Sie lacht laut, das kleine Mädchen. Frech ist sie, und mitten im Spiel. «Fang mich doch!» Ihre Augen blitzen dem Jungen zu, im Bewusstsein ihres genügend grossen Abstandes, und rennt davon. «Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann», so heisst das Spiel, und es spielt in der Grundschule. Der Adressat ihres görenhaften Benehmens, der Junge, steht schäumend vor Verlangen da, er ist getrieben von seinen Gedanken, die dunkler als schwarz sind.
Sie ist viel zu jung, dieses kleine Biest, um zu verstehen, was wirklich in ihr vorgeht. Warum sie es liebt, sich der Gefahr auszuliefern, gefangen zu werden. Das schöne Schauern, das Wissen, dass der Junge aus ihrer Klasse ihrer wahrscheinlich habhaft wird, und wie sehr sie diese letzten Sekunden, bevor es soweit ist, geniesst. Die Gefahr, welche sie wie einen Hauch im Nacken spürt, immer näher, immer stärker. Die Furcht, die ihren Körper in eine unbeschreibliche Wallung versetzt, die sie später wiedererkennen wird, in einem anderen Spiel, dessen Dimensionen ihr kindliches Dasein noch nicht begreifen kann.
Vielleicht gelingt es ihr mit letzter Kraftreserve, die sie anzuzapfen vermag wie eine dem sicheren Untergang Geweihte, doch noch zu entkommen? Ja, sie stellt sich vor, wie sie ihrem Peiniger, ihrem Verfolger dann die Zunge rausstreckt, «Ätsch!» ruft. Doch eigentlich will sie das nicht, diese zweifelhafte Genugtuung des Sieges, nein, sie will übermannt werden, im wahrsten Sinne des Wortes.
Ich sehe, dass der Junge kurz davor ist, sie zu greifen, nur noch Zentimeter trennen ihn von ihr. Gleichzeitig realisiere ich: Der Junge bin ich! Ich bin es, der gewinnt, ich packe sie von hinten, umfasse ihren Bauch und hebe sie hoch. Sie kreischt und quietscht vor schrecklichem Vergnügen. Dabei schliesst sie die Augen, zappelt und windet sich, schreit um Hilfe, die sie gar nicht will, schüttelt ihre Beine mit den weissen Keds und Söckchen weg von mir, als könnte das noch was bewirken. Doch sie entkommt mir nicht. Was tue ich nun mit ihr? Ich hatte eine solches Verlangen nach ihr, doch jetzt bin ich auf einmal ratlos, verwirrt.
«Oliver, Oliver!» ruft eine Stimme; es ist eine tiefe, vertraute Frauenstimme. Das bis eben so unglaublich präsente Bild verblasst auf einmal, die Schule löst sich in Nebel auf, das Mädchen in meinen Armen zerbröselt zu Staub, nichts bleibt mehr übrig. Und als wäre das alles nicht schon schlimm genug: Ich realisiere, dass ich erwachsen bin. Und wache auf.
«Du meine Güte, Du schläfst ja wie ein Stein!» Sabines Stimme klingt fast etwas vorwurfsvoll. Die Suite im Bayrischen Hof ist gross, unsere Kleider liegen in allen drei Räumen verstreut. Strümpfe, Slip, Hosen. Und natürlich meine Schmerzmittel der speziellen Sorte, freigegeben nur für Eingeweihte. Mein Gürtel liegt neben dem Bett, auch den hatte ich da gebraucht. Ja, es war wild gewesen gestern, die noch schlaftrunkene Erinnerung kriecht langsam in mein Bewusstsein zurück. Der Traum, in welchen ich bis eben noch eingewickelt war, ist fast weg, hinterlässt aber klebrige Spinnfäden. Anknüpfungspunkte.
«War der Herr denn so gefordert, dass eine Erholung in diesem schier unermesslichen Umfange erforderlich wurde? Und jetzt folgt wohl eine Generalüberholung der überbeanspruchten Biomasse, gemeinhin als „Mann“ bekannt, im Badezimmer?»
Die Wut über das unbotmässige Gewecktwerden mutiert zur Rage über ihre Provokation. «Verdammt, Sabine!» schimpfe ich. Ich erkenne in ihr das Mädchen, welches «Fang mich doch» ruft. Es ist offensichtlich. Mit Schwung wende ich mich, um sie zu fassen, aber sie ist schneller und verlässt das Bett, um mir zu entkommen. «Mieses Luder!» schreie ich, sie rennt in den Wohnraum der Suite, ich folge ihr so schnell, wie es meine müden Knochen schaffen. Bald steht sie an der hinteren Kante des Tisches, ich an der vorderen. Pattsituation. Sie lacht, wähnt sich sicher. Egal für welche Seite ich mich entscheiden würde, sie würde die andere wählen. Ich bin cleverer, und mit einem grossen Satz hechte auf den Tisch, um sie von vorne zu fangen. Doch sie ist schneller, rennt ins Badezimmer und schliesst die Türe hinter sich, noch bevor ich die Klinke erreiche. «Sabine! Lass mich rein!» poltere ich, mit Fäusten gegen die Türe. Sie lacht lauthals, ihr höhnender Schall wird durch die Fliessen der Nasszelle verdoppelt. Aber ist es nicht der Sieg, den sie gar nicht will? «Na gut. Ich geh noch eine Runde schlafen.», wende mich ab und stürze mich wieder in die Daunen. Sabine missfällt das sehr: «Mensch Oliver, alter Spielverderber, komm schon!» Sie öffnet die Türe und streckt den Kopf wie aus dem Schützengraben raus, ich aber zieh die Decke über meinen Körper und igle mich ein. Ihre Geräusche verraten, dass sie ebenfalls zurück zum Bett steuert. Sie will die Decke heben, aber kalkuliert nicht ein, dass ich genau darauf gewartet habe. Mit allen Vieren werfe ich die Decke zu Boden und fange sie. Sie zappelt, schüttelt ihre Beine, quietscht vor Vergnügen. Wie im Traum.
Schnell habe ich den Gürtel zur Hand. Die Spuren von gestern Nacht sind noch nicht verblasst, doch jetzt nutze ich das alte Leder, um ihre Füsse und Handgelenke zusammenzubinden. Ein wehrloses Häufchen Weib, vor mir. Sieg! Ihre Augen funkeln, die Erwartung dessen, was jetzt kommen wird. Ich spüre Gravitation. Hatte ich ihr je gesagt, wie ich stundenlang in ihren Augen lesen, die ohnehin relative Zeit vergessen könnte?
Ich begutachte meine Beute von heute und lege sie auf die Seite, mit dem Rücken zu mir, und spreize ihre Pobacken. Weisses Sekret zwischen den Schamlippen, die Rosette öffnet sich leicht, als wäre sie vorgedehnt. Nun, die Benutzung von gestern hatte so etwas in der Art ja hervorgebracht. Viel mehr als das war es eigentlich, und die Nacht war kurz gewesen. «Nimmersattes Luder. Du wirst büssen.» Ich ziehe sie an ihren gefesselten Extremitäten hoch, so dass sie wieder auf dem Rücken liegt. Die Spucke auf meiner Eichel hilft nur ein klein wenig, ist eine Anschubhilfe. Jetzt stosse ich ohne weitere Vorwarnung in den Arsch. Mein Pfeil drückt das sündige Fleisch zur Seite, lässt ihn hinein, tief in diese Höhle, wider die Natur, aber ganz im Sinne meiner Gier. Ihre kurze Verwunderung darüber, dass ich gleich damit beginne, weicht in Sekundenbruchteilen der Lustempfindung. «Du verrätst Dich jedes Mal, kleine Schlampe!» In diesem Moment ist sie so hübsch wie in keinem Alltag. Das Strahlen ihrer Seele, ihre Zufriedenheit, das Gefühl, angekommen zu sein. Tief unten, Sklavin meiner Lust. Quell ihrer Lust.
Meine Morgenlatte, der Triebabbau: Das Spiel beginnt. Diese Göre ist im Moment nichts weiter als mein Mittel zum Zweck und ich verspüre den Drang, sie büssen zu lassen für ihre Verdorbenheit. Bitterer als der Tod sei das Weib, steht schon in der Bibel. Doch dem Franziskaner William von Baskerville fiel es schwer, zu glauben, dass Gott ein so verruchtes Wesen erschaffen habe, ohne ihr auch ein paar Tugenden mit auf den Weg zu geben. Ich habe sie gefunden: Ihren Anus, die im Rhythmus wackelnden Brüste, ihren leicht geöffnete Mund, die inzwischen tropfende Pussy, die totale Hingabe.
Nach nur wenigen Bewegungen hat sie meine Markierung in sich, die feinstofflichen Essenzen meines Körpers dringen in den ihrigen ein und unterrichten ihr Wesen, dass sie nicht nur gestern oder jetzt mein ist, sondern es für alle Dimensionen bleiben wird.
Der Prolog ist durch, meine erste Erleichterung verschafft mir die ruhige Hand, die dafür erforderlich ist: Die Session kann beginnen, und ich weiss in dieser Sekunde, Tränen werden fliessen. Tränen der Erlösung. Erlösung von den Sünden durch die Pein, die ich ihr zufügen werde. Sie wird spüren, aber nicht verstehen. Mich danach fragen, was ich mit ihr angestellt habe, weil sie, weggedriftet in Raum und Zeit, es nicht wissen wird. Sie wird ihre neuen Markierungen bewundern, ohne die Abfolge deren Entstehung rekonstruieren zu können. Und sie wird am Ende in meinen Armen liegen, tief zufrieden, geschunden und verliebt, und mir die Worte zuflüstern, von denen sie weiss, dass sie mich unendlich glücklich machen.
—
Prey of Today (automatically translated by DeepL)
She laughs out loud, this little girl. Cheeky she is, and in the middle of the game. „Catch me!“ Her eyes flash towards the boy, aware of her enough distance, and runs away. „Who’s afraid of the bogeyman?“ That’s the name of the game, in the primary school where they are. The addressee of her bratty behaviour, the boy, stands there foaming with desire, driven by his thoughts that are darker than black.
She is far too young, this little brat, to understand what is really going on inside her. Why she loves to expose herself to the danger of getting caught. The fascinating shivering, knowing that the boy from her class will probably get her, and how much she enjoys these last seconds before it happens. The danger she feels is like a breath on the back of her neck, it is coming closer and closer, stronger and stronger. It is the fear that sends her body into an indescribable surge, of which she only will later understand, in another game, its dimensions. Her childlike existence cannot yet comprehend.
Perhaps she will succeed in escaping with the last reserve of strength she can tap into, like one doomed to certain doom? Yes, she imagines how she sticks out the tongue to her tormentor, her persecutor, then shouts „Burn! But actually she does not want that, this dubious satisfaction of victory, no, she wants to be overpowered, in the truest sense of the word.
I see that the boy is about to grab her, only inches away from her. At the same time I realize: The boy is me! I am the one who wins, I grab her from behind, grab her belly and lift her up. She screeches and squeals with terrible pleasure. She closes her eyes, fidgets and writhes, screams for help she doesn’t want at all, shakes her legs with the white keds and socks away from me, as if that could make a difference. But she does not escape me. What do I do with her now? I had such a desire for her, but now I am suddenly at a loss, confused.
„Oliver, Oliver!“ I hear a voice calling; it is a deep, familiar female voice. The image, which was so incredibly present until now, suddenly fades, the school dissolves into fog, the girl in my arms crumbles to dust, nothing remains. And as if all this wasn’t bad enough, I realize that I am grown up. I woke up.
„My goodness, you sleep like a rock!“ Sabine’s voice sounds almost reproachful. The suite at this luxury hotel is big, our clothes are scattered in all three rooms: Stockings, panties, trousers. And of course my tools of a special kind, revealed only to insiders. My belt is next to the bed; I also used it in bed yesterday. Yes, it had been wild session, the evening before, my still drowsy memory slowly creeps back into my consciousness. The dream, in which I was wrapped up until a moment ago, is almost gone, but it leaves sticky threads behind. Last points of contact to what I had seen.
„Was my Master challenged in a way that a rest of such an immense extent became necessary? And now I suppose a general overhaul of the overused biomass, commonly known as „man“, in the bathroom will follow?“
The rage at being insubordinately awakened mutates into rage at her provocation. „Damn it, Sabine!“ I rant. I recognize in her the girl who cries „Catch me if you can“ It’s obvious. I turn to catch her, but she’s faster and leaves the bed to escape me. I scream „Bitch!“, she runs into the living room of the suite, I follow her as fast as my tired bones can. Soon she’ll be standing at the back edge of the table and I’ll be at the front. Stalemate. She laughs, thinking for sure. No matter which side I would choose, she would choose the other. I’m smarter, and with a big leap up on the table to catch her from the front. But she is faster, runs into the bathroom and closes the door behind her before I even reach the handle.
„Sabine! Let me in!“ I bang my fists on the door. She laughs out loud, her mocking sound is doubled by the flow of the wet cell. But isn’t it the victory she doesn’t want? „All right. I’m going for a nap,“ I turn away and plunge back into the down. Sabine dislikes that very much: „Hey, Oliver, old spoilsport, come on!“ She opens the door, I pull the blanket over my body and yolk myself. The noise she makes make it clear to me that she too is heading back to bed. She wants to lift the blanket, but doesn’t count on me waiting for exactly that moment. With all fours I throw the blanket to the floor and catch her. She fidgets, shakes her legs, squeaks with pleasure. It’s like the dream.
Quickly I have the belt at hand. The traces from last night have not faded yet, but now I use the old leather to tie her feet and wrists together. A defenseless pile of woman, in front of me. Victory. Her eyes sparkle, anticipating what’s to come. I feel gravity. Did I ever tell her how I got lost in read her eyes for hours, and how I could forget relative time anyway by doing it?
I examine my prey of today and lay it on its side, with its back to me, and spread its buttocks. White secretion between the labia, the rosette opens slightly, as if it was pre-stretched. Well, yesterday’s use had produced something like that. Much more than that, actually, and the night had been short. „Insatiable bitch. You will atone.“ I pull her by her bound extremities, up so that she’s on her back again. The spit on my glans is just a little help. It’s a tonic. Now, without further warning, I push in the ass. My arrow pushes the sinful flesh to the side, lets him in, deep into this cave, against nature, but completely in the spirit of my greed. Her brief astonishment that I am about to begin with it gives way in a split second to the sensation of lust. „You give yourself away every time, little bitch!“ At this moment she’s more beautiful than in any other day. The radiance of her soul, her satisfaction, the feeling of having arrived. Deep down, slave to my lust. Source of her lust.
My morning glory, the let-go of my inner drive: the game begins. At the moment this brat is nothing more than my means to an end and I feel the urge to make her pay for her depravity. „More bitter than death is woman,“ says the Bible. But Franciscan William of Baskerville found it difficult to believe that God had created such a wicked creature without also giving her some virtues. I found her. Her anus, her breasts wobbling to the rhythm, her mouth slightly open, her pussy dripping in the meantime, total surrender.
After only a few movements she has my mark inside her, the subtle essences of my body penetrate hers and teach her being that she is not only mine yesterday or now, but will remain mine for all dimensions.
The prologue is through, my first relief gives me the steady hand that is necessary for it: the session can begin, and I know in this second, tears will flow. Tears of redemption. Redemption from sins through the pain I will inflict on her. She will feel but not understand. Ask me what I have done to her because she will not know, drifted away in time and space. She will admire her new marks without being able to reconstruct the sequence of their creation. And she will end up lying in my arms, deeply satisfied, maltreated and in love, whispering to me the words she knows will make me infinitely happy.
Die Unruh oszillierte perfekt. 18’000 Halbschwingungen pro Minute, 86’400 Sekunden am Tag mit einer lächerlichen Abweichung von nur 2 Sekunden. Was für ein Wunderwerk, dachte er für sich. Und er war etwas stolz, dass er dieses wunderschöne Stück so fein regulieren konnte, in allen Lagen. Und was für ein Fetischist er doch war. Man kannte ihn lediglich als etwas wunderlichen, aber sehr kompetenten Uhrmacher. Wenn er sich selbst so bezeichnete, als Fetischisten, lachten die Leute um ihn rum, und dachten an das andere. Er, innerlich, aber nur an das eine. Das eine, von dem die anderen nichts wussten. Das, was hinter seinem unschuldig weissen Kittel, in seinem Innersten, den meisten anderen Menschen verborgen blieb.
Die Frau, die gerade Zugang hatte zu seiner sehr eigenen Welt, sass in seiner Werkstatt auf dem Boden, unter seinem Uhrmachertisch. Sie hatte diese glänzenden, mit Nieten besetzten Stiefel an, welche auf Knöchelhöhe aneinandergekettet waren. Nichts sonst. Auch sie, dieses weibliche Wesen, war fein reguliert worden, mittels einer Kaskade von Instruktionen und Manipulationen. Die Parallelen, die zwischen dem Uhrwerk und dem, was er mit den Seelen derjenigen Frauen anstellte, die sich seinen Anweisungen fügten, waren verblüffend. Wenn der weibliche Körper von irgendwelchen hochgejubelten Poeten gerne mit einem Streichinstrument verglichen wurden, so resümierte er, war dieses Bild am Ende doch nur Plain Vanilla. Sex für Proleten. Doch der weibliche Leib, wenn er in seinen Fängen war, entsprach mehr einem Uhrwerk. Er verstand perfekt, es aufziehen. Die Aufzugsfeder, gefangen im Federhaus und gespannt bis zum schmerzhaften Maximum. Und das Zusammenspiel der Komponenten eingestellt, so dass es seinen Bedürfnissen entsprach. Mal laut, mal sprunghaft, mal starr, mal geschmiert. Und manchmal alles gleichzeitig.
Die Frau, eine vornehm wirkende Dame mittleren Alters, war dankbar für die devote Rolle, die sie unter ihm einnehmen durfte. Wenn immer er am Tisch sass und es verlangte, musste sie seinen Schwanz in den Mund nehmen und verwöhnen. Die hohe Konzentration, die seine Arbeit erforderte, war nur durch das Einlegen von gewissen Pausen zu leisten. Und genau zu diesem Zweck gab es diese Sklavin zu seinen Füssen. Selbst die meisten Toilettengänge erübrigten sich auf diese spezielle Weise, alles wurde an Ort und Stelle von ihr erledigt.
Mit ihr begonnen hatte alles, als sie als Kundin mit einem Erbstück, einer alten Taschenuhr mit Minutenrepetition, vor ein paar Monaten sein kleines Geschäft an der Hutgasse betrat. Etwas betrübt darüber, dass die Mechanik nicht mehr so lief, wie sie sollte, überreichte sie ihm das schöne Stück. Er griff mit seinen beiden, reifen Händen danach: Eine von unten, um die Uhr zu halten, die andere von oben, den Handrücken der Besitzerin streifend, damit die Uhr ja nicht herunterfallen würde. Seine Hände, leicht überwachsen mit wilden Haaren und gezeichnet von prominent heraustretenden Venen, zierten sehr gepflegte Fingernägel. Das Alter der Haut war nicht zu kaschieren, aber niemand, der sich ihnen anvertraut hatte, hatte das je bemängelt, im Gegenteil. Sie signalisierten Erfahrung und Weisheit. Der magischen Mischung dieser Eigenschaften erlag die Kundin wie einem Stromschlag, innert eines Bruchteils einer Sekunde. Er konnte es mühelos in ihren Augen lesen.
Er brauche keine Elektrizität, um Dinge in Bewegung zu bringen, kommentierte er die merkwürdig aufgeladene Situation und bat sie hinein, in sein Atelier. Sie hätte nicht sagen können, was es genau war, das ihr Kopfkino von null auf hundert startete. Es war der Moment, die Situation, die sie anfiel wie eine dunkle Nacht, die plötzlich über einen hereinbricht, so rasch, dass kein Handeln einen wie auch immer gearteten Ausweg hätte erschaffen können.
Gefangen.
Er zeigte ihr seine Wirkungsstätte, mit alten, hölzernen Gestellen und Schränken, gefüllt mit tausenden von Ersatzteilen und Werkzeugen. «Das…» sagte er mit vielsagendem Blick, «…ist für die kleinen Wunderwerke. Es sind von Herren ersonnene Geniestreiche, weil sie genau tun, wozu sie erschaffen wurden. Bedürfnisse zu befriedigen. Meine! Sie, Madame, sind hingegen ein grosses Wunderwerk, allerdings eines, welches nach meiner fachkundigen Einschätzung noch etwas Justier-Arbeit eines Herrn erfordern wird. Vielleicht auch…», er pausierte kurz, «…von mehreren».
Die Dame, deren Namen er noch gar nicht kannte, war innerlich aufgewühlt. Was hatte dieser kauzige Mann vor? Was zum Teufel wusste er von ihr? Wie konnte er so zu ihr sprechen, in einer Sprache, bei welcher jede Silbe ihr tiefstes Wesen in noch grössere Aufruhr versetzte? Warum war er in der Lage, die geheimen Wünsche, die sie in sich trug, zu erahnen?
«Und zu diesem Zweck», fuhr er mit einem Lächeln, das eine gewisse Boshaftigkeit nicht vermissen liess, fort, «gibt einen zweiten Raum, den ich «Atelier 2» nenne, und der sich hinter dieser Türe hier befindet.» Er zeigte auf eine schwere, mit vielen antiken Beschlägen verzierte Holztür, gesichert mit einem grossem Vorhängeschloss. «Manchmal allerdings…» seine Stimme wurde leiser, beinahe abschätzig oder eher gleichgültig klang sie, «…wurde schon so viel an einem vermeintlichen Wunderwerk herumgebastelt, dass es sich nicht mehr reparieren liess.» Die Frau schluckte leer. Dennoch: Der Beschluss, ihrer Neugier nachzugeben, war schon längst gefallen. «Wie finden Sie das denn heraus?» fragte sie so unschuldig, wie sie es konnte. Doch eigentlich war ihr völlig klar, dass seine Blicke, direkt und durchdringend, sie schon längst entblösst hatten.
«Es ist ein simpler Test» sagte er fast beiläufig, wobei aber seine von Ironie geprägten Gesichtszüge so gar nicht zur eben gemachten Aussage passten. Sie war hin- und hergerissen. Sollte sie nicht doch noch fliehen?
«Es ist eine Art Aufnahmeprüfung, zu der Sie sich entscheiden können, falls es Ihnen beliebt. Keine grosse Sache, aber grosse Sachen, wenn Sie verstehen, was ich meine. Aber, meine Gute, ich gebe Ihnen etwas Zeit für den Entscheid. Ich leihe Ihnen zu diesem Zwecke eine mechanische Armbanduhr mit Weckfunktion, bei welcher allerdings für Laien wie Sie die eingestellte Weckzeit nicht ablesbar ist. Sie haben die Gelegenheit, sich für das «Atelier 2» zu entscheiden, und mich anzurufen. Allerdings präzise nur solange die filigrane Mechanik den Alarm nicht auslöst. In der Zwischenzeit widme ich mich ihrer güldenen Minutenrepetition.»
Wäre sie nicht schon so in einem Zustand kaum noch erkennbarer Zurechnungsfähigkeit gewesen, jetzt wäre es definitiv geschehen. Die Spannung, die er bei ihr mit einer unfassbaren Leichtigkeit erzeugte, hatte das Mass des Erträglichen eigentlich längst überschritten, aber mit dem letzten Resten ihrer Contenance meisterte sie diesen Moment, nahm seine Leihgabe und verliess wortlos das Geschäft.
Wie sollte sie sich bloss entscheiden? Wann? Sie befestigte das Lederarmband an ihrem Handgelenk und blickte auf die Uhr. Der Sekundenzeiger, diese gemeinste aller Erfindungen, niederträchtig! Nichts in der Welt zeigt das Verrinnen der Frist so wie er, wie ein boshafter Geist, ein Sensemann, der jede Minute 60 Mal an die unausweichliche Vergänglichkeit des Seins erinnert. Wann nur würde der Alarm losgehen? Wieviel Zeit blieb ihr?
Sie eilte nach Hause, setzte sich auf ihr Sofa, war aber unfähig, Ruhe zu finden. Sie wälzte sich hin und her, in nie gekannter Unsicherheit, ratlos. Schliesslich holte sie sich aus der Truhe mit Hochprozentigem eine Flasche Smokehead, Whisky der strengen Sorte. Streng, wie der Uhrmacher war, mit ihr. Sie nahm einen kräftigen Schluck direkt aus der Flasche und schämte sich dafür: So etwas Derbes hatte sie noch nie getan. Dann stellte sie die Flasche hin, und war es still… bis auf die Uhr. Sie tickte. Schmerzhaft laut tat sie das. Am liebsten hätte sie sie gegen die Wand geworfen, sich befreit, doch ihr Wesen wollte was ganz anderes. Sie stiess einen Schrei aus, der mehr ein Zeichen der inneren Qual denn ein Ermannungsschrei war, nahm das Telefon, rief den Uhrmacher an und fragte nur: «Wann?»
«21 Uhr 13» antwortet er. «Denken Sie daran, dass die Attraktivität einer Uhr auch vom Zifferblatt lebt.» Dann unterbrach er die Leitung.
War ja klar, dachte sie sich – eine normale Zeitangabe wäre zu profan gewesen. Und ganz selbstverständlich war es, dass auch die Uhrzeit alleine schon eine Prüfung war, ein Test ihrer Pünktlichkeit. Und das Zifferblatt… ihre Kleidung.
Sie wählte ein klassisches, einteiliges Kleid. Spitzenunterwäsche, dunkelrote Pumps, die perfekt zur Farbe ihres Lippenstiftes passten. Um 21 Uhr 12 stand sie vor seinem Geschäft. Der Uhrmacher öffnete die Türe und begleitete sie wortlos zum noch verschlossenen Eingang des «Atelier 2». Mit dem eisernen Schlüssel öffnete er das Schloss zum Raum. In dieser Sekunde, als der Minutenzeiger auf 21 Uhr 13 rückte, rasselte der Alarm ihrer Uhr. Ihr Blutdruck begab sich sofort auf Tauchfahrt, so dass sie sich am Türrahmen festhalten musste, um es ihm nicht gleich zu tun und ins Bodenlose zu sinken.
Zu ihrer grossen Überraschung war der Raum nicht im Stil des schummrigen, alten Ateliers, sondern hell erleuchtet und mit weissen Fliessen ausgekleidet, von Boden bis Decke. Alles wirkte steril. Direkt gegenüber der Eingangstüre war eine riesige Wanduhr angebracht, an der einen Seitenwand waren auf einem Meter Höhe zwei metallene Ringe in der Wand eingelassen. Auf der gegenüberliegenden Seitenwand stand ein Ledersessel, und in der Mitte des Raumes befand sich ein simpler Holztisch, nicht wirklich passend. Aber was passte hier schon? Sie registrierte einen Wasserablauf unter dem Tisch, wie in einer Waschküche. In Wellen drang kalter Schweiss durch ihre Poren. Ihre Pulsfrequenz? Sie hätte sie nicht wissen wollen.
Auf der Tischplatte waren allerlei Instrumente ausgelegt: Dildos unterschiedlicher Grösse, wobei sie beim Anblick des grössten nach Luft rang. «Niemals, niemals…» flüsterte sie vor sich hin. Fesselungen. Sie sah Peitschen. Folterinstrumente, deren Namen sie nicht mal kannte, aber eines ganz sicher taten: Unbehagen auslösen. Ein Unbehagen, welches dermassen mit Lust und Gier aufgeladen war, dass sie wie hypnotisiert stehenblieb. Hatte sie in den ersten Sekunden ihrer Anwesenheit noch einen leichten Fluchtreflex verspürt – jetzt war er auf einmal wie weggeblasen.
«Sie werden nun sich bis auf ihre Schuhe entkleiden. Dann setzen Sie sich zwischen die beiden Ringe, auf den Boden.» Sie folgte dem Befehl, beinahe hektisch wie ein Flugzeugpassagier in einem brennenden Flugzeug, der sich das Ende des Absturzes, den Tod herbeisehnt. Sie setzte sich, er schloss die Türe.
Der Uhrmacher holte ein Fesselungsset mit vier Ledermanschetten, mit welchem er ihre Beine und Hände miteinander verband, an einem mittig angebrachten Ring. Diesen wiederum befestigte er über eine längere Kette mit dem eingelassenen Eisen an der Wand. Danach legte er einen Dildo nach dem anderen in Reichweite vor ihr aus. «Nun beweisen Sie mir, dass Sie nichts weiter sind als eine verdammte, nymphomane Schlampe. Sie werden jetzt – beginnend mit dem kleinsten der Spielzeuge – jeden zuerst in ihre dreckige Fotze, dann, dank ihrem körpereigenen Gleitmittel in den Arsch stecken. Alles unter anerkanntermassen erschwerten, aber nicht unmenschlichen Bedingungen. Sie haben exakt 13 Minuten Zeit, bis jeder in jedem Loch gewesen ist, und zwar genau in der Reihenfolge, die ich eben beschrieb.»
«Das ist unmöglich!» prustete sie heraus. «Sie können wählen, selbstverständlich.» Er nahm einen Rohrstock vom Tisch, kniete vor sie und hielt ihn direkt vor ihre Nase. «Ich versuch’s», sagte sie halbherzig. Ein Fehler. Mit der Wucht eines Cholerikers stiess er sein Opfer auf die Seite, die Kette rasselte, und schliesslich kam sie so zu liegen, dass ihr blanker Arsch wie auf dem Präsentierteller lag. „Ich dulde keine Versuche!“ schrie er. Die Landung eines Hiebs mit dem Rohrstock auf ihrem Po liess sie laut aufheulen. «Ich tue es, ich tue es!!» rief sie beinahe panisch.
Er richtete sie wieder auf und begab sich auf den Sessel gegenüber. «Die Zeit läuft ab jetzt». Genüsslich beobachtete er, wie die Kandidatin mit dem herausfordernden Dildospiel begann.
Sie realisierte, sehr zur ihrer eigenen Verwirrung, wie unglaublich erregt sie war. Der Schmerz des Rohrstocks hatte sie irgendwie von der Angst befreit, von der sie eben noch heimgesucht worden war. Die ersten vier Dildos glitten in ihre Löcher, zuerst Pussy, dann Arsch… und sie begann die Situation sogar zu geniessen, den Orgasmus in Reichweite. Aber bevor sie soweit kommen konnte, unterbrach er sie barsch: «Schauen Sie auf die Zeit!» Bereits waren 8 Minuten verstrichen, es blieben für die grössten zwei Dildos nur noch fünf Minuten. Fast gigantisch waren sie, noch nie hatte sie sich so etwas eingeführt. Und plötzlich zweifelte sie wieder daran, dass sie die Aufgabe meistern könnte. Mit einem wütenden Blick schaute sie auf die Wanduhr, welche ihr unerbittlich vor Augen führte, dass sie da einfach durchmusste. Der zweitgrösste Dildo dehnte ihre Möse beinahe schmerzhaft weit… und ihr Arsch begann, sich unbeugsam zu zeigen, zu brennen. Nur mit grösster Mühe schaffte sie es, ihn dort zu platzieren. Doch es wartete ja noch das grösste aller Monster!
Schliesslich verzweifelte sie. Tränen kullerten ihren Wangen entlang. Der Uhrmacher stand auf und tröstete sie: «Du schaffst das!» Es war das erste Mal, dass er sie duzte. Er strich sanft über ihren Kopf, ihre Wangen, ging schliesslich neben ihr in die Hocke und küsste ihre Tränen von den Wangen.
Es war eine unglaubliche Erlösung. Seine Zuversicht gab ihr die abhandengekommene Stärke zurück. Sie nahm den Monsterdildo und selbst für sie überraschend schnell war er in ihr, schneller noch als die zwei Grössen vorher. Nun aber ermahnte er sie in alter Härte: «Die letzte Minute ist angebrochen.»
Ermutigt vom Erfolg, gefühlt nur kurz vor dem Ziel, versuchte sie ihr Glück an der Hinterpforte. Doch es ging nicht. Kein Jota. Die Verzweiflung, die Panik – sie war zurück, so schnell, wie sie vorher gewichen war. Ihr Blick auf die Uhr offenbarte die ganze Grausamkeit: Die war Zeit um. Ermattet sank sie in sich hinein, erschöpft, frustriert.
Verloren. Alles umsonst.
Der Uhrmacher trat an sie heran. Sie erwartete die gerechte Strafe für ihr Versagen, hatte sich schon aufgegeben. Doch zu ihrem Erstaunen löste er die Fesseln, half ihr beim Aufstehen und führte sie zum Tisch, über den sie sich nun zu beugen hatte. Und dann begann er schallend zu lachen. Tatsächlich, er lachte! «Noch keine Frau hat das je geschafft, keine einzige. Alle sind sie gescheitert.» Er hielt sich den Bauch, konnte sich kaum erholen. Es war sein Triumph. Sie hingegen fühlte sich so erniedrigt, so gedemütigt wie nie zuvor in ihrem Leben – aber was sie genau empfand, eher Wut über ihn oder Enttäuschung über sich, ihre Naivität wusste sie nicht – sie konnte ihre Gedanken nicht sortieren.
Dann hörte sie, wie er seinen Kittel öffnete und abstreifte. Nur wenig später spürte sie seinen Schwanz in ihrem Arsch. Was für ein Schwanz! Und dann fickte er sie… und wie! Die Intensität liess sie nach wenigen Stössen beinahe das Bewusstsein verlieren… sie begann zu spritzen, alles floss aus ihrer Pussy, hinunter auf den Boden, hinein in den Abfluss. Kurz bevor er kam, zog er sich zurück, befahl ihr, den Mund zu öffnen und ergoss sich in ihr. Sie schluckte alles. Jeden Tropfen.
«Gratuliere! Du hast den Test bestanden», lobte er sie. Sie war ausser sich vor Freude. Noch nie hatte sie eine vergleichbare Intensität von Gefühlen verspürt. Sie hatte einen Herrn. Ihren ersten Herrn. Und sie wusste, sie würde von jetzt an für ihn durchs Feuer gehen, jederzeit.
«Ich kann es mir nicht erklären, eigentlich. Aber ich bin an einem Detail Deines Profilbildes hängengeblieben» hatte sie mir geschrieben, damals, als wir den ersten Kontakt hatten miteinander. Eva, diese stolze Frau, wie sich bald herausstellen würde. Natürlich war mir klar, welcher Teil des Bildes sie faszinierte. Die Gerte zu meinen Füssen war eine klare, pikante Botschaft gewesen, eine Einladung – zumindest für diejenigen Schlampenwesen, welche sie verstehen wollten. Ein Anblick, gleichbedeutend mit einem Freiticket für die dunkelsten, geheimsten Ecken des Kopfkinos. So verboten, dass es nicht selten vorkam, dass die betreffenden Frauen selbst darüber, über sich selbst, erschrocken waren. Doch irgendwie schien es, als hätte Eva schon vor unserem ersten Date beschlossen, sich mir hingeben zu wollen. Als wir uns das erste Mal trafen, sass sie mit dem Rücken zum Eingang, absichtlich. Sie wolle mich nicht sehen, wenn ich komme – nur einen ersten Kuss auf ihrem Nacken spüren, unter ihren hochgesteckten Haaren, das war die Abmachung.
Wir waren nicht enttäuscht.
Inzwischen hatten wir uns herangetastet an das Spiel, welches diesen wunderbaren Rauschzustand brachte, nach welchem wir uns so sehnten. Nein, ich lüge. Wir waren hineingestürzt. Süsse Chemie herrschte, wenn wir uns sahen. Begierde. Nervenflackern, jedes Mal vorher, und diese tiefe Zufriedenheit danach, die nur nach Stunden des gemeinsamen, schier uferlosen Glücks zu erreichen war. Und dabei war es ihr, meiner Eva, doch so gar nicht recht, diese Bestimmung gefunden zu haben in einer submissiven Rolle, die sie als selbstbewusste Frau doch stets weit von sich gewiesen hatte. Sie würde es noch immer tun, wenn sie nur könnte. Doch eben: Das Foto. Die Gerte. Ich.
Dicke Flocken fielen auf die Dächer des Weihnachtsmarktes, dem Ort, wo wir uns für heute Abend verabredet hatten. Ein Gewusel rund um die kleinen Hütten, die um die stolze Stadtkirche herum angeordnet und hell erleuchtet waren. Aus dem Gotteshaus drang Licht und Gesang, als ich auf sie wartete. Dann endlich war sie da.
«Wusste ich es doch, dass Du ein grosser Romantiker bist, dieser Treffpunkt hier ist ja wie für Dich gemacht!» neckte mich Eva zur Begrüssung. Die Stiefel mit Absätzen, immerhin hatte sich ihr Dresscode an meine Vorgabe gehalten, nicht aber ihr Benehmen.
«Du kennst Deinen Herrn offenbar nicht gut genug, in zweifacher Hinsicht.» resümierte ich ihr görenhaftes Auftreten. Überrascht (gespielt?) fragte sie: «Gleich zweifach?» Mein väterlicher Blick liess sie ahnen, dass sie eine dumme Frage gestellt hatte. Wie sie mich hasste für diesen Blick, herablassend, beinahe mitleidig, lehrerhaft. «Nun, zuerst einmal über die Materie selbst – mein Kitsch bezieht sich stets auf Dinge, die trotz meines Atheismus weitaus weniger weltlich sind als diese profane Aneinanderreihung von künstlich beleuchteten Holzverschlägen. Zum zweiten aber, dass Du offensichtlich und in fahrlässiger Manier eine Bestrafung für Deine unflätige Bemerkung in Kauf nimmst.» Eva schmunzelte. «Noch», dachte ich für mich, denn sie wusste noch nicht, wohin uns der heutige Abend führen würde. Doch zu warten, bis wir am Ort der Handlung sein würden, das war keine Option. Kleine Mädchen muss man sofort züchtigen, bevor sie zu frech werden, hatte mir schon mein weiser Grossvater eingebläut. Mit meiner kräftigen rechten Hand fasste ich ihr Handgelenk und zog sie mit energischem Ruck an mich heran. «Du wirst mir Deinen Slip jetzt überreichen!» Mein warmer Atem erzeugte eine Dampfwolke in der kalten Luft, welche ihren Kopf umschmeichelte und das Licht wie einen Heiligenschein arrangierte. Welch Hohn für jeden, der von ihren verdorbenen Fähigkeiten wusste.
«Auf der Stelle!?» fragte sie, sichtlich beunruhigt. Hektisch schaute sie sich um, mit einem Anflug von Scham. «Mitten in diesen Menschenmassen?» Ich schaute sie eindringlich an und hob meine rechte Augenbraue. «Eva, welchen Bestandteil des Wortes «Jetzt» hast Du nicht verstanden?»
Sie zögerte. Die Öffentlichkeit war doch so gar nicht die Umgebung, die sie sich für eine solche Aktion wünschte, zumal es Zeugen für eine devote, erotisch aufgeladenen Handlung geben könnte; nun ja, eigentlich zwangsläufig geben musste. Ausgerechnet sie!
«Ich kann das auch für Dich übernehmen, wenn Du Dich ausserstande fühlst, mir Folge zu leisten. Nur… Du wirst wissen, dass Dir dann die Aufmerksamkeit des Marktes hier zweifellos in Gänze zuteil werden wird. Ich sehe schon die Schlagzeile in der Bild-Zeitung vor mir: «Der Christkindl-Markt, zum Platz des gefallenen Engels mutiert.» lachte ich.
So ein süsser Ärger in Evas Gesicht! Gleichzeitig verriet mir ihr Blick, dass sie nach einem Ausweg trachtete. Nur: Den gab es nicht. Sie war gefangen, diesmal ohne Fesseln, Ketten oder Seile.
Sie öffnete ihren Wintermantel, griff sich unter ihren Rock, ging in die Hocke und zog das für mich überflüssigste Stück Textil der Weltgeschichte über ihre beiden Stiefel, um es mir gleich danach in meine Jackentasche zu stopfen und so zu tun, als wäre nichts gewesen. Vorsichtig, sichtlich nervös schaute sie sich um, ob vielleicht jemand die Aktion mitbekommen hatte.
Wie ich sie liebte, wenn sie in diesem aufgeregten Zustand war. Die eigene Grenze überschreitend, mit einer bittersüssen Mischung aus Stolz, heimlicher Komplizenschaft mit ihrem Dom und unangenehm Berührtsein. Tatsächlich machte es den Anschein, als hätte uns ein Rentnerpaar beobachtet. Der greise Mann schickte sich an, Photonen der strafenden Missbilligung an uns zu richten. Eva erblickte ihn, schaute mich an, verstand sofort und handelte: Bevor ich für den vorzeitigen Tod brav gedienter Menschen sorgen konnte, zog mich Eva weg und steuerte uns in Richtung Glühweinstand. Sie kannte meine spitze, für Menschen mit Herzschwäche potenziell tödliche Zunge.
«Dir ist bewusst, dass meine gerechte Boshaftigkeit sich lediglich aufstauen, aber niemals unterdrücken lässt?» Eva ignorierte meine Warnung und bestellte uns je einen Glühwein. «Für Schmerzen durch Verbrennen Deiner Zunge am Glühwein kann ich nichts, falls Dir das widerfahren sollte, mein Herr.» provozierte sie weiter. «Das mit den Schmerzen, liebste Eva, ist ein Thema, welches wir heute noch ausgiebig erörtern werden.» Meinem Blick ausweichend, fokussiert auf den Becher, prostete sie mir zu und murmelte nach dem ersten Schluck: «Weisst Du, eigentlich möchte ich gar nicht, dass Du mir Schmerzen zufügst.» Ihre Äusserung liess mich schallend lachen, denn Eva konnte ihre Sehnsucht nach den süssen Torturen, dem Lustschmerz, nicht verbergen. Unvermittelt griff sie meine freie Hand, als ob sie sich ertappt fühlte, und schob nach, wohl um abzulenken: «Du weisst, dass Du schöne Hände hast – ich spinne total auf sie!»
Die Hand. Genau, Eva, dachte ich. Was für eine Steilvorlage.
«So schnell kommst Du nicht aus der Nummer raus… schau mal den Stand nebenan!» Die Auslage war voll von Silberschmuck. Ein besonderes Paar von massiven, silbernen Kreuzen hatte meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Beinahe zu schwer für ein Ohrschmuck, eher was für den Hals, dachte ich. Mit Interesse musterte ich dieses Stück Handwerkskunst, schätzte das Gewicht. Schwer wie Blei waren die beiden, perfekt für meine Zwecke. Ich erwarb den Schmuck und steckte ihn ein. ««Ich denke, Du solltest Busse tun für Deine Verfehlungen. Ab in die Kirche!» Perplex über mein Ansinnen folgte sie mir.
Wir betraten das Gotteshaus durch das spärlich beleuchtete Seitenschiff. Kaum hatte uns die schwere Holztür vom emsigen Treiben draussen getrennt, drückte ich Eva mit meinem ganzen Körpergewicht zur Seite, ihren Rücken ans kalte Gemäuer und küsste sie wild und fordernd. Knopf für Knopf öffnete ich ihren Wintermantel, um mich ihrer Brüste zu bemächtigen. Überrumpelt von der Heftigkeit meiner Attacke war sie nicht in der Lage Widerstand zu leisten – trotz der Tatsache, dass die weihnachtliche Messe im Hauptschiff in vollem Gange und die Bänke gut besetzt waren. Nach einer Weile lösten sich unsere Lippen.
«Ein heiliger Dom?» kicherte sie frech. «Schweig, Du Schandmaul!» herrschte ich sie an, leise genug, um nicht zuviel Hall zu provozieren. Dann holte ich den eben erworbenen Schmuck hervor, und dazu ein paar Krokodil-Klemmen. Eva erschrak. Sie wusste genau, was das zu bedeuten hatte. Mit weit aufgerissenen Augen öffnete sie den Mund, wohl um einen Protest zu formulieren, doch ich hinderte sie daran, indem ich ihre Lippen mit meiner flachen Hand versiegelte. «Psst!» Flugs befestigte ich die Kreuze an den Klemmen, öffnete Evas Bluse, befreite die Brüste aus ihrem BH und heftete meine kleinen, heiligen Folterinstrumente genüsslich daran. Zwei Mal presste sie ein «Autsch!» zwischen den Lippen hervor, immerhin nicht so laut, als dass wir hätten Aufsehen erregen können. Anschliessend knöpfte ich ihre Kleidung wieder behelfsmässig zu. «Das hier, Eva, ist kein Krippenspiel. Komm mit!»
Wir schritten zum Hauptschiff, bogen dann kurz vor Erreichen der Sitzreihen nach rechts ab und liefen unter der seitlichen Empore in Richtung Haupteingang, zu den Wendeltreppen hin. «Los, hinauf!» flüsterte ich. Der Zugang zum oberen Stockwerk war zwar mit einer roten Kordel abgesperrt, doch niemand schien sich daran zu stören, dass wir uns vorbeischlängelten. Zu sehr waren alle mit Blick nach vorne auf die Messe konzentriert. Oben angekommen sahen wir, dass die nur indirekt beleuchteten Emporen wie erwartet wirklich leer waren.
«Leg Deinen Mantel ab und beuge Dich über die Brüstung, damit Du dem heiligen Bimbam da unten folgen kannst. Du kleiner Satansbraten wirst gleich die Hand des Herrn spüren, hier in diesem grotesk grossen Haus. Und es wird an Dir liegen, nicht unnötig Aufmerksamkeit auf Dich zu lenken.»
Das mulmige Gefühl, welches sie offensichtlich plagte, liess sie erneut zögern. «Eva? Ich warte!» Endlich befreite sie sich vom Mantel und stützte sich mit den Ellenbogen auf das steinerne Geländer. Die beiden Kreuze an ihren Brustwarzen sorgten für eine erkennbare Ausbuchtung ihrer Bluse, ihr Gewicht zog wunderbar nach unten. «Fürchtet euch nicht! – so sagt der Engel zu den Hirten. Ein Satz, der so häufig in der Bibel vorkommt wie wohl kaum ein anderer. Fürchtet euch nicht!» tönte es von da. «Fürchte Dich nicht!», wiederholte ich mit süffisantem Lächeln, währenddem ich hinter Eva in die Hocke ging. Ich zerrte und öffnete die seitlichen Reisverschlüsse ihrer Stiefel, so dass sich das Leder am oberen Ende von Evas Beinen zu schälen begannen. «Diese Nuttenstiefel, weisst Du noch, wie sie das einzige Kleidungsstück waren, mit welchem Du dich vor mir präsentieren musstest, das letzte Mal?» Eva begann zu zittern. Eine nervöse Aufregung hatte sie ergriffen. Ich fasste mit beiden Händen synchron zwischen das Leder und die halterlosen Strümpfe und strich mit meinen Handflächen über ihre Beine, langsam hoch bis zum Saum der Strümpfe, leicht darüber, dann aber wieder sachte hinunter, dann erneut hoch… Ein Stöhnen entfuhr dem Mund meiner geliebten Sub, gefangen in einer Situation der Gefahr, entdeckt zu werden und der Lust, die ich ihr bereitete.
Die Weihnachtspredigt wurde weiter fortgeführt, aber niemand ahnte, was sich direkt über ihren Köpfen gerade abspielte. «Der Herr sagt ja zu uns, bedingungslos, ohne wenn und aber. Seine Liebe zu uns wird handgreiflich, sie bekommt Hand und Fuss…» Genau im Moment dieses Satzes fasste ich mit der linken Hand ihren einen Fuss fest, währenddem ich ich mit meiner rechten direkt an Evas Pussy griff, um dort Eintritt zu verlangen. Ihre Nässe hatte auf mich gewartet. Mühelos drangen die ersten drei Finger in sie ein, drückten das weiche Fleisch zur Seite, welches mich begierig empfing. Langsam begann ich, sie zu mit meinen Fingern zu ficken. Immer weicher wurde es, dieses verdorbene Weib, immer williger. Das Bild wurde klar. «Heute wirst Du mich ganz aufnehmen!»
Eva, überrascht von meiner Ankündigung, zog ihr Gesäss zurück und drehte ihren Kopf zu mir. Mit flehendem Gesichtsausdruck sagte sie: «Tu es nicht!» Ein Seufzer folgte, und dann: «Tu es!» Wusste ich es doch! Meine Rein-Raus-Bewegung wurde fordernder, ihr Flüssigkeitsstrom vermehrte sich spürbar. Es war die Einladung ihres Körpers, ihr das anzutun, was sie noch nie erlebt hatte. Aber so bereit wie jetzt hatte ich sie noch nie erlebt. Sie drückte ihre Lende gegen meine Hand. Begleitet lediglich durch einen kleinen Zischlaut, der wohl einem leichten Schmerz geschuldet war, war das Werk im Nu vollbracht: Bis zum Handgelenk war ich in ihr drin. «Du Schlampe!» schimpfte ich und begann mit meinen Drehbewegungen in ihr. Eva, die Sündige, mit einer unbefleckten Empfängnis der besonderen Art. Langsam intensivierte ich die Stimulationen in ihr, so weit, bis Eva sich kaum noch kontrollieren konnte. Würde sie den Halt verlieren, einknicken? Auf einmal spürte ich die Wärme ihres Stromes, der die Himmelfahrt ankündigte, die ich ihr auf diese Weise bescherte, und befreite sie von meiner Hand. Sie vibrierte, und tatsächlich sank sie hinter die Ballustrade, zu mir in meine Arme, auf den Boden. Nur mit Mühe gelang es ihr, die Laute zu unterdrücken, welche unser Tun vor der ganzen Gemeinde unter uns hätten auffliegen lassen.
Ihr Körper war ausser sich und zuckte noch lange, als ich sie festhielt. Wie in Zeitlupe bemühte sie sich, die Kontrolle wieder über sich zu erlangten. Just in diesem Moment stimmten die Kirchgänger das Lied an, welches zur Situation nicht besser hätte passen können «Vom Himmel hoch, da komm ich her». Noch verwirrt, aber sich langsam sich wieder fassend, begann auch Eva den Gesang und die Ironie des Moments zu verstehen. Bevor wir Gefahr liefen, laut loszulachen, griff ich nach ihren Brüsten und entfernte, durch den Stoff hindurch, die Klemmen mit den Kreuzen dran. Die zurückkehrende Durchblutung führte dazu, dass ihre Aufmerksamkeit sofort wieder da war, wo ich sie haben wollte: Auf dem Lustschmerz, den sie mit einem winselnden Klagelaut bejammerte.
Unter dem Kirchenfenster, gegenüber der Balustrade, befand sich ein grosser, hölzerner Stuhl, einem Thron nicht unähnlich. Zwei Armlehnen, bei welchem je eine hölzerne Kugel den Abschluss bildeten. Ausgezeichnet, wie gemacht für mich, dachte ich. «Komm, richte Dich wieder her, damit Du nun mir dienen kannst!»
Ich entledigte mich meines Mantels, meiner Hose und meines Slips. Anschliessend setzte ich mich auf den Stuhl und spreizte meine Beine so, dass sie hinter dieser gegebenen Arretierung zu liegen kamen. Mein Gesäss rutschte ich ganz vorne an den Rand der Sitzfläche. Wie ein Pascha beorderte ich Eva mit dem Zeigefinger zu mir. «Du weisst, was zu tun ist!»
Das Sternenfunkeln, das sich nun in Evas Augen wie ein Feuerwerk zeigte, kam einem beinahe übersinnlichen Schauspiel gleich. Vereinnahmend. Als hätte sich ihre Seele nichts sehnlicher gewünscht, als diese Aufforderung zu erhalten. Zu meiner Überraschung entblösste sie jetzt ihren Oberkörper ganz, zeigte mir ihre festen Brüste und betrachtete mit Freude die Härte, sie sich bei mir aufzubäumen begann. Zuerst triezte sie mich, indem sie den einen geschundenen Nippel an meine Rosette drückte und sie damit massierte, nur um gleich danach mein bestes Stück in den Mund zu nehmen. «Du Miststück!» schimpfte ich, als das Gefühl dieser Wohltat mein Wesen erfasste. Sie hatte mich viel zu gut im Griff, ich wusste es eigentlich. Aber ich genoss es trotzdem.
Dann liess sie kurz ab und begann, mich an der würzigen Stelle zu lecken, steckte danach ihren eingespeichelten Zeigefinger hinein und tastete nach meiner Prostata. Mit dem mädchenhaften Lachen einer Entdeckerin bewegte sie sich gekonnt in mir und fing gleich darauf meinen Schwanz mit ihren wieder Lippen ein, um mich weiter gleichzeitig mit ihren oralen Künsten zu verwöhnen. Ich driftete ab. Dieses jahrhundertealte Gebäude begann irgendwie zu zerfliessen. «Wir bitten dich, Herr, erhöre uns» schallte es von unten. Dieser Satz hätte mir beinahe den Rest gegeben. Verdammt! Nicht jetzt schon, und nicht in ihrem Mund, dafür war sie zu frech gewesen. Kurz vor zwölf, im letzten Moment der Kontrolle, entzog ich mich ihr und richtete mich auf. «Los, auf alle Viere!» befahl ich. Eva gehorchte sofort und bot sich dar wie eine läufige Hündin. Ich zog ihren Rock wieder hoch, spuckte auf ihren Arsch und drang in ihn ihren Anus ein. Da drin sollte sie zu liegen kommen, meine Ladung. Mein Wertvollstes sollte sie in ihrem Hintern haben, mich und meine Essenz spüren, aufnehmen. Innerlich markiert sein, durch die Vereinigung der unnatürlichen Art. Ein heftiger Orgasmus brauchte Erlösung. Die Erlösung des Herrn.
Langsam zog ich meinen Luststab aus ihr raus und schlug mit meiner Handheftig auf ihre Pobacken, mehrfach. Ein Klatschen, welches uns beinahe verriet. Doch Eva stöhnte, es war ihr egal, denn es war diese Kombination aus benutzt- und dominiert werden, den kleine Schmerzen und dem Wissen, ihrem Herrn zu dienen, die sie so erregte – die Welt draussen war egal.
«Frau Eva, wie Sie wieder aussehen! Roter Arsch, gefüllt mit weisser Flüssigkeit, und das in einer heiligen Stätte!» spottete ich, als sie begann, sich wieder zu erheben. Verliebtheit in ihrem Blick. Wortlos. Unbeschreiblich. Als sie wieder auf ihren Beinen stand, trat ganz nahe an mich heran und küsste mich zärtlich. Wie warmes Kerzenwachs verschmolzen wir ineinander, hielten uns zu den Klängen der Orgelmusik, die das Ende der Messe ankündigten. Es war unsere Messe gewesen, unsere persönliche Feier.
Wenig später mischten wir uns unter die aus der Kirche strömende Gemeinde. Zufrieden griff Eva nach meiner Hand und sagte. «Die Hand des Herren. Nie mehr werde ich auf sie verzichten wollen.»
Bei Wilfried brennt Licht. Ich klopfe dreimal an die Tür des Gartenhäuschens und lausche. Heute dauert es etwas länger, doch dann klingt es wie immer. „Wer ist da?“ Ich muss grinsen. „Der Klassenfeind.“ Der Major a.D. des einstmaligen MfS macht leise auf und scheint sich über meinen kleinen Abstecher nach hinten zu freuen. Er trägt einen poppigen Trainingsanzug, neue Kollektion Markenware, die Jacke ist offen, darunter hat er nichts, nur weißbehaarte Brust und Bauch, der erstaunlich flach ist. Dafür sind die Sportschuhe sorgfältig geschnürt. „Komm rein Junge!“ Ich überreiche ihm kommentarlos die Flasche Veterano, die ich unterwegs noch besorgt habe. Ich solle ihm nicht immer etwas mitbringen, hatte Bella mir letztens noch mit auf den Weg gegeben. Nur, die Freude lasse ich mir nicht nehmen.
Der Major a.D. hat sogleich zwei Stumpen in der Hand und gießt ein. Beim Trinken wird nicht geredet, ist einer seiner Wahlsprüche, auch wenn das eigentlich nur für Wodka gilt und nicht für Westplärre. Wir kippen hinter und er gießt neu ein, schaut dabei kurz zu mir rüber, ich nicke zustimmend. Dieses Mal will er doch was sagen. „Wird wohl zur Gewohnheit mit euch Beiden?!“ Ich lasse den warmen Schnaps hinunterrinnen. „Wieso …“, ich schaue ihm in die Augen, „hast du Angst, ich könnte dein Schwiegersohn werden?“ Wir lachen beide. „Nö, bist ja noch nicht mal geschieden. Meine Tochter trifft sich also mit einem verheirateten Mann. Was soll`n die Leute bloß denken? Dann auch noch einer aus der selbständigen politischen Einheit Westberlin.“ Er schüttelt spöttisch den Kopf und wir prosten uns zu, ich nachträglich, mein Glas ist schon leer. Für mehr habe ich jetzt keine Zeit, Bella wartet bestimmt schon.
Während der 40 Meter nach vorne zum Haupthaus habe ich es nicht eilig. Trotzdem, die sechs Stufen hoch zu ihrer Eingangstür schaffe ich in drei Sprüngen. Beim nächsten Mal nehme ich mir mehr Zeit für Wilfried. Ich bin etwas aufgeregt, was ich grundsätzlich ja gutfinde, weil Bella und ich das mit der Freundschaft Plus seit Längerem frisch halten, von Routine keine Spur ist. Dieses Mal ist es aber noch wieder anders, denn wir sind nicht allein.
Als Bella die Tür öffnet, bin ich wie geflasht. Ihr Anblick geht mir durch und durch. Sie ist eine echte Schönheit, wie sie mit Lederjeans und schwarzer ärmelloser Bluse, das braune Haar kurios wild frisiert, die pure Sinnlichkeit einer vierundfünfzigjährigen Frau ausstrahlt. Ich weiß, dass sie Sex für wichtiger erachtet als jedes stylische Gehabe. Sie lächelt, dass sich allein dafür schon die weite Fahrt an den nördlichen Stadtrand gelohnt hat. Wir küssen uns lange, bevor einer von uns etwas sagt, gleich noch an der Tür. Ich bin gierig. An ihren Augen sehe ich, dass das Mädchen schon da ist.
Die Kleine, die junge Frau, wie auch immer, sitzt auf dem Sofa im Wohnzimmer und trinkt Tee. Ich erschrecke ein bisschen, weil sie wirklich so hübsch ist, wie Bella behauptet hatte. Dunkelblondes glattes Haar, das auf einer Seite über die Schulter an ihrem Arm hinabfällt, schöne volle Lippen, blaue Strahleaugen, süße Grübchen. Bella wird sich doch wohl von ihrem Alter überzeugt haben? Sie sieht jünger aus als die 20, für die sie mir angekündigt wurde, woran auch ihre schwarzgeränderte Nerd-Brille nichts ändert. Doch ich weiß, Bella würde das nicht dem Zufall überlassen. Sie ist barfuß. Bestimmt mag Bella das so. Genau wie die Jeans und das weiße T-Shirt, das so dünn ist, dass ihr dunkler BH durch den Stoff hindurch deutlich zu sehen ist. Ich beginne zu schwärmen. Bella stellt uns einander vor. Sie heißt Katharina. Als sie zum Handreichen aufsteht, ist sie fast so groß wie ich, lächelt ein bisschen verlegen und deutet einen Knicks an, bevor sie sich wieder auf das Sofa setzt und sofort ihre Teetasse umklammert. Echt niedlich.
Bella bringt etwas zu Trinken, sorgt für Smalltalk. Ich bin noch zurückhaltend und sie sitzt eng bei ihrer neuen Errungenschaft, von der sie mir am Telefon nur Andeutungen gemacht hat. Sie hält die Hand des Mädchens und ich spüre, dass Bella ebenso aufgeregt ist. Bis gestern wusste ich nicht einmal, dass sie auch auf Frauen steht. Ich frage, was Katharina so macht und erfahre von ihrem Job in einer Videothek. Sie errötet, als sie davon erzählt und ich schließe daraus, dass sie noch nicht weiß, wohin der Weg beruflich führen soll. Fast wäre mir ein „Cool!“ herausgerutscht, das nicht gepasst hätte. Stattdessen lächle ich und als Bella das Gespräch beendet, indem sie eine Hand an Katharinas Wange legt und ihren Kopf sachte zu sich dreht, bin ich froh, dass die beiden etwas miteinander tun.
Bella umfasst sanft Katharinas Nacken, ihre Lippen nähern sich denen des Mädchens, das sofort die Augen schließt und sich küssen lässt ohne zu erwidern, sie dann aber ganz weit öffnet, als Bellas Küsse immer fordernder und feuchter werden. Sie scheint erstaunt, weil es losgeht, ohne dass Bella Worte dazu verliert. Vielleicht konnte sie sich bis dahin auch gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlen würde, von Bella berührt zu werden, was absolut mein Wunsch wäre. Ein paar Male wühlt Bella ihre Zunge tief in den Mund von Katharina, dann nimmt sie ihr behutsam die Brille ab. Es mag seltsam klingen, aber auf mich wirkt das in diesem Moment wie Fürsorge, irgendwas aus Liebe heraus jedenfalls, obwohl es vielleicht auch nur Teil der Verführung der Kleinen ist. Katharina scheint sich derweilen mit Haut und Haar den Berührungen durch Bella hinzugeben. Sie verschwindet wieder hinter sich schließenden Augenlidern, scheint einfach wegzutreiben. In einer auf endlos gestellten Sekunde sehe ich das und als wenn es zu belegen wäre, dass da wer gerade in Gefühlen versinkt, läuft mir ein kalter Schauer vom Nacken hinab.
Es ist nichts abgesprochen, aber ich will auch nicht nur zuschauen. Ich setze mich links auf den freien Platz neben Katharina und fühle allein schon durch die Nähe zu dem Mädchen, wie meine Erregung einen Sprung nach vorn macht. Ich atme ihren Duft, der berührend in mir olfaktorische Erinnerungen an früheste Liebeserlebnisse hervorruft. Ich beginne sie zu entkleiden, ziehe ihr als Erstes das Shirt über den Kopf und nehme ganz nebenbei den Blick Bellas als Zustimmung dazu. Ich streife leicht ihre nackte Schulter und sie lässt sich nach hinten in die Polster sinken. Bellas Hände wühlen in ihrem Haar und sie küsst sie weiter, auch als ich mich an der Hose zu schaffen mache. Der Anblick, den ich habe, der BH, ein wenig zu groß für ihre Brüste, ein ganz zartes Hautröllchen oberhalb des Hosenbundes, all das setzt mir zu. Vielleicht kriegt sie das jetzt gerade gar nicht auf die Reihe, wer da was an ihr macht, zumindest bekomme ich die Hose leicht von ihr herunter und Bella macht mir Platz, damit ich den BH öffnen und abstreifen kann. Ihre Brüste sind freigelegt. Mädchenbrüste. Dieses Stück für Stück nackt Machen von ihr, deren Aufmerksamkeit durch Bellas Liebkosungen abgelenkt ist, macht die Sache für mich ziemlich intensiv. Ich würde sie gerne noch weiter anfassen, tue es aber nicht, weil Bella sich bereits ihrem Höschen zuwendet und es ohne Spektakel einfach herunterzieht. Ich schaue zu und genieße den süßen Anblick. Dass Bella daraus keine Show macht, gefällt mir unglaublich gut. Ich lasse sie allein weitermachen.
Als würde ein Geschenk nach dem anderen auf den Gabentisch gelegt, bietet mir Bella ein Schauspiel, bewusst oder auch nicht, das im Grunde gar nicht spektakulär ist, in seiner Feinheit aber verursacht es in mir eine ganze Folge von intensiven Empfindungen. Es trifft Kopfkino, das so für mich noch nie zur Aufführung gekommen ist. Sie legt Katharina ein ledernes Halsband um und als sie auch noch eine kurze Haltekette daran befestigt, wechseln bei der Kleinen die Gefühle, ich sehe es an ihrem Gesicht. Sie ist anders als gerade eben noch und schaut ganz ernst, ich kenne die Vorgeschichte ja nicht, aber Bella spricht nun leise mit ihr, zur Beruhigung wie es mir scheint. Ich verstehe die Worte nicht, dafür sind sie zu wenig für mich bestimmt. Es klingt wie eine Beschwörung, sie öffnet dabei kaum die Lippen, während sie die Vorbereitungen an Katharina fortsetzt. Auf mich wirkt das wie ein Ritual, als gelte es jedes Zehntel mit einem verführerischen Detail zu füllen
Kerzengerade sitzt Katharina jetzt da, ihr Mund steht offen. Bella legt ihr eine lederne Augenmaske an, deren Riemen sie eng verschließt und sie drückt ihr vorsichtig kleine, zuvor in der Hand erwärmte, Wachsklümpchen in die Ohrmuscheln. Dann bindet sie ihr mit einem kurzen Seil die Hände am Rücken zusammen, wozu sie den Oberkörper Katharinas vorbeugen muss und ich ihre Brüste aus einem anderen Blickwinkel, noch reizvoller als zuvor, sehe. „Bringst du sie rüber?“ Sie meint das Schlafzimmer, hier ist sie jetzt fertig. Die Kleine ist ziemlich steif, wie ich finde, als ich meinen Arm um ihren Rücken lege und unter ihre Beine greife, sie mit einem leichten Ruck hochnehme. Sie erschrickt. Ganz warm fühlt sie sich an. Bella geht vor und schaltet eine kleine Wandleuchte ein, bevor sie hastig Kissen und Decke von ihrem Bett herunterzieht, alles ungeordnet auf einen Stuhl legt. Ich setze Katharina vorsichtig auf das Bett, bringe sie mit leichtem Druck gegen ihren Brustkorb dazu, sich hinzulegen und bleibe bei ihr. Als Bella mit drei braunen Ledergurten an das Bett kommt, helfe ich ihr. Beim letzten Gurt, die ersten beiden verbinden die Fußknöchel und die Beine knapp unterhalb der Knie, muss ich erneut zupacken und Katharinas Oberkörper aufrichten, damit Bella ihn unter den Brustansätzen platzieren kann. Noch während sie mit dem Verschluss beschäftigt ist, fragt sie mich, „Willst du sie ficken?“
Sie fährt nun mit dem Finger erst wahllos über den nackten Körper des Mädchens, endet dann vorläufig am Venushügel ganz dicht vor der Klitoris und behält ihren Blick, der die ausgesprochene Einladung als ernstgemeint unterstreicht, auf mich gerichtet. Katharina kommt allmählich in Bewegung. Damit habe ich gerechnet und trotzdem bin ich darauf nicht vorbereitet. Bella macht mit ihrem Finger weiter, lässt ihn ganz langsam tiefer gleiten. Hätte sie mich am Abend davor gefragt, wäre meine Antwort definitiv „Ja“ gewesen. Jetzt aber bin ich unschlüssig. Das Ganze wirkt auf mich, aber vielleicht ist es auch nur das Setting mit Bella darin, die ich so noch nicht erlebt habe. Katharina ist zauberhaft in ihrer vermeintlichen Unschuld, nicht etwa unberührbar, nur fürchte ich, diese tiefschöne Szene durch meinen Gebrauch an dem jungen Fleisch zu etwas ganz Profanem werden zu lassen. Einmal mehr ein Stück gefesselte Frau durchgevögelt. Ich schüttele den Kopf und Bella wartet nicht länger, zieht sich aus.
Im Folgenden bin ich nur noch Zuschauer. Eine Zeit lang erlebe ich Verführung von erfahrener zu mädchenhaft junger Frau, bei der Bella die Erregung der Kleinen in schmerzhafte Höhen führt, ihre Zunge, ihre Finger eintauchen lässt, sich schließlich auf ihr Gesicht setzt und vom einsetzenden Wimmern und Klagen aus verzweifelnder Lust Katharinas wie in einen Rausch getrieben wird. Ich gehe irgendwann, als Bella eine Pause macht, küsse sie noch auf die Stirn und halte mich nicht lange mit der Verabschiedung auf.
Am Tor zur Straße treffe ich Wilfried, der versucht die Füllung der Papiertonne zusammenzupressen. „Na, habt ihr euch gestritten?“ Er klingt besorgt. „Ach was! Nein, alles in Ordnung.“ Ist es ja auch. „Weißt du, Bella ist ein gutes Mädchen. Sie hält zu mir. Sie sieht zwar aus wie ihre Mutter, aber sie würde nie einfach abhauen.“ Ich gebe ihm Recht. „Aber du musst zugeben, ein bisschen verrückt ist sie schon, oder?“ Zwei Atemzüge lang lässt der alte Mann mich im Unklaren, wie er meine Behauptung findet, dann lächelt er milde. „Kommt ja auch nach mir.“
Rappelvoll war er, der Flug nach Frankfurt. Geschäftsleute, die frühmorgens aufgebrochen waren, um in der Finanzmetropole ihrer beruflichen Tätigkeit in Anzug und mit Krawatte nachzugehen. Auch ich gehörte zu dieser Gilde der Zahlenmenschen.
Meine Assistentin hatte mir einen Sitz am Gang gebucht, obwohl sie genau wusste, dass ich das nicht mochte. «Verena, ich werde Dir dafür den Arsch versohlen!» hatte ich ihr mit einem weit weniger grossen Anteil Schalk gesagt, als sie wahrnahm. Sie kicherte, jedoch – dessen war ich mir sicher – nicht aus Vorfreude, sondern weil sie schlicht keine Ahnung davon hatte, was hinter den Kulissen der biederen Normalität wirklich abgeht. Welche Räume sich jenseits der Fassaden öffnen, wenn man sich nur wagt, die Klinken der Türen zu drücken. Junges Mädchen, welches – wenn schon nicht mehr an den Osterhasen oder den Weihnachtsmann, dann immerhin an die Ehe voll von Blümchensex im Dunkeln, an ewige Treue und glückliche Familienidylle bis ans Lebensende glaubte.
Wenn sie wüsste. Doch ich hatte mir geschworen «Never fuck Business», und Lust auf eine Novizin hatte ich nicht wirklich.
Mein Ärger über den Sitzplatz hatte sich durch die Herrgottsfrühe, welche mich zu dieser Reise nötigte, nicht wirklich gemildert. Unter Berieselung von durch billige Plastiklautsprecher drangsalierter Weichspüler-Musik bahnte ich mir meinen Weg zu 23C. Zu meinem ohnehin schon nicht zu verdrängenden Groll über den fremdbestimmten Sitzplatz liess sich gleich nach mir ein fülliger Mann neben mir nieder, der im Umkreis von 20 Metern einen penetranten Gin-Geruch verströmte. War es vielleicht sein Aftershave? Die Idee irritierte mich mindestens so stark wie das Kleinkarierte, welches sein Sakko zieren sollte und sich anschickte, in der Kabine Augenkrebs zu verbreiten.
Na Bravo – die ganze Sache mutierte zu einem Morgen-Grauen, frisch für mich komponiert aus einer Aneinanderreihung von optischen, olfaktorischen und akustischen Gemeinheiten.
Das Stichwort, welches mich rettete. Gemeinheiten. Aber es war schon wieder viel zu lange her, seit ich das rosa Fleisch gesehen hatte, welches Eva mir inzwischen mit einer Offenheit darbot, die zu ihrer Erziehung nicht hätte konträrer sein können. Meine Erinnerung liess die situationsbedingte Enge im Sitz sich noch etwas weiter zuspitzen. Spitz war ich, und die Spitzen des Nadelrads waren es auch gewesen. Es hatte sich gedreht, ihrem Körper entlang, um auf Hüfte und Schamhügel diese kleinen Vertiefungen und Kerbungen zu hinterlassen, währenddem die brennende Kerze in ihrem Arsch stetig kürzer wurde und die Panik in ihr schürte. «Heiss, die Szene, nicht wahr?» fragte ich sie mit dem breitesten Grinsen, welches mein Mimik-Repertoire hergab.
Die Erscheinung einer blond gelockten Flugbegleiterin riss mich aus meiner Erinnerung. Ein kleiner Schockmoment für mich, denn diese Frau war auf einigen meiner Flüge zuvor schon eingeteilt gewesen… wobei es die letzten beiden Male pikanterweise kurze Wortwechsel gab, die über das Übliche hinausgingen. Da ich insbesondere nach der letzten Begegnung nicht recht wusste, was ich bei ihr ausgelöst hatte, war es mir mit dieser Ungewissheit im Hinterkopf dieses Mal ein wenig unangenehm, sie wiederzusehen.
Angefangen hatte alles eigentlich ganz harmlos. Die erste Begegnung war, als sie mich während eines Fluges aus meiner Vertiefung in Zahlenmaterial holen musste, um mich aufzufordern, den Laptop zu verstauen. Sie war eine wirklich hübsche junge Frau in ihrer blauen Uniform, den strahlenden Augen und High Heels, welche wie magisch meinen Blick fingen.
Beim vorletzten Flug beobachtete ich, wie sie, als das Boarding completed war, ihre hohen Schuhe gegen bequemere Galley-Schuhe wechselte. Sie bemerkte mein Interesse, als ich wie ich wie ein Hund, der Witterung aufgenommen hatte, unablässig auf ihre Beine starrte. Sie schaute zunächst irritiert, dann lächelte sie.
Hatte nicht ein berühmter Autor mal geschrieben, dass eine Frau eine stille Einladung sendet, wenn sie lächelt? Wie absurd, gerade in diesem Kontext, fand ich. Wie häufig wird sie wohl von Passagieren angemacht? Eine Peinlichkeit, die ich für mich nie zulassen würde, das hatte ich mir geschworen. Angestrengt richtete ich meinen Blick auf das Board-Magazin.
Doch diese kleine Sequenz blieb nicht ohne Folgen. Als etwa 15 Minuten später beim Servieren der Getränke meine Reihe dran war, fragte sie mich mit einem frechen Blick: «Was mögen Sie… sonst noch?» Über meine Schlagfertigkeit selbst überrascht antwortete ich: «Was Heisses!» Nüchtern bot sie die gängige Auswahl an: «Tee oder Kaffee?» Gleich danach überreichte sie mir das von mir gewünschte Getränk und wandte sich den nächsten Fluggästen zu. Als wollte sie mich zappeln lassen, nach diesem Flirtversuch – war es wirklich einer? – verlief der weitere Flug ohne weiteren Kontakt mit ihr. Als ich mich erhob, um dem Flugzeug zu entsteigen, war sie zuhinterst in der dortigen Boardküche mit Aufräumen beschäftigt. Unsere Blicke trafen sich nicht mehr.
Die letzte Begegnung mit ihr fand auf einem Flug zurück in meine Heimat statt, welcher ungewöhnlich schlecht belegt war. Die Passagiere sassen in der grotesk gross wirkenden Kabine verstreut; niemand ausser mir war in meiner Reihe, auch die Sitze hinter mir waren leer. Nach dem Start wechselte ich diesmal freiwillig vom Fensterplatz zu demjenigen am Gang, doch die attraktiveFlugbegleiterin machte keine Anstalten, den Flirt vom letztem Male fortzusetzen. Nun denn, Karabinerhaken im Beischlaf-Gemach wären wohl auch nicht ihre Präferenz, dachte ich für mich, und holte mein iPad hervor.
Im Schutz der unerwarteten Einsamkeit betrachtete ich die nicht wirklich jugendfreien Bilder, die ich in der letzten Session von Eva geschossen hatte. Gleichzeitig genoss ich über die geräuschunterdrückenden Ohrhörer Schilderung von Eva, die ich bei ihr in Auftrag gegeben und sie mir noch vor dem Abflug zugeschickt hatte. Sie sollte genau ausführen, wie sie die erste Session mit mir erlebt hatte. Noch immer hatte sie Mühe, sich zu Erotik und Vorlieben offen und explizit zu äussern, aber sie fand dennoch wunderbare Worte:
«Du warst sehr sanft, unerwartet sanft zu mir. BDSM hatte ich in meiner naiven Phantasie immer mit einer gewissen Härte verbunden, weshalb es mich gelinde gesagt überraschte, wie galant, zuvorkommend und liebevoll Du warst. Keine Sekunde hätte ich gedacht, dass uns innerhalb von wenigen Minuten ein solcher Sturm an Empfindungen heimsuchen könnte, einem Tornado gleich. Du hast mich geküsst, als sei ich eine Prinzessin aus Porzellan, und ich fand nicht aus meiner Verwunderung heraus. Dabei war es Deine List. Die Fallhöhe, die Kontraste, die Du gekonnt dadurch aufbautest. Die Winde des Tornados, seine ersten Ausläufer, ich begann sie zu spüren als auf Du auf einmal meine Hände hinter meinem Rücken zusammenhieltest und in meinen Nacken gebissen hast. Deine Zunge wurde fordernder. Als gäbe es eine geheime Vereinbarung zwischen Deinem Körper und meinem, begannen meine Liebes-Sekrete in sich synchron steigernden Wellen mein Höschen zu nässen. Auf einmal wollte ich nur noch Dir gefallen, Dir sein, das sein, was Du von mir verlangst, um mich an Deiner Reaktion, Deiner Erektion zu laben und in Deiner Gier nach mir vollständig aufzugehen. Die höchste Form der Liebe. Meine Wollust setzte mich schachmatt, so dass ich mich heute nicht mehr erinnern kann, wie Du es geschafft hast… ich weiss nur noch, dass ich auf einmal wie ein Paket geschnürt und auf dem Rücken liegend wiederfand, meine Hände unter meinen Beinen hindurch gefesselt, meine Brustwarzen durch böse Klemmen wundervoll gemartert. Ich hatte offenbar meinen Halt verloren, durch den sich leise anschleichenden Tornado, den Du entfacht hattest. Der Fall, er war von grösster Höhe aus erfolgt, die Diskrepanz zwischen Beginn Deiner Liebkosungen und meinem nun gefesselten Zustand hätte nicht grösser sein können. Ich war gefallen, für Dich. Und dennoch war dieser Sturz in meiner Wahrnehmung so weich erfolgt, dass ich ihn nicht als solchen wahrnahm, und dass ich seine Wirkung lediglich an meinen nie zuvor gekannten Lustempfinden erkennen konnte. Das diabolische Antlitz von Dir über mir, und Deine Erektion nur wenige Zentimeter über meinem Kopf – es war so erregend, dass ich alleine durch diesen betörenden Moment alleine schon fast gekommen wäre. Dabei hatte ich noch keine Ahnung, was folgen würde. Der Tornado. Ich öffnete meinen Mund, um Dich aufnehmen, tief in meinem Mund, meinem Rachen. Du hast ihn hineingedrückt und ich habe pariert…»
In der Wonne meines Schwelgens hatte ich nicht bemerkt, wie die blonde Flugbegleiterin von hinten her die Fluggäste zu bedienen angefangen hatte und auf einmal auf meiner Höhe stand. Ein Schreck durchfuhr mich. Hatte sie mitbekommen, welche Bilder ich auf dem Tablet-Computer betrachtet hatte? Mir schien, als würde sie sehr lange in Richtung meines Gemächts blicken. Es konnten nur Sekunden sein. Täuschte ich mich? «Sie sollten den Gurt anschnallen!» forderte sie mich mit einem Augenzwinkern auf. Den Gurt. Nicht ihren Sicherheitsgurt. Diese Frau brachte mich komplett durcheinander. Als wäre nichts gewesen, fragte sie mich anschliessend nach dem gewünschten Getränk. Diesmal orderte ich einen Orangensaft. Mit der Leichtigkeit und Eleganz, welche nur diese fliegenden Damen besitzen, überreichte sie mir das Glas. «Bekommen Sie eigentlich auch was?» fragte ich mit einem vielsagenden Lächeln. «Viel zu selten!» antwortete sie mit einem durchdringenden Blick, wandte sich dann aber flugs nach vorne und stiess den Wagen weiter zur nächsten Reihe.
Was hätte ich tun sollen? Ich konnte diese Frau unmöglich belästigen, doch ihre Signale waren doch eindeutig! Oder doch nicht? Nach der Landung, bei der Verabschiedung vor dem Cockpit blieb sie so professionell-freundlich wie sie mit allen Passagieren war. Eine Abfuhr? Alles nur ein Spiel? Es quälte mich, dass ich der Sache nicht auf den Grund gehen konnte.
Und jetzt waren wir wieder gemeinsam auf diesem Flug, das vierte oder fünfte Mal, und der nächste Moment mit ihr würde kommen. Mit Eva war ich glücklich, aber als zweite Gespielin..?
Kürzlich waren Eva und ich übereingekommen, uns für eine zweite Frau im Spiel zu öffnen. Schon immer hatte sie den Wunsch gehegt, es auch mal mit dem gleichen Geschlecht auszuprobieren und – mit meinem Einverständnis – hatte sie das auch getan. Sie sei eine Umsetzerin! hatte sie stolz festgestellt. «Es ist unglaublich weich mit einer Frau!» schwärmte sie danach. Eine Bekanntschaft via Tinder.
Ganz schön mutig für eine Frau, welche das dritte Mal verheiratet war, fand ich. «Es wäre ja spannend, was Dein Mann dazu sagen würde» ärgerte ich sie, als sie mir von der anfänglichen Nervosität, den ersten und später begierig werdende Küssen, den Berührungen und der Zärtlichkeit berichtete, die sie mit ihrer ersten Gespielin erlebt hatte. «Ach was, mit einer Frau, das ist ja nicht gleich fremdgehen wie mit einem Mann» wiegelte sie ab und fuhr mit ihrer Schilderung fort, nur um die eben gemachte Äusserung zu widerlegen: Irgendwann, so erzählte sie, habe das Geschlecht keine Rolle mehr gespielt. Sie habe komplett ausgeblendet, dass sie mit einer Frau ihre sexuelle Lust auslebte – es war nur noch ein Verschmelzen von zwei Menschen, wo die Grenzen des Bisherigen verschwimmen, in einem Meer von Lust, Sinnesempfindung und dem Streben nach bisher unerreichten Höhen. «Ja, ich gebe es zu, ich glaube, ich stehe auch auf Frauen.» Beinahe trotzig fügte sie hinzu: «Aber lesbisch bin ich deswegen nicht!»
Typisch Frau, amüsierte ich mich. «Ach, ich denke, bei einer Transsexuellen würde ich wohl beim Knutschen auch ausblenden, dass es sich in Wahrheit um einen Mann handelt» begann ich sie zu triezen, in vollem Bewusstsein, dass diese Provokation bei ihr schlecht ankommen würde. Ihr Gesichtsausdruck gab mir auch umgehend Recht. «Warum, liebste Eva, finden so viele Frauen Transsexuelle oder Sex unter Männern dermassen abstossend, während dem sie sich schon beinahe damit brüsten, es auch mal mit dem gleichen Geschlecht getrieben zu haben?» Eva schwieg verlegen.
«Was darf ich Ihnen geben?» fragte mich die blondgelockte Stewardess, mich meinen Gedanken an diese Unterhaltung entreissend. «Den Orangensaft bitte!» antwortete ich. Und dann passierte es: Sie ging in die Hocke, wohl um aus der untersten Schublade des Trolleys eine frische Tüte Saft zu holen. Dabei rutschten ihre Fersen aus den flachen Schuhen und gaben den Blick frei auf die hellen Innenseiten – mit einer gut erkennbaren, handschriftlich darin angebrachten Abfolge von Ziffern an der Seite. Eine Dienstnummer anstelle eines Namens, um die Schuhe als die ihren zu kennzeichnen? Sie nestelte auffällig lange in diesem Trolley, als könnte sie den Saft nicht finden. Plötzlich realisierte ich: Die Inschrift beinhaltete ihre Handy-Nummer. Schnell zückte ich mein Smartphone und machte ein Foto davon. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sie mein Getränk gefunden, erhob sich, schenkte ein und überreichte mir das Glas. «Dass man für den Saft so lange in die Hocke oder gar auf die Knie muss, das war für mich jetzt doch etwas überraschend!» Sie lachte laut und antwortete: «Wirklich? Das glaube ich gerade Ihnen nicht!» Hatte sie «gerade Ihnen» gesagt? Oder hatte ich das hineininterpretiert? Mir wurde heiss und kalt. Spielten meine Hormone verrückt, oder sie mit mir?
Die Landung erfolgte pünktlich, und auch dieses Mal stand der blonde Lockenschopf beim Cockpit zur Verabschiedung. Als ich in ihre Augen schaute, sagte sie: «Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Aufenthalt! Und verwechseln sie ja keine Zahlen!»
Unfähig, auf ihre Äusserung einzugehen, getrieben von den hinter mir wartenden, anderen Passagieren verliess ich das Flugzeug. Das Bild fügte sich langsam zusammen. Diese kleine süsse Schlampe wusste genau, was sie tat. Was sie wollte. Sie musste die Bilder von Eva gesehen haben und war mit ihren Äusserungen so weit gegangen, wie sie es Rahmen ihrer strengen Vorschriften nur konnte. Mein Puls! Am Ende des Fingerdocks war ich ausser Atem, und ausser mir vor Freude.
Im Taxi schrieb ich Eva eine Nachricht: «Bin angekommen. Es könnte durchaus sein, dass mir heute buchstäblich das zugeflogen ist, was wir uns beide wünschen. Kuss!» Zufrieden schloss ich die Augen und genoss das Gefühl eines sich anbahnenden Erfolges.
Flown To (automatically translated by DeepL)
The flight to Frankfurt was packed. Businessmen who had set off early in the morning to pursue their professional activities in the financial metropolis wearing suits and ties. I also belonged to this guild of number crunchers.
My assistant had booked me an aisle seat, although she knew exactly that I didn’t like it. „Verena, I’m going to spank you for this!“ I had told her with a far less portion of mischief than she perceived. She giggled, but – of this I was sure – not out of anticipation but because she simply had no idea what was really going on behind the scenes of the stuffy normality. Which rooms open up beyond the facades, if one only dares to push the door handles. Young girl who believed – if not in the Easter Bunny or Santa Claus, then at least in marriage full of flower sex in the dark, in eternal fidelity and happy family idyll for the rest of her life.
If she only knew. But I had sworn to myself „Never fuck business“, and I didn’t really feel like a novice.
My annoyance about the seat had not really been alleviated by the early morning which forced me to make this journey. I made my way to 23C by listening to cheap plastic loudspeakers and listening to the softener music. In addition to my already unavoidable resentment about the other person’s seat, a stout man settled down next to me, who emitted a penetrating smell of gin within a radius of 20 meters. Was it perhaps his aftershave? The idea irritated me at least as much as the small-minded man who was supposed to adorn his jacket and was about to spread eye cancer in the cabin.
Bingo – the whole thing mutated into a morning nightmare, freshly composed for me from a string of optical, olfactory and acoustic vulgarities.
The keyword that saved me. Vulgarities. But it had already been far too long since I had seen the pink meat that Eva meanwhile was offering me with an openness that could not have been more contrary to her upbringing. My memory let the tightness in the seat, caused by the situation, worsen. I was pointed, and the tips of the needle wheel had been pointed, too. It had turned, along her body, to leave these small indentations and notches on her hips and mons pubis, while the burning candle in her ass became steadily shorter and shorter, fuelling the panic inside her. „Hot, the scene, isn’t it?“ I asked her with the broadest grin that my facial expressions could find.
The appearance of a curly blonde flight attendant tore me from my memory. A small moment of shock for me, because this woman had already been on some of my flights before… whereby the last two times there were spicy short exchanges of words, which went beyond the usual. Since I didn’t really know what I had caused with her, especially after the last encounter, it was a bit uncomfortable for me to see her again this time, with this uncertainty in the back of my mind.
Everything had started quite harmlessly. The first encounter was when, during a flight, she had to get me out of my depression in numerical data to ask me to stow away my laptop. She was a really pretty young woman in her blue uniform, the bright eyes and high heels, which magically caught my eye.
On the penultimate flight I watched her change her high shoes for more comfortable galley shoes when the boarding was completed. She noticed my interest as I stared at her legs incessantly, like a dog that had picked up the scent. She looked irritated at first, then she smiled.
Hadn’t a famous author once written that a woman sends a silent invitation when she smiles? How absurd, especially in this context, I thought. How often do you think she gets hit on by passengers? An embarrassment that I would never allow for myself, I had sworn. Exerting myself, I turned my eyes to the Board magazine.
But this small sequence was not without consequences. When about 15 minutes later it was my turn get drinks served, she asked me with a cheeky look: „What else do you… like?“ Surprised at my own repartee, I answered: „Something hot!“ Soberly, she offered the usual selection: „Tea or coffee?“ Immediately afterwards she handed me the drink I requested and turned to the next passengers. It was as if she was trying to keep me on hold after that flirtation attempt – was it really one? – the rest of the flight went without further contact with her. When I got up to get off the plane, she was busy cleaning up in the back of the board kitchen. Our eyes did not meet anymore.
The last encounter with her took place on a flight back to my home country, which was unusually badly booked. The passengers sat scattered in the grotesquely large-looking cabin; nobody but me was in my row, even the seats behind me were empty. After take-off I voluntarily switched from the window seat to the one in the aisle this time, but the attractive flight attendant made no effort to continue the flirt from last time. Well then, carabiners in the co-sleep-room would probably not be her preference either, I thought to myself, and took out my iPad.
In the shelter of unexpected loneliness I looked at the not really G-rated pictures I had taken of Eva in the last session. At the same time, I enjoyed the noise-cancelling earphones, which I had commissioned from Eva and sent to me before departure. She was to describe exactly how she had experienced the first session with me. She still had trouble expressing herself openly and explicitly about eroticism and preferences, but she still found wonderful words:
„You were very gentle, unexpectedly gentle with me. I had always associated BDSM with a certain hardness in my naive imagination, so it surprised me, to say the least, how gallant, courteous and loving you were. Not for a second did I think that within a few minutes such a storm of sensations could strike us, like a tornado. You kissed me as if I were a porcelain princess, and I did not find out of my amazement. Yet it was your cunning. The drop height, the contrasts you skillfully built up. The winds of the tornado, its first ramifications, I began to feel them when suddenly you held my hands behind my back and bit my neck. Your tongue became more demanding. As if there was a secret agreement between your body and mine, my love secretions began to wet my panties in synchronized waves. All of a sudden I wanted to please you, to be you, to be what you wanted me to be, to feed me with your reaction, your erection and to be completely absorbed in your greed for me. The highest form of love. My lust put me in checkmate, so that today I cannot remember how you did it… I only know that I suddenly found myself tied up like a parcel and lying on my back, my hands tied under my legs, my nipples martyred by evil clamps. I had apparently lost my footing due to the quietly approaching tornado that you had unleashed. The fall, it had happened from the greatest height, the discrepancy between the beginning of your caresses and my now bound condition could not have been greater. I had fallen, for you. And yet this fall was so soft in my perception that I did not perceive it as such, and that I could only recognize its effect by my never before known feelings of pleasure. The diabolical face of you above me, and your erection only a few centimeters above my head – it was so exciting that I almost came through this beguiling moment alone. Yet I had no idea what would follow. The tornado. I opened my mouth to receive you, deep in my mouth, my throat. You pushed it in and I parried…“
In the bliss of my indulgence I had not noticed how the blonde flight attendant had started to serve the passengers from behind and suddenly stood on my height. A fright went through me. Had she noticed which pictures I had looked at on the tablet computer? It seemed to me that she was looking towards my privates for a very long time. It could only be seconds. Was I wrong? „You should fasten the belt,“ she asked me with a wink. The belt. Not my seat belt. This woman completely confused me. As if nothing had happened, she then asked me for the drink I wanted. This time I ordered an orange juice. With the lightness and elegance that only these flying ladies possess, she handed me the glass. „Do you actually get something, too?“ I asked with a meaningful smile. „Far too seldom“ she replied with a penetrating look, but then turned quickly forward and pushed the car to the next row.
What should I have done? I couldn’t possibly have molested this woman, but her signals were clear! Or were they? After landing, when saying goodbye in front of the cockpit, she remained as professional-friendly as she was with all the passengers. A rejection? All just a game? It tormented me that I could not get to the bottom of it.
And now we were together again on this flight, the fourth or fifth time, and the next moment with her would come. I was happy with Eva, but as a second playmate…?
Recently, Eva and I had agreed to open ourselves to a second woman in the game. She had always wanted to try it out with the same sex and – with my permission – she had done so. She was a converter! she had proudly stated. „It’s incredibly soft with a woman,“ she raved afterwards. An acquaintance through Tinder.
Pretty brave for a woman who was married for the third time, I thought. „It would be exciting to see what your husband would say about that“ I annoyed her when she told me about the initial nervousness, the first kisses and later the eager kisses, the touching and tenderness she had experienced with her first playmate. „Oh no, with a woman, that’s not the same as cheating with a man“ she said and continued with her account, only to refute the statement she had just made: At some point, she said, gender no longer played a role. She had completely ignored the fact that she was living out her sexual lust with a woman – it was just a merging of two people, where the boundaries of what had existed before became blurred, in a sea of lust, sensory perception and the striving for heights never reached before. „Yes, I admit it, I think I’m into women, too.“ „But that doesn’t make me a lesbian.“
Typical woman, I enjoyed myself. „Oh, I think if I were a transsexual I would probably ignore the fact that it is really a man when I make out“ I began to tease her, fully aware that this provocation would not go down well with her. Her expression immediately proved me right.
„Why, dear Eva, do so many women find transsexuals or sex between men so repulsive when they almost boast that they have done it with the same sex? Eva was embarrassed.
„What can I give you?“ asked the blonde-haired stewardess, snatching my thoughts away from the conversation. „Orange juice, please.“ I answered. And then it happened: She crouched down, probably to get a fresh bag of juice from the bottom drawer of the trolley. As she did so, her heels slipped out of the flat shoes and revealed the light-coloured insides – with an easily recognisable sequence of numbers handwritten on the side. A service number instead of a name to identify the shoes as theirs? She nested conspicuously long in this trolley as if she couldn’t find the juice. Suddenly I realized: The inscription contained her cell phone number. I quickly pulled out my smartphone and took a picture of it. After what felt like an eternity, she had found my drink, got up, poured it and handed me the glass. „I was surprised that you have to squat or even kneel down to get the juice. She laughed out loud and replied: „Really? I don’t believe specifically you!“ Had she said „specifically you“? Or had I interpreted it into that? I was getting hot and cold. Were my hormones going crazy, or was it her talking to me?
The landing was on time, and again the blond curly-haired man stood by the cockpit to say goodbye. When I looked into her eyes, she said: „I wish you a successful stay! And don’t mix up any numbers!“
Incapable of responding to her statement, driven by the other passengers waiting behind me, I left the plane. The picture slowly came together. This sweet little bitch knew exactly what she was doing. What she wanted. She must have seen the pictures of Eva and had gone as far as she could with her utterances within the framework of her strict regulations. My pulse! At the end of the finger dock I was out of breath, and beside myself with joy.
In the taxi I wrote Eva a message: „Have arrived. It could well be that what we both want has literally flown to me today. Kiss!“ Satisfied, I closed my eyes and enjoyed the feeling of imminent success.
«Eva» seufze ich vor mich hin, tief zufrieden. Kleine Kieselsteine zwischen Schuh und Kopfsteinpflaster knistern unter dem Druck meines Körpergewichtes, als ich durch die spärlich beleuchteten Gassen der novemberkalten Stadt gehe. Fassadensteine, so abweisend wie die Wände des kleinen Kellerraumes, dem ich gerade entstiegen bin. Ich schaue hoch und betrachte die Fenster der Wohnungen der oberen Stockwerke der grossen städtischen Häuser, aus welchen warmes Licht auf mich hinunterströmt. Die Erlebnisse der vergangenen Stunden sind präsent, in meinem Sinn. Dunkle Momente im Kerzenlicht, in welchen Kerzen in Varianten Verwendung fanden, welche den hier wohnhaften Menschen wohl ein Leben lang verborgen bleiben werden.
«Du verdammter Sadist!» hatte sie mich gescholten, mit der süssesten Empörung in ihrer Mimik seit Gott Eva geschaffen hatte. Schliesslich, und das betonte ich ihr gegenüber auch, sei Eva zur Prävention allfällig aufkommender Langeweile des Herrn da, wobei er allerdings bei der Definition des Tageskontingents an auszusprechenden Wörtern etwas übertrieben habe. Überdies, so fügte ich nonchalant hinzu, sei sie aus krummer Rippe entstanden, ihre durch die Fesseln gebeugte Haltung entspreche somit der vom Schöpfer für sie vorgesehenen. Zwischen meiner Erklärung und ihrem nächsten Sinnesrausch blieb nicht mehr genügend Zeit, sich weiter zu echauffieren. Wenigstens nicht im klassischen Sinne.
Die Gasse, welche ich entlang spaziere, mündet in eine Verkehrsachse der Stadt, welche aber zu dieser späten Uhrzeit nicht mehr so stark frequentiert ist.
Eva hatte ich heute intensiv frequentiert, in zwei von drei Vertiefungen, die sie mir anzubieten hatte. Und sie bot sich an, in einer Weise, wie ich es an ihr noch nie zuvor erlebt hatte. Dabei hatte der Abend so unschuldig begonnen. Es war der erste Besuch in diesem speziellen Raum gewesen, und Eva hatte sich, nach der Besichtigung meiner Wirkungsstätte, zuerst mit einem Prosecco etwas Mut antrinken müssen. Die Methoden der Folter waren ihr wohl aus den erotischen Schundromanen eines bestimmten Herrn Wolff bekannt – doch sie zu sehen, verbunden mit nicht nur der Aussicht darauf, sondern der Gewissheit der Anwendung an ihrem Körper, das war doch eine gänzlich andere Dimension. Gerte und Peitsche hatte sie schon spüren gelernt – aber das hier sprengte ihren bisherigen Ereignishorizont.
Wir setzten uns auf die Barhocker, wo sie ihre Beine spreizte. Der leicht verrutschte Saum des einen haltelosen Strumpfes lugte hervor. Ihr Herz pochte wie wild. «Denkst Du nicht, dass der Wunsch nach diesen Praktiken etwas abartig ist?» fragte sie mich unsicher, als wäre ausgerechnet ich die moralische Instanz, die das zu beurteilen hätte. Ich, der Sadist, welch Ironie! Mit dem Ausdruck eines Lehrmeisters schaute ich tief in ihre stahlblauen Augen. «Streng mathematisch ist ein Mensch im Gleichgewicht, wenn er gleich viele Prügel wie Kuscheleinheiten bekommt. Und da ich bisher so ausserordentlich nett zu Dir war, ist jetzt Prügel angesagt.» Wir brachen gleichzeitig in schallendes Gelächter aus, welches erst durch unsere intensiven Küsse erstickte. Sie schmeckten nach Kirsche.
Ein junges, sich in den Armen liegendes und kicherndes Pärchen, eng umschlungen kommt mir entgegen. Immerhin, denke ich, trägt sie Wildlederstiefel, wenn auch ohne Absatz, und sieht gar nicht mal unattraktiv aus. Aus den roten Wangen ihres Partners hingegen lese ich regelmässigen Milchkonsum, vermutlich, weil Mutti es ihm empfohlen hat. Ob er seine Freundin fliegen lassen kann? Wäre sie eine gute Sub? Ob sie weiss, was wirklich guten Sex ausmacht? Ich zweifle an allem davon. Als ihr Parfüm mich beim Vorbeigehen streift, löst es etwas in mir aus. Für eine Sekunde sehe ich vor meinem geistigen Auge, wie ich sie dem jungen Mann entreisse, mit ihr zurückrenne in den Raum, wo ich eben mit Eva war. Wie ich ihr die Kleider und ihre billigen Stiefel vom Lieb zerre und mich dort, schalldicht und eingesperrt, an ihr vergehe, um ihr zu zeigen, was es heisst, wirklich begehrt zu werden. Doch bevor ich weiter in meine innere Finsternis abtauche, zügle ich meine Gedanken. Ich kann nicht jede Frau dieser Welt vor sexueller Einöde bewahren, auch wenn mein Innerstes danach strebt.
Eva ist eine der vielen Frauen, die auch im Alter von Vierzig noch nie erfahren hatten, welche Dimensionen die Erotik umfassen kann. Sie hatte wenig Erfahrung, wahrscheinlich auch nicht so viele Männer in ihrem Leben gehabt, bevor sie heiratete und sich der Misere des 10-Minuten-Sex nach dem Tatort am Sonntagabend hingab, ahnungslos, was Hingabe wirklich bedeuten konnte. Doch dafür muss man die Türen zu denjenigen Räumen aufstossen, die den meisten Menschen verborgen bleiben.
An der nächsten Haltestelle warte ich auf die Strassenbahn, welche mich zum Bahnhof bringen soll. Mein Blick wandert über die Silhouette der Altstadt auf der anderen Seite des Flusses, der den Ortskern meiner Heimat in zwei Hälften trennt. Von all den Menschen, die hier wohnen – wie viele davon wären wohl entsetzt, wenn ich ihnen, versammelt vor mir auf der Hauptbühne des Stadttheaters, von meinen Praktiken erzählen würde. Davon, was ich zu tun pflege, im Rausch befreiender Lust, Frauen zu quälen und ihre Lust daran zu erkennen. Wie oft die Frauen am Folgetag nicht mehr richtig sitzen können und stolz darauf sind, Erregung und Befriedung empfinden. Und wie sie nicht aus erlittenem Schmerz, sondern vielmehr wegen dem unaufhaltsamen Verblassen der Markierungen an ihrem Körper in Tränen ausbrechen?
Die Strassenbahn kommt und ich steige ein. Mit Neugier mustere ich die in diesem Schlangenwesen auf Rädern verteilten Passagiere, vielleicht fünfzehn an der Zahl. Es handelt sich vorwiegend um junge Menschen.
Zuhinterst blödelt eine Gruppe von zwei Mädels und zwei Typen herum. Ich wundere mich über die Mode, die heute jede junge Frau so beliebig, so austauschbar macht. Auch die beiden kleinen Schlampen dort haben keine Ahnung, denke ich, von dem, was hinter den Kulissen der langweiligen Normalität lauert. Allesamt müsste man sie in eine Ausbildung schicken. Warum unterrichtet sie niemand im Fachgebiet der Lust? Warum nicht?
Die eine der Frauen, ich schätze sie etwa 22 Jahre alt, mustere ich besonders aufmerksam und beginne, in Gedanken mit ihr zu spielen. Sie hat eine weisse Bomberjacke mit Fellkragen, verrissene Jeans und weisse Adidas Superstars. Nichts an ihr ist aussergewöhnlich, denke ich, aber ich könnte sie zu etwas Aussergewöhnlichem machen. Aussergewöhnliches mit ihr machen.
Das Szenario beginnt im Nu sich in meinem Kopf zu verdichten. Sie muss sich sämtlicher Kleider entledigen, bis auf die weissen Socken, die ich ihr gnädigerweise lasse. Zuerst verschämt, aber zunehmend selbstbewusst steht sie im Gang, ihre Handgelenkte sind innert Sekunden an den Haltestangen über den Sitzreihen befestigt. Die anderen Passagiere, ja sogar die anderen ihrer Clique schauen gebannt, beinahe fasziniert zu. Sie beobachten diese nackte, junge Frau, und sind gleichzeitig gefangen im inneren Zwist zwischen der Frage, ob Zivilcourage ein Einschreiten erfordert, oder ob alles schlicht einem natürlichen Ablauf folgt.
Sie wehrt sich nicht. Im Gegenteil, sie fordert mich mit ihrer Körperhaltung heraus und geniesst die Situation. Ich bin nicht überrascht: Alle Frauen sind im Grunde verdorben. Sicher hatte sie, dieses Flittchen, schon viele Vergewaltigungsfantasien, hatte sich dabei gerieben, wie unzählige andere Frauen auch. Und keine sprach darüber.
Aus meiner Tasche hole ich den Flogger mit gebürstetem Stahlgriff und fiesen kleinen Lederriemen und beginne, ihren Körper mit meinen Zeichnungen zu verzieren. Sie windet sich um meine Hiebe herum, unsere Bewegungen passen aufeinander wie im Ballett des Theaters, wo sich die Bewohner der ganze Stadt eingefunden haben. Die Empörten, die Neugierigen, die Frustrierten und die Wissenden: Alle können sie jetzt sehen, was ich tue, hier, in der hell erleuchteten Tram, meiner Bühne. Es ist mein Auftritt hier, meine Instruktion, mein Aufruf an die Menschheit, sich den Fesseln der Biederkeit zu entsagen und sich den Fesseln der Lust hinzuwenden. Schaut her! Ich sende meine Botschaft dank der permanent fortwährenden Fahrt in alle Quartiere. Meine Novizin stöhnt, geniesst, geht auf im Hormoncocktail, getriggert aus dieser Mischung aus Public Disgrace und ihrem Mut, den sie gefunden hat, zu erleiden, wonach es ihr dürstete. Ihre Vulva schwillt an; erste milchige Tropfen zeigen sich an den Enden ihrer Schamlippen. Dieses geile Miststück! Ich lege den Flogger zur Seite, greife mit meinen Klauen von hinten an ihre kleinen Brüste. Das weiche Gewebe hat in meinen Pranken Platz, ich knete und drücke sie, was ihr ein süsses Zischen entlockt. Ihre Beine beginnen zu zittern; sie versucht, in die Knie zu gehen, was ihre Fesselung aber verunmöglicht. Der Strassenbahnwagen fährt in eine Kurve, sie verliert den Halt und hängt nur noch an in den Manschetten, an den Handgelenken und offenbart dabei die schmutzig gewordenen Solen der weissen Socken.
Jetzt will ich sie nur noch ficken.
Ich hebe sie am Becken hoch, und sie versteht sofort. Sie spreizt ihre Beine, sucht mit den Füssen Halt in auf den Sitzen zu ihrer Linken und Rechten und findet ihn auch. Sie ist bereit für mich, als wolle sie meine Weisheit, meine Kraft und alles, was ich bin, in sich aufnehmen, volltanken für das noch vor ihr stehende Leben. Hosenstall auf, Kondom drüber, Schwanz rein. «Nutte», schnaube ich vor mich hin, gerade laut genug, dass sie es mitbekommt.
«Hauptbahnhof» schallt es aus den Lautsprecherinnen. Jäh entrissen aus meiner Phantasiewelt erhebe ich mich und torkle zur Türe. Die anderen Passagiere haben sich schon längst verflüchtigt, sich unter die anderen Menschen gemischt, als ich wieder im Hier und Jetzt angekommen bin.
Ich bemerke meine Erektion, die von dieser Tagträumerei herrührt. Eigentlich ist es um diese Uhrzeit eher ein Nachttraum, eine Vorstellung und schmutzige Phantasie über ein schmutziges Mädchen in schmutzigen Socken. Eine Göre, die ich erleuchten wollte, ihr zeigen, was es heisst, den Körper in all seinen wunderbaren Ausprägungen zu geniessen. Zuzulassen, was Mama stets verboten hat. Eigentlich, so überlege ich mir, ist die Warnung vor den Männern mit den Süssigkeiten schon richtig. Denn diese Lutscher wären nie in der Lage, ihr diese besondere Behandlung angedeihen zu lassen.
Himmel, ist das schlimm mit mir heute, denke ich. Kaum hatte ich Eva aus den Fängen gelassen, waren mir schon wieder zwei Frauen begegnet, mit denen ich in meinem Kopf Sex hatte. Und dabei passten sie noch nicht mal in mein Beuteschema. Eva hat offenbar etwas in mir gestartet, sie, die sich so sehr danach gesehnt hatte, mein Miststück zu sein – Stolz hin oder her.
Eben noch hing sie im Sling, die Beine und Hände daran mit dickem Leder und Metall festgeschnallt, ihre Pussy mit Klemmen und Gummibändern auseinandergezogen, tropfnass und ungefickt, währenddem ich sie anal penetrierte. Nur anal. Zwei von drei Löchern, das war meine Vorgabe für heute. Und danach folgte die Nummer mit den Kerzen, einmal hart, einmal flüssig… und kaum hatte meine Hand ihre Wirkung an ihrem geschundenen Intimbereich entfaltet, squirtete sie in hohem Bogen, bis sie komplett dehydriert, bewegungs- und beinahe bewusstlos wie ein nasser Sack dalag.
Die S-Bahn ist pünktlich, ich gönne mir die erste Klasse und setzte mich in ein Viererabteil, in welchem ein sehr alter Mann, offensichtlich unter Morbus Bechterew leidend, sitzt. Er, bestimmt über 90 Jahre alt, blickt kurz auf und lächelt mich an, auf eine merkwürdige Weise, als hätte er alles, was gerade in meinem Kopf gerade vorgegangen war, mitbekommen. Einen kurzen Moment lang fühle ich mich ertappt. Doch dann realisiere ich, dass seine alte, verzogene Kopfhaut gar keine andere Mimik mehr zulässt, als dieses seltsame Lächeln.
Wie viele Frauen hatte er wohl gehabt in seinem Leben? Welche Wahrheiten kennt er, der zu einer Zeit aufgewachsen ist, wo die mancherorts als pervers geltenden Praktiken wohl nicht so allgemein bekannt waren. Eine Epoche, in der aber auch die Überwachung der Gesellschaft nicht so rigoros war, und damit die Chancen für ein längeres Wegbleiben mit einer anderen Person grösser waren, ohne mühsame Fragen fürchten zu müssen.
Der Zug setzt sich in Gang, die flüchtigen Lichter der Vorstadt dringen durch das Spiegelbild des Wagens und setzen mich hypnotisierend in weitere Versatzstücke der Erinnerung an meine Geliebte.
Mit Eva begonnen hatte alles in einem luxuriösen Hotelzimmer. Ich hatte lange keine erotische Begegnung mehr gehabt, entsprechend aufgestaut war meine Lust. Niemand von uns zählte die Orgasmen, die unsere Stunden der Wollust durchsetzten. Nachdem unsere Leiber ihr Äusserstes gegeben hatten, kuschelten wir uns ineinander ein. Kein Zentimeter Luft sollte zwischen uns kommen. Wir waren ein Knäuel aus zwei Menschen, welche die ursprünglichste, intimste Haltung eines Embryos miteinander teilten, als wären wir siamesische Zwillinge.
Als wir uns verabschiedeten, fragte sie mich mit einem Schalk, der auf eine meiner Vorlieben anspielte: «Wirst Du meinen Arsch heiraten?» Ich überlegte nicht lange. «Nein. Ich werde ihn von jetzt an besitzen». Sie verdrehte ihre Augen und zog ihren Mundwinkel weit nach oben, konnte aber die Schamesröte nicht ganz verbergen. Als wollte sie sie negieren, sagte sie beinahe trotzig: «Und ich werde Dich trinken, mein Lieber. Bis zum letzten Tropfen.»
Ich schätze mich glücklich. Sehr. Die Phantasien, dominiert zu werden, hatte sie schon im Vorfeld unseres Treffens erwähnt. Doch wie sehr sie es wirklich wollte, gleichermassen über sich selbst erschrocken wie begierig, das stellte sich erst im Verlauf unserer Begegnungen heraus.
Heute, im Kerker der Altstadt, das war ein erster Höhepunkt. Doch, so bin ich mir sicher, es wird nicht der letzte bleiben. Ich schliesse die Wohnungstüre auf, lege meinen Mantel ab und schwinge mich aufs Sofa. Wie immer nach guter Erotik gönne ich mir ein Glas Whisky und spüre rasch die wohlige Fassstärke in meinen Adern. Kurz schliesse ich die Augen, um diesen Moment auszukosten. Die Erinnerung an eine weitere Episode in meinem Leben, in einer Aussparung zwischen den unverrückbaren Ingredienzen meines Alltags.
Als der letzte Tropfen meine Kehle passiert hat, nehme ich mit meinem Handy eine Sprachnachricht auf: «Gute Nacht, Eva. Ich liebe Dich.»
Es war laut. Die Kirmes, ein Jahrmarkt mit langer Tradition, hatte wieder eine beinahe unüberschaubare Anzahl an Schaustellern mit unterschiedlichen Attraktionen, von Go-Kart bis Achterbahn, für uns bereitgehalten. «Einsteigen, Platz nehmen!» schallte es allenthalben aus den Boxen. Diese Aufforderungen waren die einzigen Unterbrechungen im Fluss der durchdringenden, stampfenden Musik der 80er Jahre.
Das hohe Kettenkarussell tat mit uns genau, was sein Name verhiess. Es kettete uns noch enger aneinander, und zwar einer drehenden und sanften Bewegung. Uns, das waren meine weibliche Begleitung und ich, im Flug der Sessel durch die herbstliche Umgebung. Wir zwei waren für diesen kostbaren Moment isoliert von den Massen zu unseren Füssen und küssten uns im Taumel der sich langsam manifestierenden, berauschenden Orientierungslosigkeit.
Wie ein Teenager fühlte ich mich, in diesem Moment der Magie, die mich schon zu damaligen Zeiten in eine wunderbare Welt entführt hatte. Die einzigartige Anziehungskraft dieser Kirmes hatte die Macht, mich in ein ganz eigenes Delirium zu versetzen. Wobei ich dieses Delirium, ungleich der üblichen Definition, als durchaus angenehmen Zustand wahrnahm. Sicher lag es auch daran, dass diese Frau mich heute auf diesem Bummel begleitete und mir jenes Hochgefühl verlieh, welches den Abwärtsbewegungen des Fahrgeschäfts trotzte.
Franziska. Ein bezauberndes Wesen mit langen, blonden Haaren und grossen Scheinwerferaugen, die stets Neugier, aber auch ihre blanke Gier nach dem Spiel, der Nähe, dem Teuflischen und der gleichzeitigen Zuneigung ausdrückten. Sie hatte mich mit ihrer Art, meine Sinne zu betören, wohl weit mehr unter Kontrolle, als ihr bewusst war. Trotzdem bildete ich mir ein, dass ich derjenige war, der über das Spiel, über uns und unser Schicksal herrschte. Aber eigentlich, ganz am Ende, war es ja doch jemand ganz anderes: Die Bestie in mir.
Die Bestie. Wie passend dieser Gedanke war, als wir uns durch die Massen gequetscht hatten, neben den anderen Fahrgeschäften hindurch, und nun vor der uralten «Wiener Prater»-Geisterbahn standen. Das über Lautsprecher nach Aussen übertragene Kreischen der Opfer, die sich gerade auf einer Fahrt befanden, untermalten die perfekt aufgepinselten Darstellungen von Skeletten, Vampiren und Sensenmännern der Aussenwände. Die schaurigen Gestalten versprachen den noch wartenden Besuchern Höllenqualen, würden sie nur den Mut finden, in einem der Wägelchen Platz zu nehmen und sich mit Hilfe der Angestellten (welche für sich genommen schon mit ihren kantigen Gesichtern und unfreundlichen Blicken furchterregend aussahen) hineinstossen zu lassen. Hinein durch das Tor in Form eines schwarzen, unendlichen Schlundes.
Eine der fürchterlichen, aufgemalten Figuren kannte ich schon seit Kindesalter; es war eine, welche mich in meiner Jugend tatsächlich ängstigte. Sie hatte drei Brüste, und anstelle von drei Brustwarzen je eine Klaue. Franziska musterte sie aufmerksam, nachdem sie mich mit starrem Blick darauf ertappt hatte, und schmunzelte.
«Wagst Du Dich hinein?», fragte ich sie geradeaus.
Eine Provokation, die Franziska wohl bei jedem anderen Mann mit einem lapidaren Lächeln pariert hätte. Eines von der Sorte, welches ihn schäbig oder klein hätte fühlen lassen. Doch meine Frage machte klar, dass das, was wir heute noch vorhatten, jetzt beginnen würde. Meine Frage war als Befehl zu verstehen. Aber ihre Lust, ihr Verlangen nach mir war ohnehin schon zu gross, als dass sie es hätte riskieren wollen, diesen Moment zu verpassen. Nein, sie hatte bestimmt sehnlichst darauf gewartet, dessen war ich mir sicher. Mit dem Ausdruck bezauberndster Zufriedenheit stützte sie ihre Hände auf ihre Hüften und neckte mich ein wenig: «Noch habe ich die Kantschu-Peitsche in meiner Handtasche. Mindestens Gespenster zu dominieren, das sollte mir doch gelingen, wenn nicht sogar mehr!»
Flugs drehte sie sich um, um in ihren schwarzen, kniehohen Stiefeln energisch auf die Kasse zuzusteuern. Dort erwarb das geliebte Geschöpf zwei Fahrchips für uns. Zufrieden folgte ich ihr und zwinkerte im Vorbeigehen der Dame an der Kasse zu. Ich kannte sie gut, doch Franziska sollte das nicht erfahren. Durfte nicht.
Noch nicht.
Wir quetschten uns in eines der kleinen Wägelchen, und mit einem Ruck durch den auch sonst abstossenden Helfer ging die Fahrt los, hinein in die Bahn, ins unberechenbare Dunkel. Als erstes erschien plötzlich ein Sarg vor uns, in welchem eine Leiche zu sehen war, deren Kopf jedoch ausserhalb auf einem Laken lag. Alles war blutverschmiert. Franziska schrie vor Schreck: Ein schriller Ton aus ihrem Mund, den ich von ihr so gar nicht kannte. Wenn ich ihr jeweils am Kreuz diese wohltuenden Schmerzen zuteilwerden liess, sie überraschte mit meinen kleinen oder grossen Gemeinheiten, war sie stets ruhiger. «Könnte es sein, dass Dir eine Geisterbahn doch mehr Furcht einflösst als mein Sadismus?» fragte ich sie in ironisch-beleidigtem Unterton. Doch sie antwortete nicht, denn exakt in diesem Moment wurden wir von herunterhängenden Bindfäden getroffen, die wir in dieser dunklen Grotte natürlich nicht hatten kommen sehen. Mit einem weiteren Ruck schüttelte es uns in weitere Tiefen der Geisterbahn, vorbei an Folterszenen und ekligem Spuk. Schon immer hatte ich mich gewundert, wie viele Gespenster in diesem Gruselkabinett Platz gefunden hatten.
Plötzlich stoppte unser Wagen. Ein Stromausfall? Franziskas Hand krallte sich sofort an meiner fest, beinahe auf schmerzhafteWeise. Offensichtlich lief etwas nicht nach Plan. «Was ist los?» fragte sie mich, doch ich schwieg. Auf einmal hörten wir Schritte auf den Holzdielen. Näherten sie sich? War da jemand? Das Dunkel verhinderte zuverlässig, dass wir nur ansatzweise etwas hätten erkennen können. Nur die Geräusche und ein Luftzug liessen erahnen, dass vielleicht tatsächlich jemand da war. Kurz darauf rumpelte etwas vor uns, dann wurde unser Gefährt von hinten weiterbugsiert, um eine scharfe Linkskurve herum, und kam zu einem erneuten Halt.
Ein Ausgang war es nicht, im Gegenteil: Wir waren, wie es schien, in einem separaten Raum gestrandet, der immerhin durch ein paar flackernde Glühbirnen leicht erhellt war. Dieses künstlich erzeugte Kerzenlicht liess erkennen, dass unser Gleis vor uns endete. Wir waren zwar allein, hörten allerdings, dass die Geisterbahn weiterlief, hinter oder neben uns, mit dem gesamten Heulen, den Schreien, dem bösen Gelächter ab Tonband und dem Kreischen der Besucher, die sich in den nachfolgenden Wägelchen gerade erschrecken liessen. Hatte alles gar nie aufgehört?
Mit zunehmender Gewöhnung der Augen an unsere Umgebung konnten wir erkennen, dass dieser Raum, in welchen wir geraten waren, für eine Geisterbahn eigentlich erstaunlich gross war. Abgetrennt nur durch eine Art Stoffvorhang, klang das Rattern der anderen Wägelchen aber doch so nahe, als müssten wir fürchten, demnächst von ihnen überfahren zu werden. Dann, für einen Moment von vielleicht fünf Sekunden, wurde der Raum hell erleuchtet. Ein Pranger, der sich zwischen unserem Stumenpgleis und dem Vorhang befand, wurde sichtbar. Kurz darauf war es wieder schummrig um uns herum.
Franziska war wie gelähmt, unfähig, die Situation zu deuten. Ich erlöste sie, indem ich mich als denjenigen offenbarte, der das Geschehen im Griff hatte.
«Sagtest Du nicht, dass Du den Mut dazu hättest, diese Geisterbahn zu meistern? Jetzt hast Du die Gelegenheit dazu!» Ich entstieg dem Gefährt und schaute meiner verdutzten Freundin von oben herab in die Augen. «Was hat das alles zu bedeuten?» fragte sie, als sie ihre Stimme endlich wiederfand. Das Licht schwellte wieder an – wir hielten unsere Blicke auf einander gerichtet – und wieder ab.
«Die Furcht, dieses süsse kleine Gift, welches in kleinen Dosen Deine Erregung steigert. Du willst stets davon kosten, nicht wahr?» Franziska senkte ihren Kopf leicht, fixierte mich aber mit ihren wachen Augen und zog dabei ihre Mundwinkel nach oben. Sie vertraute mir. Dieser Anblick, das Zufriedene und die Abenteuerlust in ihrem Antlitz liessen mich schmelzen, auch wenn wohl sich eher ihr Unterbewusstsein dafür verantwortlich zeichnete, und nicht eine Absicht.
Ich wollte sie mehr als je zuvor. Mein Herz pochte in Aufregung und Vorfreude. Noch befanden wir uns erst am Fusse unseres Mount Everest. Der Aufstieg jedoch, der stand uns noch bevor.
«Komm hoch!» Ich half Franziska, auszusteigen und nahm sie in meine Arme. Für einen Moment lang verdrängte ihr unverwechselbarer Geruch dieses aufdringliche Gemisch aus gebrannten Mandeln und Schmieröl in der Luft, welche uns umgab. Begierig küssten wir uns, innig, zärtlich, in dieser künstlichen Dämmerung, die alles andere als romantisch war. Aber aufregend. Mein unbändiges Verlangen nach ihrer Zunge, ihren Lippen, ihrem Geschmack: Es hatte sich über die Zeit, diese verlorenen Tage ohne Begegnung mit ihr aufgestaut, ja, gar zu einer Sehnsucht kulminiert. Mein sehr charakteristischer, starker Atemstoss, den ich durch meine Nase strömen liess, war für Franziska ein eindeutiges Zeichen. Mein Verhalten signalisierte den Auftakt zu einer erotischen Intensität, welche bald über uns beide hereinbrechen würde, und aus welcher es kein Entrinnen geben konnte: Dieses Weib war dazu verurteilt, meiner Lust dienen. Jetzt gleich.
Wie automatisch zog Franziska ihr einteiliges Kleid nach oben und ihren Slip runter, bis er auf Knöchelhöhe steckenblieb. Als das Licht das nächste Mal heller wurde, verriet mir das Glitzern auf dessen Stoff, wie durchnässt er war.
«Lass ihn dort!» flüsterte ich in ihr Ohr, welches ich zuerst mit meiner Zunge spielend umkreiste, nur um danach an ihrem Ohrläppchen zu saugen. Dann küsste ich seitlich ihren Hals, ihren Nacken. Zärtlich war ich, nur kurz bevor mich meine Wollust überkam und ich den oberen Teil ihres Kleides abrupt nach unten riss, ihren BH öffnete und begann, an ihren Nippeln zu lecken und zu saugen. Die kurzen, stöhnenden Laute, die Franziska von sich gab, triggerten meine Libido in einer Art Steigerungslauf.
Ich rang mit mir, in diesem Zustand, der unablässig zwischen bewunderndem Vergöttern auf der einen und dem Trieb meines Sadismus auf der anderen Seite pendelte. Die Bestie in mir, sie war erwacht. Sie, von der ich wusste, dass sie vielleicht noch einige Sekunden, aber sicher keine ganze Minute lang mehr im Zaun zu halten war. Mein Kiefer wollte zubeissen, den Schmerz auf ihre Brüste loslassen. Mein Verlangen, ihr mit härtestem Griff in die Vulva zu fassen, meine Süsse durch das Saure zu ersetzen… diese Gedanken überfluteten mich. Das Pendel war offenbar stehengeblieben, in diesem Extrem meiner tiefen, triebhaften Boshaftigkeit, meiner Besessenheit, welche kein Exorzist je austreiben könnte. «Verdammte, verdorbene Nutte!» schrie es aus unkontrolliert mir raus, «an den Pranger mit Dir!»
Ob Franziska noch daran dachte, dass wir uns in einer Geisterbahn befanden? Unwahrscheinlich, so breitwillig und folgsam, wie sie sich gab. Ihr Höschen hatte die Wirkung einer kleinen Fessel: Nur mit kleinen Schritten konnte sie sich zum Pranger bewegen, legte dort ihren Kopf und ihre Hände hinein, zum trennenden Vorhang hin gerichtet. Die Verschlüsse klappten zu. Jetzt zog ich ihren Slip von den Stiefeln, damit sie ihre Beine spreizen konnte, anschliessend öffnete ich ihr Kleid. Endlich hatte ich sie nackt vor mir, ausgeliefert, machtlos dem gegenüber, was nun folgen würde. Auch wenn das Aufwärmen ihres Pos, zu welchem ich nun ansetzte, gewisse Hinweise darauf gab: Von meinem wirklichen Plan konnte sie keine Ahnung haben.
Die Zeit dafür war reif. Der Handtasche im Wägelchen entnahm ich die neue Peitsche, welche Franziska auf mein Geheiss hin besorgt hatte. Zufrieden begutachtete ich dieses Stück Handwerkskunst unter der flackernden Glühbirne. Gleich würde es zum Einsatz kommen. Doch das alleine wäre profan gewesen. Mit dem nächsten Licht-Intervall griff ich an einen Seilzug, der mit dem Vorhang verbunden war und öffnete ihn auf diese Weise. Die Trennung zwischen uns und den vorbeifahrenden Wägelchen war auf einmal weg.
Franziska realisierte das neue, maliziöse Setting, in welches ich uns gebracht hatte, sofort: Wir waren nun selbst zu einer Darstellung geworden, einem Teil der Geisterbahn. Das Licht ging immer an, wenn jemand vorbeifuhr. Sehen konnten die Besucher den Pranger, Franziskas Kopf und Hände sowie mich im Hintergrund, mit der schwingenden Single-Tail in der Hand.
Sie stiess einen Laut der Panik aus.
Ich jedoch liess mich von ihrer Reaktion nicht irritieren. „Da musst Du durch, du wolltest es so!“ Kurz bevor die nächsten Fahrgäste erschienen, holte ich aus und liess die Lederzunge auf ihren Po knallen, so dass der Schrei – ihr Schrei – der einzig echte und der überzeugendste war, den die ganze Geisterbahn hergab. Das Entsetzen, welches in den Gesichtern der verdutzten Leute zu lesen war, war gleichzeitig ein wiederkehrender Schrecken für Franziska, deren Arsch fortlaufend, Wägelchen um Wägelchen, Schlag um Schlag, mehr glühte.
Irgendwann jedoch war mir der Intervall zwischen den hellen Phasen zu lang geworden. Um meine Sub auf die Spitze des höchsten Berges zu kriegen, musste ich, ungeachtet der technischen Vorgabe, die Kadenz erhöhen. Ich beschleunigte und intensivierte meine Hiebe, bis ihre Schreilaute signalisierten, dass das obere Limit der erträglichen Härte erreicht war. Sofort nahm ich die Stärke etwas zurück und fuhr auf diesem Level fort. Nur unwesentlich später wurde sie leise; ich bemerkte, wie sie zu fliegen begann, getragen von den Wellen des Endorphinrausches, welche sie überkamen. Franziska zitterte am ganzen Leib, komplett erfasst von Lustschmerz und wunderbarer Erlösung.
Nun verlangte ich nach meinem Recht auf Befriedigung. Meine Erregung hatte sich aufgebäumt, in dieser unwirklichen Szene, dieser seltsamen Mischung aus Ort, Gerüchen und Akustik. Als wäre ich unter Drogen, warf ich die Peitsche hastig zur Seite, öffnete meine Hose und begann, Franziska in ungestümer Weise von hinten zu penetrieren. Die Brutalität, die ich ihr angedeihen lassen wollte, wurde durch ihre Nässe beinahe zunichte gemacht. Doch ich liess mich dadurch nicht beirren, sondern stiess weiter heftig zu. Ich erinnerte mich daran, wie sehr sie es liebte, wenn ich direkt in ihr kam. Und genau das tat ich wenig später, sekundiert von einem Gebrüll, dessen dröhnende Lautstärke ich dermassen überraschend fand, dass ich es nicht mir, sondern einem Monster der Geisterbahn zuschrieb. Auch Franziska kam, mit einem dumpfen Stöhnen, und zwar just in dem Moment, in welchem ein weiteres Wägelchen an uns vorbeirüttelte. Doch es war ihr scheissegal, in ihrem Zustand, der jenseits jeglicher Erklärbarkeit lag. Und mir war es noch so recht.
Noch vor den nächsten Besuchern löste ich mich von ihr und zog den Vorhang wieder zu.
Als wir ein paar Minuten später die Geisterbahn über den mit «Exit» markierten Notausgang verlassen hatten, war unsere Welt irgendwie eine andere geworden. Noch mehr Nähe, noch mehr Vertrautheit. Und ein Schmunzeln darüber, welch ausserordentlichen Moment wir soeben unserem Erinnerungsschatz hinzufügen konnten. Franziska legte zuerst ihren Arm um mich, dann ihren Kopf auf meine Schulter. Mein Blick wanderte zu Boden. «Du hast schmutzige Stiefel, Mädchen!» schimpfte ich. «In der Tat!» schmunzelte sie, nachdem sie sich dieser Tatsache vergewissert hatte. «Und ich kenne auch den Übeltäter, denn Dreck ist üblicherweise nicht weiss!» Mit einem fordernden Blick triezte sie mich erneut, dieses verdorbene Schlampenwesen. «Du hast wohl noch nicht genug, oder?» Sie riss ihre Augen weit auf und lachte: «Nein!»
«Na dann müssen wir schnellstmöglich dem unwürdigen Zustand des Untervögeltseins ein Ende setzen.» Nur einen Augenblick später hatten wir das Ende des Areals erreicht. «Taxi!» rief ich.
Am Ufer des Flusses läuft er entlang. Wieder, wie jedes Jahr zu dieser Zeit, zu später Stunde. Er, eine dunkle Gestalt, mit Hut und einem Umhang, wahrscheinlich ein Regenmantel, aber eigentlich richtig erkennen kann man es nicht. Erscheinen tut er nur im Herbst, wenn der Nebel aus dem noch vom Sommer gewärmten Wasser aufsteigt und seine Silhouette im Lichtspiel der alten Strassenlaterne seltsame Formen annimmt. Melissa ist wieder mal zu Besuch im Haus ihrer inzwischen alt gewordenen Eltern, diesmal sogar ausnahmsweise über Nacht, und sieht ihn von ihrer zum Gästezimmer umfunktionierten Kinderstube aus. Sie weiss um ihn seit sie ein Kind war.
Oft hatte sie sich vor ihm gefürchtet, mehr noch als vor einem Geist. Denn im Unterschied zu einem Gespenst ist seine Geräuschkulisse sehr eigenartig. Als würde der Mann (war es wirklich ein Mann?) eine Kette tragen, eine schwere, eiserne, die im Gehen immer wieder an seine Oberschenkel schlägt.
Ihre Eltern hatten immer rasch abgewiegelt, wenn Melissa mal nicht schlafen konnte, weil sie das merkwürdige Klirren zu später Stunde vernahm und sich vor lauter Angst nicht aus dem Bett wagte. Wenn es kein Hirngespinst sei, so trösteten sie ihre Eltern, dann sei es halt jemand aus der nahegelegenen, alten Sägerei. Das Werk war jedoch in der Nacht nie in Betrieb und menschenleer. Doch obwohl sie die Lügen ihrer Eltern durchschaute, klammerte sie sich an ihnen, um einschlafen zu können. Der Kettenmann kam im Herbst auch dann noch, als Melissa schon Teenager war, und die Firma längst eingegangen. Sie hinterfragte schon lange nicht mehr und hatte akzeptiert, dass es diesen Kettenmann einfach gab und sie nie eine vernünftige Erklärung für ihn bekommen würde. Doch das Geräusch der Ketten koinzidierte häufig mit dem heimlichen Masturbieren zu später Stunde, wurde akustischer Bestandteil davon. Mehr noch: Es hatte sogar einen unerwarteten Effekt auf sie. Sie verspürte ein Gruseln, so wohlig, dass es auf seltsame Weise erotisierend wirkte.
Ihre Gedanken drehen in ihrem Kopf. Soll sie jetzt endlich, nach so langer Zeit, hinausgehen, um das alte Geheimnis zu lüften? Sie ist nicht sicher, will situativ entscheiden, sich langsam herantasten. Eigentlich lächerlich, sagt sie sich, vor so etwas Angst zu haben. Nie hat sie von einem Verbrechen gehört, hier in diesem ländlichen, eher spärlich bewohnten Aussenbezirk. Nur ab und zu, so erinnert sie sich, waren von weitem her dumpfe Schreie zu vernehmen. Doch diese Geräusche tat sie entweder als Tierlaute oder irgendwelchen Ehestreit ab. Also, so schliesst sie ihre Überlegungen, kann es sich bei diesem Phänomen auch nicht um etwas Gefährliches handeln.
Sie verlässt das Haus, in dem die Eltern, die durch die Gnade des altersbedingt abnehmenden Hörvermögens ohnehin kaum je durch etwas aufgeschreckt werden, bereits tief schlafen.
Melissa legt den direktesten Weg zum Ufer, der über eine feuchte Wiese führt, trotzdem fast schleichend zurück. Der Duft des modernden Holzes an der Böschung und ein kalter Luftzug erzeugen eine Stimmung wie auf einem verlassenen Friedhof. Es fröstelt sie.
Kurz bleibt sie stehen, um zu lauschen. Tatsächlich, der Kettenmann ist noch immer in Hörweite. Sie kann sogar seine Umrisse von weitem erkennen, vielleicht 30 Meter vor ihr, auf dem Uferweg. Was zum Teufel, so denkt sie sich, tue ich hier eigentlich?
Leise murmelnd spricht sie sich Mut zu. Sie will Klarheit – 30 Jahre der Furcht sind genug. Beherzt nimmt sie die nächsten Schritte in Angriff, um dem Kettenmann zu folgen, unter der Brücke hindurch. Dahinter wird es dunkel. Ihre Augen sind noch etwas geblendet von der Helligkeit der Strassenlaterne, und so verliert sie seine Spur.
Wo ist er bloss hin?
Sie verlangsamt ihren Schritt, damit sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen und sie vielleicht seine Spur wieder aufnehmen kann. Als die Konturen des Weges vor ihr wieder erkennbar werden, läuft sie weiter, weiter dem Fluss entlang. Ihr Ziel ist die Sägerei, die etwas verfallenen Gebäude, obwohl sie sich der Absurdität, den Mann dort zu suchen, bewusst ist. Aber trotzdem will sie nicht aufgeben. Nur wenige Minuten später steht sie am lottrigen Zaun des stillgelegten Betriebs, an welchem ein rostiges Schild noch immer eindrücklich warnt: «Unerlaubtes Betreten des Grundstücks streng verboten!»
Melissa zwängt sich durch einen Loch im Zaun und tritt auf das Gelände. Der Umriss der Gebäude ist gut erkennbar, trotz des spärlichen Streulichts in dieser sternklaren Nacht. Sie spürt ein Schauern in ihr aufkommen, welche sie auf die gleiche, unerklärliche Weise erregt wie das Kettengeräusch in ihrer Jugend. Fast schämt sie sich dafür, doch zum Glück ist niemand hier, der Zeugnis darüber ablegen könnte.
«Guten Abend, Melissa! Ich habe dich erwartet», tönt eine Bass-Stimme in ihrem Rücken. Starr vor Schreck bleibt sie stehen. Nicht einmal ihren Kopf mag sie bewegen, so sehr ist sie gefangen in ihrer Furcht. «Du brauchst dich nicht umzudrehen, du weisst um mich, seit du ein Kind bist. Deine Eltern kenne ich gut. Sie waren oft an meinen Herbstveranstaltungen.» Langsam findet sie die Kraft, hinter sich zu schauen. Es ist keine Überraschung – es ist tatsächlich der Kettenmann, der zu ihr spricht. Ein Hüne im Alter ihrer Eltern, wenn nicht noch älter. Seltsamer Hut, ein Mantel, knorrige Hände, furchendurchzogenes Gesicht, soweit das in der Dunkelheit erkennbar ist. Ein Schmiss auf seiner linken Wange, mutmasslich von einer Keilerei, krönt die schauerliche Erscheinung.
Melissa zittert und versucht verzweifelt, sich aus dem eben Gesagten und ihren Kindheitserinnerungen einen Sinn zusammen zu zimmern, doch irgendwie will es ihr nicht gelingen. Sie nimmt ihren gesamten Mut zusammen und fragt: «Was sind das für Veranstaltungen, von denen du sprichst, Kettenmann? Darf ich dich überhaupt so nennen?» Er lacht. «So nennen mich alle hier im Dorf. Meine Kette ist die Aufforderung, zu erscheinen, hier, in der alten Sägerei. Du bist ihm gefolgt, wie die anderen, die sich schon eingefunden haben. Du weisst wohl noch nicht, welches Geheimnis in dieser Gemeinschaft schlummert. Niemand hat dich aufgeklärt, nicht mal, als du volljährig geworden bist. Keiner dieser Feiglinge.» Der Kettenmann spuckt verächtlich auf den Boden. «Es gibt einen Grund, warum die Leute alle hier in dieser Ortschaft wohnen. Niemand ist zufällig hier. Es ist an der Zeit, dass du diesen Grund erfährst, und ich bin gewillt, ihn dir zu zeigen. Komm mit!»
In Melissas Kopf wirbelt es wie in einem Herbststurm. Ihr Herzklopfen, so fürchtet sie, kann man bestimmt aus vielen Metern Distanz noch hören. Kalter Schweiss bricht in Wellen durch die Poren ihrer Haut. Mit jedem Satz, den der Kettenmann von sich gibt, fühlt sie sich verwirrter. Sie zwickt sich in ihren Oberarm, um sicher zu gehen, dass sie das alles nicht träumt, wobei sie sich nicht einmal entscheiden könnte, ob es wirklich ein Albtraum ist: sie fühlt sich vom Kettenmann, so dämonenhaft er auch aussehen mag, irgendwie magnetisch angezogen. Als wäre sie in einem Horrorfilm, dessen Ende sie nicht verpassen will.
Der alte Mann geht voran, Melissa folgt ihm, hinein in das alte Gebäude, aus dem nur ein sehr fahles Licht schimmert. Die Wasserzufuhr aus dem Fluss für den Antrieb der Gerätschaften ist schon längst trockengelegt, die Inneneinrichtung mit den grossen Sägeblättern mit einer dicken Staubschicht überdeckt. Alles sieht aus in einem Dornröschenschlaf, jedoch ohne Hoffnung auf ein Erwachen.
Der Weg führt zwischen den Gerätschaften der grossen Halle hindurch und an am Ende hinein in das Verwaltungsgebäude. Vor der Treppe in das obere Stockwerk bleibt der Kettenmann stehen und schaut Melissa eindringlich an. Er hat helle Augen wie ein Husky, bemerkt sie. «Bist du bereit?» Melissa nickt, weniger aus Überzeugung denn aus Neugier und der Einsicht, jetzt nicht mehr fliehen zu können. Sie folgt der Handbewegung des alten Mannes, hinauf an den Ort, von wo Lounge-Musik erklingt.
Als sie deren Quelle, das Dachgeschoss, erreicht, erwartet sie dort eine kleine Bar. Ein Tresen, mittig, direkt unter dem Giebel des Daches, vor ihm gemütliche Sessel und Tischchen; einige davon besetzt mit Leuten, die sie als solche aus der Nachbarschaft erkennt und die sie mit einem «na-also, du auch»-Blick empfangen. Wie viele sind es? Zehn? Fünfzehn?
Ein Teil der Frauen ist in Strassenbekleidung dort, andere hingegen in ausgesprochen erotischem Outfit. Lederkorsagen, Spitzen-BHs, Unterbrust-Korsagen, teilweise sind die Brüste vollständig nackt. Männer im Anzug oder in Lederkluft. Und dann der Mann hinter der Theke, der grade Gläser mit einem Handtuch trocknet und dabei intensiv mit einem Gast diskutiert. Sie erkennt ihn sofort: Ihre Jugendliebe, bevor sie mit 19 wegzog. Jason.
Melissa ist sprachlos und muss sich einen Moment am Geländer festhalten. Ihr Auftritt hier ist ihr unangenehm, insbesondere die Aufmerksamkeit, die sie auf sich zieht. Eine barbusige Frau erhebt sich, nähert sich ihr und fasst sie an ihrer Hand. «Melissa, so schön, dich zu sehen, nach so langer Zeit. Komm, ich führe dich in den Nebenraum, wo du dich angemessen kleiden kannst.» Jetzt erst erkennt sie, wer diese Frau ist: Jolanda, die einstmals burschikose Tochter des Dorfmetzgers, von welcher alle immer behaupteten, sie stehe nur auf Frauen. Jetzt aber, so aufgemacht, nur mit Lederrock und hohen Stiefeln wirkt sie auf Melissa eher wie ein männerfressendes Vamp. «Ich helfe dir!», flüstert sie in Melissas Ohr und zerrt sie in einen Nebenraum, eine Art Garderobe mit etwa 25 Spinden. Melissa beginnt langsam zu verstehen. Hinter der Bar muss weitaus mehr sein als Luft – die Leute sind definitiv nicht nur zum Plaudern hier. Da die Musik nur gedämpft in den Nebenraum fliesst, vernimmt sie auf einmal auch Stöhnen und Schreie aus dem hinteren Bereich.
Noch ehe sie irgendetwas sagen kann, umarmt Jolanda Melissa und drückt ihr einen Kuss auf den Mund. «Du bist so hübsch geworden, weisst du das?» Melissa weiss gar nicht, wie ihr geschieht. Sie wurde, ohne zu fragen, von einer Frau einfach so geküsst! Und das von Jolanda, der Aussenseiterin von damals, die zwar gut in der Schule war, aber unter den Mädchen des Dorfes verhasst.
Auch wenn es ihr irgendwie gefällt, erwähnt Melissa zur Sicherheit: «Ich bin nicht so… wie du, falls du das denkst.» Aber Jolanda lacht nur. «Keine Bange! Das gehört zum guten Umgang hier. Regel des Hauses!»
Melissa atmet aus und sucht nach Formulierungen für die richtigen Fragen, stammelt aber am Ende nur: «Was… was spielt sich hier eigentlich ab?»
«Dieses Dorf, unser Dorf… es war schon immer Treffpunkt derjenigen Leute, die eine aussergewöhnliche Erotik pflegen. Schon zu Zeiten unserer Eltern», erklärt Jolanda mit einem feurigen Gesichtsausdruck. «Der Kettenmann hat das alles hier gegründet. Das Dorf war lange Zeit fast wie ausgestorben, als er die alte Sägerei übernahm. Doch das war nur eine Tarnung. Er errichtete den Club hier oben und installierte ihn als sicheren Ort für die etwas andersartigen Leute… wenn du weisst, was ich meine. Über die Jahre zogen immer mehr Leute hierher, alle mit dem Wunsch, hier, unter Gleichgesinnten, ausleben zu können, was sie in ihrem Herzen trugen – abseits der Gefahr gesellschaftlicher Ächtung in anderen Dörfer oder Städten. Auch meine Eltern. Und deine, Melissa.»
Melissa fühlt einen leichten Schwindel, doch das freundliche Gesicht von Jolanda gibt ihr neuen Mut. «So genau wollte ich eigentlich nicht wissen, was meine Eltern getrieben haben. Ich glaube, niemand will das. Aber nun gut. Was geschieht nun?» Jolanda öffnet ihren Spind und zeigt ihr die Sammlung von erotischen Kleidern und Schuhen. «Mit etwas Glück passt dir davon was – im schlimmsten Fall gehen einfach ein paar halterlose Strümpfe», sagt sie mit frechem Blick. Zuerst widerwillig, dann aber mit zunehmendem Interesse mustert Melissa die Garderobe und probiert Teile davon an. Sie hat Glück; ein Minirock, ein Oberteil, Strümpfe und sogar ein paar Pumps passen. «Den Slip musst du leider weglassen, Regel des Hauses», flüstert ihr Jolanda mit einem Zwinkern zu. Einen Moment lang ist Melissa nicht sicher, ob das ein weiterer Annäherungsversuch von Jolanda ist, oder tatsächlich eine Regel. Wie auch immer, sie fügt sich und legt den Slip zur Seite.
Zufrieden, aber mit einem Puls, der ihre Halsschlagader zu sprengen droht, betrachtet sie sich im Spiegel, mit Jolanda hinter ihr, breit grinsend. Daraufhin nimmt Jolanda sie erneut an der Hand und führt sie durch die Türe, die in den grossen Raum hinter der Bar führt.
Dort eingetreten, bleibt Melissa wie angewurzelt stehen, ihre Augen weit aufgerissen. Die hohe Dachschräge zur linken ist gesäumt von vier Prangern nebeneinander, dahinter stehen zwei Liegen. Am Pranger, der ihr am nächsten ist, ist eine Frau befestigt; am darauf folgenden ein Mann eingespannt. Beide werden vom gleichen Herrn, der – gekleidet in Cowboy-Stiefeln, verrissenen Jeans und weissem Hemd – ganz gut in die hölzerne Umgebung passt und seine Opfer mit einer Kantschu-Peitsche abwechselnd bearbeitet. Der Sklave hat sichtlich eine Erektion dabei, sein Schwanz pendelt mit jedem Hieb und verliert an der Eichel sogar einige Tropfen Flüssigkeit. Die Sub hingegen stöhnt nur laut und freut sich offensichtlich über jeden weiteren Hieb, den sie förmlich herbeizusehnen scheint.
Gebannt schaut Melissa zu, bis sich ihr Augenmerk auf die andere Seite richtet. Dort befinden sich vier Strafböcke und ebenfalls zwei schmale Liegen dahinter. Auf der am weitesten entfernten beobachtet sie, wie eine Frau, nur noch mit halb runtergerutschten Strümpfen bekleidet, gerade von einem Mann heftig gefickt wird. Geradeaus, am Ende des Raumes, stehen zwei Andreaskreuze nebeneinander. Flankiert werden die zwei Seiten von halbhohen Sideboards, gefüllt mit allen möglichen Utensilien, Fesseln, Manschetten, Peitschen, Latex-Masken. Auf den Möbeln befinden sich Teelichter, welche die alten, lose an Kabeln von der Decke baumelnden Glühbirnen in der Beleuchtung unterstützen.
Jolanda ist sichtlich erfreut über Melissas grenzenloses Staunen. Als hätte sie sie an einen geheimen Ort geführt, voll von Wundern.
«Komm mit!» fordert sie sie auf und zieht sie den ganzen Weg hinunter, vorbei an den Peitschenopfer linkerhand und der intensiven Fickerei zur Rechten bis ans Ende, zu den beiden Andreaskreuzen. «Bald bin ich dran, mein Dom wird gleich kommen. Du darfst dabei zusehen. Dafür muss ich dich aber an das Andreaskreuz befestigen.» Melissa schaut misstrauisch, aber Jolanda ergänzt sofort mit einem Achselzucken und hochgezogenen Augenbrauen: «Regel des Hauses.»
Melissa zögert, was Jolandas Spott provoziert: «Ist dein Mut hier schon zu Ende? Wirklich!?» Sie, die in der Schule die Aussenseiterin war, ist jetzt plötzlich die Insiderin. Und Melissa, mitten drin im Geschehen, fühlt sich ihn ihrem Stolz sofort angekratzt. «Melissa, es wird dir nichts passieren, was du nicht möchtest. Du schaust uns nur zu!» Das Leuchten, das sich in ihren Augen zeigt, lässt Melissa etwas neidisch werden. «Jason hat es eh nur auf mich abgesehen.»
Als Melissa den Namen ihres damaligen Freundes vernimmt, sind ihre Zweifel wie weggeblasen. Er? Jason? Zwar ist es doch schon lange her, seit sie zusammen waren, denkt sie sich. Aber irgendwie kann sie nicht anders. Etwas tief in ihr drin fühlt sich herausgefordert: Der Wunsch, es ihrer damaligen Mitschülerin zu zeigen, er wächst von Sekunden zu Sekunde. Jason! Nein, das kann nicht sein, denkt sie, dass er Jolandas Dom ist. Und wenn er es ist, dann will sie das ändern. Heute.
Sie willigt schliesslich ein und lässt sich am Kreuz befestigen. Als Jolanda damit aber fertig ist, fährt sie Melissa mit ihren Händen von den Pumps her an den Innenschenkeln entlang sanft und langsam hoch, streichelt sie. «Jolanda… das… es war nicht vereinbart, dass…» stammelt sie, doch ehe sie in der Lage ist, den Satz fertig zu formulieren, spürt sie Jolandas Zunge an ihrer Klit.
Melissa ist innerlich zerrissen. Einerseits ist sie empört, weil sie den Eindruck hat, dass sie von dieser frauenliebenden Jolanda in eine tückische Falle gelockt wurde; andererseits geniesst sie, gänzlich unerwartet, das in ihr aufkommende Gefühl. Am Ende siegt die Lust: Sie schliesst die Augen und lässt sich fallen, in dieser völlig unwirkliche Situation, von der sie vor einer Stunde sich nicht nur ansatzweise hätte vorstellen können, hineinzugeraten.
Plötzlich knallt die Holztür zu, und eine Männerstimme schreit quer durch den Raum: «Jolanda, du verdorbene Nutte! Stell dich sofort an dein Kreuz!» Es ist Jason. Melissa erschrickt und zittert am ganzen Leib, doch die Adressatin der Tirade, Jolanda, scheint beinahe unbeeindruckt. Sie lässt von Melissa ab, steht auf und stellt sich wie ein Häftling an das zweite Kreuz.
Jason tritt an die beiden Frauen heran, würdigt aber Melissa keines Blickes. Zuerst reisst er Jolanda den Rock runter – auch sie ist ohne Slip – und dann öffnet er ihre Stiefel, zieht sie aus und wirft sie in die Ecke. Anschliessend fesselt er sie ans Kreuz. Zum Erstaunen Melissas fügt sich Jolanda nicht einfach ihrem Schicksal – sie geniesst die Prozedur sogar mit einem sanften Lächeln und einem neckischen Seitenblick zu ihr. Also wollte sie sagen: «Das ist Meiner, und ich bin stolz, dass ich sein Opfer bin – und nicht du.»
Als Jolanda fixiert ist, behändigt Jason einen Flogger und bearbeitet seine Sub ohne Vorwarnung, aber nicht minder gekonnt. Melissa beobachtet alles gebannt. Die Erotik, die Stimmung und das Seufzen von Jolanda, welches bald in jubilierendes Jauchzen übergeht, erregen sie. Liegt es daran, dass es Jason tut? Oder ist es das, was er Jolanda antut? Sie weiss es nicht genau… doch sehnt sie sich zu ihrem eigenen Erschrecken auf einmal danach, dass Jason auch sie mal so behandeln würde. Verzweifelt versucht sie, seinen Blick zu fangen. Er aber hat nach wie vor nur Augen für Jolanda.
Auf einmal öffnet sich die Holztür wieder und schlägt mit einem lauten Knall an die Wand. Der Kettenmann, gekleidet im Gewand eines Zimmermeisters, erscheint. Schwarze Samtkleidung, weite Schlaghose, dieser merkwürdige Hut mit breiter Krempe und ein Reisebündel. Jason unterbricht seine Behandlung sofort, alle schauen gebannt zu ihm wie zu einem übermächtigen Herrscher. Alle? Es sind nur Jolanda, Jason, der Kettenmann und sie noch da; die anderen sind bereits verschwunden, ohne, dass Melissa in ihrer Ablenkung etwas davon mitbekommen hätte.
Was hat der Kettenmann bloss vor?
Langsam stapft er auf Melissa zu, ein freches Grinsen in seinem Gesicht. Das Scheppern, welches aus seinem Bündel dringt, lässt nur einen Schluss über dessen Inhalt zu: Eine Kette. Seine Kette.
Auf einmal beginnt Jolanda vor Freude zu kreischen und richtet sich an Melissa: «Das ist ein Höhepunkt, Melissa. Dein erster Höhepunkt! Der Kettenmann, er hat «das Recht des ersten Hiebes» bei jedem Neuankömmling. Regel des Hauses, wie das «jus primae noctis» der Gerichtsherren im 13. Jahrhundert», freut sie sich. Doch Melissa ist fassungslos, unfähig, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen.
Plötzlich fühlt sie sich im Mittelpunkt eines Geschehens, welches sie eigentlich schon längst nicht mehr kontrollieren kann. Selbst Jolanda und Jason mutieren zu Zuschauern.
Der Kettenmann tritt ganz nah an Melissa heran, nimmt seine Kette und legt sie um ihren Hals. Dann beginnt er, die Knöpfe ihres geliehenen Oberteils zu öffnen. Einen nach dem anderen trennt er auf, bis sich ihre Oberweite in voller Pracht vor ihm präsentiert. «Jedes Weib hat meine Behandlung hier genossen, so wirst es auch du, Melissa», dröhnt seine Stimme mit diesem Bass, so kräftig, dass sie ihn in ihrem Brustkorb vibrieren spürt. Aufgeregt ist sie, mit einem Puls, die jedes Elektrokardiogramm sprengen würde. Auf unerklärliche Weise gefällt es ihr, ausgeliefert zu sein, diesem alten, erfahrenen Mann. Und sie will Jolanda zeigen, dass sie mutig ist. Noch viel mehr, so dämmert es ihr, will sie es eigentlich Jason zeigen. Jason, das Wort rotiert in ihrem Kopf wie bei einem Teenager, der sich gerade das erste Mal verliebt hat.
Sie spürt, wie die Kette inzwischen den ganzen Hals umfasst. Das eine Ende der Kette wird zwischen Kreuz und Rücken hinuntergezogen, das andere zwischen ihren entblössten Brüsten hinunter zu ihrer Scham. Exakt dort werden die Metallglieder mit einem Karabinerhaken verbunden. Eng. Durch das spreizen der Schamlippen stellt der alte Meister sicher, dass das kalte Metall genau auf der Klitoris und tief im feuchten, innersten Fleisch ihrer Öffnung zu liegen kommt. Melissa entfährt ein Seufzen. Sie geht auf in diesem Moment, blendet Scham und eigenen Willen aus. Nur ein einziger Wunsch beseelt sie: Zu dienen.
Der Kettenmann greift nach einem Flogger und beginnt, Melissas Körper damit zu streicheln. Das zunächst Wohlige, Sanfte gefällt ihr, steigert sich in der Folge jedoch langsam zu fiesem Zwicken an tausend Stellen. Gekonnt führt er auf diese Weise Melissa in einen milden, aber deutlich zu spürenden Rauschzustand, ein Gefühl, das sie so noch nie erlebt hat. Eigentlich sind es leichte Schmerzen, die sie verspürt, aber die Sehnsucht nach mehr ist stärker, ein innerer Trieb, die Grenzen zu finden.
Auf einmal bricht er ab, holt eine Hundeleine und befestigt sie auf Höhe ihres Bauchnabels an der Kette. Den Flogger tauscht er auch gegen ein anders Instrument und scherzt: «Zur Leine gehört eine Hundepeitsche, nicht wahr?» Dann zerrt er mit der linken Hand an der Leine und beginnt, ihre Brüste mit der Peitsche in der rechten Hand zu schlagen. Der Zug auf die Kette und damit ihre Pussy, und das gleichzeitige Hochpeitschen entlocken Melissa ein immer lauteres Stöhnen, bis sie schliesslich zu schreien beginnt. Es sind Schreie der Lust, der Erregung. Er intensiviert die Behandlung noch etwas, bleibt dann aber auf dem hohen Niveau und hält den Rhythmus, bis es endlich soweit ist: Melissa kommt, mit einem lauten, gepressten «Oh mein Gott!!!» Ihre Muskeln versagen ihren Dienst, sie sackt, nur noch gehalten von den Fesselungen, am Andreaskreuz ein.
Sichtlich zufrieden mit dem Resultat gibt der Kettenmann das Handzeichen, dass Jolanda Melissa vom Kreuz befreien soll. Sie folgt der Anweisung sofort, tut dies hingebungsvoll, liebkost den geschundenen Körper dabei, hilft ihr wieder auf die Beine und stellt sich neben sie.
Jason, der sich während dieser ersten Züchtigung seiner Jugendliebe im Hintergrund gehalten hatte, gesellt sich nun zum Kettenmann. Dieser wirft Jason einen bestimmten Blick zu. Ein Signal. Sofort wendet Jason an Jolanda: «Du kennst deine Aufgabe!»
Jolanda führt Melissa nun zu einer der Liegen und beginnt, sie vollständig zu entblössen. Intuitiv legt sich Melissa mit dem Rücken auf das schmale Bett und winkelt ihre Beine dabei so an, dass ihr Gesäss möglichst nahe am Rand ist. Sie ist heiss, innerlich aufgezogen und jenseits eines Zustandes, in welchem Verstand oder Logik eine Rolle spielen könnten. Sie lebt im Moment und will ihn auskosten, alles, was er hergibt.
Sofort kniet Jolanda vor die Liege und beginnt, mit Fingern und Mund Melissa zu verwöhnen. Diesmal geniesst Melissa den virtuosen Umgang mit ihrer Lust von Beginn weg. Gleichzeitig erkennt sie die Erregung über das weibliche Spiel in den Augen der beiden Männer. Der Kettenmann behändigt eine kurze Singletail-Peitsche und beginnt kurz darauf, auf Jolandas Po einzudreschen. «Du dreckige Schlampe!», ruft Jason von der Seite, wie ein römischer Kaiser, der ein Gladiatorenkampf geniesst. Schmatzlaute, das Zischen und Knallen der Peitsche sowie das Jammern verdichten sich zu einem Sound, der die Gier von Melissa in ungeahnte Höhen treibt.
Jason entledigt sich seiner Hose und reibt nun an seinem Schwanz, erregt durch die Situation seiner Sub, die gerade Melissa verwöhnt und gleichzeitig heftig ausgepeitscht wird. Er wartet auf den Moment, in welchem der Kettenmann eine Pause einlegt und sich auf ein Sideboard setzt. Dann geht Jason hinter Jolanda in die Hocke, zieht die geschundenen Pobacken auseinander und dringt, mit nur wenig Spucke, in ihren Arsch ein. Er fickt sie hart, als wäre sie nur ein billiges Miststück, welches keinerlei menschliche Würde hätte. Nur kurz darauf kommt Jolanda heftig. Unfähig, ihre Zuckungen zu kontrollieren, lässt sie ab von Melissa.
Doch der Kettenmann springt für sie ein, indem er sich an die Seite Melissas begibt und, als wäre es der natürlichste Handgriff, sofort Mittel- und Zeigfinger in ihre Pussy einführt. Als er den G-Punkt findet und ihn massiert, dauert es nur Sekunden, bis Melissa ebenfalls heftig explodiert: Ihre ganze Flüssigkeit spritzt unkontrolliert hinaus in Richtung Jolanda, welche noch immer von Jason anal gefickt wird. Doch auch das dauert nicht mehr lange. Der Anblick des Squirtens gibt ihm den Rest. Er entlädt sich tief im Anus seiner Gespielin, mit einem tief zufriedenen Gesichtsausdruck der Erlösung.
Auf einmal ist es ruhig im Raum.
Niemand ist in der Lage, etwas zu sagen – nur der Kettenmann applaudiert, packt dann seine Kette ein, nimmt den Beutel und schreitet langsam zur Tür hinaus. Jolanda, noch halb benommen, rappelt sich langsam auf, trocknet sich notdürftig mit Papiertüchern und bewegt sich wankenden Schrittes ebenfalls zum Ausgang. Nur Jason bleibt noch da. Und Melissa.
Das ist ihr Moment. «Jason…» fängt sie an. «Jason… wenn ich gewusst hätte!» Doch er fährt ihr mit dem Finger über den Mund und sagt «Pssst. Ich weiss. Du konntest es nicht wissen. Du unartiges Mädchen bist fort, weggelaufen, geflüchtet aus unserem Dorf. Sind es 10 Jahre? 12? Doch jetzt, wo du hier bist, nach diesen vielen Jahren, eröffnen sich gänzlich neue Perspektiven, für Dich, Jolanda und mich. Eine völlig neue Dimension.»
Melissa fühlt sich wie verliebt. Wie sehr sie sich wünscht, von ihm gezüchtigt zu werden, und fortan Teil seines Spiels zu werden. «Jason, denkst du nicht, dass unartige Mädchen bestraft werden sollten?» Er schmunzelt und nickt. «Regel des Hauses!» Dann beugt er sich über ihr Gesicht und küsst sie.
The Chain-Man (automatically translated by DeepL)
He walks along the banks of the river. Again, as every year at this time, at this late hour. He, a dark figure, with a hat and a cape, probably a raincoat, but actually you can’t really recognize it. He only appears in autumn, when the fog rises from the water, still warmed by summer, and his silhouette takes on strange shapes in the play of light of the old street lamp. Melissa is once again visiting the house of her now old parents, this time even overnight, and sees him from her child’s room, which has been converted into a guest room. She knows about him since she was a child.
Often she had been afraid of him, even more than of a ghost. For unlike a ghost, his soundscape is very strange. As if the man (was it really a man?) would wear a chain, a heavy, iron one, which keeps hitting his thighs while walking.
Her parents had always been quick to appease her when Melissa couldn’t sleep, because she heard the strange clanging at a late hour and didn’t dare to get out of bed because of fear. If it wasn’t a fantasy, her parents consoled her, it was someone from the nearby old sawmill. But the sawmill was never in operation at night and was deserted. But although she saw through her parents‘ lies, she clung on to them in order to fall asleep. The chain man came in the fall, even when Melissa was already a teenager, and the company had long since closed. She hadn’t questioned for a long time and had accepted that this chain man simply existed and that she would never get a reasonable explanation for him. But the sound of the chains often coincided with secret late night masturbation, became an acoustic part of it. Even more: it had an unexpected effect on her. She felt a creep, so pleasant that it had a strangely erotic effect.
Her thoughts turn in her head. Should she finally, after such a long time, go out now to reveal the old secret? She’s not sure, she wants to make a decision based on the situation, to approach it slowly. Ridiculous, she tells to herself, that she’s afraid of something like this. She has never heard of a crime, here in this rural, rather sparsely populated suburb. Only once in a while, she remembers, muffled cries from afar could be heard. But she dismissed these noises either as animal noises or some kind of marital row. So, she concludes, this phenomenon cannot be something dangerous neither.
She leaves the house, where her parents, who are hardly ever startled by anything due to the grace of age-related declining hearing anyway, are already fast asleep.
Melissa nevertheless takes the most direct route to the shore, which leads across a damp meadow, almost creepingly. The smell of rotting wood on the embankment and a cold breeze create an atmosphere like in a deserted cemetery. It chills her.
She stops for a moment to listen. Indeed, the chain man is still within earshot. She can even make out his outline from a distance, perhaps 30 metres in front of her, on the path along the riverbank. What the hell, she thinks, am I doing here?
Quietly muttering, she encourages herself. She wants clarity – 30 years of fear is enough. She courageously takes the next steps to follow the chain man, under the bridge. Behind it, it is getting dark. Her eyes are still a little dazzled by the brightness of the streetlight, and so she loses his trail.
Where could he have gone?
She slows down her stride so that her eyes get used to the darkness and she might be able to pick up his trail again. When the contours of the path before her become visible again, she runs on, further along the river. Her destination is the sawmill, the somewhat dilapidated buildings, although she is aware of the absurdity of looking for the man there. But still she does not want to give up. Only a few minutes later, she is standing at the ragged fence of the disused factory, where a rusty sign still impressively warns: „Unauthorized trespassing strictly prohibited!”
Melissa squeezes through a hole in the fence and steps onto the property. The outline of the buildings is clearly visible, despite the sparse scattered light on this starlit night. She senses a shiver coming up inside her, which excites her in the same inexplicable way as the chain noise in her youth. She is almost ashamed of it, but fortunately there is no one here who could bear witness to it.
„Good evening, Melissa! I’ve been expecting you,“ sounds a bass voice in her back. Staring in shock, she stops. Not even her head moves, she is so much trapped in her fear. „You don’t need to turn around, you’ve known about me since you were a child. I know your parents well. They were often at my fall events.“ Slowly she finds the strength to look behind her. It’s no surprise – it’s actually the chain man speaking to her. A giant at her parents‘ age, if not older. Strange hat, a coat, gnarled hands, furrowed face, as far as you can see in the darkness. A bruise on his left cheek, presumably from a bout, completes the gruesome appearance.
Melissa trembles and desperately tries to make sense of what she just said and her childhood memories, but somehow she fails. She takes all her courage and asks: „What are these events you are talking about, chain man? Can I even call you that?“ He laughs. „That’s how everyone in the village calls me. My chain is the invitation to appear, here, in the old sawmill. You followed it, like the others who have already arrived. I guess you don’t yet know what secret lies well hidden in this community. No one has enlightened you, not even when you came of age. None of these cowards.“ The chain man spits contemptuously on the floor. „There is a reason why all the people in this village live here. No one is here by chance. It is time you knew that reason, and I am willing to show it to you. Come along.“
Melissa’s head is spinning like an autumn storm. Her heartbeat, she fears, can probably still be heard from many meters away. Cold sweat breaks through the pores of her skin, in multiple waves. With every sentence the chain man utters, she feels more and more confused. She pinches her upper arm to make sure she’s not dreaming, although she couldn’t even decide if it’s really a nightmare: she feels somehow magically attracted to the chain man, as demonic as he may look. It’s like she’s in a horror movie whose end she doesn’t want to miss.
The old man leads the way, Melissa follows him, into the old building, from which only a very pale light shimmers. The water supply from the river for driving the equipment has long since been drained, the interior with the large saw blades covered with a thick layer of dust. Everything looks like a “Sleeping Beauty”-sleep, but without hope of awakening.
The path leads between the tools of the big hall and at the end into the administration building. In front of the stairs to the upper floor the chain man stops and looks at Melissa urgently. He has light eyes like a husky, she notices. „Are you ready?“ Melissa nods, less out of conviction than out of curiosity and the realization that she can’t escape now anyway. She follows the old man’s hand movement, up to the place from where some lounge music sounds come from.
When she reaches the source of the sound, the top floor, she sees a small cocktail bar. A counter, in the middle, right under the gable of the roof, in front of it comfortable armchairs and small tables; some of them occupied by people she recognizes as such from the neighborhood and who welcome her with a „finally, you too“-look. How many are there? Ten? Fifteen?
Some of the women are there in street clothes, while others are dressed in very erotic outfits. Leather corsages, lace bras, under-breast corsages, some breasts of women are completely naked. Men in suits or leather uniforms. And then the man behind the counter, who is drying glasses with a towel and discussing intensively with a guest. She recognizes him immediately: It’s her childhood sweetheart, before she left home at 19: Jason.
Melissa is speechless and has to hold on to the railing for a moment. Her appearance here is unpleasant for her, especially the attention she attracts. A topless woman rises, approaches her and grabs her by the hand. „Melissa, so good to see you after so long. Come, let me show you to the next room where you can dress appropriately.“ Only now does she realize who this woman is: Jolanda, the once tomboyish daughter of the village butcher, who everyone always said was only attracted to women. But now, all dressed up like that, with only a leather skirt and high boots, she looks more like a man-eating vamp to Melissa. „I’ll help you,“ she whispers into Melissa’s ear and drags her into an adjoining room, a kind of wardrobe with about 25 lockers. Melissa is beginning to understand. There must be a lot more than air behind the bar – the people are definitely not just here to chat. Since the music only flows muffled into the next room, she suddenly also hears moans and screams from the back area.
Before she can say anything, Jolanda hugs Melissa and gives her a kiss on the mouth. „You’ve gotten so pretty, you know that?“ Melissa has no idea what’s happening to her. She was kissed by a woman just like that without asking! And it’s Jolanda who did it, the outsider from that time, who was good in school but hated by virtually all other girls in the village.
Melissa, for safety’s sake, even though she kind of likes it, says, „I’m not like you… if that’s what you’re thinking.“ But Jolanda just laughs. „Don’t worry. It’s all part of the good life here. Rules of the house!“
Melissa exhales and tries to find the right words to ask the right questions, but in the end she just stammers, „What… what is going on here?“
„This village, our village… it has always been a meeting place for people who cultivate an extraordinary eroticism. Even in our parents‘ time,“ Jolanda explains with a fiery expression. „The chain man founded all this. The village was almost extinct for a long time when he took over the old sawmill. But that was just a cover. He built the club up here and installed it as a safe place for the somewhat different people … Over the years, more and more folks moved here, all with the desire to live out what they had in their hearts here, among like-minded people – away from the danger of social ostracism in other villages or towns. Even my parents. And yours, Melissa.“
Melissa feels a slight dizziness, but the friendly face of Jolanda gives her new courage. „I didn’t really want to know exactly what my parents were up to. I don’t think anybody wants that. But now well. What happens now?“ Jolanda opens her locker and shows her the collection of erotic dresses and shoes. „With a bit of luck, some of them will fit you – in the worst case, a pair of stockings will just go,“ she says with a cheeky look. At first reluctantly, but then with increasing interest Melissa inspects the wardrobe and tries on parts of it. She’s lucky; a miniskirt, a top, stockings and even a pair of pumps fit. „Unfortunately, you have to leave out the panties, rule of the house,“ Jolanda whispers to her with a wink. For a moment, Melissa isn’t sure if this is another of Jolanda’s approaches or actually a rule. Either way, she blends in and puts her panties aside.
Happy, but with a pulse that threatens to burst her carotid artery, she looks at herself in the mirror, with Jolanda behind her, grinning broadly. Jolanda then takes her by the hand again and leads her through the door leading to the large room behind the bar.
Once there, Melissa stops as if rooted to the floor, her eyes wide open. The high-pitched roof to the left is lined with four pillory next to each other, behind them two couches. A woman is attached to the pillory closest to her; a man is clamped to the next pillory. Both are held by the same gentleman, who – dressed in cowboy boots, torn jeans and a white shirt – fits quite well into the wooden surroundings and alternately treats his victims with a Kanchu whip. The slave obviously has an erection with him, his cock swings with every stroke and even loses a few drops of liquid on his glans. The sub on the other hand just moans loudly and is obviously happy about every further blow she seems to be longing for.
Melissa watches spellbound until her attention is directed to the other side. There are four punishment blocks and also two narrow couches behind them. On the farthest one she watches a woman, dressed only with half slipped down stockings, being fucked violently by a man. Straight ahead, at the end of the room, two St. Andrew’s crosses stand next to each other. The two sides are flanked by half-height sideboards, filled with all kinds of utensils, shackles, cuffs, whips, latex masks. On the furniture there are tea lights, which support the old light bulbs dangling loosely from the ceiling on cables.
Jolanda is visibly delighted with Melissa’s boundless amazement. As if she had led her to a secret place, full of miracles.
„Come with me!“ she asks her and pulls her all the way down, past the whip victims on the left and the intense fucking on the right to the end, to the two St. Andrew’s crosses. „Soon it’s my turn, my dom will be here soon. You may watch. But for that I have to fasten you to the St. Andrew’s cross.“ Melissa looks suspiciously, but Jolanda immediately adds with a shrug of the shoulders and raised eyebrows: „Rule of the house.“
Melissa hesitates, provoking Jolanda’s mockery: „Has your courage ended here? Really!?“ She, who was the outsider in school, is now suddenly the inside woman. And Melissa, right in the middle of the action, feels that her pride has been scratched. „Melissa, nothing’s gonna happen to you that you don’t want to. You just watch us!“ The glint in her eyes makes Melissa a little jealous. „Jason’s only interested in me, anyway.“
When Melissa hears the name of her boyfriend at the time, her doubts are blown away. Him? Jason? Although it’s been a long time since they’ve been together, she thinks to herself. But she can’t help herself. Something deep inside her feels challenged: The desire to keep up with her classmate, it grows from second to second. Jason! No, it can’t be, she thinks he’s Jolanda’s Dom. And if he is, she wants to change that. Today.
She finally agrees and lets herself be attached to the cross. But when Jolanda is done with it, she gently and slowly caresses Melissa with her hands from the pumps along her inner thighs, strokes her. „Jolanda… that… it was not agreed that…“ she stammers, but before she is able to finish the sentence, she feels Jolanda’s tongue on her clit.
Melissa is torn up inside. On the one hand, she is outraged because she has the impression that she has been lured into a treacherous trap by this lesbian Jolanda; on the other hand, she enjoys, completely unexpectedly, the feeling that arises in her. In the end, lust triumphs: she closes her eyes and lets herself fall into this completely unreal situation, which she could have imagined an hour ago.
Suddenly the wooden door slams shut and a man’s voice screams across the room: „Jolanda, you dirty whore! Get up on your cross right now!“ It’s Jason. Melissa is frightened and trembling all over, but the addressee of the tirade, Jolanda, seems almost unimpressed. She lets go of Melissa, stands up and stands like a prisoner with her back against the second cross.
Jason approaches the two women, but does not pay any attention to Melissa. First he pulls down Jolanda’s skirt – she too is without panties – and then he opens her boots, takes them off and throws them into the corner. Then he ties her to the cross. To Melissa’s astonishment, Jolanda doesn’t just submit to her fate – she even enjoys the procedure with a gentle smile and a playful side glance at her. So as she wanted to tell, „He is mine, and I am proud to be his victim and not you.“
When Jolanda is fixed, Jason handles a flogger and starts to treat his sub with it, without prior warning, but no less skillfully. Melissa watches everything spellbound. The eroticism, the mood and the sighing of Jolanda, which soon turns into jubilant shouting, excites her. Is it because it’s Jason wo does it? Or is it because of what he is doing to Jolanda? She doesn’t know for sure… but to her own horror, she suddenly longs for Jason to treat her that way too. She desperately tries to catch his gaze. But he still only has eyes for Jolanda.
Suddenly the wooden door opens again and bangs against the wall with a loud bang. The chain man, dressed in the robe of a carpenter, appears. Black velvet clothes, wide bell-bottoms, that strange hat with a wide brim and a travel bundle. Jason interrupts his treatment immediately, everyone looks at him spellbound as if he were an overpowering ruler. Everyone? There is only Jolanda, Jason, the chain man and she still there; the others have already disappeared without Melissa noticing anything in her distraction.
What is the chain man up to?
Slowly he trudges towards Melissa, a cheeky grin on his face. The clattering that comes out of his bundle allows only one conclusion about its contents: a chain. His chain.
Suddenly Jolanda starts screaming with joy and addresses Melissa: „This is a climax, Melissa. Your first climax! The chain man, he has „the right of the first blow“ with every new arrival. Rule of the house, like the „jus primae noctis“ of 13th century judges,“ she rejoices. But Melissa is stunned, unable to grasp even one clear thought.
Suddenly she feels herself in the middle of an event which she has not been able to control for a long time. Even Jolanda and Jason mutate into spectators.
The chain man comes very close to Melissa, takes his chain and puts it around her neck. Then he begins to undo the buttons of her borrowed top. One by one he undoes them until her bust presents itself in full splendour in front of him. „Every woman has enjoyed my treatment here, so will you, Melissa,“ his voice booms with this bass, so powerful that she feels it vibrating in her chest. She is excited, with a pulse that would blow any electrocardiogram. In an inexplicable way, she likes being at the mercy of this old, experienced man. And she wants to show Jolanda that she is brave. Even more, it dawns on her, she actually wants to show Jason. Jason, the word rotates in her head like a teenager who has just fallen in love for the first time.
She feels how the chain now covers the whole neck. One end of the chain is pulled down between her cross and back, the other between her exposed breasts down to her private parts. Exactly at this spot, the metal links are connected with a snap hook. Tight. By spreading the labia, the old master makes sure that the cold metal is placed exactly on the clitoris and deep inside the wet, innermost flesh of her opening. Melissa lets out a sigh. She opens in this moment, hiding her embarrassment and her own will. Only one single wish populates her mind: To serve.
The chain man grabs a flogger and begins to caress Melissa’s body with it. She likes the initially pleasant, gentle touch, but then slowly increases to a nasty pinch in a thousand places. In this way he skillfully leads Melissa into a mild, but clearly perceptible state of intoxication, a feeling she has never experienced before. Actually, it is slight pain she feels, but the longing for more is stronger, an inner drive to find the limits.
Suddenly he breaks off, fetches a dog leash and attaches it to the chain at the height of her navel. He also exchanges the flogger for another instrument and jokes: „A dog whip belongs to the leash, doesn’t it?“ Then he pulls the leash with his left hand and starts to beat her breasts with the whip in her right hand. The pull on the chain and thus her pussy, and the simultaneous whipping elicit Melissa to moan louder and louder until she finally begins to scream. They are screams of lust, of excitement. He intensifies the treatment a bit more, but then remains on the high level and keeps the rhythm until the time has finally come: Melissa climaxes, with a loud, pressed „Oh my God!!“. Her muscles fail in their work, she sinks, only held by the bondage, into the St. Andrew’s cross.
Visibly satisfied with the result, the chain man gives the hand signal that Jolanda should free Melissa from the cross. She immediately follows the instruction, does it devotedly, caresses the tortured body, helps her back on her feet and stands next to her.
Jason, who had kept himself in the background during this first chastisement of his childhood love, now joins the chain man. The chain man gives Jason a certain look. A signal. Jason immediately turns to Jolanda: „You know your job!“
Jolanda now leads Melissa to one of the couches and begins to strip her completely bare. Intuitively Melissa lies with her back on the narrow bed and bends her legs so that her buttocks are as close to the edge as possible. She is hot, tucked up inside and beyond a state in which reason or logic could play a role. She lives in the moment and wants to savour it, everything of it.
Immediately Jolanda kneels in front of the couch and begins to pamper Melissa with fingers and mouth. This time Melissa enjoys the virtuoso handling of her lust from the very beginning. At the same time she recognizes the excitement about the female play in the eyes of the two men. The chain man handles a short single-tail whip and shortly afterwards starts to thrash Jolanda’s bottom. „You dirty bitch!“ Jason cries from the side, like a Roman emperor enjoying a gladiator fight. Smacking noises, the hissing and cracking of the whip and the moaning condense into a sound that drives Melissa’s greed to undreamed-of heights.
Jason gets rid of his pants and now rubs his cock, aroused by the situation of his sub, who just continues pampering Melissa and at the same time gets whipped violently. He is waiting for the moment when the chain man takes a break and sits down on a sideboard. Then Jason crouches down behind Jolanda, pulls the maltreated buttocks apart and penetrates her ass with only a little spit. He fucks her hard as if she was just a cheap hooker with no human dignity. A few moments later, Jolanda climaxes hard. Unable to control her twitches, she lets go of Melissa.
But the chain man stands in for her by taking Melissa’s side and, as if it were the most natural thing to do, immediately inserts middle and index fingers into her pussy. When he finds the G-spot and massages it, it takes only seconds until Melissa also explodes violently: All her fluid spurts out uncontrollably towards Jolanda, who is still being anally fucked by Jason. But even that doesn’t take much longer. The sight of the squirting gives him the rest. He cums deep in the anus of his playmate, with a deeply satisfied expression of redemption.
Suddenly the room is quiet.
No one is able to say anything – only the chain man applauds, then packs his chain, takes the bag and slowly steps out the door. Jolanda, still half dazed, slowly pulls herself up, dries herself with paper towels and moves with wavering steps towards the exit. Only Jason remains there. And Melissa.
This is her moment. „Jason…“ she starts. „Jason…if I had known.“ But he puts his finger over her mouth and says „Shh. I know. You couldn’t have known. You naughty girl, little run-away, you fled our village. Has it been 10 years? 12? But now that you are here, after all these years, a whole new perspective is opening up, for you, Jolanda and me. A whole new dimension.“
Melissa feels like she’s in love. How much she wants to be chastised by him and be part of his game from now on. „Jason, don’t you think naughty run-away girls should be punished?“ He smiles and nods. „Rule of the house!“ Then he leans over her face and kisses her.
Einer ihrer Strümpfe ist herunter gerutscht, bis knapp über das Knie. Ich kann mich gerade nicht darum kümmern, denn ich ficke uns warm, bis der Punkt erreicht ist, die Sache intensiver zu machen. Am besten, wenn Jimmy Hendrix anläuft. 12:26 um weiter hinabzusinken. Ich spiele mit ihrer Luft, ist ganz leicht. Ficken und Nehmen, Ficken und Geben. Sie verschlingt mich, saugt mich mit ihrer Pussy ein, als gäbe mein Schwanz Ersatz für Sauerstoff, bis ich sie wieder tiefe Züge machen lasse. Es dauert, ehe ich in ihren Augen finde, worauf es mir ankommt. Dann schlägt meist auch schon die freie Hand, die, die ich nicht festgebunden habe, gegen meine Schulter, manchmal rebellieren auch ihre Beine und es sind noch zwei Gedankenatemzüge Zeit. Ich verzeichne ihr Glück gleich danach in besonders wachen Blicken, spüre das ultra-positive Strahlen überall an ihr, wenn die letzte Woge vom Kamm her immer flacher wird und irgendwo im übrigen Allerlei ausläuft. Mir fehlen dann immer die Worte.
Verdammtes Mistwetter. Ein morgendlicher Wolkenbruch über Frankfurt und die Neue Mainzer Strasse war bereits der Sintflut nahe, und das ausgerechnet kurz vor Arbeitsbeginn. Ich eilte in das Bürogebäude hinein, mit meinem Regenschirm, dessen Zusammenklappen im Eingangsbereich die Wassertropfen im Umkreis von zwei Metern um mich herum verteilen liess. Den strafende Blick des sich innerhalb des Gefahrenbereichs befindlichen Kollegen erwiderte ich mit dem unschuldigsten Lächeln, welches mein Mimik-Repertoire hergab.
Unschuldig! Wenn er bloss wüsste. Das Bild des Andreaskreuzes drückte sich in meine Gedanken. Estelle, daran gefesselt, war förmlich ausgelaufen vor Lust. Und ich war es auch, aber wegen meines Schweisses, der durch alle Poren gedrungen war. Erschöpft.
Wie lange war das jetzt schon her?
Aber er, mein vom Regenschirm genässter Kollege, geschniegelt und mit gelierter Frisur, war noch jung, vielleicht knapp 30. Ich bezweifelte, dass er hinter die Kulissen sehen konnte. Dafür brauchte es etwas mehr Lebenserfahrung und den Fokus auf das, was das Leben wirklich zu bieten hat.
Das Ziel des 28. Obergeschosses hatte ich brav gewählt, an dieser neumodischen, zentralen Liftsteuerung, welche danach den für mich geeigneten Aufzug zuweisen würde. Irgendwie schade, dachte ich, dass diese Zeiten vorbei sind, wo man sich mit Absicht und mit gutem Grund noch in eine Kabine einzwängen konnte, in welche gerade eine attraktive Kollegin verschwunden war; um ein Lächeln zu erhaschen, ihren Duft zu geniessen, sich in erotische Tagträume entführen zu lassen. Für 20 Sekunden, vielleicht 40. Doch mit dieser neuen Art von Elektronik wurden die Benutzer entmündigt und jeglicher Romantik beraubt. Bestimmt hatte der Programmierer das «Emma-Too-Antisexismus»-Prüfsiegel für genderneutrale und belästigungsverhindernde Lift-Software.
Aufzug C sollte mich in das 28. Obergeschoss bringen. Und siehe da! Ich hatte wieder mal Glück. Eine sehr hübsche Kollegin wurde ebenfalls der gleichen Kabine zugewiesen. Schon oft hatte ich sie beobachtet, häufig war sie in ihrem grauen Kostüm gekleidet, so auch heute wieder; schwarze Nylons und schwarze Schnürpumps ergänzten ihr Business-Outfit. Wobei, diese Schuhe hatte ich noch nie an ihr gesehen, meist war sie mit passenden, grauen Pumps aus Wildleder dort. Vermutlich aber hatte sie das Regenwetter bewogen, heute etwas Robusteres zu wählen. Ihre grossen, hellen Augen waren sehr auffällig, wunderbar passend zu ihren hellbraunen Haaren; doch fast immer hielt sie ihren Kopf von mir abgewandt. Eigentlich vermied sie, so machte es den Eindruck, den Kontakt zu jedem Mann, den sie nicht kannte. Als würde vom Maskulinen eine Bedrohung für sie ausgehen.
Dieser Gedanke liess mich schmunzeln. Am liebsten hätte ich ihr gesagt, dass diese wunderbare Gefahr nur von wenigen Männern ausgeht – und einen solchen zu finden, das sei für die meisten Frauen nicht einfach und käme einem Jackpot gleich. Aber was konnte sie schon wissen, dieses unschuldige Wesen.
Unter dem Regime des frei wählbaren Lifts hatte ich jede Gelegenheit genutzt, diese Frau in den Aufzug zu begleiten; häufig waren wir gleichzeitig dort. Jedoch waren wir nie nur zu zweit, in diesem übervölkerten Arbeitsturm, und entsprechend hatte ich es auch nie gewagt, sie anzusprechen. Es hätte, falsch verstanden oder unwillkommen, für mich unangenehm enden können.
Über an verschiedene andere Kollegen verstreut gestellte Fragen hatte ich inzwischen herausgefunden, wer sie war. Eine Controllerin. Jorge, der Kollege von der internen Post, hatte mir mit seinem derben Lachen erzählt, sie heisse zwar Marlène, doch die anderen hier würden sie hinter ihrem Rücken „Marlon“ nennen. Das Gerücht gehe um, sie stehe auf aussergewöhnlichen Sex, «weischt, so wie wenn zwei Mann mitnander haben» lachte er mit seinem südamerikanischen Akzent und hielt sich dabei die Hand vor seinen Mund.
Ich tat seine Bemerkung als einen der typischen Witze der eher einfachen, testosteron-frustrierten Männer ab, ohne jeglichen Wahrheitsgehalt. Doch die Fantasie blieb nicht unberührt, und das Spiel mit ihr in meinem Kopf regte mich an. War alles wirklich nur eine Erfindung gewesen? Rauch, gänzlich ohne Feuer? Die Frau faszinierte mich, und doch fiel mir nichts ein, um prüfen zu können, ob sie für das, was ich so leidenschaftlich gerne tat, mit ihr tun, ihr antun könnte.
Zusammen mit vier weiteren Personen waren wir nun eingepfercht, in der feuchten Wärme des Aufzugs C. Ich musterte sie. Ihr Regenmantel, den sie bereits geöffnet hatte, war etwas kurz geraten, fand ich und blickte hinunter zu ihren Füssen. Regenwasser lief seitlich ihres Schienbeins entlang, ruckelte dann über ihren Fussknöchel, hinab in Richtung Schuh und verschwand in diesem kleinen Spalt zwischen der Innenseite des Leders und ihrem Strumpf. Ob es ihre Fussohle erreichte? Verflixtes Kopfkino! Es begann sofort zu drehen…es tauschte das Regenwasser mit Flüssigkeiten anderer Herkunft, als Ergebnis dessen, was sie gerade eben getrieben hatte. Oder mit sich hatte treiben lassen. Das Andreaskreuz, schon wieder, vor meinem geistigen Auge! Mein Blick verharrte auf dieser Stelle. Doch urplötzlich erkannte ich dort etwas, was mich mehr als nur verblüffte und meinen Leib innert Millisekunden in helle Aufruhr versetzte: Jeweils am Ende der Schnürsenkel befand sich, als deren Abschluss, ein kleines Stück Metall, auf welchem deutlich sichtbar eine Triskele eingraviert war.
War sie sich der Bedeutung bewusst? Oder war es für sie nur ein Mode-Accessoire, so wie manche chinesischen Zeichen, die niemand versteht?
Marlène musste offenbar bemerkt haben, dass ich, wie zur Salzsäule erstarrt, meine Pupillen auf ihre Füsse gerichtet hielt; denn als ich von meinem kurzen Hormonrausch wieder in die Realität der Kabine zurückgekehrt war, erkannte ich, dass ihre Augen offensichtlich bereits auf mich gewartet hatten: Sie fixierten mich direkt. Kein Lächeln auf ihren Lippen. Aber es war auch kein Blick, der ein unangenehmes Berührtsein offenbart hätte. Eher interpretierte ich eine gewisse Neugier. Eine solche hatte sie mir gegenüber, während den bisherigen Fahrten, in ihrer abweisenden Art, nie gezeigt. Sie machte es mir dadurch leichter, ebenfalls nicht zu lächeln, denn das hätte die Chance, die ich gerade witterte, unweigerlich zerstört. Es erforderte so schon meine volle Konzentration, kostete meine ganze Energie, sie jetzt nicht in die Belanglosigkeit eines alltäglichen Momentes zu entlassen. Ich musste den Augenkontakt halten, so lange, bis das Erreichen ihres Ausstiegspunktes ihn zwangsläufig zerstören würde.
Sie enttäuschte mich nicht – sie hielt mir stand. Hätte auch nur jemand von uns ein Wort gesprochen, die Magie des Moments wäre sofort vernichtet gewesen. Ob sie es auch so empfand?
Im 25. Stockwerk hielt der Aufzug. Marlène blickte nach vorn, bahnte sich den Weg mit unter murmeln eines kleinlauten «Entschuldigen Sie» den anderen Herren gegenüber hinaus. Der entscheidende Moment war kommen. Jetzt, wo sie draussen war und die Lifttüren sich wohl bald anschickten, zu schliessen. Wenn sie sich nicht nochmals zu mir umdrehen würde, wäre alles umsonst gewesen.
Doch auf dem Vorplatz des Aufzugs begrüsste sie einen Kollegen. Warum in aller Welt heute, jetzt, in diesem Moment? Der Schliessmechanismus hatte sich in Bewegung gesetzt, und ich erwog schon das völlig absurde Szenario, aus dem Lift zu stürzen, um ihre Aufmerksamkeit noch einmal zu erlangen. Jetzt definitiv den Anknüpfungspunkt zu finden, den sie mir in dieser Sekunde verweigerte. Verdammt, Marlène, schrie ich innerlich, laut über meine Nase schnaufend, mit schweissnassen, verkrampften Händen in meinem Mantel.
Dann drehte sie ihren Kopf. Tatsächlich! Sie blickte nochmals zu mir. Sie suchte mich unter den anderen Herren in Anzügen, und sie fand mich. Zwei Sekunden vielleicht, bevor das Metall die Verbindung zwischen uns kappte.
Meine Anspannung war weg. Die Augen fielen zu und blieben es, für die restliche Fahrt in den 28. Ich hatte gewonnen, irgendwie. Wenig später erreichte ich meinen Arbeitplatz und liess mich in den Stuhl sinken, beide Arme aussen an den Armlehnen, Kopf nach hinten geneigt, Blick an die Decke.
Dann aber kam der Sinn für Logik zurück. Auf einmal fühlte sich das Erlebnis wie ein Pyrrhussieg an: Wie um Himmels willen konnte ich mich ihr wirklich nähern, anknüpfen?
Produktivität? Das Wort wäre eine Beleidigung gewesen für den zähflüssigen Arbeitstag, den ich nun hinter mich zu bringen versuchte. Irgendwie konnte ich für die bevorstehenden Kundentermine nicht die erforderliche Konzentration aufbringen. Oder wollte nicht. Meine Gedanken kreisten um sie, um Marlène. War sie die Sub von jemandem? Hatte sie darauf gehofft, dass sie unentdeckt bliebe, die Wahl der Schuhe, die sie bestimmt sonst nur zu Sessions trug, nur heute ausnahmsweise ins Büro? Oder war es eine heimliche Einladung an einen Wissenden, an jemanden wie mich?
Wie konnte meine Taktik aussehen? Ein plumpes E-mail? Eine Chat-Nachricht über den Messenger? Das wäre nicht nur stillos, sondern im schlimmsten Falle gefährlich. Elektronische Spuren, welche sofort auf mich zeigen würden; die vervielfältigt an die falschen Stellen geraten könnten. Meine Karriere: Sie wäre ruiniert, durch ein paar wenige Worte.
Dann, auf einmal, kam es mir die Lösung in den Sinn: Eine schriftliche Nachricht! Aber auch hier durften die Spuren nicht auf mich weisen. Jeder Drucker, so hatte mich ein Forensiker mal aufgeklärt, markiert einen eindeutigen, identifizierenden Code auf dem Papier in einer extrem hellgelben und klitzekleinen Schrift, von normalem Auge nicht zu erkennen. Wer weiss, vielleicht ist auch das Papier schon ohne Drucker codiert? Nein, die Vorsicht gebot es, ein Stück Papier aus einem Brief an mich herauszuschneiden und es mit Tinte zu beschriften. Es war nur ein schmaler Streifen – mehr brauchte ich aber auch nicht. Ich schrieb: «Wir zwei haben mehr gemeinsam, als Du ahnst. Dein Blick und Dein Schuh haben Dich verraten. Triff mich in der Caféteria um 9 Uhr.» Ich unterzeichnete nicht mit meinem Namen, sondern dem Triskele-Symbol. Die Mitteilung musste eindeutig für sie sein – und dennoch bot ich ihr alle Möglichkeiten. Und mir auch.
Ich hatte eine kühne Hoffnung für den perfekten Ort, um ihr diesen Zettel zukommen zu lassen, als ich mich zu später Stunde auf den Weg zu ihrem Desk machte. Zu dieser Uhrzeit war allerhöchstens noch die Raumpflegerin unterwegs, und mit diesem Risiko konnte ich gut leben. Jorge hatte mir den Ort ihres Wirkens verraten. Mein Herz machte einen Freudensprung, denn ich fand dort genau das, was ich für die Umsetzung meines Planes benötigte: Neben ihrem PC standen ihre grauen Wildlederpumps. Ich bückte mich, legte den Zettel in einen davon, richtete mich wieder auf und verliess das Gebäude in Richtung Zuhause. Morgen, ja morgen würde sie meine Nachricht finden. Eine wohlige Wärme durchflutete mich bei dieser Vorstellung, begleitet von leichter Nervosität.
Die Nacht verlief so zäh wie der Arbeitstag. Würde ich wirklich Glück haben und sie erscheinen? Diese Frage rotierte über Stunden und verhinderte zuverlässig meinen Schlaf, für lange Stunden.
Am nächsten Morgen sah ich sie nirgends, als ich zur Arbeit ging. Pünktlich um neun Uhr holte ich mir den Espresso in der Caféteria, wählte einen Tisch an der Fensterfront des Wolkenkratzers und wartete dort. Die Sonne wärmte mich. Oder war es die Aufregung? Fünf Minuten später kam sie. Sie sah mich, würdigte mich aber keines weiteren Blickes, sondern lief schnurstracks zur Kaffeemaschine. Die grauen Pumps, sie hatte sie an. Wie erwartet. Als sie ihr Getränk hatte, steuerte sie auf meinen Tisch zu.
Die Wärme war nicht mehr da. Dafür eine Hitze.
Sie setzte sich gegenüber von mir und rührte wie eine Unbeteiligte die Milch in ihren Kaffee, als wäre alles ein rein zufälliges Setting. Erst, als sie mit dem Resultat zufrieden war, legte sie den Löffel zur Seite und schaute direkt in meine Augen. Ich schwieg und versuchte, meinen galoppierenden Puls zu kontrollieren, jeglichen Anschein von Aufregung zu verheimlichen.
Leise sagte sie: «Es gibt manchmal ganz merkwürdige Dinge, die sich in diesem Hause zutragen.» Dann drehte das rechte Knie nach aussen, bückte sich, um an ihren Schuh zu fassen, und schlüpfte mit der Ferse hinaus. Mein Zettel war noch drin. Sie zog ihn hinaus und legte ihn neben meine Tasse. Noch immer kein Lächeln auf ihrem Gesicht. Was hatte sie vor?
Es war Zeit, Klarheit zu schaffen. «Du hast es richtig erkannt, Marlène. Aber die noch aussergewöhnlicheren Dinge, die passieren ausserhalb!» Jetzt zog sie ihre Mundwinkel nach oben. Das erste Mal lächelte sie mich richtig an. Von meinem Kopf über meinen Bauch bis in die Lende breitete sich das wohlbekannte Kräuseln aus, welches sich am Ende an einer ganz bestimmten Stelle konzentriert. «Wo denn?» fragte sie mit dem naiven Blick, den sie bewusst so spielte, dass ich ihn als Ironie erkennen sollte. «Es ist Dir frei, einen solchen Ort kennenzulernen. Wenn Du stark genug bist.» hänselte ich sie. Jetzt lachte sie laut. «Mein lieber Kollege, von welchem ich nicht mal den Namen kenne, weil er nicht mal Mann genug dafür ist, ihn zu nennen: Du solltest Dir gut überlegen, ob Du stark genug bist.»
OK, das übliche Spiel, die übliche Barriere, das sich teuer verkaufen wollen. «Eine Controllerin, die die Kontrolle verliert? Stell Dir vor, auch sowas habe ich bereits erlebt. Mach Dir keine Sorgen darum, sondern eher um Deine Fallhöhe.» bluffte ich.
Marlène blieb für lange Sekunden ruhig und trank ihren Milchkaffee. Abwechselnd fixierte sie mich, dann wieder ihre Tasse. Als diese leer war, fuhr sie mit dem einen Fuss unter dem Tisch an meinem Bein hoch und wieder runter, währenddem sie mich mit ihren Scheinwerfer-Augen fokussierte. Dann legte sie ihre Hand auf meinen Handrücken und sagte: «Ich muss zurück zur Arbeit. Aber Du weisst inzwischen, wo Du Deine Nachrichten hinterlegen kannst. Oder soll ich sagen, unterlegen?» Sie zwinkerte, erhob sich, nahm ihre Tasse und stellte sie für den Abwasch ins Gestell. Unmittelbar bevor sie die Caféteria verliess, schaute sie nochmals zu mir zurück und lächelte, als hätte sie den Sieg davongetragen, nicht ich.
Sie hatte keine Ahnung. Noch nicht.
Kapitel 2
Ich blieb noch eine Weile in der Cafeteria sitzen und versuchte, meine Gedanken zu sammeln. Die Interpretation von Marlènes Auftritt war nicht so trivial, hatte sie doch ein ganz anderes Wesen gezeigt, als ich erwartet hatte. Das eher schüchterne, adrette Büromäuschen war vielmehr selbstbewusstes Vamp – oder wollte, vielleicht aus Schutz ungebetener oder ungeeigneter Männeranmache– so wahrgenommen werden. Ihre stolze Art, leicht arrogant, war ihre Prüfung gewesen. Ihre Berührungen und ihre Aufforderung liessen mich hoffen, dass ich sie bestanden hatte. Der Weg war frei. Doch, wohin? Ich wusste ja nichts weiter über sie.
Immerhin war klar geworden, dass sie die Triskele bewusst getragen hatte, also nicht gänzlich unbedarft war. Eine erfahrene Sub? So stolz? Einen kurzen Moment beschlich mich die Angst, sie sei vielleicht gar nicht devot, sondern dominant. Doch im innerlichen Replay des Wortwechsels gewann ich die Sicherheit, dass dem nicht so sein konnte. Dennoch irritierte mich ihr starker Auftritt, ohne Frage.
Natürlich hatte es seine Vorteile, wenn ich darauf aufbauen konnte, dass sie nicht ganz so unerfahren war wie Estelle, auch wenn sie sehr schnell gelernt hatte. Estelle, für die ich die erste erotische Männerbekanntschaft war nach vielen Jahren einer Frauenbeziehung – sie dachte, sie könnte den Fluss des Lebens verlangsamen, indem sie hektisch tränke und tränke. Weit gefehlt.
Aber trotzdem. Mit Marlène durfte ich nicht zu rasch zu intensiv sein und vor allem, ich musste zuerst herausfinden, welche Spielarten überhaupt in Frage kämen – und ob diese mit meinen Vorlieben kompatibel wären.
Marlène hatte mich aufgefordert, auch die zweite Mitteilung an sie in ihrem Schuh unter dem Schreibtisch zu hinterlassen, nach Feierabend. Und so schrieb ich:
«Explosionen ereignen sich dort, wo mehrere kreative Kräfte aufeinandertreffen. Wie stark unsere sein werden? Wir werden experimentieren müssen. Und das werden wir in einem Labor, wie es sich gehört. Triff mich am Donnerstag um 19 Uhr in der Bar des Labor 6. Sollte ein gesundheitlicher Grund Dein Kommen verhindern, erreichst Du mich via untenstehender Threema-ID.
P.S.: Die Schnürsenkel gehören zu Deinem Dresscode.
P.P.S: Die Kraft, die Du fahrlässig in Frage gestellt hast, heisst Elrik.»
Ich faltete das Papier mehrfach zusammen, so dass eine gewisse Dicke aufwies und nahm eine schwarze Foldback-Klemme von ihrem Schreibtisch, um es zusammenzuhalten. So legte ich es in den einen ihrer Pumps, weit nach vorne in den Bereich der Zehen. Dann nahm ich ein kleines Taschentuch hervor, welches ich mit meinem Duft, Aqua di Giò, beträufelt hatte. Dieses faltete ich ebenfalls eng zusammen und befestigte es mit einer zweiten Klemme, für den zweiten Schuh.
Etwas Verführung, vermischt mit der Eindeutigkeit meiner Anweisungen – ich hoffte, dass diese Kombination die Wirkung entfalten werde, die ich ihr von ihr erwartete.
Am Donnerstag fand ich mich an besagtem Ort ein, in diesem ehemaligen Chemie-Labor. Die schweren Eisentische, das alte Gemäuer, die Gläser und die farbige Molekularküche im Angebot garantierten ein stilvolles Ambiente – trotz weniger Gäste.
Natürlich liess sie mich warten. Eine geschlagene Viertelstunde zu spät war sie. Aber dann: Was für eine Augenweide! Sie trug wieder ein Business-Kostüm, diesmal in passendem schwarz, und ein Lächeln auf ihrem Gesicht. Sie lächelte tatsächlich. War sie auf einmal weicher geworden? Ich erhob mich und begrüsste sie wie eine alte Freundin mit Wangenküssen, bevor wir uns setzten und einen Cocktail orderten. Hatte sie die besagten Schnür-Pumps an? Ich hatte vor lauter Faszination über ihre Ausstrahlung tatsächlich vergessen, hinzuschauen.
Wir schwiegen fast schmerzhaft lange, als hätten wir uns nichts zu sagen. Der Einstieg, so schwierig. Small Talk wäre nur lächerlich gewesen. «Was ist Dein Angebot?» fragte sie dann geradeaus. «Für eine junge Dame bist Du ganz schön wagemutig!» Sie liess sich nicht beeindrucken. «Schau, Elrik. Die Herren stehen vor meinem Schreibtisch Schlange, doch meine Libido tanzt den Rumba alleine. Keiner dieser Möchtegerns hat auch nur ansatzweise etwas zwischen den Beinen, auf das die Bezeichnung «Eier» passen würde. Sie alle hoffen auf das devote Mäuschen, welches beim ersten Satz – meistens «Geh auf die Knie und blas!» – dieser Frechheit Folge leisten. Nur ein Wort der Widerrede überfordert sie dann aber masslos. Sie schimpfen, beleidigen, stellen meine Devotion in Frage. Da, wirst Du es mir nicht verübeln können, dass ich gewisse Regeln aufgestellt habe und gleich zum Punkt kommen will. Mein Leben besteht nicht nur aus Dates.»
Sie zog ein Päckchen Zigaretten aus ihrer Handtasche und steckte sich einen Glimmstengel an, was mir ein wenig Raum gab, meine Replik sorgsam vorzubereiten.
«Ich werde für Dich und Dein Wohlergehen sorgen, wenn Du meine Sub wirst. Dich beschützen und Dich wie das kostbarste Gut in meinem Leben behandeln.» Marlène schüttelte abschätzig den Kopf. «Elrik, Elrik. Du langweilst mich.» Theatralisch liess sie den Rauch der Zigarette durch ihre Nase entweichen. «Du sprichst wie dieser kitschige Dom G. aus dem billigen Schundroman von Elly und ihren dunklen Geheimnissen.»
Der Cocktail wurde serviert – eine weitere, kurze Unterbrechung. Was nur hatte dieses Weib vor?
«Marlène, wenn Du es für angebrachter hältst, dass ich Dir einen Natursekt-Klistier vorschlage, nachdem ich Dich am Pranger fixiert und mit einem Hautklammer-Gerät Deine Brustwarzen mit Deinem Fettgewebe zugetackert habe, nur um hinterher Deinen Arsch mit 50 Rohrstockhieben schwarz zu schlagen, ist das selbstverständlich eine Option.» Sie zog an ihrer Zigarette und drückte sie gleich hinterher aus. Nicht einmal mal einen Drittel hatte sie konsumiert. Die Frau war durch und durch irritierend.
«Schon besser!» sagte sie endlich, als wäre ich ein Schüler, der die vorhin falsch gelöste Mathematik-Aufgabe verzweifelt zu korrigieren versucht. Innerlich hoffte ich, dass sie nicht so verdorben sei, wie sie tat. Und ich hoffte gleichzeitig, dass sie es sei. Diese Verwirrung, diese Diskrepanz zwischen dem devoten Spiel, das sie suchte und ihrem dominanten Auftritt – sie erregte mich auf seltsame Weise. Und es steigerte mein Verlangen, sie zu gewinnen. War es Neugier? Nein, es war mehr das. Mein Stolz war angekratzt, mein Ehrgeiz angestachelt und damit die Quelle der wildesten Szenarien erschlossen, die meine Imagination hergab.
Marlène fuhr fort. «Ich bin das Scharren vor meiner Haustüre satt. Hast Du wirklich die Erfahrung, die es erfordert, einen weiblichen Körper richtig zu lesen, oder bist Du wieder so ein Kopfkino-Typ, der sich alles nur ausdenkt, aber keinen hochkriegt, wenn er wirklich seine Leistung abrufen sollte?»
Ich trachtete nach einer Möglichkeit, ihre Arroganz zu brechen, sie zu einem vernünftigen Gespräch zu bewegen. Und ihr zu zeigen, dass ich derjenige war, den sie brauchte. Derjenige, der ihr den Meister wirklich zeigen konnte. Ich setzte alles auf eine Karte.
«Jorge’s heisses Blut war wohl nicht heiss genug für Dich?» murmelte ich, fast beiläufig, aber süffisant. Ihre grossen Augen wurden auf einmal noch grösser. Sie kramte eine nächste Zigarette aus ihrem Päckchen hervor und zündete sie an. «Du kannst hoch pokern, Marlène. Aber willst Du das wirklich? Das Kaktusgewand, in welchem Du Dich bis vor einer Minute wohlgefühlt hast – es hat seine Stacheln eigentlich nach innen gerichtet. Es führt nicht zur Selektion auch nur eines einzigen Doms. Es führt zu einer Einsamkeit, der Du nicht gewachsen bist. Sei ehrlich zu Dir.»
Marlène nahm mehrere Züge von ihrer zweiten Zigarette. «Was weisst Du von Jorge?» fragte sie mich mit einer Stimme, deren Zittern nicht zu verbergen war. «Nichts weiter!» ärgerte ich sie. Sie drückte ihre Zigarette, wieder längst vor deren natürlichen Ende, aus. «Was immer dieser Mistkerl Dir erzählt haben mag, Herr von Elrik – es ist eine Lüge. Enttäuschte Liebe, das übliche Spiel.» Ich lachte. «Du glaubst nicht wirklich, dass ich unfähig bin, Deine Körperreaktionen zu lesen, oder?»
Marlène kramte wieder in ihrer Handtasche, und legte ein Bündel mit den bekannten Schnürsenkeln und die beiden Foldback-Klammern auf den Tisch. Eindringlich schaute sie mich an. «Versuchs!», sagte sie und erhob sich, um in Richtung Toilette zu verschwinden.
Als sie aus meinem Blick verschwunden war, ergriff ich ihre beiden Mitbringsel, steckte sie in die Hosentasche und folgte ihrem Weg und lauerte ihr vor der dem stillen Örtchen auf.
Als sie heraustrat und mich sah, zeigte sie einen verführerischen «Dachte ich’s mir doch»-Blick mit einem fetten Grinsen unter ihrer Nase. Ich machte einen Schritt auf sie zu, hielt ihren Kopf mit meinen beiden grossen Händen fest und küsste sie. Sie wehrte sich nicht, nein, im Gegenteil: Sie war gierig nach meiner Zunge. Ihre harte Schale, die Panzerung – sie weichte sich auf. Innerlich jubilierte ich – er tat mir so gut, dieser erste kleine Durchbruch. Ihr Parfüm, der Duft ihrer Haare eine betörende Symphonie. Wir zwei betraten eine neue Welt. Unsere.
Ich löste mich von ihr, öffnete den Zugang zum benachbarten, geräumigen WC für Rollstuhlfahrer und zog sie anschliessend hinein. Kaum hatte ich die Türe hinter uns geschlossen, drückte ich ihren Rücken gegen die gekachelte Wand, öffnete das Unterteil ihres Kleides und zog es, zusammen mit ihrem Slip, bis zu ihren Knien.
Dass ihr Höschen nass war, kommentierte ich lediglich mit einem verächtlichen Blick. Ich holte die Schnürsenkel hervor und fädelte sie zwischen ihren Beinen durch, dann durch ihre nasse Pussy und steigerte langsam, aber stetig, den Druck auf ihre Scham. Marlènes Gesicht zeigte eine wunderbare Komposition aus Lust und Schmerz-Empfindungen. Mein Herz pochte wie wild. So nah war ich ihr gekommen, nach einem Beginn, der so gar nicht danach ausgesehen hatte. Ihre Lust auf dem Silbertablett. Meinem Silbertablett.
Dann begann ich, die Schnürsenkel leicht hin- und zurückzubewegen, was eine fiese Reibung an ihrer empfindlichsten Stelle erzeugte. Es dauerte nur Sekunden, bis ein hohes «Ah!» ihrem Munde entwich und sie, um mich zu stoppen, mit ihren Händen an meine Handgelenke fasste. Ich knallte ihr eine, und küsste sie gleich hinterher. Oh Mann, war diese Frau heiss.
Den Schnürsenkeln hatte ich aber noch eine andere Aufgabe zugedacht. Aber sie sollten sauber sein, bevor ich sie wieder anfasste. «Leck sie!» befahl ich und drückte die Schüre an ihren Mund. Nun nahm ich die beiden Klemmen aus meiner Hosentasche und befestigte sie an ihren Schamlippen. Marlène verzog das Gesicht. Beinahe hätte sie wohl aus Protest laut geschrien, doch ihre üppig fliessenden Sekrete sprachen eine ganz andere Sprache. Ich entriss ihr die Schnürsenkel, fädelte sie durch die Ösen der Klemmen und zog so die Schamlippen nach unten.
Marlène atmete heftig. Ihr gesamter Oberkörper war von der Atembewegung erfasst, als müssten sämtliche Muskeln etwas dazu beitragen. Ich erhöhte die Zugkraft mit der einen Hand und führte den Zeige-, und den Mittelfinger der anderen in ihre Lustöffnung ein. Mit der «Komm-Her-Bewegung» stimulierte ich den inneren Teil ihrer Klitoris, bis sie mit einem Schrei, den sie nur halb unterdrücken konnte, den Höhepunkt erreichte. Sie glitt der Wand entlang auf den Boden und sank, völlig fertig, in sich ein.
Sie war so bezaubernd anzusehen, ein erotischer Augenschmaus für den herausgeforderten Dom. Diesen Moment beabsichtigte ich nun zu krönen, das Erreichte sollte zelebriert werden. Ich ging in die Hocke, hob ihren Kopf an ihrem Kinn hoch, öffnete ihr Oberteil und ihr Hemd. «Zeig mir Deine Brüste!», forderte ich sie auf. Sie holte ihre beträchtliche Oberweite aus ihrem BH und präsentierte sie mir. Wieder aufgerichtet, stellte ich mich vor sie, holte meinen Prügel aus der Hose und rieb ihn, bis wenig später meine aufgestaute Lust in form weisser Kostbarkeiten auf ihren Busen landete. Mit meiner Hand verteilte ich mein Geschenk auf ihr und zog ihren BH danach wieder hoch. Sie war markiert.
Dann wandte ich mich ab und wusch meine Hände. Ohne sie eines weiteren Blickes oder gar einem Wort zu würdigen, öffnete ich die Türe, trat hinaus und löschte das Licht hinter mir.
An der Bar bezahlte ich unsere Cocktails und hinterliess an unserem Tisch eine Notiz für sie. «Das Tor zum Ort, an dem Aussergewöhnliches geschieht, ist noch geschlossen. Ich kann es für Dich öffnen. Entscheide, ob Du das jetzt noch willst. Wenn ja, weisst Du ja, wie Du mich erreichen kannst.» Mit einem zufriedenen Lächeln verliess ich das Labor 6.
Zwei Stunden später kam die Nachricht über den Messenger. «Orgasmus ja, aber Körper lesen nein – meine Zusammenfassung. Aber ich gebe Dir noch eine Chance. Sag mir, wo dieser Ort ist, und wann. M.»
Dieses verdammte, freche Weib. Wie lange wollte sie noch die Starke mimen? «Alte Waggonfabrik, kommender Montag, 20 Uhr» war meine knappe Instruktion.
Vier Tage später erschien sie, tatsächlich pünktlich, auf dem Parkplatz des vereinbarten Treffpunktes. Die Haare zu einem Zopf zusammengebunden, Blazer, Jeans, Stiefeletten. Etwas sehr konventionell, aber: Immer schön langsam mit den jungen Pferden, dachte ich.
Die Begrüssung war sonderbar kühl. Wangenküsse, wieder. Als hätte sich das, was wir im Labor erlebt hatten, nie zugetragen und wir müssten wieder bei null starten. «Was immer wir tun, Elrik: Die Kontrolle über mich übertrage ich Dir nur, wenn es mir beliebt.» sagte sie, als wir die Schritte Richtung Fabrikgebäude unter die Füsse nahmen. «Und?» fragte ich unschuldig, «Beliebt es Dir Eurer Hoheit jetzt?». Sie schmunzelte und nickte.
Im Gebäude führte ich sie direkt ins Untergeschoss. Dort befand sich ein breiter Eingang zu einem grossen Raum. Es war ein Tor, welches durch zwei hölzerne Schiebetüren verschlossen war; deren Rollen liefen auf einer Schiene, die über dem Torrahmen montiert war. Ein Vorhängeschloss, welche die beiden massiven, sich über die gesamte Türhöhe erstreckenden und gut im Holz verankerten Handläufe miteinander verband, sicherte alles vor ungebetenen Eindringlingen.
«Es ist Zeit, Dich zu entkleiden, Marlène.» Als wüsste sie nicht, was sie mit diesem Befehl gemeint ist, reagierte sie zunächst nicht. «Los! Du hast mir die Kontrolle eben übertragen – also komm der Aufforderung gefälligst nach.» insistierte ich. Langsam entledigte sie sich der Kleider. Zuerst Oberkörper, dann die Stiefeletten, dann die Jeans. «Die Stiefeletten darfst Du wieder anziehen!». Am Ende stand sie, bis auf die Schuhe, komplett nackt vor mir. «Die Dunkelheit bleibt Deine treue Begleiterin» triezte ich sie und band ihr eine Augenbinde um. Dann fesselte ich sie, Brust gegen die Türen gerichtet, mit vier ledernen Manschetten an den beiden Handläufen.
Nun entsperrte ich das Vorhängeschloss und schob jede Türe zur jeweiligen Seite. Marlène musste die Bewegung mit ihren Füssen nachvollziehen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Sie meisterte dies erstaunlich grazil, und am Ende war sie perfekt aufgespannt, Arme und Beine weit voneinander. Ihr Körper war schutzlos vor diesem unbekannten Raum, dessen kühle Luft mit typischem Kellergeruch in unsere Nasen stiess. Marlène fröstelte ein wenig, oder war es doch Angst? «Keine Sorge, es wird Dir gleich heiss!» beruhigte ich sie. Als ich ihre Augenbinde hochhob, sah sie, was ich für sie vorbereitet hatte: Im Raum vor ihr, hinter einem langen, mit Stehlampen beleuchteten Tisch sassen nebeneinander drei Frauen und drei Herren – allesamt waren sie schwarz gekleidet und musterten Marlène. Sie hielten Kampfrichter-Schilder mit den Noten von 1 bis 10 vor sich bereit, um damit ihre Beurteilung dessen, was sich nun zutragen würde, uns zu übermitteln.
«Ich habe veritable Experten aufgeboten, Marlène. Du bist selbstverständlich frei, auf einer Skala von 1 bis 10 die Härte der Behandlung, die ich Dir nun angedeihen lassen werde, selbst zu beurteilen und Dich dazu zu äussern. Doch die Jury wird uns ihre ganz eigene Einschätzung dazu geben, nachdem Du ja meine Expertise bisher in Zweifel gezogen hast. Ich denke, das ist in Deinem Sinne?»
Marlène fröstelte nicht mehr. Sie begann zu schwitzen. Wie ich es ihr versprochen hatte.
Kapitel 3
Es war gewagt, was ich hier organisiert hatte, keine Frage. Marlène wusste, dass sie jederzeit abbrechen konnte. Doch genauso spürte ich, dass ihr Ehrgeiz und ihre Neugier genau dies nicht zulassen würden, solange die Situation erträglich bliebe. Ich blockierte die Türen je mit einem Holzkeil und zwängte mich dann an ihr vorbei. Ihren Körper und Gesichtsausdruck musterte ich dabei genau: Meine Suche nach Anhaltspunkten, wie sehr sie unter Stress stand und wie weit ich wohl gehen könnte. Diese widerborstige Frau hatte meine Hormone schon heftig durcheinander gewirbelt, entsprechend wollte ich alles vermeiden, was einer Zukunft mit ihr im Wege stehen könnte. Und zu diesen Hindernissen gehörte ihre reservierte, verletzende Art mir gegenüber. Durch das Exponieren ihres nackten Körpers beabsichtigte ich, diese zu beseitigen.
«Herzlichen Dank, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, mich heute hier zu unterstützen. Wir werden die Vorführung dieser jungen Dame mit fünf sich laufend verschärfenden Stufen gestalten. Die Ausrüstung in der Kiste gleich links…», ich zwinkerte Marlène zu, «wurde von mir eigens zu diesem Zweck sorgfältig und mit viel Liebe handselektiert.»
Auf meinen Hinweis hin realisierte Marlène, was sich ausser der Jury noch so im Raum befand. Links, neben der Kiste in Form eines alten Reisekoffers war ein gusseiserner Kerzenständer mit einer dicken, brennenden Kerze zu finden; rechts befand sich eine identische Kerzenbeleuchtung für ein dort aufgestelltes Flipchart sowie ein japanischer Gong.
All das schien ihr mächtig Respekt einzuflössen. «Ihr glaubt doch nicht, dass man – ohne, dass man über Tabus und Vorlieben gesprochen hätte – hier so etwas veranstalten kann?» brach es aus ihr heraus. Wie attraktiv sie anzusehen war, Marlène in ihrer Empörung, nackt in ihren Stiefeletten, der Freiheit beraubt! Nicht unerfahren, das Mädchen, dachte ich. Oder wenigstens belesen.
«Mach Dir keine Sorgen, Marlène. Die Experten haben die Fragen vorbereitet, die Du mittels einer Viererskala zwischen einer 1, «vollständige Ablehnung», und einer 4, «Unbedingt» beantworten darfst. Ausschliesslich damit! Als Controllerin sind Dir Zahlen bestimmt angenehmer als Worte, nicht wahr?» Dann wandte ich mich an die Kampfrichterin ganz links. «Suzanna, darf ich Dich bitten, den Anfang zu machen?»
Was nun folgte, war eine kühle Befragung durch die sechs anwesenden Personen, welche einen weiten Umfang an erotischen Spielarten von Vanilla bis hin zu den fortgeschrittenen, teilweise sehr derben Praktiken abdeckte; am Flipchart stehend protokollierte ich due Ergebnisse.
Marlène antwortete mit den Zahlen, bis auf die Frage nach sanftem, zärtlichen Sex, die sie mit einer 1 beurteilen wollte, aber plötzlich mit Umschweifen erläuterte, von wegen es sei ja doch nicht ganz ausgeschlossen, aber eigentlich bringe ihr das nichts. Umgehend züchtigte sich sie mit einer Ohrfeige für diese Regelverletzung. «Du sollst in Zahlen antworten, nicht in Worten. Oder hätte ich Dich zur Strafe jetzt streicheln sollen?» Eine süsse Wut stieg in ihr auf, ihr Gesicht lief sogar etwas rot an. Doch für emotionale Regungen blieb jetzt keine Zeit – die Befragung wurde von meinem Team in unverminderter Kadenz weitergeführt. Erstaunlicherweise besass sie soviel Disziplin, bis am Ende durchzuhalten.
Als die Liste durch war, schien Marlène sogar etwas erleichtert. Der Druck auf sie durfte jedoch unter keinen Umständen weichen. «Nun werden wir zum Psychogramm schreiten; die Anwesenden hier, mit mir an vorderster Front, haben die Absicht, den tieferen Grund für Dein zuweilen misslauniges, stacheliges Verhalten zu erfahren.» Jetzt zeigte sich das erste Mal, wie Marlène sich unwohl zu fühlen begann. «Elrik, meine Blase ist voll!» klagte sie.
Natürlich verdächtigte ich sie der reinen Schutzbehauptung. Bestimmt wollte sie nur verhindern, weitere Fragen beantworten zu müssen und dachte wohl, sie könne auf diese Weise die Dynamik der Session brechen.
«Kein Problem», kommentierte ich, holte einen metallenen Wasserkessel und stellte ihn zwischen ihre Beine. «Dann wollen wir doch alle mal Zeugen davon werden, wie voll sie wirklich ist.»
Es blieb ihr nichts anderes übrig. Sie bemühte sich wirklich, ein paar Tropfen herauszupressen. Dass in den Gesichtern der Jury derweil unschwer zu erkennen war, dass man sie für überführt hielt, machte die Situation für sie nicht einfacher. Dennoch – ihr Manöver war ein Warnzeichen für mich. Ich trat ganz dicht an sie heran und begann, sie zu küssen. Ihr Atem und ihre Körperspannung zeigten mir sofort, wie sehr sie sich danach gesehnt hatte – ungeachtet des kühlen Beginns. Sie erwiderte mein Werben um sie mit viel Leidenschaft, mehr als noch beim ersten Kuss vor ein paar Tagen. Und siehe da: Auf einmal löste sich das Wasser und plätscherte in den Kübel unter ihr.
«Du machst das wunderbar.» lobte ich sie. «Du kannst das geilste, verdorbenste und kostbarste Wesen in meinem Leben werden, wenn Du es nur willst. Und ich bin sicher, dass Du es willst.» Sie schüttelte den Kopf, um zu verneinen. Doch dann nickte sie, fast unmerklich. «Frauen beherrschen das gleichzeitige Aussprechen von Zustimmung und Ablehnung besonders gut.» mokierte ich mich und ergänzte: «Auch ein Jein kann eindeutig sein. Lasst uns die Show beginnen!»
Ich befreite Marlène von der Fixierung an den Türen, um dieser anstrengenden Haltung für sie ein Ende zu setzen. «Steh weiter nach vorne, so dass Dich die Jurorinnen und Juroren besser sehen können. Dann streck Deine Unterarme und Hände nach vorne aus, Handfläche nach oben!» Daraufhin legte ich eine Rose auf ihre Hände. «Dieses Gewächs zeigt Dir meine Zuneigung. Und es hat Ähnlichkeit mit Dir. Zwar ist es hübsch anzusehen, verfügt aber über Dornen, die alles unnötig verkomplizieren.»
Als ich auf die wesentlichsten Regeln für das nun Folgende zu sprechen kam, schaute Marlène mir tief in Augen und folgte meine Ausführungen sehr aufmerksam. «Wir werden nun vier Pflicht- und eine Kür-Akrobatik-Übungen vorführen. Die Handlungen, die ich an Dir vornehmen werden, werden zu einer Benotung führen, welche sich wiefolgt zusammensetzt: Die drei Damen zu Deiner Linken werden die Härte der Behandlung beurteilen; als erfahrene Frauen können sie Geschlechtsgenossinnen bestimmt gut einschätzen.» Ich hob meine rechte Augenbraue, um nochmals auf Marlènes Zweifel – oder Provokation – zu verweisen. «Du kannst Deine Beurteilung selbstverständlich äussern, doch massgebend sind einzig und alleine die Expertinnen.»
Ich räusperte mich und fuhr fort: «Die drei Herren zu Deiner Rechten hingegen sind für die Ästhetik zuständig. Sie werden Dir eine Haltungsnote geben. Je höher der Gesamtschnitt der Noten pro Durchgang, desto besser für Dich. Für jede Note unter dem Maximalwert 10.0 wirst Du das hier je 1x zu spüren bekommen: Eine breite Tawse mit schönen, starken Lederriemen.»
Marlène kannte das Instrument – sie schien nicht so sehr davon beeindruckt, allerdings sah ich sie in Gedanken kalkulieren. Wie viele Hiebe würden sie maximal wohl erwarten? «Nun, was ist für Dich wohl besser? Einfache Pflicht mit tiefem Schwierigkeitsgrad oder eher das Gegenteil?» Meine diebische Freude versetzte mich in einen Glücksrausch und in eine Aufregung wie auf der Achterbahn, kurz, bevor es das erste Mal nach unten geht.
Die erste Übung begann, angekündigt durch den ersten Gongschlag. Mit meiner flachen Hand begann ich, ihren Po zu bearbeiten. Bewusst blieb ich vergleichsweise milde, lediglich eine gewisse Rötung sollte sich einstellen. Marlène balancierte die Rose, sie blieb auf ihrer Hand liegen. Die Schwierigkeitsnote 3 und die Haltungsnote 9 ergab einen Durchschnitt von 6. «Vier Hiebe» fasste ich zusammen und notierte das Ergebnis auf dem Flipchart. Marlène widersprach nicht.
Nach dem zweiten Gong folgte die Behandlung mit dem Paddle. Marlènes Arsch und dann ihr Brustkorb gaben beide unter meiner Kraft bedrohlich nach. Im Verlaufe der Prozedur musste sie schliesslich einen Ausfallschritt nach vorne machen, wobei es ihr jedoch gelang, die Rose nicht zu verlieren. Schwierigkeit auf Stufe 6, Haltungsnote 4. «Fünf Hiebe dazu» notierte ich. Auch dieses Verdikt nahm sie ohne Protest an, was mich nun doch etwas störte. War die Beurteilung denn zu milde oder sie zu stolz?
Die dritte Übung: Das Kerzenwachs. Ihrem Augenausdruck zu folgen fürchtete sie sich jetzt ein wenig, als ich die eine Kerze aus ihrer Halterung entnahm. «Na, war Dein Mund doch etwas grösser als das, was Du wirklich erträgst? Schon jetzt, bei den Pflichtübungen?» provozierte ich sie, indem ich die Kerze unter ihrer Nase hin- und her schwenkte. Marlène ignorierte meine Aussage zuerst, doch dann, in einem Anfall von Trotz, spottete sie: «So ein bisschen Wachs konnte mich noch nie aus dem Gleichgewicht bringen.»
«Oh, in diesem Fall werden wir die Übungsanlage etwas verändern!». Ich stellte die Kerze wieder in die Halterung. «Johann, darf ich Dich bitten?» Das Jurymitglied ganz auf der rechten Seite stand auf und kam zu mir. Es handelte sich um einen älteren, deutlich von einem offenbar intensiven Leben gezeichneten Mann mit weissem Kaiser Wilhelm-Bart, dicker Hornbrille und abgenutzter Lederkappe auf dem Kopf. Auf seinen Unterarmen war eine Vielzahl stark ausgebleichter Tätowierungen zu sehen; an seinen knorrigen Händen trug er diverse Ringe mit Totenköpfen und Schlangen drauf. «Johann ist ein alter Lüstling. Er erhält hiermit die Erlaubnis, Dich anzufassen, wo er möchte – während dem die Kerze ihren heissen Segen über Dich ergiesst.»
Marlène war sofort anzusehen, wie sie sich vor diesem verlebten Mann ekelte. Johann hingegen zeigte seine ganze Vorfreude, indem er sie angrinste und damit auch noch sein schlechtes Gebiss offenbarte. Ob er mehr tun würde als nur streicheln? Er stapfte hinter meine Sklavin, um ihren Rücken, vom Nacken hinab zu streicheln. «Fremdbenutzung» hatte sie in der Befragung mit einer 2 bewertet, also nicht vollständig abgelehnt. Ich wäre jede eine Wette eingegangen, dass sie sich in diesem Moment dafür hasste.
Johann blieb anständig, ergötzte sich mit tastenden Bewegungen an dieser makellosen, weiblichen Gestalt von Kopf bis Fuss. Unterdessen verzierten meine Wachstropfen Marlènes Busen und Knospen; eine Tätigkeit, die ihr immer wieder wunderbare Zischlaute entlockten. Fast wie ein Dampfkochtopf musste sie irgendwie den übergrossen, inneren Druck entweichen lassen.
Als Johann ihre Hinterseite ausgiebig gewürdigt hatte und seine Streicheleinheiten nach vorne, in ihr Sichtfeld verlegte, beträufelte ich ihre Unterarme mit Wachs. Sie zuckte und zitterte, bewegte ihr Becken, aber die Rose blieb auf ihren Handflächen. Zunächst. Denn jetzt sah Marlène, dass Johann tatsächlich seinen Schwanz aus der Hose genommen hatte und ihn wichste, während dem er mit seinen Fingern an ihren mit Wachs übersäten Brüsten entlangfuhr, ihre Haut dabei intensiv aus der Nähe musterte und schliesslich bei den Brustwarzen irgendwie hängen blieb. Jetzt verliess sie die Konzentration – Marlène senkte die Arme und verlor die Rose, um sich angewidert etwas zurückzubeugen. Kurz darauf ejakulierte der alte Mann mit einem tiefen Grunzen.
«Danke, Johann!» lobte ich ihn und wies ihn zurück an seinen Platz. Die Note für die Schwierigkeit betrug eine 3, die Haltungsnote eine 1. Jetzt endlich protestierte Marlène: «Die Schwierigkeit kann nie und nimmer nur eine drei sein!!!» Mitleidig lächelte ich sie an. «Du hast Dir die Verschärfung doch selbst eingebrockt, mit Deiner Bemerkung. Du erinnerst Dich?» Der Filzstift quietschte auf dem Flipchart-Papier. «Wir notieren: 8 Hiebe.»
Marlène war sichtbar beleidigt, aber mitten im Spiel angekommen. Eigentlich, so mutmasste ich, kämpfte sie mehr mit sich selbst, als mit dem, was sich um sie herum gerade ereignete.
«Für die vierte Übung benötige ich eine weitere Unterstützung der Jury. Suzana, darf ich bitten?» Suzana, eine herbe, ungeschminkte Schönheit mit burschikosem Auftritt in Combat Boots trat zu uns heran. Sie legte Marlène die Rose wieder auf die ausgestreckten Handflächen und nahm die bereitliegende Spreizstange, um Marlènes Knöchel daran festzumachen. Als sie damit fertig war, blieb sie auf ihren Beinen hinter Marlène sitzen und wartete auf meine weiteren Befehle.
Ich liess den Gong erschallen und fragte: «Du sagtest, Du seist 100% hetero, richtig, Marlène?» Sie nickte. «Dann schauen wir doch mal!» Marlène erschrak, doch ehe sie etwas einwenden konnte, spürte sie, wie Suzana sie an den Pobacken fasste, diese spreizte und am hinteren ihrer Eingänge zu lecken begann. Damit hatte sie definitiv nicht gerechnet und wollte sich dieser Attacke zuerst durch Winden entziehen – bis sie das Risiko, die Rose zu verlieren, wieder realisierte. Mit viel Virtuosität und Hingabe bearbeitete Suzana die Gespielin wider willen. Als hätte ich es gewusst, sah ich auf einmal die Feuchtigkeit glitzern, die auf einmal Marlènes Lustzentrum entwich. Auch Suzana sah den Lohn ihrer Arbeit. Sie liess ab vom Po, ging nun vor Marlène in die Hocke und begann, ihre Zunge auf deren Kitzler tanzen zu lassen. Mit der einen Hand stimulierte sie sich selbst zwischen den Beinen, mit der anderen Marlènes kleine Süsse. «Ein wirklich überzeugendes Leckprogramm!» freute ich mich. Nur wenig später wurde Marlènes Körper von einem heftigen Orgasmus erfasst – den wohl ersten, den ihr eine Frau besorgt hatte. Sie musste sich vornüber auf Suzanas Schultern abstützen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren; die Rose segelte unweigerlich zu Boden.
Suzana löste die Spreizstange, schob sie zur Seite und erhob sich. Dabei richtete sie auch Marlène wieder auf. Zum Abschied küsste sie sie auf den Mund, welche völlig irritiert, aber irgendwie auch verärgert dastand. Weil sie es genossen hatte? Oder weil sie die Rose verloren hatte? Die Beurteilung holte sie wieder ins Hier und Jetzt: Schwierigkeit 5, Haltungsnote 1. Der Filz in meiner Hand schrieb eine freudig geschwungene 7.
«Nun öffnen wir die Tür zur Kür, Marlène.» Sie bekam von mir eine stählerne Halsfessel umgelegt, an dessen Ring ich einen Bindfaden knotete. Diesen befestigte ich anschliessend an einem Haken an der Decke über ihr.
«Wenn der Faden reisst, verdoppelt sich das Verdikt aus der Jury-Benotung. Und da es die Kür ist, bezieht sich diese so kalkulierte Anzahl nicht mehr auf die Tawse, sondern auf diesen Rohrstock hier!» Es war ein ausserordentlich schönes Stück handwerklicher Kunst, welches ich ihr nun unter die Augen hielt. «Damit Du Dir der Konsequenzen eines schlechten Abschneidens stets bewusst bist, und als Zeichen meines Vertrauens Dir gegenüber, balancierst Du nun diesen teuren Rockstock anstelle der Rose auf Deiner Hand.»
Der Gong erschallte. Dann zeigte ich ihr eine Vogelfeder.
«Das ist fies!!!» schrie Marlène, die sofort realisierte, was ich vorhatte. Rücksichtslos strich ich mit der Feder über ihr Gesicht, unter ihrer Nase durch. Ihr Hals und ihre Achseln folgten als meine nächsten Destinationen. Instinktiv schloss sie die Augen und versuchte, sich möglichst nicht darauf zu konzentrieren. Sämtliche ihrer Muskeln waren angespannt, als würden so die Empfindungen, die ich ihr zufügte, verhindert. Sie schaffte es zu meinem Erstaunen tatsächlich, den Rohrstock zu halten, auch als ich ihre intimsten Stellen damit berührte.
Doch dann kam die Kür der Kür: Das Zimtöl. Ich nahm ein wenig davon und rieb es auf ihren Kitzler.
Wenige Sekunden später heulte Marlène auf. Es brannte. Und wie! Ihr Körper produzierte laufend Schweissausbrüche. Sie wollte sich befreien. Der Faden riss. Nur der Rohrstock, den konnte sie noch halten. «Elrik, bitte…» flehte sie «ich tue alles was Du willst, aber ich brauche Erlösung.» Genau da wollte ich sie haben. «Aber ja doch, Liebes, gleich!», besänftigte ich sie in väterlichem Ton. «Zuerst ist die Jury aber noch dran!»
Die Benotung war gnädig: Eine 9 für die Schwierigkeit und immerhin eine 5 für die Haltung, trotz gerissenem Faden. «Macht drei, verdoppelt wegen dem Reissen des Fadens, also sechs Hiebe mit dem Rohrstock, zusätzlich zu den 24 mit der Tawse.»
Marlène war fast ungeduldig und gewillt, alles auszuhalten und hoffte wohl, dass mit der verteilten Schmerzempfindung auch das Brennen zwischen den Beinen an Schärfe verlieren würde, als eine Art Akupunktur.
«Die Jury ist entlassen und darf das Schauspiel nun geniessen.» verkündigte ich, bevor ich die Tawse in die Hand nahm. Alle sechs Personen erhoben sich von ihren Stühlen, stellten sich vor die Tische, öffneten ihre Hosen und begannen sich mit ihren intimen Stellen zu beschäftigen. «Es handelt sich hier übrigens um drei Voyeurinnen und drei Voyeure, die es erregend fanden, für einmal nicht nur einfach zuzuschauen, sondern mitzubestimmen!» klärte ich Marlène auf, welche ungläubig die Jury musterte: Sechs Leute unterschiedlichen Alters, welche vor ihr, mit ihr als Wichsvorlage, zu onanieren begannen. Dieser Abend nahm laufend neue Wendungen, und mit keiner davon konnte sie gerechnet haben.
«Von Dir als Controllerin erwarte ich, dass Du mitzählst!» Die Tawse klatschte laut zog ihre Spuren über ihren ganzen Körper. Marlène war tapfer. Nein, sie war nicht nur das. Sie wurde von einer unglaublicher Lust, von einer Gier ergriffen. Die süssen Schmerzen, das Wissen, dass sie nicht nur mir, sondern der gesamten, stöhnenden Jury durch dieses Martyrium Lust bereitete und sie im Mittelpunkt von alledem stand: Es liess sie sich selbst an ihren Brüsten und ihrer Pussy berühren und führte schliesslich, nach dem 24. und finalen Hieb, dazu, dass sie erneut von einer heftigen Ekstase durchgeschüttelt wurde und auf den Boden sank. Ich applaudierte, kniete vor dieses wunderschön von mir gezeichnete Geschöpf und küsste sie.
Zärtlich streichelte ich ihre Wangen und flüsterte in ihr Ohr: «Komm mit!» Mit grossen Augen fragte sie mich «Wohin?» Ich zog sie hoch und führte sie an der mit sich selbst beschäftigten Jury vorbei durch den langen Raum bis an dessen anderes Ende. Zuhinterst links war eine Türe, die den Blick zu einem abgetrennten Zimmer freigab. Darin befand sich ein Queensize-Bett mit Daunendecken, welches weiss bezogen und mit roten Rosenblättern übersät war. Ein Parkettboden, ein Kübel mit Sekt auf einem Nachttisch und in der einen Ecke hatte es sogar eine kleine Duschkabine mit frisch duftenden Frotté-Tüchern. Alles sah aus wie ein perfektes, romantisches Hotelzimmer. Wir traten ein und ich schloss die Türe hinter uns ab.
Marlène war begeistert – und wieder sprachlos. «Du kannst auch in Zahlen sprechen, wenn Dir die Worte fehlen» scherzte ich. «Komm, wir machen und frisch. Und dann will ich…» Jetzt fuhr sie mir über den Mund: «Meinen Mund? Meine Pussy? Meine Brüste? Oder etwa meinen Arsch?» fragte sie, verführerisch ihre Augen nach oben verdrehend. «Genau. In dieser Reihenfolge!» Sie lachte, umarmte und küsste mich.
Es war eine wunderbare Nacht, in deren Verlauf ich sie nochmals an eine Grenze brachte: Mit Kuschelsex.