ihr Schweigen erzeugte eine beinahe unerträgliche Spannung, aber ich musste die Stille aushalten, sie sollte auf dem Grill sein, nicht ich, auch wenn ich innerlich fast verbrannte dabei.

Dann nahm sie ihre Beine voneinander, spreizte sie, kippte ihre Füsse leicht nach Aussen, um der Pracht ihrer Vulva die grösstmögliche Bühne zu bereiten. Dass der ganze Venushügel glitzerte, erzeugte bei ihr keine Scham mehr. Jetzt blickte sie wieder zu mir, auffordernd, mit dem Verlangen, dieser inneren Triebfeder, die bis zum Anschlag gespannt gewesen sein musste. Aber sie sprach kein Wort.

«Du verdammte Schlampe!», brach es aus mir heraus. «Deine Provokationen, Deine Ablenkungsversuche, immer und immer wieder!»

Sie lächelte, aber ich konnte es unmöglich zulassen, ihr diesen Triumph zu gewähren. Mit einem «Leck mich am Arsch»-Gesicht nahm ich auf dem Lederfauteuil ihr gegenüber Platz, fixierte sie und wartete weiter auf eine Erläuterung zu den Ereignissen in Paris.

«Dom G., wenn das heute nichts wird mit uns…», maulte sie, schlug ihre Beine wieder übereinander und atmete demonstrativ laut aus. Ihr Stolz verhielt sich wie ein fein ziseliertes Uhrwerk, eine bestimmte Logik. Und genau diese Mechanik beabsichtigte ich ausschalten. Elly sollte nur noch das Sub-Wesen sein, mein Sub-Wesen, ein Bündel aus Empfindungen, überwältigt vom Guten und Bösen, alles gleichzeitig. 

Dann endlich sprach sie. «Er wollte an meine Brüste. Ich kniete vor ihm und liess ihn sie berühren. Fertig.»

Keinesfalls konnte das die ganze Wahrheit sein, nein. Sie hatte diese Offensichtlichkeit durch die dürftige Schilderung gleich selbst auf dem Teller präsentiert. «Und dafür musstest Du Dich entblössen, nicht wahr? Wie sonst hättest Du gänzlich neu gekleidet beim Abendessen erscheinen können?»

Elly deutete mit ihren dunklen, grossen Pupillen auf die bereitgestellten Sektgläser. «Wolltest Du mir nicht etwas anbieten?» Etwas gequält wirkte ihr Augenausdruck auf einmal; sie verlangte nach etwas, was sie wohl leichter reden lassen würde. Da war er also, der letzte Beweis, dass mit der Erklärung vorhin nur an der Oberfläche gekratzt hatte. 

Bald tanzten die Perlen aus Kohlesäure in unseren Gläsern, wir stiessen an, «Auf uns!», wie üblich, aber nicht so euphorisch, unter dem Eindruck der Schwere des Moments, dessen Ausgang wir beide nicht kannten.

«Er wollte mich lecken.» 

Ich riss meine Augen auf. «Und?»

«Was zum Teufel hätte ich tun sollen, allein diesem Monster ausgeliefert, DU hattest mich ausgeliefert, Dom G.!», klagte sie vorwurfsvoll. «Fremdbenutzung, die Du immer ausgeschlossen hattest, Du Arsch, nun wird die Rechnung dafür präsentiert! Alles war immer nur so lange geil, als ich es mit anderen Frauen trieb, aber Männer waren tabu, Du eifersüchtiger Choleriker! Und jetzt das, ein verkappter, behinderter Lustmolch, dem Du mich überlassen hast, ohne Fluchtmöglichkeit und wohl in der Illusion, er könnte Dir nicht gefährlich werden.»

Ihre Empörung war zu aufgesetzt, als ich ihr sie hätte abnehmen können. Eher deutete ich sie als einen künstlichen Schutzwall für Dinge, die noch immer vor mir verborgen gehalten werden sollten. 

Doch nicht mit mir!

Mit einer weit ausholenden Armbewegung riss ich ihr das Sektglas, aus dem sie gerade den ersten Schluck genommen hatte, aus der Hand und schmetterte es gegen die Wand, wo es krachend in tausend Teile zersplitterte. Elly erbleichte. Mir war es ernst. Todernst.

«Fertig mit der Schauspielerei, Elly. Raus mit der ganzen Wahrheit!»

Wie in Trance, aber mit zitternden Händen, öffnete sie zu meiner Überraschung ihre Handtasche und kramte eine Serie von 8 Polaroid-Fotos hervor und legte sie wie bei einem Rommé-Spiel auf den Tisch. Ob es die Tatsache war, dass es diese Aufnahmen gab, dass sie sie offenbar immer dabeihatte oder ob es das war, was darauf zu sehen war: Ich weiss nicht, was davon mich am meisten verstörte; jedoch waren wenige Sekunden des Anblicks genug, um meinen Blutdruck auf Talfahrt zu schicken und mich in meinen Fauteuil zurücksinken zu lassen.

(Fortsetzung folgt)

Mehr von Elly? Das erste Buch gibt es noch – sowohl als eBook und noch wirklich ganz wenige Exemplare gedruckt

Für immer auf uns

Ungläubig starrte ich auf das Stück Papier, das vor mir lag. Maya hatte sich endlich getrennt von ihrem Mann, dem Tyrannen, und sie wollte sich bei mir bedanken dafür, dass unsere dunkelbunte Affäre, unsere kleine Welt, die wir damals geteilt hatten, den Anstoss dazu gegeben hatte. 

Warum zum Teufel tat sie das nur? 

Nicht euphorisch, aber zufrieden sah sie aus auf dem beigefügten Bild, das sie zusammen mit einem neuen Begleiter an ihrer Seite zeigte. Der Partner, der ich nie sein wollte, geschweige denn sein konnte. Ich war nicht kaltherzig genug, sie nicht zu vermissen, ab und an, wider aller Vernunft. Sogar jetzt, mit dem Glas Wein zu meiner Rechten, bedauerte ich, dass wir es nicht geschafft hatten, den Sturm gemeinsam zu überstehen. Doch ihre Nachricht, das ostentative Foto und ihr formulierter Wunsch, endlich abzuschliessen offenbarten ihren inneren Kampf damit. 

Also setzte ich mich hin und begann wild zu schreiben, ohne Struktur, ohne Plan, nur mit den Empfindungen des Moments, im Wunsch, ihr diesen Schritt zu ermöglichen und steckte alles am Schluss in einen Umschlag, adressiert an sie.

«Hattest Du nie zuvor das Gefühl, dass genau dann, wenn Du was erreicht hast, am Ziel Deiner Träume angekommen bist, dass dieser Sieg sich irgendwie schal und flach anfühlt? Hingefiebert hast Du darauf, endlich Du selbst sein zu dürfen, feierst den Moment der Befreiung von Fesseln der Mühen, vielleicht, nein sogar sehr wahrscheinlich mit einem schönen Glas Wein, oder zwei. Die Welt: Endlich ist sie so, wie Du sie schon immer wolltest. Doch kaum ist der letzte Tropfen des vergorenen Saftes Deine Kehle hinunter, der Schwips etwas verblasst wie die Sonne hinter dem milchigen Herbst-Himmel, stehst Du da wie ein Stier, der aus Rage gerannt ist, geradeaus, immerzu vorwärts, und nun, ausser Puste, mitten auf der Wiese stehenbleibt und sich fragt: War es das schon? Warum bin ich eigentlich gerannt? Ist das Gras nun wirklich grüner auf der anderen Seite?

Das ist der Moment, in dem sich offenbart, wie sehr Du etwas vermisst, das Du nicht bekommen konntest, all die Jahre vor mir, und auch danach nicht. Bereits bist Du wieder in einem sicheren Hafen angekommen, in dem alles so wunderbar nach Vanille riecht. 

Doch das Wilde, das Grenzenlose, die Gier, das zauberhaft Böse: All das lässt Dich nicht in Ruhe, spätestens, wenn die letzte Betäubungswirkung des Alkohols den Weg alles Irdischen gegangen ist. Jahre gehen ins Land, und der grosse Herbst hinterlässt unerbetene Spuren auf Deiner Haut und Deiner Seele. Sie erinnern Dich an die Vergänglichkeiten unseres Daseins und an andere Spuren, auf die Du mal stolz warst, die von jemandem stammten, den Du vergöttert hast, und dessen Namen wir beide kennen, aber schon lange nicht mehr aussprechen.

Schon bald stehst Du wieder da, wo Du zu Beginn Deines Befreiungskampfes schon mal gestanden bist und Dich aufgemacht hast, zu entrinnen. Das Gebäude von damals ist eingestürzt, alle Wände wurden eingerissen. Auch wenn deren Trümmer weggeräumt sind: Die Freiheit, die Du erlangt hast, Du wolltest sie dann doch nicht und hast sie wieder aufgegeben – und gleichwohl sehnst Du Dich irgendwie nach ihr. Eine ganze Reihe von Entscheidungen, die Du in Deinem Leben getroffen hast, sehen in Deinem Rückblick nicht aus wie Trophäen, eher im Gegenteil. Das Wissen darum hat Dich in diese Arme getrieben, die Dir nun Halt geben. Aber sie erzeugen keine Fallhöhe, keine Achterbahn und kein Gefühlschaos, aus dem ein orgiastisches Feuerwerk resultiert, das keine anderen Protagonisten kennen kann ausser uns zwei. Die Amplitudenanzeige bleibt flach, wie ein ausgehauchtes Leben.

Was will ich Dir eigentlich schreiben? Der Alkohol zieht seine Bahnen in meinen Gefässen, trübt meine Sinne, aber er schärft mein Empfinden, meine Reaktion auf das, was ich von Dir gelesen habe. Ich wünsche Dir das Glück, nachdem Du Dich so verzehrt hast, aus tiefstem Herzen. Das, was wir teilten, Maya – es gehörte uns alleine. Aber es kommt nicht zurück, so sehr Du es Dir manchmal wünschst und gleichzeitig mit dem Zweihänder Deiner Nachricht an mich wie ein Ungeheuer vertreiben willst. Aber es gibt Trost: Menschen vermischen in ihrem Rückblick Reales und Fantasie, idealisieren das, was war zu einer Märchenwelt, auch ich. Das ist einer ihren grossen Schwächen und gleichzeitig ist das Wissen darum die einzige Chance, mit der Vergangenheit abzuschliessen. Das solltest Du, mit dem letzten Tropfen Wein. Wie ich. Für immer noch ein letztes Mal auf uns.

Wenn Du Dich ganz auf Dich verlässt, Deinem Unterbewusstsein gehorchst, wirst Du es finden, Dein Glück, wild und neu. Lass die Bequemlichkeit Dich nicht wieder einsperren: Sicherheit ist etwas für Anfänger, aber die Welt ist nur echt ohne Bedienungsanleitung und doppelten Boden.

Alles Gute!»

4.7 Cohésion

«Das ist jetzt nicht wahr, oder?», fuhr es aus meinem Mund. Elly, inzwischen ganz zurückgekehrt mit Geist und Seele, begann schallend zu lachen, was mich zusätzlich irritierte. Was verdammt wurde hier gespielt?

«Dom G., welch Überraschung!», begrüsste mich Natascha und behandelte Elly wie Luft. «Haben Sie die Rasse eines Arabers? Sie sind schnell, intelligent und vor allem ausdauernd…?» 

Immer noch um innere Orientierung ringend, fiel es mir schwer, dieser Impertinenz angemessen zu begegnen; doch das Lachen von Elly brachte mich zur Überzeugung, dass Nataschas Auftritt hier kein Zufall sein konnte. Dieser Gedanke war der Anker, den ich verzweifelt gesucht hatte und an dem ich mich festhielt.

«Mein Herr!», begann Elly mich zu siezen. «Nachdem ich bereits eine Belohnung erhalten habe, und es mein Wunsch ist, Ihnen zu dienen, wie ich es Ihnen gegenüber bereits geäussert hatte, haben Sie heute die freie Wahl, was Sie tun möchten, und mit wem. Ich bin ihre Sub, die Reaktionsfetischistin, und alles, was Ihnen Lust bereitet, tut es in gleichem Umfang auch mir.»

Also doch alles ein abgekartetes Spiel?

Natascha glitt in bewundernswerter Anmut vom Hengst und piff mit den Fingern nach jemandem, der das wunderschöne Tier für sie in seine Box bringen würde. Als ich erkannte, wer herbeigeeilt kam, natürlich nackt wie Natascha, war ich es, der zu Lachen begann. «War ja klar!» Lila. 

«Was für ein Grössenunterschied des Gehänges», dachte ich noch amüsiert, bevor sie die Zügel von Natascha übernahm und mit dem Pferd aus unserem Blickfeld verschwand. 

Natascha gesellte derweil sich zu Elly, half ihr ganz aus der Reiterkleidung, so dass sie danach ebenfalls nur in Reitstiefeln genauso nackt dastand wie Natascha. Elly und dieses blonde Biest strahlten mich an, als wäre ich der Erlöser sämtlicher Weltreligionen. «OK», dachte ich, «dann wollen wir doch mal sehen.»

«Für diese üble, freche Anmache denke ich, hat Natascha eine ganz besondere Vergeltung zu gewärtigen!»

Natascha zog ihr Kinn nach oben, ohne das ständige, stolze Lächeln von ihrem Gesicht zu verbannen. Ihre Augen zeigten diese überheblich arrogante Ader, die sie mich schon während des ganzen Abendessens hatte spüren lassen. Ich gab mich unbeeindruckt und öffnete das Sideboard zu meiner Seite, um die Ausstattung und damit die Möglichkeiten zu prüfen, die sich mir boten. Sofort begannen sich die ersten klaren Gedanken mit weiteren zu verbinden und das Gebäude eines Szenarios aufzubauen, das ich zwar nicht für den heutigen Abend erwartet hatte, aber meinen Gelüsten die grösste Befriedigung versprach. Die Frage, wie genau alles so weit gekommen war, verblasste angesichts alles überstrahlender Vorfreude immer mehr.

Nach dem Ausbreiten einer Wolldecke befahl ich der blonden Brat, sich auf den Boden zu legen. Sie folgte mit Absicht provokativ langsam. «Elly, ich will diese wertlose Nutte als bewegungslosen Seestern sehen, die Beine gespreizt an der Stange, an welcher Du gerade hingst. Hier!» Ich zeigte auf die verschiedenen Riemen und Befestigungsmöglichkeiten, von denen nun meine Sub als Dienerin Gebrauch machte. Natascha liess alles über sich ergehen, ohne den geringsten Widerstand. Im Gegenteil, sie blickte gelangweilt zu mir, wohl um mich noch weiter zu reizen. Am Ende hing ihr Gesäss einige Zentimeter frei in der Luft, die Schulterblätter am Boden und die Arme waren weit auseinandergezogen an den Halterungen in beiden Ecken der Box befestigt. Ich übernahm derweil das Zaumzeug, stülpte es über Nataschas Kopf und zog die Trense durch ihren Mund, und siehe da: Nun kam doch ein klein wenig Protest auf.

«Wissen Sie, Natascha. Hochmut kommt vor dem Fall. Und der Fall von einem hohen Ross ist besonders schmerzhaft, wenn Sie in den Fängen von Dom G. landen.» Mein Sadismus kochte feinstes Brainfood; ich war nicht mehr zu halten. Das medizinische Hautklammergerät im Sideboard hatte mich von Beginn weg in Bann gezogen, und als hätte mir eine Stimme gesagt, dass ich es jetzt zu tun habe, folgte ich einem übersinnlichen und doch sehr sinnlichen, inneren Befehl. 

Elly erschrak, aus Nataschas Mund gurgelte ein Geräusch des Unbehagens, aber die Freude des Psychopathen, der gleich zuschlägt wie Hannibal Lector, sie liess keinen Handlungsspielraum zu. 

Zuerst führte ich Natascha ein Vibro-Ei in ihre Pussy, welches mit Leichtigkeit aufgenommen wurde; dann desinfizierte ich ihren Eingang und jagte langsam, begleitet von einem breitem Grinsen, eine Klammer nach der anderen in ihr delikates Fleisch. Millimeter um Millimeter verschloss ich ihr Geschlecht immer mehr und suhlte mich innerlich in einem unvergleichlichen Hochgenuss. Jedes Klacken liess Natascha dumpf aufmucken, doch die in den verbleibenden Zwischenräumen austretende Flüssigkeit bestätigte, dass ich genau das Richtige tat.

Elly begann zunehmend, die Erotik zu fühlen, die sich hier gerade entfaltete. Nicht nur, was mit Natascha geschah, sondern welche Rolle ihr dabei zugedacht war. Mehr und mehr verfestigte sich meine Überzeugung, dass sie meine Gedanken lesen konnte. Auch so ein Teufelsweib.

Als Nataschas Lustgrotte verschlossen war, fragte ich: «Was meinst Du, Elly, ist diese freche Göre noch weiter eine Venusfalle und damit eine Gefahr?» Ellys Augen hellten sich auf, sie überlegte kurz, beäugte Natascha von oben bis unten und urteilte schliesslich: «Mein Herr, alles gut bis auf die Brustwarzen! Die könnten ebenfalls auf unbedarfte Männer anziehend wirken. Ich finde…» 

Noch bevor sie den Satz fertig ausgesprochen hatte, gab ich ihr die entsprechende Anweisung: «Halten sie sie zusammen, Schwester E.» Elly verstand sofort, überdeckte die Brustwarzen mit dem Fettgewebe unter- und oberhalb davon und ich tackerte sie ebenfalls zu. So waren am Ende alle Zentren weiblicher Lustempfindung verbarrikadiert und die Zeit gekommen für den eigentlich maliziösen Akt: Die Inbetriebnahme des Vibro-Eis.

Nataschas Schamlippen schwollen an; das Lustklagen aus ihrem beeinträchtigten Mund wurde immer lauter, weshalb ich Elly schliesslich anwies, über den Kopf dieses Biestes niederzukauern. «Leck, Du Schlampe!» befahl sie. Die Sklavin versuchte ihr Bestes, durch die Trense hindurch. Meine Erregung erklomm eine beinah schmerzhafte Intensität. Der Drang, meinen Schwanz zu versenken, jetzt, kratzte an der Unbeherrschbarkeit. Elly verstand. Irgendwie war ich durchsichtig für sie und sie nickte zustimmend, bestätigte dadurch meine freie Wahl. Sie wusste genau, was ich benötigte, und dass ich, ihr Herr, sich das nehmen musste, wonach es ihm dürstete; dieser Moment war viel grösser und wichtiger als die Eifersucht, die Elly ab und an heimsuchte.

Meiner Kleider entledigt ging ich auf die Knie und begab mich zwischen Nataschas Beine, schmierte mein bestes Stück und ihre Rosette und drang dort ein. Elly war die Hauptperson in meinem Leben und genau das wollte ich sie spüren lassen, indem ich ihr während des Akts tief in die Augen schaute, das Fleisch vor mir so zu einer reinen Erfüllungshilfe degradierte und sie über die Intensität unseres Blickkontakts die Freude spüren liess, die mir diese Schändung gerade bereitete.

Nataschas Proteste waren zu einem dumpfen Wimmern eingebrochen. Das Vibro-Ei und die anale Penetration liessen ihren Körper zwar immer wieder zucken, so dass ich mir wie bei einem Bullenreiten vorkam und mich an ihre Oberschenkel halten musste. Doch kommen wollte ich nicht. Nicht in ihr. Das hätte sie nicht verdient gehabt. Meine Bewegungen stoppten, ich schaltete das Toy aus, stand auf und half Elly auch wieder zurück in die aufrechte Position. Beide blickten wir auf die Sklavin, die nudelfertig vor uns lag, und fühlten einen sonderbaren, verbindenden Stolz auf unser Werk.

Als ich danach entspannt meinen Intimbereich an einem kleinen Wassertrog, der an der Seitenwand befestigt war, wusch, rief Elly von der Seite: «Mein Herr, ich muss mal Pipi!»

«Tja, wenn man das Wasser plätschern hört…», kommentierte ich ihr Bedürfnis, musste aber auch nicht lange überlegen, wie damit umzugehen wäre. «Zieh Natascha noch ein wenig mehr nach oben und hol Dir den Trichter vom obersten Tablar des Sideboards! Anschliessend darfst Du Dich über der biologischen Toilette erleichtern.» 

Sie folgte. Mit Freude!

Was für ein Anblick: Meine überwältigende Elly füllte den Enddarm von Natascha mit dem goldenen Segen, den sie auf sie hinabregnen liess, und freute sich diebisch darüber. Ihre dominante Ader Frauen gegenüber, sie stand in voller Blüte und machte sie zu meiner Komplizin, ohne, dass sie die Position der Sub verliess, die die Wünsch ihres Herrn von seinen Augen abliest. Als Elly fertig war, verschlossen wir Nataschas Pforte mit einem Plug und liessen das Gesäss über den Seilzug zu Boden gleiten. Vollends gedemütigt lag sie nun da: Verschlossen, versaut.

Wir küssten uns innig, wofür ich genussvoll meine Augenlider schloss. Als ich sie wieder öffnete, bemerkte ich, dass wir im Hintergrund von jemandem beobachtet wurden, ohne es mitzukriegen. Es war Lila, die da am Eingang der Pferdebox stand. Ich verdrehte meine Augen. «Natürlich, schon wieder Du!» Sie rieb sich ihr Glied, oder besser gesagt ihre Klit, offensichtlich erregt von den Perversionen, die Elly und ich mit Natascha gerade getrieben hatten. Doch ich hatte keinen Sinn für Lila. Jetzt widmete ich mich voll und ganz Elly, die ich nun auf alle Viere zu Boden drückte, neben Natascha. «Du Drecksstück! Was hast Du getan! Hast einer anderen Frau in den Arsch uriniert! Dafür wirst Du büssen!» 

Elly genoss, wie ich ihre glitschige Spalte mit meinem Pfahl teilte. Mit meinen Händen schlug ich ihren Po, was die Erinnerung an die Striemen der Gerte erneuerte; dann und wann umfasste ich ihren Oberkörper, um auch den Lustschmerz an ihren Nippeln zu erneuern, der sie heute bereits einmal hatte fliegen lassen. Natascha, noch immer gefesselt, beobachtete uns neidvoll zu, was für Elly und mich die Situation noch viel schärfer machte. Hier die Sklavin, vor mir meine Sub, und ich in der Mitte von allem. Fast hätte ich mich in Elly ergossen, brach aber ab und befahl Elly, sich auf den Rücken zu legen. Mit zusätzliche unterlegtem Stroh konnte ich sie bequem in den Arsch ficken. Und kaum war ich in ihr drin, kam mir eine Idee, wie ich meine Lust noch weiter perfektionieren konnte: «Lila, rimme mich!» 

Das war sie, die ultimative Behandlung. Zwischen zärtlichem Zungenspiel und Ohrfeigen wechselnd, füllte ich mit meinem Prügel Ellys Arsch aus. Meine behutsamen Bewegungen ermöglichten es Lila, ihre Aufgabe an meiner Rosette perfekt auszuüben. Eine wahrlich talentierte Zunge hatte sie! Und dann Ellys Arsch! Ihre Freude, ihre Lust! Es war dieses allumfassende, alles übertreffend geile Gefühl, das jeder Beschreibung spottet, die die Sprache je hergeben könnte. Ich fühlte mich dem Himmel nah, abgehoben, weit weg und doch unglaublich präsent. Oh, wie gerne hätte ich diesen Moment eingefroren, mitgenommen, damit ich später immer wieder davon kosten könnte! Ein frommer Wunsch, chancenlos, denn das Schicksal forderte das logische Ende: Die Kontrolle entglitt mir, und ich explodierte in Elly. Heftig.

Lila rieb ihre übergrosse Klit ebenfalls, brachte sie bis zum Abspritzen und verschwand danach fast geräuschlos. Oder nahm ich einfach nichts mehr wahr? «Was für eine Bitch!», war der einzig klare Gedanke, den ich fassen konnte.

Dann begann Natascha zu klagen. Sie bettelte darum, Ellys Flüssigkeit aus ihrem Enddarm lassen zu dürfen. Wir befreiten sie, und über dem sich mittig in der Box befindlichen Abfluss entleerte sie sich, von uns genau beäugt und nicht ohne doch noch dabei im Gesicht rot anzulaufen. Mit einem Knicks, ihren Blick zu Boden gerichtet, entfernte auch sie sich danach rasch.

«Alles merkwürdige Figuren.» resümierte ich, und Elly stimmte nickend zu. «Lila wird wohl für das Entklammern sorgen?» Wir zuckten mit den Achseln.

Hand in Hand zogen wir weiter. In einer wiederum sehr gut ausgestatteten Nasszelle am Ende des Stalls richteten wir uns wieder her, bereit für unsere Rückreise nach Paris. Eine halbe Stunde später wartete unser Chauffeur mit dem wunderbaren Oldtimer vor dem Eingang; wir nahmen Platz und brausten durch die schwarze Nacht.

Elly legte ihren Kopf auf meine Schulter; beide waren wir müde von dem, was wir an diesem unglaublichen Abend erlebt hatten. So viel war geplant gewesen, mit dem Fürsten abgesprochen – und doch hatte alles einen ganz anderen Verlauf genommen, schon als ich das erste Mal die Beherrschung verloren hatte und Elly auf die Bühne zerrte. Die Vereinbarung mit dem Fürsten, so war mir nun klargeworden, war am Ende nichts weiter als ein Steigbügelhalter, um mich in diesen Zustand, diese Verfassung zu bringen. Getriggert wie durch tausend Skorpion-Stiche kam ich ganz aus mir heraus und konnte auszuleben, was ich mit Elly im Privaten wohl nie gewagt hätte. Ein «Pha!» kam über meine Lippen, als ich verstand, wie ich nur eine Marionette in einem abgekarteten Spiel des Fürsten darstellte. Und wie sehr ich ihm gegenüber zu tiefem Dank verpflichtet war. 

Doch eine Frage zwickte mich noch. «Elly, der Mann, der Dir gegenüber sass beim Abendessen. Dein verliebter Blick, der sonst immer nur mir gegolten hatte. Ich habe noch immer Mühe damit.»

Elly kicherte und blickte zur mir auf. «Mein Herr, seien sie unbesorgt. Der war mir zu vanilla!» Unsere Lippen fanden wieder zueinander, dann unsere Zungen, und wir gingen erneut in einer Symphonie à Deux auf, die eine gefühlte Ewigkeit dauerte.

Der Duesenberg bog beim Place Vendôme ein. 


Damit endet die Geschichte von Elly und Dom G. in Paris. Es war eine lange Reise, auch für mich, der die Bilder immer im Kopf hatte, aber sie bis in diesen letzten Wochen noch nicht niederschreiben konnte. Ich hoffe, sie sind bei Ihnen als Lesende so entstanden, wie ich sie mir ausgedacht hatte. Elly wird zurückkehren, und es gibt ja bereits zwei vom Projekt eines zweiten Buches losgelöste Geschichten, die hier zu finden sind: Ellys Stiefel und Lock Her Down. Ob das zweite Buch je fertig wird? Die Zukunft wird es weisen.

Und: Das erste Buch gibt es noch – sowohl als eBook und noch wirklich ganz wenige Exemplare gedruckt.

4.6 Ecurie de chevaux

Natascha schien mein sichtliches Gefühlschaos zu belustigen. «Sie sehen aus, als hätten Sie gerade ein Gespenst gesehen. Oder den Fürsten?» Sie lachte. «Vielleicht können wir nach dem Hauptgang dafür sorgen, dass sie wieder etwas mehr Farbe ins Gesicht bekommen. Aber natürlich nur, wenn Sie wollen?» 
 
Elly würdigte mich keines Blickes. Hatte sie mich überhaupt gesehen? Natürlich, sie musste mich gesehen haben. Aber sie war rein auf ihr Gegenüber fixiert, als drehe sich ihr Universum nur um ihn. Na warte, dachte ich. Das kann ich auch!

«Natascha, ich habe noch keine Kenntnis darüber, welche farblichen und anderweitigen Verzierungen Sie denn schon aus dunkelbunten Begegnungen in ihrem Leben davongetragen haben. Ihre Schilderung darüber trägt bestimmt zu meiner Entscheidungsfindung bei!»

Trotzig und mit grösster mentaler Anstrengung hatte ich mich aus dem Sumpf der äusserst unangenehmen Gefühle befreit und hoffte, dass dieser Versuch, wieder Oberwasser zu kriegen, von Erfolg gekrönt sein würde. Natascha aber lehnte sich zurück. Die Hauptspeise wurde gerade serviert und das Glas mit dem edlen Syrah nachgefüllt. «Sie interessiert also die Vergangenheit der devoten Frauen, die Sie treffen? Sie enttäuschen mich. Souveränität würde elegant darüber hinwegsehen und Dominanz wäre selbstbewusst genug, die Zukunft zu formen.»

«Wissen Sie, Natascha, mein Interesse gilt stets der ganzen Person, wenn ich mich tiefer – und das ist durchaus körperlich zu verstehen – mit ihr einlasse. Frechheiten können dabei bis zu einem gewissen Mass durchaus eine scharfe Note erzeugen, doch die Gefahr, dass die Situation kippt und der Herr sein Interesse verliert, ist nicht unbedeutend.»

Verflixt nochmal, diese Frau war attraktiv, aber ich konnte unmöglich mit ihr in einen dieser geheimnisvollen Räume, es konnte, nein, es durfte gar nicht weiter gehen als hier, jetzt, dieses Abendessen. Ich wollte Elly, und meine Eifersucht stach unentwegt zahllose Voodoo-Nadeln in meinen Körper.

«Sie haben jemandem im Herzen, der sie nicht loslässt. Eine Frau in Reitermontur, sie sitzt drei Tische weiter. Erliegen Sie nicht der Illusion, mir sei dies verborgen geblieben.» Natascha nahm den letzten Bissen des ausgezeichneten Hauptganges und verspeiste ihn genüsslich. «Ich bin keine Frau, die von Eifersucht geplagt wird. Aber Sie müssen Klarheit schaffen darüber, was sie wirklich wollen. Hier meine Karte.» Sie legte eine weisse Visitenkarte mit nichts ausser einer Handy-Nummer darauf auf den Tisch, tupfte mit der Serviette ihren Mund ab, erhob sich vom Tisch und verliess grusslos und ohne mich nochmals eines Blickes zu würdigen den Saal. 

Was für eine Schmach! Sie liess mich zurück, und ich war die einzige Person weit und breit, der nun niemand gegenübersass. Das Adrenalin sprudelte erneut, gefühlt literweise. «Ruhig Blut, haste nicht», sagte ich mir, verliess den Tisch ebenfalls und steuerte zu Elly. Ohne Begrüssung nahm ich ihre Hand, zog sie vom Tisch hoch. «Wir zwei haben dringend etwas zu besprechen. Und in Deiner Aufmachung weiss ich auch schon, wo wir das tun werden.»

Fast wie im Konzertsaal, zerrte ich Elly hinter mir her – nur, dass die Aufmerksamkeit diesmal nicht auf uns lag; die anderen Paare waren alle in ihren eigenen Gesprächen vertieft. Der Pferdestall, die «Ecurie de chevaux», war die offensichtliche Destination, auch wenn nichts Genaues über diesen Ort wusste. Schicksal oder vom Fürsten als intrigantes Spiel ausgeheckt war mir egal, und so stiessen wir die Türe auf. Ein angenehm kühler Luftstoss strömte uns entgegen und das unvergleichliche Duftgemisch von Stroh und Pferden drang in unsere Nasen.

Eine riesige, hohe Halle lag vor uns; etwas erhöht blickten wir auf mindestens 40 Pferdeboxen, einige mit Pferden drin, einige, so schien es, leer. Wir nahmen die paar Stufen nach unten. 

Die meisten Abteile, die frei waren, hatten offensichtlich einen ganz eigenen Zweck: Sie dienten, wie die gekachelten Räume aus dem Halbrund vor dem Abendessen, der Ausübung sexueller Praktiken devianter Art. Stroh am Boden, Schränke an der Wand und zahllose Möglichkeiten, nicht tierische, sondern menschliche Lebewesen mit Leder oder Ketten zu befestigen. Peitschen unterschiedlicher Längen, Gerten, Sporen, Zaumzeug mit Trense. Von der hohen Decke hingen jeweils lange Ledergurte mit einer Stange zur Fesselung dran. Alles war bereit… und offenbar in regem Gebrauch: Der Hall von Peitschenknallen und leisem Wimmern klang aus unterschiedlichen Richtungen, vermischt mit dem Klang von Hufen und vereinzeltem Wiehern. 

Was für ein Paradies!

Ich steuerte in eine freie Box. Als Elly meine Absicht bemerkte, holte sie tief Luft, um endlich ihre aufgestaute Empörung loszuwerden: «Was zum Teufel fällt Dir ein? Du ziehst mich weg aus diesem Date, und denkst, Du könntest mich hier einfach so misshandeln?» Ihre Tirade interessierte mich aber nicht die Bohne, woraufhin sie sich körperlich zu wehren begann. «Du Arschloch!», rief sie dabei laut. Doch es war zu viel passiert, zu viel aufgestaut, zu viel Energie in mir, die rausmusste. Jetzt. Ihre kleinen Boxschläge in meine Brust spürte ich nicht mal, so sehr war ich beseelt von meiner klaren Vision, die sich in mir wie automatisch mit immer mehr Details ausschmückte.

Dieses verdammte Weib sollte Rechenschaft ablegen, sollte büssen, und ihrem Versprechen, mich glücklich zu machen, so nachkommen wie noch nie. Nach einem kleinen Ringen hatte ich ihre Hände an der Stange über ihr festgezurrt und zog die Arme am langen Seilzug über die Rolle an der Decke hoch. Mit ihren Beinen unternahm sie letzte, verzweifelte Versuche, nach mir zu treten. Vergeblich.

«So süss, wie Du aussiehst, wenn Du wütend bist», provozierte ich sie, trunken von meinem Triumph. Sie spuckte in meine Richtung, was ihr umgehend eine heftige Ohrfeige einbrachte. «Na, na, na. Gleich so? Dabei interessiert es mich doch brennend, was Du beim Fürsten, oder müssen wir sagen, mit dem Fürsten getan hast? Und wer dieser geleckte Schnösel ist, mit dem Du Dich wie eine läufige Promenadenmischung eingelassen hast!» Elly schnaubte laut wie ein Pferd, was für ein amüsanter Gedanke in diesem Setting! «Ach, und ich habe kein Recht, zu erfahren, wer die blonde Frau war, die Dich so intensiv vereinnahmt hat, dass Du mir nicht den Bruchteil einer Sekunde Aufmerksamkeit geschenkt hast?»

Ich hielt sie mit einem stechenden, energiegeladenen Blick gefangen, um mich ihr langsam und gefahrlos nähern zu können. Dann packte ich ihre Hosen, öffnete sie und riss sie bis zu den Stiefeln runter. Der Slip folgte gleich darauf. So weit waren wir noch nie gegangen; der Ritt auf der Rasierklinge war lanciert. 

«Woher hast Du diese Kleidung? Antworte!»
            «Der Fürst war so freundlich, gegen gewisse Fälligkeiten, mich neu einzukleiden.»

Die Auswahl an Züchtigungswerkzeug an der Wand war ansehnlich. Nach ausgiebigem Mustern nahm ich schliesslich eine Gerte. Mit lautem Zischen liess ich sie auf Ellys Po niedersausen. «Details! Ich will Details!» herrschte ich sie an.

«Ich hatte Stillschweigen zugesichert.», antwortete sie mit gedrückter Stimme. «Du weisst doch, das ist Regel des Hauses!» 

Die Gerte hinterliess ein zweites Zeugnis der Qual auf ihrem Po; das Gewebe gab unter dem Schlag nach. Das dumpfe Geräusch, das einen leichten Hall provozierte, liess mich in meinem Element fühlen; eine tief empfundene Zufriedenheit der Seele. Ellys Gesicht zeigte die wunderschön fürchterliche Fratze intensiven Schmerzempfindens. «Wie verdient!», freute ich mich, und wiederholte meine Frage. Doch diese Brat schwieg eisern. Wie damals, als sie das Geheimnis über die Existenz von Valeska, der lesbischen Freundin, für sich behielt, bis diese personifizierte Eifersucht unsere Beziehung fast zum Einsturz brachte. 

Mit jedem zusätzlichen Hieb dämmerte es mir mehr, dass Elly, egal wie weit ich ginge, nicht sprechen würde; sie nahm die Bestrafung dafür an, doch natürlich war es nicht nur das: Sie hatte die Intensität meiner Handlungen immer mehr herausgefordert, ich hatte sie laufend gesteigert, seit wir uns kannten. Die verräterische, glitzernde Spur ihrer Lust jedenfalls, die sich in Form eines Fadens von ihrer Pussy in den runtergezogenen Slip hinein verlängerte, sie spornte mich zusätzlich an und liess mich immer enthemmter werden, bis ich mich schliesslich in einen veritablen Rausch gespielt hatte. 

Wie viele Schläge waren es, bevor ich merkte, wie Elly abhob? Unzählige mussten es gewesen sein! Und dann, als wäre die Ziellinie eines Marathons überschritten worden, versagten auf einmal sämtliche von Ellys Muskeln ihren Dienst. Wie ein nasser Sack hing sie an der Stange, reduziert zu einem in sich gekehrten Fühlwesen, nicht mehr ansprechbar, der Welt entrückt und überströmt von Tränen, deren letzter Nachschub aus ihren geschlossenen Augen drückte und über ihren wunderschönen Körper benetzte. Wie ein Kunstwerk betete ich innerlich an, was ich geschaffen hatte, und empfand nichts als Liebe für Elly. Mit meinem ganzen Körper umfasste ich sich sie, stellte sie, als sie stark genug dafür war, wieder auf ihre Beine und liess sie langsam ankommen. «Sssschhh… ich bin da!»

Nach langen Minuten begannen wir, die Welt um uns wieder wahrzunehmen. Darunter war auch ein Hufklappern, das näher kam. Elly und ich hielten unsere Blicke auf den breiten Mittelgang gerichtet und warteten neugierig, welch edles Pferd wohl vorbeikommen würde. Und siehe da, es war ein wunderschön glänzender Araber, und er hielt genau vor unserer Box. Auf ihm sass, ohne Sattel und nur mit Zaumzeug in der Hand, eine blond gelockte Frau mit Cowboy-Hut. Sie war bis auf diesen und schwarze Lack-Stiefeletten nackt.

Ich erkannte diese Schuhe sofort. Natascha!


Das Buch von Elly ist gedruckt Stand heute, 31. Juli 2022, noch in 11 Exemplaren verfügbar, oder als E-Book. Hier gibt es alle relevanten Informationen

4.5 Camouflage

Die sanften Klänge des «Kanon und Gigue in D-Dur» von Johann Pachelbel füllten den grossen Saal, in dem sich zahlreiche Gäste bereits eingefunden hatten, entweder nach einem sexuellen Intermezzo oder vielleicht auch ohne. Einige erste Paare auf der freien Fläche tanzten. Alle hatten noch immer die venezianische Augenmaske auf, wie es die Regel des Hauses gebot; sie durfte erst im Verlauf des Abendessens abgelegt werden, auf Zeichen des Fürsten. An den Wänden hingen, wie in meiner Geschichte für Elly beschrieben, Ölgemälde in klassischem Stil in opulenten, goldenen Rahmen, die erotische Darstellungen aller Art zeigten. Holztäfer kleidete den Raum, edles Intérieur aus Leder, Samt und poliertem Metall; die Realität spottete den Beschreibungen, die ich von diesem Ort zuvor erhalten hatte.

Allein sass ich nun da, am Rand, und fühlte mich wie bei einem Studentenball, und schaute dem schwarzen Treiben zu. Noch waren nicht alle auf der Tanzfläche, aber es war nicht einfach zu erkennen, welche Paarungen fest waren und welche nicht; eigentlich interessierte es mich auch nicht. Eher gespannt war ich darauf, was sich in den weiteren Räumen neben dem Ballsaal befand; sie waren auf goldenen Wegweisern mit geschwungener, schwarzer Schrift angeschrieben: «Charcutérie», «Donjon», «Ecurie de chevaux» und «Salle De Nettoyage». Natürlich konnte ich mir etwas darunter vorstellen, denn was ich über den Fürsten wusste, deutete doch sehr stark darauf hin, dass wohl keiner dieser Orte dem üblicherweise damit verbundenen Zweck diente.

Elly war noch beim Fürsten, alles gemäss der Vereinbarung, die ich mit ihm getroffen hatte, ja hatte treffen müssen, um uns Zutritt in diese Gesellschaft an diesem Abend zu verschaffen. Ein hoher Preis, aber er überliess nichts dem Zufall; alle Teilnehmenden des «Tanz in Schwarz» wurden von ihm geprüft – was immer das bedeuten mochte. Bei mir war es nur ein merkwürdig kurzes Telefonat: In knappen Sätzen hatte er mir deutlich gemacht, dass im Falle von mir nur ein persönliches Vorsprechen von Elly in Frage komme, um Zulass gewährt zu bekommen.

Alle anderen Anwesenden waren auch irgendeiner Prozedur unterzogen worden, soviel wusste ich. Aber niemand hatte je darüber berichtet. Nun, Elly war stark, also machte ich mir keine Sorgen. Nur Gedanken. Was er wohl mit ihr tat? Wann würde sie wieder erscheinen? Doch ich schubste diese Fragen zur Seite, indem ich mir sagte, dass ein alter, wenn auch kauziger Mann im Rollstuhl sicherlich keine Gefahr für Elly sein könne.

Sollte ich mich in der Matching-App, die es nur für diesen Anlass gab, als «frei» kennzeichnen, mir den Spass gönnen, bis sie da war? Das technische Hilfsmittel würfelte die Teilnehmenden zu neuen Paarungen für den Tanz, das anschliessende Abendessen und die Räume zusammen, nach einem angeblich vom Fürsten entwickelten Algorithmus – aber natürlich nur, wenn beide Seiten entsprechend in der App gekennzeichnet waren. Eigentlich war ich mit Elly da. Eigentlich. Nicht nur eigentlich! Aber… wie lange sollte ich noch warten?

Immer mehr elegant gekleidete Personen hatten sich zu Paaren gefunden, über die speziellen Funktionen der App. Warum sollte ich mich nicht als «frei» bezeichnen? Ich war es doch gerade. „Ein kleiner Flirt kann doch nicht schaden“, dachte ich mir. Und wenn Elly kommen würde, könnte ich mich dann wieder ihr zuwenden. Würde Elly mir böse sein? Ach, Scheiss drauf, ich bin hier der Dom, befand ich, und schob den Regler auf «frei».

Einige Sekunden später vibrierte das Smartphone. Das Display zeigte einen Pfeil in Richtung einer Dame, die offensichtlich ebenfalls gerade eine Benachrichtigung erhalten hatte, und deren Zeiger wohl auf mich deutete. In weichen Schritten kam sie auf mich zu.

Die Frau war, so wie ich es erkennen konnte, ganz anders als Elly. Sie hatte auffällig helle Augen und blondes Haar; eine leuchtend rote Augenmaske, die zahllosen Zapfenlocken hinten zusammengebunden, trug ein schwarzes, knappes Pailletten-Kleid und kurze Lack-Stiefeletten. «Dom G., wenn die App nicht lügt?», begrüsste sie mich. Was für Strahlen in ihrem Gesicht, das durch den dezent aufgetragenen Lippenstift zusätzlich betont wurde.

«Ich grüsse Sie, Frau…? Sie wissen, die Männer werden hier im Dunkeln gelassen über die Namen der Damen.» 

«Nennen Sie mich Natascha. Wollen wir?» Sie reichte mir die Hand.

Zu der Melodie eines Walzers liessen wir uns auf der Tanzfläche treiben. In der Tat, eine wunderschöne Erscheinung, dachte ich. Die Aufregung des bisherigen Abends war für einen Moment weg, das Lächeln der Frau umschmeichelte mich immer mehr. Natascha sprach kein Wort, auch nicht, als wir zum Ende des Tanzes einen der Tische für das Abendessen auswählten und uns hinsetzten.

Die Vorspeise, ein Entrée Assortie, wurde von passend klassisch gekleideten Bediensteten serviert, inklusive einem beinahe schwarzen Rotwein. Natascha und ich stiessen an. Dann endlich brach sie ihr Schweigen: «Sie sind ein Sadist, nicht wahr? Welches sind die schlimmsten Blessuren, die Sie einer Sub je zugefügt haben?» Das Vergnügen eines kleinen Mädchens, wenn es ein grosses Geschenk erhält, stand ihr ins Gesicht geschrieben. Als wäre das, was sie gerade fragte, das absolut Normalste und gleichzeitig Erstrebenswerteste, was es auf Erden gibt. 

Der erste Bissen blieb mir fast im Halse stecken, so verblüfft war ich. Gleich aufs Ganze? Ein harmloser Flirt, der sich vielleicht langsam steigern würde, diese Erwartung implodierte und liess meine Schweissporen nochmals auf Hochtouren arbeiten.

Wo war Elly?

Es blieb nicht viel Zeit, ich musste antworten, und ich fing an, Risiken in der Geschwindigkeit eines Quantencomputers zu kalkulieren. Ich konnte das Elly unmöglich antun, zu spüren, wie mich eine andere Frau so urplötzlich und magisch kontrollierte. Aber sie war nicht da! 

«Nun, Natascha. Ein Gentleman schweigt und geniesst. Aber sie können sicher sein, dass die blaue Farbe rund um die bis zum Bersten geweitete, nicht der Fortpflanzung dienende Eingangspforte am Unterleib prädominant war; herrührend von einer sich über Tage in einem Hochsicherheitstrakt zutragenden Begegnung.» 

«Gut gebrüllt, Löwe!», antwortete sie frech. Miststück von einem Weib!

«Auf jeden Fall war das der Dame höchste Befriedigung bringende Körperteil nach der Verabschiedung peinlich gesäubert worden, und das ohne dass ich dafür eine Nasszelle nicht-biologischer Herkunft hätte aufsuchen müssen.» War das nun ausreichend, um Natascha wenigstens ein klein wenig von ihrem Vollgas runterzubringen?

Sie lächelte vornehm, und genoss ihre Vorspeise schweigend, ihren intensiven Blick immer wieder an mich gerichtet. Diese hellen Augen! War es nur ein Spiel, oder war es ernst? 

Auf einmal beobachtete ich, wie Natascha unter das Kleid griff, sich kurz von der Sitzfläche erhob, als müsste sie es zurechtrücken, und wieder setzte. Einer ihrer Füsse fuhr an meinem Bein entlang hoch, schliesslich legte sie ein roter Spitzenstoff auf den Tisch, direkt neben mein Rotweinglas. Sie fixierte mich weiter, ohne diesem frechen, platten Angebot auch nur ein Wort folgen zu lassen.

Das war alles nicht so geplant! Mein Körper antwortete, ohne dass ich es gewollt hätte, jagte dabei die Pulsfrequenz nach oben und begann die Steuerung über mich zu übernehmen. Verdammt! Wie konnte mich jemand so rasch in die Bredouille bringen? 

«Little Red Corvette?», fragte ich, und Natascha freute sich, da sie genau wusste, was ich damit meinte. «Sie wissen Bescheid», säuselte sie, «überlegen Sie nicht zu lange!»

In dieser Sekunde ertönte der Gong und damit die Anweisung des Fürsten, die Masken fallen zu lassen. Endlich sollte ich ihr Gesicht sehen. Doch in der Drehung meines Kopfes, um mich der Maske zu entledigen, fiel mein Augenmerk auf eine andere Frau, besser gesagt auf deren polierte Reitstiefel. Zuerst gefangen vom Anblick dieser wohlgeformten Beine, lenkte ich meine Aufmerksamkeit langsam ihrer Reiterhose entlang zu ihrem Oberkörper. Als ich schliesslich beim Gesicht angelangt war, auf das nun freie Sicht herrschte, purzelte mein Blutdruck in den Keller.

Es war Elly, und sie lächelte mit verliebtem Blick. Nur, dieser galt nicht mir, sondern dem Mann, der gegenüber an ihrem Tisch sass. Woher diese Kleidung? Wer war dieser Mann? Meine Empfindungen liefen gerade Amok und ein schmerzhaftes Ziehen durch all meine Nervenbahnen breitete sich aus wie eine fremde, dunkle Macht. 

4.2 Orchestre des perversions

Die Männer des kleinen Orchesters waren, was nicht minder ungewöhnlich erschien, in Lederchaps und Lederhandschuhen gekleidet, die muskulösen und im Licht glänzenden Oberkörper frei. Das Haupt der Musiker war entweder komplett kahlgeschoren oder von mindestens schulterlangen Haaren bedeckt – etwas dazwischen gab es nicht. Wie eigenartig!

Elly beäugte die Herren ausgiebig und mit grossem Erstaunen, denn diese Lederkluft verband sie klischeehaft mit Gay-Clubs. Im Gegensatz zu nackten Schönheiten, die man mit Klassik in Verbindung bringen konnte, war dies sicher nicht die erwartete Kleidung für einen Abend einer gehobenen Gesellschaft, noch dazu an einem solch gediegenen Ort. Meine neugierige und trotzdem immer wieder dem Konservativen anheimfallende Sub schien dieser speziellen Erotik allerdings zu erliegen. Auch die Sklavinnen musterte sie genau. Ob sie Gefahr sah für sich, mit dieser vielfältigen, nackten und jungen Konkurrenz in Pumps, wo sie doch mich und meine Vorlieben so gut kannte? Triggerte sie der Anblick ihre Bi-Ader? Oder hätte sie sich gerne den Männern hingegeben? Die Musik drang gar nicht richtig zu mir durch, so sehr beschäftigten mich die Gedanken an das, was in Elly wohl gerade vor sich ging.

Mitten in den letzten Takten des Adagio, völlig unerwartet, legte ein Cellist sein Instrument zur Seite und erhob sich vom Stuhl. Flink tauschte er den Bogen gegen eine leuchtend rote Single Tail, die mir bislang verborgen geblieben war. Mit ihr, fest im Griff seiner Lederhand, begab er sich federnden Schrittes zu derjenigen Geigerin, die dem Bühnenrand am nächsten sass, und legte seine andere Hand auf ihre nackte Schulter. Dieses Zeichen war offenbar der vereinbarte Befehl, ebenfalls mit dem Musizieren aufzuhören. Geige und Bogen legte sie weg, erhob sich ebenfalls und schob ihren Stuhl zur Seite, soweit es ihr mit ihrem eingeschränkten Aktionsradius möglich war. Wie eine mechanische Puppe hielt sie anschliessend ihre Hände hinter ihrem Kopf und gab ihren Körper frei. Frei, für was immer nun folgen würde. 

Es begann, was zu erwarten war, und doch reichlich bizarr wirkte: Zu den treibenden, fordernden, virtuosen Tonleitern, Akkordbrechungen und Tonrepetitionen des Presto erfolgte die Auspeitschung der Geigerin, die sich unter den zahlreichen Züchtigungen windete, bedrohlich wankte, aber nicht fiel. Innert kürzester Zeit verzierten rote Striemen den zuvor makellosen, weiblichen Körper der jungen Sklavin. Doch das reichte dem Sadisten offenbar nicht: Als der Sommer durch war, hörte das Orchester zwar auf zu spielen, aber er liess nicht vor ihr ab. Wie im Rausch liess er das Opfer Hieb um Hieb, mehr und mehr, leiden. Das Knallen der Peitsche, das Stöhnen, das Wimmern und Klagen der Geigerin, jetzt nicht mehr von der Musik überdeckt, übernahm nun die akustische Vorherrschaft im Raum. 

Elly war fasziniert, und entgegen meiner Befürchtung, dass sie die Handlungen vielleicht als zu heftig betrachten würde, legte sie ihre Hand auf mein Gemächt, welches angesichts der speziellen Erotik vor uns bereits angeschwollen war. 

Erst einige Minuten später endete die Auspeitschung. Das Cello befahl die Geige durch weiteres Antippen der Schulter auf die Knie und öffnete den Lederverschluss des Chaps, um seinem erst halb erigierten Glied Freiheit zu gewähren. Die Geigerin begann zu blasen, mit einem durch die hervorragende Akustik des Raumes begünstigt lauten Schmatzen. Welch Ironie, fand ich; bestimmt hätten die beiden sogar die Musik übertönt. Irgendetwas schien aber nicht ganz zu funktionieren in diesem Spiel. Die erwartete Steigerung seiner Lust konnte die Geigerin nicht erzeugen. War sie dermassen unerfahren?

Dann geschah etwas, womit wohl niemand gerechnet hatte. Ein zweiter Cellist legte sein Instrument zur Seite, verliess ebenfalls seinen Platz und stellte sich hinter den ersten Musiker, der von der jungen Geigerin noch immer verzweifelt oral bearbeitet wurde, ohne jegliche Erfolgsaussicht. Der zweite Mann öffnete ebenfalls seine Hose, befreite den Arsch des Sadisten vor ihm, spuckte in die Hände, speichelte seinen Schwanz ein und fing an, den Anus vor ihm zu penetrieren. Der erste Cellist genoss das Gefühl offenbar, denn er liess umgehend seine Peitsche zu Boden fallen. Er versank im Fluss der Wonne der doppelten Behandlung, was dazu führte, dass auch die Bemühungen der Geigerin endlich von Erfolg gekrönt wurden; die unüberhörbaren Laute verrieten, dass er hart genug geworden war, um mit dem Deepthroating zu beginnen.

So ein junges Ding, so ein riesiges Teil, so tief im Hals. Ich war fasziniert. 

Das beinahe synchrone Männergestöhne zeugte schliesslich davon, wie die beiden Männer fast gleichzeitig kamen – in den jeweiligen Öffnungen der Person vor ihnen. Elly begann zu verstehen, welche Demütigung der Geigerin gerade zuteilwurde. Die Erektion, das Sperma… alles nur dank eines zweiten Mannes und nicht, weil sie ihre Aufgabe gut gemeistert hätte. Ausgepeitscht, ihr Mund zu einem Auffangbehältnis für schwules Sperma degradiert: So kniete sie mit halb gesenktem Kopf, Tränen in ihren Augen, und das vor allen Leuten, die im Bann des Ganzen mucksmäuschenstill geblieben waren. 

«Fast wie in Venedig!» flüsterte ich zu Elly, deren Brustkorb, wie ich nun feststellte, sich heftig auf und ab bewegte. Doch nicht nur das: Erregt vom Anblick der Demütigung und körperlicher Misshandlung einer fremden Frau in aller Öffentlichkeit hatte sie inzwischen ihre andere Hand in ihren Schritt gelegt und sich zu reiben begonnen. 

Was zum Teufel…? 

Das war definitiv zu viel der Eigenmächtigkeit! Nachdem ich das Legen ihrer rechten Hand auf meine Mitte kulanterweise noch toleriert hatte, brach nun mein Ärger über die sich anbahnende Selbstbefriedigung wie eine plötzliche Eruption aus mir heraus. «Unartiges Miststück! Es ist unnötig zu erwähnen, dass eine solche Handlung meiner Erlaubnis bedarf. Und diese hast Du weder erhalten, noch wirst Du das!» 

Elly grinste frech, nicht im Ansatz schuldbewusst, sondern sich im emanzipierten Recht wähnend, und trieb damit eine Eskalation an, die sich wie Vivaldis Sommergewitter zusammenbraute. Immer mehr rieb sie sich, schaute mir dabei tief in die Augen und drehte damit an der Spirale eines ausgewachsenen Tornados, dessen Stärke und Ende sie unmöglich abschätzen konnte. Sie fühlte sich definitiv zu sicher. 

Genug!

Unvermittelt und in einer Hektik, als wäre ich von einer Tarantel gestochen, zuckte ich auf, riss Elly aus ihrem Stuhl und zerrte sie so heftig hinter mir her, dass sie sogleich einen ihrer Pumps verlor. Aber das war mir egal. Sollte sie doch hinken und dadurch gleich büssen für ihre Frechheit. Meine Destination: Die Bühne. 

Das Raunen, die auf uns gezogene Aufmerksamkeit der anderen – irgendwie isolierte mich mein Adrenalin davon, in diesem Augenblick war mir die Zuschauerschaft schlicht scheissegal. Oben angekommen, schräg mit einem Schuh auf der Bühne, stand Elly der Schrecken ins Gesicht geschrieben. Meine cholerische Spitze, die umgehende Reaktion – sie waren meine schärfsten Waffen, um sie in ihren immer wiederkehrenden Brat-Momenten unverzüglich gefügig zu machen. 

Ausser mir vor lauter Hormonschüben pochte mein Herz wie wild. Und doch begann ich auf einmal zu realisieren, dass ich ja genau so im Scheinwerferlicht stand wie meine Sub. Heilige Kacke, wie sehr ich die 100 Augenpaare, die gerade auf uns gerichtet waren, verwünschte! Denn was nun folgte, war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen, beileibe nicht, sondern erst für die Zeit nach dem Fallen des Vorhangs. Doch meine innere Stimme, die übergeordnete Führung in mir sagte mir, dass genau jetzt, genau hier der Moment gekommen war, eine neue Phase unserer Erotik einzuleiten. Ein Moment, mit scharfen Dornen versehen, in Form der Öffentlichkeit, die nun Zeuge davon werden sollte. 

Der Schalter in mir war umgelegt – ab sofort war ich nicht mehr der romantische Liebhaber, den ich den ganzen Nachmittag lang gemimt hatte. Jetzt war ich zu elfundneunzig Prozent Dom.


Das erste Buch von Elly und Dom G. ist noch immer erhältlich!

4.4 Libre Service

Dass die Flamme der Kerze ihrem Po immer näherkam, schien Elly im Moment nicht zu beunruhigen. Zu sehr machte es den Anschein, als suche sie einen Ausweg aus der Situation, ohne dabei durch die Prüfung zu rasseln und sich der Lächerlichkeit preiszugeben.

Ich erhöhte den Druck, indem ich mich Lila näherte, den Hosenstall öffnete und meinen Prügel zur angemessenen Behandlung an ihren Mund heranführte. Sie nahm ihn willig auf.

«Ich hätte erwartet, dass Du Dich von fremden Frauen fernhältst, nachdem ich mich auch für Frauen entschieden habe und nicht das Fremdblasen!» geisselte Elly meine Aktion. «Von Frauen? Aber sicher, das tue ich doch, schau doch genau hin, Liebes!» Lila spuckte meinen Schwanz sofort empört aus und strafte mich mit einem verächtlichen Blick. Mit Achselzucken packte ich ihn wieder ein, als würde mich das nicht interessieren, und ergänzte kühl: «Lila war die ganze Zeit hier – Du wusstest, auf was Du Dich einlässt. Es sei denn, Du wärst nicht aufmerksam genug gewesen… aber das kann ich mir kaum vorstellen!»

Meine Schnoddrigkeit stachelte Elly nun vollends an: Völlig unerwartet krabbelte sie mit erstaunlicher Geschwindigkeit zu mir, öffnete meine Hose wieder und begann fortzuführen, was Lila abgebrochen hatte. Und wie sie das tat! Irgendwie war meine Lust grösser gewesen, das Gefühl stärker, als ich mir eingestanden hatte – oder Ellys Fähigkeiten waren auf einmal um Dimensionen besser als zuvor. Mein eigenes Sicherheitsventil löste innert Kürze aus…

Sie schluckte alles, wirklich alles, rieb sich dabei, wieder ohne Erlaubnis, bestimmt um ihren verletzten Stolz zu beruhigen, und löschte mit der Flüssigkeit ihres Squirts auf der Hand die Kerze.

Als wäre die Show mit einer Regie abgesprochen gewesen, gingen die Bühnenlichter aus, der Vorhang fiel und erlöst sank ich auf die Knie, um Elly zu halten. Zuerst küsste ich sie auf die Stirn, dann den Mund. Applaudierte man uns? Ich vermute es, erinnere mich aber nicht genau, denn ich war ausschliesslich darauf fokussiert, ihr in dieser Situation ganz nah zu sein; sie aufzufangen, ihr die Sicherheit zurückzugeben, die sie in diesem wirren Moment benötigte. Eine halbe Ewigkeit liessen wir uns Zeit, wir bemerkten nicht mal, wie die anderen Personen auf der Bühne und die Zuschauer den Raum verliessen – wir waren in unserem eigenen, kleinen Cocon, und die Welt um uns herum hatte aufgehört, für uns zu existieren.

Erst, als die zwei Empfangsdamen mit Fackeln die Bühne betraten, checkten wir wieder ein, in die Realität, der wir gerade entrückt gewesen waren. Die zwei Dienerinnen hatten die verlorenen Pumps mitgebracht und Elly stieg wieder in ihre Abendrobe; dann führten sie uns zu einer vornehmen und mit allen erdenklichen Artikeln zur Pflege ausgestatteten Nasszelle. 

«Du Mistkerl!» warf mir Elly an den Kopf, und lachend verknäuelten wir uns ineinander und verfielen in unser Zungenspiel, für das es keine Beschreibung gibt, auch nach all den Jahren nicht. Wir entledigten uns der Kleider, machten uns in der grosszügigen Duschkabine mit Schaum und Schwamm gegenseitig wieder frisch, immer wieder unterbrochen von heftigen, gegenseitigen Kuss-Attacken. Am Ende äusserte ich den Befehl, den ich nicht mehr länger zurückhalten konnte, zu sehr hatte mich das Erlebte bewegt: «Deine Zunge will ich so spüren, wie Du die eine Sklavin verwöhnt hast. Geh runter, an meine Rosette!» Elly zögerte nicht; es war eine Anerkennung und auch eine Art Bestätigung für sie, zu wissen, dass sie mich mit ihrem Bühnenauftritt nachhaltig scharf gemacht hatte. Sie liess mich an meiner pikanten Stelle so fühlen, wie es noch nie jemand sonst schaffte. Dieser Höllenritt mit ihr, die Achterbahnfahrt ohne Ende – wie sehr ich es liebte. Wie sehr ich sie liebte!

Bevor wir wieder hergerichtet und angekleidet waren, umarmte ich Elly nochmals am Spiegel von hinten, knabberte an ihrem Ohr und flüsterte: «Der Abend hat erst begonnen!». Ihre wilden, dunklen Augen im Spiegelbild sprachen Bände. Wenn ich etwas sicher wusste, war es, dass sie bereit war für mehr. Viel mehr.

Als wir das Badezimmer verliessen, folgten wir intuitiv den Licht- und Geräuschquellen, die über eine kurze, merkwürdig geschwungene Wendeltreppe aus dem Untergrund zu uns drangen. Im Sous-Sol angekommen, präsentierte sich ein breiter Flur vor uns, an dessen beiden Seiten so etwas wie übergrosse Verkaufsautomaten standen, sicher jeweils 12 oder 15 nebeneinander.

In einigen dieser Automaten sassen, nackt und in grellem Licht ausgestellt: Die Sklavinnen des Orchesters, an einer im Boden versenkten Fussfessel und mit Handschellen. Auf einem Seitentablett, gerade noch greifbar, ein Glas Wasser und ein Stück Brot. Aber nur auf der linken Seite waren es Frauen. Auf der rechten waren es die Männer, die ebenfalls zu kaufen waren.

Auf der Anzeige der Geräte waren jeweils gewisse Kennzahlen des Körpers, die zugelassenen Praktiken (von denen einige Elly gar nicht kannte und mich entsprechend ratlos ansah) und die Anzahl Männer oder Frauen aufgelistet, die sie in den letzten 12 Monaten befriedigt hatten. Für jeden dieser Personen konnten schriftliche Referenzauskünfte abgerufen werden. Ebenfalls angegeben war ein Preis, der sich zwischen 20 Cents und 2 Euro pro Sklavin oder Sklave bewegte – bezahlbar mit Kreditkarte. 

Was für eine herrliche Demütigung für die Eingesperrten! Vor uns bezahlte gerade ein Paar für die von ihnen ausgewählte Sklavin, der Automat spuckte den Schlüssel für die gläserne Fronttüre und die Fussfessel aus und die zur Benutzung bezahlte Dienerin wurde an den Handschellen weggeführt. Wir folgten dem Trio über eine weitere Treppe, die diesmal hinaufführte, die aber wie die Wendeltreppe zuvor in keinem vernünftigen Winkel oder Radius verlief. Die Stufen waren auch deutlich grösser. «Der Baumeister muss wohl betrunken oder verliebt gewesen sein», flachste ich.

Oben angekommen, standen wir auf einmal in einem Raum, aus dem in einem Halbrund angeordnet 6 Kabinette mit trapezförmigem Bodenriss verzweigten, allesamt ohne Türe oder Sichtschutz. Links und rechts führten Gänge zu weiteren Räumen. Einige der Gäste hatten sich bereits als Zuschauer eingefunden, und so reihten wir uns neugierig ein.

Alle Räume waren gleich eingerichtet. Schwarze Fliessen, goldener Stuck an einer weissen Decke und unzählige kleinere und grössere Spiegel an den drei Wänden schmückten die Kabinette. Ausgestattet waren sie mit allerlei kombinierbaren, mit weissem Leder überzogenen Möbelstücke, Ösen und Haken fanden sich überall, Ketten und allerlei sexuelle Utensilien hingen an den Wänden, und ein halbhoher Rollschrank, mit weiss der Teufel was allem drin, stand auch bereit.

Das Trio hatte sich ein freies Kabinett gesichert, die meisten anderen waren bereits belegt durch Gäste, die mit jeweils einer, manchmal zwei gekauften Sklavinnen oder einem Sklaven allerlei Dinge anstellten und sie zu ihrer Lust benutzen konnten. Langsam schlenderten wir an den Orten der ungezügelten, perversen Erotik vorbei. 

Als erstes beobachteten wir eine Sklavin, die am Boden liegend ihr Gesäss in die Höhe recken musste und einen riesigen Plug im Anus trug. Auf Befehl musste sie Wasser lassen und pinkelte sich zwangsläufig dabei selbst voll, was zu heftigen Beschimpfungen des Gastes führte, der sie immer wieder mit einem gelöcherten Holzpaddle den Arsch versohlte und damit noch mehr dazu führte, das alles spritzte. Der Schwanz des Gastes hing aus der halb heruntergelassenen Hose, war steif und tropfte vor Lust. Die Misshandlung machte ihn unglaublich scharf.

Im Raum nebenan leckte eine auf einem solchen Möbelstück wehrlos gemachte Sklavin die Rosette eines bis auf die Maske nackten Gastes. Gleichzeitig wurde sie von der stark tätowierten Partnerin des Gastes, die auffällig grosse Ringe an ihren gepiercten Nippeln trug und der eine diebische Freude ins Gesicht stand, mit dem Strap-On heftig gefickt.

Dann folgte tatsächlich eine spezielle Szene: Ein Gast in Anzug mit geöffnetem Hosenstall und einem riesigen Prügel fickte einen Sklaven in Lederchamps, dessen Kopf in einer Ledermaske steckte, mit verschlossenen Reissverschlüssen über den Augen. Immer wieder schlug er den Sklaven auf den Po, bevor er wieder mit dem Schwanz dort eintauchte. Bei näherer Betrachtung war zu erkennen, dass der Sklavenschwanz in einem Keuschheits-Käfig gefangen war. Doch dann kam es: Nebenbei küsste seine Begleitung, eine Frau, eine Sklavin und massierte und knetete dabei deren üppige Oberweite sehr heftig, bis – wir glaubten es zunächst gar nicht – weisse Tropfen von den Brustwarzen zu Boden segelten. Dann wurde die Sklavin an die Fick-Szene herangeführt und musste ihre Milch in den geöffneten Anus des Sklaven spritzen, als wäre es Gleitmittel. Wie das den aktiven Mann scharf machte! Das Stöhnen… es war fast ohrenbetäubend. Seine Partnerin ging derweil in die Hocke, spreizte ihre Beine und liess zwei ihrer Finger mit hohem Druck und rascher Kadenz in ihre Pussy rein- und rausgleiten; es war nicht ganz eindeutig, ob die Szene im Kabinett oder die Tatsache, dass die Zuschauer ihr beim sich reiben zuschauten, mehr erregte.

Ellys Körperhaltung und Mimik verriet mir, dass sie nicht so genau wusste, ob sie diese homoerotische Perversion erotisch oder eklig finden sollte. Wie bei einem Unfall, bei dem man nicht wegschauen kann, verharrte sie einen Moment. Dann hauchte sie in mein Ohr: «Mein Herr… ich bitte darum, Sie heute noch glücklicher machen zu dürfen!»

Wie feinstes Olivenöl ging mir dieser Satz runter. Und wie überraschend kam er, ausgerechnet in dieser Situation, die weit von dem entfernt war, was wir kannten. In ihrem ewigen Kampf zwischen konservativer Erziehung und verdorbenen Sehnsüchten hatten letztere gerade die Überhand. «Du wirst die Gelegenheit haben, genau dies zu tun!» Meine Augen bohrten sich gefühlt für Minuten ihre, und sie wich mir nicht aus. Nein, sie wollte es wirklich.

Verrückt die Situation allemal. Niemand würde uns das glauben, was wovon wir Zeugen wurden an diesem Abend, würden wir es erzählen oder niederschreiben. Glamour, Glanz, Schloss und unglaubliche Perversionen.

Im nächsten Kabinett befanden sich zwei junge Sklavinnen, die in Scherenstellung ihre Pussies aneinanderrieben. Das Besondere daran jedoch war: Zwischen ihren Schamlippen befanden sich Brennnesseln, die ihre teuflische Wirkung bereits entfaltet hatten, wie man an der geröteten Haut unschwer erkennen konnte. Lauthals klagten sie über die Qual, das ihnen das Unkraut bescherte, eine der beiden weinte sogar; doch das ältere Gästepaar, sicher im Rentneralter, befahl, dass die Intensität und Frequenz gefälligst keinesfalls zu verlangsamen sei, ansonsten eine negative Referenzauskunft drohe. Mit festem Blick auf die Sklavinnen ging die Frau vor ihnen auf alle Viere, hob ihren Rock hoch und ihr Partner gesellte sich dazu und begann sie von hinten zu ficken. Beide wie in Trance angestachelt durch das erkaufte Schauspiel vor ihnen.

«Wie grausam!» befand Elly. «Sei froh, es gibt Leute, die stecken den Damen die Brennnessel in die Harnröhre.» Schockiert hielt Elly ihre Hand vor den Mund und riss die Augen weit auf. Ich nickte nur, um zu bestätigen, dass das kein Scherz war.

Der letzte Raum aus dem Halbrund war vom Trio vor uns in Beschlag genommen worden, wo die Sklavin in der Zwischenzeit die abgebundenen Brüste der Besucherin mit unzähligen Nadeln versehen hatte und der Mann sich intensiv mit Gleitmittel einrieb und sich wohl für ein Fisting bereitmachte.

«Was meinst Du… wird seine Partnerin gefistet? Oder die Sklavin? Und… in welche Öffnung?» fragte Elly in einem Ton, als würde man Zuhause eine Einkaufsliste besprechen. Ich nutzte die Gelegenheit, sie etwas zu necken: «Ich bin entsetzt, welche Gedanken Du hegst!» Als wäre sie ertappt worden und ein Anfall von Scham hätte sie wie ein Blitz getroffen schämte sich Elly. Das latent schlechte Gewissen ihren gutbürgerlichen Werten gegenüber war auf einmal wieder da.

«Lass uns in einen Raum gehen, wo wir für uns sind. Ich zeigte mit dem Finger auf an die Wand gemalte Wegweiser, auf denen «Séparées» stand. Eine Türe führte uns hinaus und wieder mittels einer merkwürdigen Umdrehung und vielen kleinen Stufen zuerst nach unten, wo kein Raum war, und dann am Ende des Ganges auf der anderen Seite wieder nach oben. Immer mehr wurde mir klar, dass die Anordnung der Räume das kein Zufall war. Die Orientierung wurde den Gästen absichtlich genommen, ein Labyrinth der Erotik. Schliesslich liess ich Elly vorangehen, sie stiess eine Türe zu einem kleinen Raum auf: An dessen Ende stand ein grosser Schreibtisch mit je einem Monitor auf der linken und rechten Seite. Zwischen den Bildschirmen konnte man erkennen, dass die Wand dahinter aus Glas bestand, hinter welchem man einen grossen Saal mit tanzenden Paaren erkennen konnte. Als Elly sah, dass an diesem Schreibtisch, mit Rücken zu uns, ein alter Mann im Rollstuhl sass, blieb sie wie angewurzelt stehen. «Elly, nehmen Sie die Maske ab.»

Ich trat einen Schritt zurück, schloss die Türe vor mir und liess sie mit dem Fürsten allein.


Das erste Buch zu Elly und ihrem Dom G. ist noch immer erhältlich!