Klaus-Kevin und Hans-Torben waren in der Diskussion gerade so richtig in Fahrt gekommen. Die Sub von Björn-Sören, so erzählte Klaus-Kevin, sei echt eine echte Brat! Hans-Torben jedoch bestritt dies, denn seiner Einschätzung nach handle es sich ganz sicher um eine Wunschzettel-Sub, aber keinesfalls um eine Brat. Diesen Ausdruck jedoch liess Klaus-Kevin beinahe in Rage bringen. «Sicher nicht! Sie ist eine Sklavin und keine Sub, und kann somit unmöglich eine Brat sein, und Wunschzettel-Slavinnen wären ein Widerspruch in sich.»
«Also, mein lieber Klaus-Kevin, ich erkläre Dir jetzt mal die Welt: Eine Brat muss nicht eine Sub sein, auch Sklavinnen können aufbegehren und Wünsche haben!» Klaus-Kevin schüttelte heftig den Kopf: «Jeder, der sowas behauptet, ist ein Dumm-Dom.» Hans-Torben nahm nochmals einen Anlauf: «Das, was Du unter Sklavin verstehst, ist eine O. Nur eine O. begehrt niemals auf.»
Klaus-Kevin holte das schmutzigste Lachen, das er kannte, tief aus seiner Raucherlunge und katapultierte es durch den alkoholbenetzen Rachen. «Weisst Du was? Wenn die Kaijra von Björn-Sörensen eine O. sein soll, dann bist Du ein A.» Hans-Torben rollte seine Augen. «Die Sub von Björn-Sörensen ist sicher keine Kaijra, sondern eine Lilith. Eine Kaijra macht einem Dom nie Schwierigkeiten. Dabei wollte er doch nur, dass sie ihn mit dem Strapon in den Arsch bonert und danach mit der Hand seine Prostata massiert.»
«Nun, das ist ja fast so undommig wie Muschlecken!» prustetet es aus Klaus-Kevin heraus. «Sag mal!» fragte Hans-Torben, in welche Dom-Schule bist DU denn gegangen? Den Stuss, denn Du da gerade rauslässt, ist völlig aus dem Enddarm gegriffen! Wenn er sich gerne in den Arsch vögeln lässt, ist er noch lange nicht undommig. Höchstens ein Bottom.» Klaus-Kevin konterte: «Ach so. Du bist der Meinung, ein Bottom könne auch ein echter Dom sein? Das halte ich genauso für ausgeschlossen, ein Switcher ist nie ein vollwertiger Dom!»
Noch bevor sich Hans-Torben wehren konnte, platzte Börn-Sören in die Männer-Runde. «Hallo Jungs! Also ich sag Euch! Gestern ist mir wieder mal der Cockring geplatzt vor Wut! Janina-Nurten, mein Pet, fand, sie sei eine Dienerin, doch als ich von ihr verlangte, sie habe mir jetzt sofort das Bier zu bringen, nannte sie mich einen Sklaventreiber. Die hat wohl echt einen an der Waffel? Ich bin doch kein Cuckold!»
Klaus-Kevin und Hans-Torben schauten sich ratlos an und schwiegen. Björn-Sören bemerkte die komische Stimmung, bestellte sich ein «Little» Bier und sagte: «Aber, sagt mal, dieses Eigentor gestern an der EM, war das nicht ohnehin Offside?»
Ryuchi Matsuda schmunzelte zufrieden, als sich Akari exakt in der Position und an dem Ort befand, die er für sie auserkoren hatte – am Rande des Abgrunds. Sie zitterte vor Angst und gleichzeitig vor Aufregung, unfähig, den Fluss ihrer Ströme zu kontrollieren. Die beinahe unerträgliche Hitze des Moments, die von ihrer Mitte her in alle Körperteile mäandrierte, erfasste den Kopf, schaltete dort das letzte Residuum logischen Denkens aus, und prickelte gleichzeitig in den Kuppen der hübschen, roten Zehenspitzen ihrer kleinen Füsse.
Sie blickte nach vorne und hinunter, vom Dachrand des Toranomon Hills Mori Tower, da, wo ihr Peiniger sie hingebracht hatte. Das pulsierende Tokyo der Nacht, mit Milliarden von Lichtpunkten, lag hunderte Meter unter ihr. Ihren Absturz in die Tiefe verhindern sollten lederne Stränge, die über ihren sonst nackten Körper verliefen; über Ringe und Ketten waren sie mit einem kleinen, japanischen Torii, bestehend aus einigen roten Balken, verbunden – ein hölzernes Gebilde, das den Übergang von der guten Welt in die Boshaftigkeit dieses Settings perfekt symbolisierte. Das Spiel mit der Angst war es, das Akaris Feuchte zwischen ihren Beinen unvermeidlich hervortreten liess; die Nässe, erzwungen wie der Reflex bei einer Vergewaltigung, aber doch schamerfüllt lustvoll.
Die Höhensicherung war lose und gab bewusst keinen festen Halt. Ihre Arme hatte Akari weit ausgestreckt wie ein Adler, der von grosser Höhe zu einem Flug aufbricht, genau so, wie ihr befohlen war – unter dem Torii, dem Sitz des Vogels.
«Ein Bild für Götter! Aber gefallene Engel gibt es zuhauf, meine kleine Lustsklavin! Schauen wir doch mal, ob auch Du bald dazugehörst!» eröffnete Ryuchi den Tanzreigen seiner Shaolin Bullwhip auf dem Po seines Opfers. Das zunächst moderate Aufprallen der Peitschenspitze parierte Akari insofern mit Bravour, als dass es ihr gelang, ihr Gleichgewicht zu halten und damit den Sturz von der metallenen Dachkante zu verhindern. Doch ihr sadistischer Herr steigerte die Härte und die Frequenz rasch und gekonnt. Akrai schrie immer lauter in Pein, vor Lust und gleichzeitiger Furcht in die Anonymität der Grossstadt hinaus. Niemand würde sie hören, keiner der für ihre Perversionen berüchtigten Japaner, nur Ryuchi selbst. Ein einziges Mal, in einem Moment des Unterbruchs, wollte Akari sich anfassen, ihre Lust spüren, was gegen die Regeln, die ihr auferlegt worden waren, verstiess. Ryuchi reagierte sofort mit vier Peitschenhieben, deren Konsequenzen nicht nur nach Wochen noch an ihr zu sehen sein, sondern ein Sitzen ohne Schmerzen für Tage verunmöglichen würden. Jetzt taumelte sie bedrohlich, der Rausch und die Gegenbewegung vermischten sich schliesslich zu einer toxischen Kombination, die sie am Ende vornüberkippen liess, ihr Körper nun in der Waagerechten hängend. Der Schreckmoment des sekundenbruchteiligen, freien Falls hatte sie stumm gemacht. Mit einer im Torii integrierten Winde zog Ryuchi seine im Leder gesicherten Sub etwas hoch, bis ihr Po sich auf einer Höhe befand, die ihm und seinem Lustzentrum angenehmen Zugang gewährte. Die Stösse seiner Männlichkeit liessen die im Leder hängende Akari immer wieder in den Abgrund und zurück schwingen, so intensiv und so lange, bis er am Ende, für die letzten Bewegungen, sie an ihren Beinen festhielt und in ihr mit einem lauten Stöhnen explodierte, am tiefsten Punkt ihres Innern.
«Ich bin fertig!» liess er sie wissen, versorgte sein Gemächt wieder in der Hose und verliess in der Folge das Dach. Akari blieb allein zurück, im Unwissen, wann sie, gepeitscht, missbraucht und ohne Bodenhaftung, erlöst würde. Doch gleichzeitig war sie in Liebe zu ihm sicher Ihr Herr würde sie befreien, irgendwann, in dieser Nacht in Toyko. Sie war ihm unendlich dankbar.
Das Brennen, sie konnte es deutlich spüren. Ihr feuerentbrannter Po – er würde nicht mehr taugen, für Tage, ja selbst der Gang zur Toilette würde eine Via Dolorsa sein. Doch das zählte nicht. Vielmehr war es diese durch Leder in unterschiedlichster Ausprägung herbeigeführte, orgastische Erleichterung, die sie sich so sehnlichst gewünscht hatte; endlich hatte sich jemand ihrer angenommen. Er, der Verursacher dieser Glückseligkeit, war ein grossgewachsener Mann, dessen Gesicht sie sich nicht merken konnte.
Warum bloss nicht?
Immerhin, sie wusste, er war muskulös, seine Schweissperlen, am durchtrainierten, leicht öligen Körper haftend, sie kullerten die wunderbar gepflegte, gut riechende Haut entlang zu seinen Zehen, in deren Zwischenräume sie schliesslich versickerten; nur hin und wieder wurden die Bahn der Tropfen durch etwas dunklen Haarwuchs abgelenkt oder ihr Fluss verlangsamt. Wie in Zeitlupe erlebte sie diese Minuten, die irgendwie wie Sekunden wirkten, und irgendwie auch wieder nicht.
Das Zeitgefühl, wo war es bloss geblieben?
Angekommen fühlte sie sich, nach so langem sich verzehren nach ihm, doch gleichzeitig wunderte sie sich über die Kristallklarheit ihrer Gedanken. Der Rausch, das Endorphin… in einem seltenen Augenblick wie diesem würde sie eigentlich niemals klar denken können. Der Schmerz, jetzt ebbte er ab, und es kam nichts nach. Kaum waren die Wellen des Rausches vorbei, wachte sie auf.
Sie wollte ihn festhalten, diesen Traum, den kostbarsten aller Momente, der sie gerade in die Realität, in den Wachzustand entliess; einfrieren wollte sie ihn, hinüberretten in den Tag.
Der Tag, diesen Übeltäter, Räuber, Bandit! Verflucht sei er!
Doch es klappte nicht. Sie mochte sich noch so sehr bemühen, die Wolke der Wonnen fing an, sich aufzulösen, im Morgengrauen – ein wahres Grauen, früh am Morgen. Immer undeutlicher wurde die Erinnerung daran; wie ein Paradies, von dem man weggezerrt wird, unerbittlich, wie ein Kind am Ende des Strandurlaubs vom Meer getrennt. Ein abhandengekommenes Paradies. Verloren für immer.
Vivian seufzte tief. Es musste wohl eine dieser Erotikgeschichten gewesen sein, die sie vor dem Einschlafen gelesen und entführt hatte in diesen flüchtigen, surrealen Sehnsuchtsmoment.
Ihre Devotion, ihre tief empfundene Neigung… wie lange würde sie wohl noch ohne das Stillen ihrer Begierde verharren müssen, in der Tretmühle des Alltags. Diese Welt, die, als wäre sie nicht schon rund genug, aus lauter Hamsterrädern unterschiedlicher Grautöne bestand. Aus keinem gab es ein Entkommen, seit sie sich getrennt hatte – oder hatte er sich von ihr getrennt? Zu lange war es her, viel zu lange. Nur etwas war gewiss: Die Beziehung, sie hatte sich aufgelöst wie dieser Traum eben. Tapfer wollte sie sein, nicht mehr an ihn denken, an diesen Mann, der sie eingeführt hatte in diese Welt, die dunkel war, sogar mitten am Tag. Und nicht minder traumhaft schön. Dennoch tat sie nichts anderes, als sich vorzustellen, wie eine andere in seinen Armen jubilierte; dieser Schmerz der unangenehmen Sorte, gegen den kein Hochprozentiger etwas ausrichten konnte.
«Lieber Gott, wann endlich, wann nur…?» fing sie an zu flüstern, doch brach ab, weil sie sich der Absurdität des Moments bewusst wurde. Ein Gott, nein, den gab es nicht in ihrem Leben, auch wenn sie zu gerne einen zu vergötternden Mann in ihrem Leben hätte. «Vivian, es hilft nichts. Keine der Geschichten, die dieser Schundautor mit dem absurden Namen Gangleader schreibt, wird Dir helfen – im Gegenteil. Die kitschige Überhöhung darin wird die Fallhöhe zum Alltag nur steigern.»
Das Frühstück liess sie aus, sie putzte sich die Zähne und eilte aus dem Haus, welches heute merkwürdig anders aussah als sonst; die Raumanordnung, hatte sie sich über Nacht verändert? Hatte sie überhaupt geduscht? Aber wieder wunderte sie sich nicht zu sehr, fand sich zurecht, sie musste los zur Arbeit. Im Auto losgebraust, fand sie sich alsbald an der Bahnschranke wieder, die, so hatte es mal im lokalen Käseblatt geheissen, 43 Minuten pro Stunde geschlossen war.
Sie war zu spät gewesen und sass in ihrer Karre, die eine seltsamerweise eine andere war als sonst, wie auf einer Strafbank. «Hallo Hamsterrad», spottete sie vor sich hin, als ihr Smartphone Töne von sich gab, um sie auf eine eingegangene Nachricht aufmerksam zu machen. Sie kannte die Nummer nicht, sie las: «Das Brennen, Du wirst es deutlich spüren können. Dein feuerentbrannter Po – er wird nicht mehr taugen, für Tage, ja selbst der Gang zur Toilette wird eine Via Dolorsa sein.»
Verdammt, was wurde hier nur gespielt?
Dann wachte Vivian auf. Diesmal wirklich, und nicht nur im Traum.
Das Dröhnen der Metro von weit unten, es entwickelte sich mit zunehmender Dauer zu einem akustischen Tornado, der durch das alte Gemäuer verstärkt und für meine Ohren fast unerträglich wurde. Beinahe verlor ich in dieser Katakombe mein Gleichgewicht und verfluchte den Maler Auguste für seinen Tipp bezüglich dieses verstecken Zugangs. Aber, fairerweise musste ich feststellen: Ich hatte nach so einem geheimen Ort gefragt.
Ich fasste an die feuchte Wand, um mich der Stabilität meines Standes zu vergewissern. Fühlte ich wirklich nur den Lärm und die Vibration, verursacht von einem durchfahrenden Zug, oder war ich eher etwas benommen von meiner plötzlichen Angst, ich könnte Elly tatsächlich so rasch und so unmittelbar verlieren, hier, mitten in Paris? Zurück zu gehen wäre gegen meine Prinzipien, Entschlossenheit die einzige Option. Dennoch, der Moment dehnte sich in eine schier unendliche Länge und machte mich zum Opfer meines eigenen Verbrechens.
Das Getöse hielt mich noch immer im Zustand der Verwirrung gehüllt, als plötzlich eine Hand auf meine Schulter gelegt wurde. Ich erschrak ich beinahe zu Tode. Beschäftigt mit mir und der Situation hatte ich nicht bemerkt, dass Elly auf einmal hinter mir stand.
Der Lärm war auf einmal weg, stattdessen bekam ich das schallende Lachen meiner Sub zu hören. Es schüttelte sie förmlich, auch sie musste sich an der Wand halten, im Unterschied zu mir aber wegen ihrem Bauch, den sie wegen der sich vor lauter Amüsement verkrampfenden Muskeln fassen musste.
«Verdammte Scheisse Elly!» schrie ich erbost, wobei mein Ärger noch eher mir und meiner Unbeholfenheit galt, als ihrem spottenden Gelächter. «Selbstironie» prustete sie zwischen ihren Lachsalven hervor, «war noch nie Deine Stärke, Dom G.». Unfähig, eine zivilisierte Zurechtweisung zu formulieren, nahm ich Ellys Hand und zog sie hinter mir die Treppe hinunter, in den Schlund des Metro-Tunnels der Linie 12, irgendwo zwischen Abbesses und Lamarck-Caulaincourt.
Endlich fand ich meine Stimme wieder. «Du wirst für Dein unangemessenes Verhalten büssen!» drohte ich, als wir die Metalltüre zu den Geleisen erreicht hatten. «Mont-Martre, der Name kommt von «martyriser», das französische Wort für Martern – der Berg der Tortur.» Elly schwieg zu meinem Dozieren und mimte die unbeeindruckte Studentin. Noch. Denn als wir im Tunnel drin waren, in der Nische einer Seitenwand, fiel die Türe hinter uns mit lautem Knall ins Schloss. Elly wandte sie sich erschrocken um und realisierte, dass der Eingang diesseits des Tunnels weder Klinke noch Knauf aufwies.
Es gab keinen Weg zurück.
«Ohne, dass ich meine Lust befriedigt bekomme, wirst Du nicht entkommen.» Ich griff ihre Hüfte und drehte ihren Körper mit dem Gesicht zur Wand. Mit je einem Kabelbinder befestigte ich ihre Hände an den dicken Stromleitungen, die sich der Wand entlangschlängelten. «Was tust Du?» fragte sie mich, halb verunsichert, halb beleidigt.
«Dieses Tunnelspiel, meine liebe Elly, ist ein echtes, denn es findet wirklich im Tunnel statt.» Dann richtete ich ihren Kopf zur Seite, so dass sie die alte Technik der Infrastruktur und herankommende Züge sehen konnte. «Sogar einen SOS-Knopf haben sie für Dich installiert. Nur leider, leider… ist er unerreichbar für Dich. So, wie es sich gehört.»
Ich öffnete ihre Jeans und riss sie bis zu den Knöcheln runter, ihr Slip folgte den gleichen Weg. «Diese vorbeifahrende Öffentlichkeit wird kaum was von uns mitkriegen» spottete sie in einem letzten Aufbäumen, «falls das Dein Ziel ist.» Doch ich liess mich nicht beirren, umfasse ihren Brustkorb fest, fuhr unter Jacke und Bluse, quetschte ihre Brustwarzen heftig und zog sie schmerzhaft nach unten. «Schweig, Du Biest!»
Elly jammerte und stöhnte zugleich so laut, dass es mich verwunderte. Irgendwie hatte sie ja so etwas wie hier erwarten müssen, und ihre Reaktion war der Beweis, dass sie sich ausreichend sicher fühlte, trotz der Gewissheit, dass es hier vor Ratten nur so wimmeln musste. Aber in der Tat, sie liess das, was ich ihr antat, diese unmögliche Situation, nicht nur über sichergehen, sondern sie begann offenbar sogar, es als sinnlichen Moment unseres BDSM zu empfinden.
Fast wie mein Tagtraum mit Lisa fühlte sich die Situation für mich an, auch in einer Stadt, nur jetzt im Untergrund und mit der Frau, die das Zentrum meiner Gefühlswelt darstellte. Mein süsses Opfer wimmerte schon fast, als ich ihre Pobacken mit Kraft voneinander zog. Als ich ihre Feuchte spürte, gab es kein Halten mehr für mich… für ihn. Bald war ich in ihr drin, ich fickte sie als hätte ich seit Wochen in Enthaltsamkeit gelebt. Sie musste raus aus mir, diese Kraft, die auf einmal wieder über mich gekommen war; wie ein Feuer, das auf Benzin trifft und alles verschlingt. Sie, das Benzin, meine Triebfeder. Ihr Körper klatschte wiederholt gegen die schmutzige Wand, als ich mich an ihr abreagierte, doch es machte ihr nichts aus. Eine Metro fuhr auf dem weiter von uns entfernten Gleis vorbei, doch in meinem Rausch war es für mich nicht mehr wie billige Musik aus einem fernen Radio, es interessierte mich schlicht nicht: Zu beeseelt war ich von diesem Job, den ich zu erledigen hatte, und zwar hier und jetzt. «Mein Herr, ich… ich bitte.. bitte lassen Sie mich kommen…» flehte Elly im Delirium unserer Liebe, so tief wie der Untergrund von Paris.
Ich hielt sofort inne und zog meinen Schwanz aus ihr raus.
«Du hast es nicht verdient. Ich behandle Dich viel zu nachsichtig.» Ein Schritt in Richtung der Geleise, und ich rieb mich ein wenig; am Ende ergossen sich die wertvollen Samen auf die morschen Holzschwellen unter mir. «Nichts bekommst Du, selbst dieses verrottende Stück Holz hier hat meine Zuwendung mehr verdient als Du. Es hält täglich mehr aus, es ist auf dem absoluten Tiefpunkt hier, wird von tausenden Menschen missbraucht auf ihrem Weg ins Glück oder Verderben und trotzdem dient es untertänigst. Ganz im Gegensatz zu Dir.»
Ellys Frust brauch aus ihr heraus, theatralisch und wütend: «Der Philosoph hat gesprochen.»
Ich ignorierte ihre Impertinenz, schloss meinen Hosenstall und machte mich zu Fuss auf in Richtung Abbesses, und pfiff dabei das Kinderlied «Alouette, gentille Alouette». «Mein Herr, das können Sie nicht tun!» rief Elly hinter mir her. Klang da etwas Verzweiflung mit? Kurz blieb ich stehen. «Elly, ich kann Dich nicht verstehen, die nächste Metro rollt bereits an!»
Und in der Tat, der nächste Zug näherte sich, doch im Unterschied zur Gegenrichtung war diese Komposition viel langsamer unterwegs und näherte sich uns nur in Schritttempo. Auguste hatte recht gehabt: Ein Gleisbruch weiter vorne zwang den in diese Richtung fahrenden Kurs dazu, seine Geschwindigkeit massiv zu drosseln; mit dem hübschen Nebeneffekt, dass die Fahrgäste der vollen Waggons eine perfekte Sicht auf Elly hatten, die wie ein frisch missbrauchtes Vergewaltigungsopfer ihren neugierigen sensationshungrigen Blicken ausgeliefert war.
Was für eine Genugtuung. «Nie. Nie, Elly» murmelte ich vor mich hin, unhörbar für sie, «Unterschätze mich nie.»
Als der Zug die heikle Stelle passiert hatte, wir waren wieder alleine. «Wirst Du Dich benehmen, wie es Dein Herr, ja, wie es jeder Herr von einer würdigen Sub erwartet?»
Elly schnaubte vor Wut, wie so oft, wenn sie aus der Rolle fiel und sich ungerecht behandelt fühlte. «Gegen einen Orgasmus!» forderte sie, das Maximum an Entgegenkommen, das sie in ihrer Situation zeigen konnte. Erlittener Scham und unbefriedigte Lust, wie sehr sie das gerade piesacken musste.
«Rien ne va plus!» lachte ich und schickte mich an, meinen Weg weiter zu gehen, erneut laut pfeifend. «Mein Herr!» flehte sie nun plötzlich. «Ich bete Sie an. Seien Sie nicht so hart zu mir. Ich liebe Sie. Sie lieben mich. Lassen Sie mich nicht leiden, bitte!»
«Also doch, geht ja!» Mit breitem Grinsen auf meinem Gesicht kehrte ich zurück zu ihr. Ohne auch nur eine Minute verstreichen zu lasen, griff ich ihr in den Schritt, in das weiche, feuchte Fleisch, teilte es mit meinen Fingern, die sich darin spreizten… und dann begann ich, sie an der Klit zu reiben und so mit beiden Händen zu stimulieren. Grob war ich, und doch, oder gerade deswegen war der Steigerungslauf ihrer Lust rasch auf dem Höhepunkt angekommen. Wie sie squirtete! Die herbe Flüssigkeit spitzte auf ihren Slip, ihre Jeans, Schuhe und an die Wand vor ihr, literweise! Sie schüttelten sie durch, die Wellen des Orgasmus, Elly zitterte am ganzen Leib; die Erlösung hatte sie in einer Heftigkeit erfasst, als hätten die Leitungen, an denen ihre Handgelenke befestigt waren, sie mit Millionen von Stromstössen überzogen.
Zufrieden betrachtete ich mein Werk und liess sie zu Luft kommen. Dann kramte ich mein Taschenmesser aus meiner Jackentasche. «Komm, Elly» flüsterte ich übertrieben liebevoll in ihr Ohr, als ich die Kabelbinder durchschnitt, und ergänzte laut und in väterlichem Ton: «Mit diesem feuchten Höschen kannst Du unmöglich auf die Champs-Elysées. Stell Dir vor, wie Dein Herr sich schämen würde! Aber das Glück ist Dir hold: Da vorne wartet eine Metro, die bringt Dich zum Hotel.»
Elly und ich hatten unsere erste gemeinsame Nacht verbracht. Eine Nähe, die ich nicht häufig zuliess, aber in diesem Moment, in der Stadt der Liebe, genoss. Wir hatten ein wunderbar romantisches Frühstück, in diesem unglaublichen Luxushotel, lediglich unterbrochen durch einen kleinen Zwischenfall. Elly sass vor ihrem Joghurt und unternahm, tief entspannt und verliebt, einen weiteren Versuch, unsere Beziehung genau zu definieren. «Weisst Du, eigentlich ist dieses Frühstück hier der erste und hoffentlich nicht letzte Moment, wo wir uns auf Augenhöhe zueinander befinden.» Sprach’s, führte den Löffel in ihren Mund und – was definitiv ein Fehler war – schaute kurz danach wieder zu mir, der sich gerade prächtig über diese Aussage amüsierte. «Augenhöhe, so so.» kommentierte ich mit einem unzulänglich unterdrückten Lachen, welches Elly sofort ansteckte und ihr verunmöglichte, das Joghurt zivilisiert zu schlucken. Mit der Serviette vor dem Mund gelang es ihr halbwegs, die ganz grosse Katastrophe zu verhindern.
Augenhöhe? Nein, eigentlich war das ein absurder Begriff, und das wusste Elly genau. Sicher begegneten wir uns wie erwachsene Menschen, und genau so sicher würden wir unsere Freizeit hier in Paris ganz anders und unaufgeregter erleben als bei unseren bisherigen Treffen. Aber dass ich jederzeit das Machtgefälle auslösen konnte, das war ihr klar – auch wenn ihr Temperament häufig dazwischenfunkte und sie sich dann jeweils zierte.
Eine Stunde später waren wir bereit, diesem ausgesprochen sonnigen Tag draussen zu geniessen. Die Wege in dieser riesigen Stadt sind trotz Metro lange, und so erlaubte ich meiner Sub, flache Schuhe zu tragen, Jeans, Haare zusammengebunden und eine kleine Lederjacke. Eigentlich hätte dieser Look eher zur jungen Lisa gepasst, aber Elly, welche ich sonst nur in klassischer Kleidung kannte, sah auch darin umwerfend aus. Wir machten uns zu Fuss auf, zur Metro-Station Madeleine, vorbei an Schaufenstern mit Luxusgütern, die uns eigentlich so gar nicht interessierten, denn Augen, die hatten wir nur für uns. Sogar die Hände hielten wir uns, was ein durchaus merkwürdiges Gefühl in mir auslöste. Eine feste Beziehung war das nicht, was wir hatten, und wir waren uns trotz Absenz einer klaren Definition darin einig, dass es das nie sein könnte. Und doch: Ich liebte sie wie kaum jemanden zuvor in meinem Leben.
Das Ziel des unseres Ausflugs war la Place du Tertre auf dem Montmartre, der Ort, wo Künstler ihre Gemälde feilbieten. Landschaftsbilder, manche mit sehr intensiven Farben, manch andere eher realistisch wie aus der Zeit der Romantik. Wir steuerten zu einem der Maler, dessen Oevre aus sehr realistischen Darstellungen bestand, die Motive aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts zeigten. Aufmerksam musterte ich die Bilder, durchaus mit der Absicht, dass Elly dadurch ebenfalls neugierig werden sollte. Ganz besonders eines der Kunstwerke erregte meine Aufmerksamkeit, und ich schmunzelte zufrieden, als Elly es auch entdeckt hatte: Es zeigte das Innere eines Lokschuppens, eine Lokomotive unter Dampf. Vor der Maschine standen drei Frauen; zwei in erotischer Aufmachung rechts vom Einstieg zum Führerstand, eine andere, in Tüchern gehüllte Frau genau unterhalb des mit schwarzem Schweiss verschmierten Lokführers, der wiederum, mit glühenden Schürhaken in der Hand, wie ein perverser Lüstling gierig auf sie hinabblickte.
Elly schaute gebannt, denn ich wusste, dass ihr nicht nur die Szene bekannt vorkam; sie erkannte auch, dass es sich bei dieser Frau unterhalb des Führerstands nicht etwa um die rothaarige Baronin handelte, sondern… sie kniff die Augen mehrfach zusammen, um sich zu vergewissern: Es handelte sich um sie selbst! Das Gemälde zeigte unverkennbar Elly, eingesetzt in dieser Szene, die sie aus meinem Buch der Hinfahrt kannte. Unter dem Bilderrahmen stand kein Preis, sondern ein Schildchen mit «réservée».
Ein lautes Ausatmen, als würden ihr gerade sämtliche Bürden der Welt zugemutet. «Das ist kein Zufall, mein Herr, oder?» Wie eine Detektivin, die gerade einen Verbrecher zu überführen glaubt, zog sie ihre Augenbrauen zusammen und wandte sich vom Bild ab, hin zu mir. Es war einer dieser goldenen Momente mit Elly, denn sie wirkte genau dann, wenn sie meiner List auf die Spur zu kommen glaubte, besonders umwerfend. Wie ich es liebte, ihre Gefühle auf eine Achterbahn zu schicken, und ihre Reaktionen darauf zu geniessen wie einen exzellenten, scharfen Whiskey, der sämtliche Rezeptoren meiner Sinne bedient.
«Natürlich nicht, meine Teure!» Ich zwinkerte dem Künstler zu, dieser nickte zufrieden und wickelte das Gemälde in Packpapier ein. «Auguste wird es ins Hotel bringen lassen. Denn für Dich benötige ich zwei freie Hände» fuhr ich fort. Elly war leicht verwirrt, folgte dann aber meinem Blick zur Réverbère, der gusseisernen Laterne, an welcher zwei grosse, eiserne Ringe befestigt waren.
«Vergiss es!» zischte sie, die meine Absicht erneut zu durchschauen glaubte, und sich wohl schon in einer Session mitten in der Öffentlichkeit sah. «Keine Sorge, Elly. Die Öffentlichkeit ist noch nicht für Dich bereit. Auf jeden Fall diese hier nicht.»
«Noch nicht? Diese nicht?» empörte sie sich. «Wir haben einen besseren Ort. Komm mit.»
Wenige Schritte später hatten wir einen kleinen Durchgang zwischen zwei Häusern erreicht. Er war so schmal, kaum als Gasse zu bezeichnen, nur eine Person breit. Ich ging voraus.
Elly wollte nicht folgen. «Na komm!», forderte ich sie auf, als ich die Hälfte des Weges zurückgelegt hatte und mich umblickte. Doch sie stand noch immer auf der Strasse, verschränkte ihre Arme und schwieg, in der Pose einer beleidigten Königin. Unweigerlich musste ich lachen. «Die süsse Rebellin, auch das wäre ein Motiv für Auguste gewesen.»
«Wo führt der Weg hin?» fragte sie mich fordernd. «Du kennst mich, Elly.» antwortete ich und verdrehte meine Augen. Ellys lakonische Antwort war natürlich so etwas von vorhersehbar: «Genau deswegen, Herr G.»
«Sei nicht kompliziert. Wir sind in Paris!» Aber mein Anspornen verpuffte wirkungslos. Eine klare Ansage war vonnöten, und so verdunkelte sich meine Mine. «Das ist mir alles zu mühsam. Ich gehe diesen Weg, und entweder Du folgst, wie es eine dem Herrn vertrauende Sub tut, oder Du nimmst gleich ein Taxi. Die Taxifahrer in Paris übrigens sind durchaus bekannt für bizarre Verhaltensweisen – und ich weiss grad gar nicht, welche Gefahr Dir besser gefällt? Faites vos jeux!»
Ohne eine Antwort abzuwarten, nahm ich die nächsten Meter zielstrebig unter meine Füsse und öffnete am Ende des Weges eine lottrige Holztüre zu meiner Rechten. Sie gab den Zugang zu einer langen, steinernen und geradeaus in eine grosse Tiefe führende Treppe frei. Ohne Elly auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen nahm ich die ersten Stufen, hinab in eine dunkle Umgebung, nur indirekt beleuchtet vom Tageslicht der noch offenen Türe hinter mir und dem schwachen Schimmer einer flackernden Neonröhre, die sich irgendwo weit unten befinden musste. Das donnernde Geräusch einer nahenden Metro drang hoch, lies das Gemäuer zittern und produzierte ein schauerliches Echo.
Elly folgte mir offensichtlich nicht. Hatte ich sie überfordert? So schnell? Hatte sie sich tatsächlich ein Taxi gerufen?
Da sass ich nun, mit dem weissen Blatt Papier, und der Fluss der Ideen und Fantasien, die die Klippen von einzelnen Erinnerungen manchmal stürmisch, manchmal sanft umspülten, er war ruppig, mühsam, unbändig, nicht zu strukturieren und schon gar nicht auf Papier zu bringen.
Verdammt.
Ich besann mich auf meinen vulgär-literarischen Werdegang und legte den Füller auf die Seite. Die Geschichten, deren Autor ich war, hatten sich irgendwie von den Plattitüden billiger Pornographie und den Oden an einen Herrn mit so sprechenden Namen wie «DomRoterStier76», deren Kitsch magenverdrehende Eigenschaften aufwiesen, immerhin soweit unterschieden, dass am Ende sogar ein Buch daraus wurde. Und so ging ich auf Reisen, um dem interessierten Publikum einen Eindruck von mir zu geben. Lange war ich nur ein Phantom des Internets gewesen, doch irgendwann hatte ich mein Versteck verlassen, und diese Erfahrung war gar nicht so fürchterlich für mich wie die Dinge, die ich Frauen in dunklen Räumen sonst so antat. Die letzte Lesung jedoch, sie blieb mir in besonderer Erinnerung, denn für einmal war nicht ich es, der Schmerzen zufügte, sondern eine Frage, die genau das mit mir tat.
Die, ob die Geschichten des Autors nicht doch wahrer seien als er angebe.
Das freche Grinsen der rothaarigen Frau in der ersten Reihe, deren Gesicht mit Sommersprossen übersät war, es drehte die Giftpfeilspitze ihrer Frage in der quälend brennenden Wunde noch mehrfach herum. Fast wäre ich aufgesprungen, hätte sie in einer Mischung aus Agonie und Rage an der Gurgel gepackt, vielleicht fatalerweise sogar zu ihrer Freude, denn, wer weiss schon, vielleicht steht sie auf Atemreduktion? Nein, das wäre nicht angemessen gewesen, und Rothaarige, nee, die waren eigentlich noch nie mein Fall.
«Vielleicht?» antwortete meine verwundete Seele, im Bemühen, gelangweilt auszusehen.
Es misslang.
Eine zweite Leserin streckte die Hand nach oben, und sie machte, soweit ich es im Halbdunkel des Raumes richtig erkennen konnte, dank ihrer markanten Brille im Gesicht einen intellektuellen Eindruck. «Herr Wolff, sogar berühmte Autoren haben zugegeben, dass ihre Geschichten durchwegs viele wahre, autobiographische Elemente enthalten. Es ist, soweit ist sich die Philosophie weltweit einig, gar nicht möglich, Dinge zu erfinden. Man kann nur erlebte Dinge neu kombinieren. Alles andere sprengt die menschliche Vorstellungskraft.»
Meine Geduld wurde arg strapaziert, was war bloss los heute? Wie in einem Sketch von Loriot, die Dinge laufen aus dem Ruder, aber weder heisse ich Hoppenstedt, noch Lindemann, und ein Jodeldiplom absolviere schon gar nicht. Wobei, fragte ich mich, vielleicht könnte ich diese Klugscheisserin jodeln lassen, in einem Schlachthof, so richtig als Strafe? Dieses Weib, im Kühlhaus, nackt aufgehängt und ausgepeitscht neben den toten Leibern der aufgeschlitzten Schweine; dann, gut abgehangen auf dem kalten Boden für mich serviert, dehydriert bis auf die milden Gaben von mir, den milchigen Tropfen auf ihrem Arsch. Verächtlich und ortspassend als «Sau» gescholten und danach verlassen wäre sie; Hose zu, Türe zu, Abgang.
«Sie dürfen sich gerne vergewissern, wie viele meiner Bosheiten ich wirklich zur Anwendung bringe, und darauf Ihre hochstehende Psychoanalyse über dunkle Vergangenheiten meiner – in Ihren Augen bestimmt vom Feminismus gekränkten – Seele aufbauen» antwortete ich in scharfem Ton.
Ein Raunen ging durch den Raum.
Keine Fragen mehr. Warum hatte mich diese Fragerunde austicken lassen? Das Licht im Saal ging wieder an.
Gutmütig, wie die Alltagsmenschen mich kennen, bekamen die Subs, Femdoms und ein paar versprengte Herren die Widmung in mein Buch über Elly und Dom G., die letzten Exemplare der Auflage.
«Ist wirklich fertig mit Elly?» fragte mich die offensichtlich über meinen cholerischen Ausbruch noch leicht erschrockene Intellektuelle, wohl im Bestreben, ihre Aufmüpfigkeit von vorhin durch demonstratives Interesse wiedergutzumachen. Ich antwortete nicht, fragte stattdessen nach ihrem Namen, um die Widmung zu schreiben, und reichte ihr anschliessend das Buch. Doch als sie es greifen wollte, liess ich es nicht los. Mit meiner zweiten Hand fuhr ich sanft über die ihrige und fixierte sie mit meinem Blick. «Anke, die Antwort auf Ihre Frage dauert länger, als wir hier Zeit haben. Aber es wäre definitiv eine Steilvorlage für Ihre vorhin begonnene Psychoanalyse.»
Sie errötete.
«Ich kenne ein feines Lokal, welches unter anderem hervorragende Steaks im Angebot hat, die, sehr frisch, direkt aus der gleich daneben liegenden Metzgerei stammen. Vielleicht haben Sie Lust, mich morgen Abend dort hin zu begleiten, natürlich in Wildleder-Pumps, wie Elly?» zwinkerte ich.
—
Meine Hände fingen wie von alleine an zu schreiben, zu meiner grossen Freude. Eine neue Geschichte, ja sie begann sich zu materialisieren. Hatte ich die Schreibblockade überwunden?
Innerlich freute ich mich, weil die Leserinnen wieder keine Ahnung haben würden, welche meiner Sätze tatsächlich einer Wahrheit entsprangen, und was davon rein imaginär war; Fantasie, die, wie Anke ja sagte, nur eine Replikation, Verdrehung und Neukombination von Gewesenem sein könne.
Wie die Geschichte ausging, das würde ich natürlich nicht schreiben. Oder vielleicht noch nicht?
…oder besser gesagt, Erlebnisse der besonderen Art.
von Inkarna (mit bestem Dank!)
Die ersten Schritte als Subbie oder sollte ich lieber schreiben, unvergessliche Begegnungen der besonderen Art…
Vor sieben Jahren bekam alles einen Namen.. Ich verstand warum ich so bin ich wie ich bin und war nun neugierig auf erste reale Begegnungen mit Doms.. Die Vorstellungen in meinen Kopf waren dann aber doch ganz anders als die Realität.. Aber der Reihe nach…
Ich meldete mich damals also auf einer Plattform für BDSMer an und war gespannt.. Voller Neugierde.. Und konnte es kaum abwarten Gleichgesinnte zu treffen..
Nun ja…meine Euphorie bekam nach ca. vier Wochen erste Dämpfer und machte der Realität Platz
Ich schrieb damals mit drei „Doms“ Treffen Nummer eins stand vor der Tür… Was war ich aufgeregt… Dann kam besagtes Treffen.. Wir saßen uns in einem Café in der Kölner Altstadt gegenüber.. Und nach ca. fünf Minuten beschnuppern sagte er plötzlich zu mir.. „Du bist eine Sklavin und hast ab sofort keine Rechte mehr.. Füge Dich meinen Willen.. Mein Wille ist Gesetz.“ Da ich ja ein höflicher Mensch bin, ließ ich ihn selbstverständlich ausreden.. „Senke ab sofort Deinen Blick.. Du hast nicht das Recht mir in die Augen zu gucken..“ Natürlich guckte ich ihn weiterhin in die Augen.. Und war doch neugierig ob er noch mehr von diesen Schwachsinn von sich geben würde.. Er wurde wütend.. und sagte zu mir: „Du gehorchst mir nicht.. Ich werde Dich bestrafen.. Nimmst Du die Strafe an?“ Nee..mit Sicherheit nicht!!! „Dann bist Du nicht devot..“ Oh je…wie oft sollte ich diesen Satz in den nächsten Jahren noch zu hören bekommen.. Ich sah wie er über den Tisch nach mir griff.. Aber Subbie war schneller.. Ich nahm meinen Kaffee und schüttete ihn mitten in sein Gesicht.. Und ein Grinsen konnte ich mir dann nicht mehr verkneifen.. Sein Anblick gefiel mir.. So wie der Kaffee aus seinen Gesicht tropfte.. Stand auf und sagte nur.. „Sub zu sein, heißt nicht das ich bescheuert bin!“ Und ging..
Subbie lässt sich nicht entmutigen…
Es folgte Treffen Nummer zwei
Wie schon bei Treffen Nummer eins, in einen Café. Und zum ersten Mal bekam ich das Wort Objektifizierer an diesem Abend zu hören.. Hey, ich kann das Wort mittlerweile fehlerfrei aussprechen… Ich also der totale Newbie traf auf einen Objektifizierer.. Und wieder hörte ich erst einmal zu und ließ mein Gegenüber erzählen.. Danach war mir auch nicht mehr nach reden.. Mir war dann nur noch nach eines.. So schnell wie möglich das Café zu verlassen und weg… ganz weit weg.. Ich hatte echt nen Trauma danach.. Aber der Reihe nach..
Er erzählte mir was er von seiner Sklavin erwarten würde.. Das totale willenlose Objekt.. Glaubt mir Leute, ich erspare euch Einzelheiten.. Aber als er mir erzählte, dass er darauf steht rostige Nägel in die Brustwarzen der Frau zu schlagen.. Verschränkte ich automatisch aus Schutz meine Arme vor meiner Brust und das Entsetzen muss mir im Gesicht gestanden haben.. Toilettensklave…Am Stuhl fest tackern.. und vieles mehr.. Und dann sagte er zu mir.. „Keine Sorge, das mache ich nicht gleich morgen alles mit Dir.. In vier Wochen bist Du soweit..“ Ich guckte ihn nur an.. Stand auf.. Muss wohl weiß wie die Wand geworden sein.. Und verließ so schnell das Café, als wenn der Teufel persönlich hinter mir her wäre.. Nee…das macht niemand in vier Wochen, in vier Jahren.. überhaupt nicht in meinen ganzen Leben mit mir..
Traumatisiert und erstmal vier Wochen Pause..
Treffen Nummer drei sagte ich dann erst einmal ab.. Ich brauchte vier Wochen um mich von diesen Trauma zu erholen.. Mein Mentor erzählte mir dann damals, dass ich auf einen Objektifizierer getroffen sei.. Was auch immer.. Nein Danke!!!
Nach vier Wochen kam der Mut und die Neugierde zurück.. Und ich verabredete mich mit Treffen Nummer drei.. Mein Mentor machte mich damals darauf aufmerksam, dass besagter Kandidat keine Körpergröße in seinen Profil angegeben hätte.. Ich ging noch mal auf sein Profil.. Stimmt.. Und wurde misstrauisch.. Rief ihn an und fragte.. „wie groß bist Du?“ „Spielt das eine Rolle für Dich?“ „ja tut es“ „Lass Dich einfach überraschen…“ Und ich tat es.. Was soll ich sagen.. Ich bin 170 cm und hatte meine 12 cm Heels an.. Er hatte mir mehrmals gesagt, das er es liebe wenn die Frau hohe Schuhe trägt.. Auch die Absatzhöhe wusste er, die ich an dem besagten Tag tragen wollte.. Tja..was soll ich sagen.. Er war unter 1,65 m.. Ich nun mit Schuhen 1,82 m und dachte nur…oh je.. Wollte ja nicht unhöflich sein.. Aber wohl fühlen ist was anderes.. Er erzählte mir dann, dass er auf große Frauen stehen würde.. Und das sie dann noch 12 bis 15 cm Heels tragen sollen.. Ich bin nicht oberflächlich.. Aber das geht gar nicht für mich.. Und versuchte es ihm so schonend wie möglich beizubringen.. Er war dann etwas beleidigt um es höflich auszudrücken.. Und wieder fiel der Satz.. „Du bist nicht devot und weißt nicht wie sich eine Sklavin richtig verhält. Statt dankbar zu sein, dass ich mich heute mit dir getroffen habe, wagst Du es Wünsche zu äußern was die Größe eines Doms betrifft“ Ja, stimmt, das tue ich.. Stand auf, wünschte ihm alles Gute und wollte gerade gehen.. Da stand er doch plötzlich vor mir und fragte mich.. „Habe ich Dir erlaubt zu gehen?“ Und wollte mich festhalten.. Tja.. meine Tasse stand noch halb voll auf dem Tisch und was soll ich sagen.. Der Inhalt ergoss sich über seinen Kopf.. Drehte mich dann um und ging.. Draußen zog das Lachen immer mehr durch mein Gesicht und die Lachtränen liefen.. Ich fuhr nach Hause und hatte später einen gemütlichen Abend am Telefon mit meinen Mentor..
Subbie gibt nicht auf…
Nach einiger Zeit ließ sie sich wieder zu einem Treffen überreden.. Treffen Nummer vier also..
Eine längere Pause folgte erstmal…
Aber Subbie war einfach zu neugierig und wollte wissen, was es dann noch für Doms so gibt.. Und verabredete sich wieder einmal..
Das wurde das kürzeste Date meines Lebens.. Unter eine Minute.. Aber auch hier, der Reihe nach.. Wir verabredeten uns in einer Cocktailbar.. Subbie war pünktlich.. Zwei Minuten nach mir tauchte er dann auch auf.. Setzte sich auf die äußerste Stuhlkante und senkte seinen Blick.. Ich schaute ihn an.. Subbie ist ja ein höflicher Mensch und fragt ihn.. „Alles okay mit Dir?“ Er sprang auf.. Rannte aus der Cocktailbar.. Ich glaube hätte der Kellner nicht gerade an der Tür gestanden und sie im letzten Moment geistesgegenwärtig aufgerissen.. Der wäre wahrscheinlich mitten durch die Tür gerannt.. Panik in seinen Gesicht.. Der Kellner kam zu mir und fragte.. „Was war das?“ Tja…das hätte ich zu gerne auch gewusst.. Wir hörten Reifen quietschen, guckten uns erneut an und schüttelten den Kopf.. Zwei Minuten später bekam ich ne SMS.. „Sorry Du bist mir zu dominant, ich habe Angst vor Dir“. Okay…. und dann lachte ich los.. Lachtränen liefen über mein Gesicht.. Zeigte dem Kellner die SMS und er konnte sich auch nicht mehr halten.. Ich hatte dann noch einen schönen Abend in besagter Cocktailbbar und viel Spaß mit dem Kellner gehabt…
Am nächsten Tag berichtete ich meinen besten Freund und Ratgeber, denn er ist ein Dom, von diesem erneuten Erlebnis.. Er schmunzelte nur und sagte zu mir.. „Du bekommst irgendwann das Wort Domkiller auf Deinen Hintern tätowiert.. Und später wirst Du Dich vor dem Dom-Gericht verantworten müssen.. Ich befürchte es auch… Das Tattoo blieb mir bisher erspart..
Er riet mir noch, mir nen Café mit ner Falltür auszusuchen.. Das würde in Zukunft schneller gehen.. Leider habe ich weder in Köln noch in Berlin jemals ein gefunden…
Der nächste lud mich ein, ein Wochenende bei ihm zu verbringen mit der Bemerkung, dass seine Wohnung mal wieder nen ordentlichen Großputz vertragen würde.. Bitte was dachte ich noch.. Und fragte noch mal nach. „Du bist eine Sklavin und es sollte Dir eine Ehre sein, meine Wohnung putzen zu dürfen“. Ist klar.. Nee mit Sicherheit nicht. Steht irgendwo bei meinen Neigungen, dass ich Putzsklave bin? Und genau das knallte ich ihm auch so an den Kopf.. Und wie schon einige Male zuvor folgte der Satz.. „Du bist nicht devot und weißt nicht was Dankbarkeit bedeutet.“ Ach so, ich soll also auch noch dankbar sein, wenn ich von jemand anderen den Dreck wegputzen darf.. Oh man.. Was manche sich einbilden.. Und meine Antwort war.. „Sub zu sein bedeutet nicht, dass ich bescheuert bin!“ Nahm mein Weinglas und schüttete es ihm mitten ins Gesicht.. und sagte dann noch.. „Ich bin dankbar für diesen Anblick.“ Drehte mich um und verließ das Restaurant.. Auch von diesen Kandidaten hörte ich aus unerklärlichen Gründen nie wieder was…
Verschiedene „interessante“ Mails…schmunzel
Ich bekam eine Mail und derjenige erzählte mir allen ernstes, er würde ERWARTEN, dass Subbie immer und zwar wirklich immer 24 Stunden Erreichbarkeit gewährleistet.. Telefon, Internet.. Ist sie das nicht.. Folgt eine Strafe.. Ach so.. Ich muss also anfangen nach Supermärkten zu gucken, wo gewährleistet ist, dass ich dort an jeden Regal Empfang habe, falls besagter Typ vorhat mich anrufen zu wollen.. Schüttelte innerlich nur noch den Kopf und wünschte ihm per Mail alles Gute..
Dann schrieb mir jemand, er würde erwarten, dass das erste Treffen grundsätzlich bei ihm zu Hause stattfinden würde.. Mit verbundenen Augen.. Ach so.. Wahrscheinlich sieht er so schrecklich aus, dass er mir den Anblick ersparen will. Das ist doch wirklich mal Aufmerksam.. Das es niemals zu dem Treffen kam, brauche ich wohl nicht zu erwähnen..
Was es so alles für Forderungen gibt…
Dann schrieb mir jemand und gleich in der ersten Mail kam die Aufforderung ihm sofort meine Wünsche und Sehnsüchte mitzuteilen.. Wie schon mehrfach erwähnt, bin ich ja ein höflicher Mensch und antwortete selbstverständlich.. Ich schrieb dem Herrn folgendes.. Subbie wünscht und sehnt sich danach, dass es für manche Männer ganz viel Hirn regnen sollte.. Was soll ich sagen.. Es kam nie wieder ne Antwort.. Verstehe ich gar nicht.. Dabei habe ich doch sofort geantwortet.. War also wirklich gehorsam.. Auch wieder nicht richtig.. Verstehe einer die Doms…seufz..
Der nächste schrieb mir, dass seine Sub grundsätzlich nackt zu hause zu sein hätte.. Und das immer und ständig.. Ach so.. So spart Subbie das Wäschewaschen.. Wirklich fürsorglich und vorausschauend.. Aber ich benutze gerne meine Waschmaschine und verzichtete auf dieses großzügige Angebot.. Lehnte dankend ab und wünschte per Mail alles Gute..
Subbie darf anscheinend keine Ansprüche haben und keine Forderungen stellen..
Wie oft habe ich in Mails den Satz zu lesen bekommen, eine Sub hat nicht das Recht von ihren Herrn zu fordern, dass er monogam ist. Doch ich nehme mir dieses Recht heraus.. Die Antwort brauche ich wohl nicht noch mal zu schreiben oder? Dann bist Du nicht devot.. Also…immer wenn Sub eine eigene Meinung hat, oder was nicht akzeptieren kann.. Dann heißt es also sie sei nicht devot.. Verstehe.. Nun blicke auch ich so langsam durch.. Eine Sub hat dankbar dafür zu sein, dass ein Dom ihr überhaupt Zeit widmet.. Sie darf niemals Ansprüche haben.. Muss alles klaglos über sich ergehen lassen.. Und das stets in tiefster Demut.. Hat sie eine eigene Meinung ist sie entweder nicht devot oder es heißt, sie sei eine Wunschzettel-Diva-Sub.. Stimmt, ich bevorzuge ein Kissen wenn ich längere Zeit auf die Knie gehe und nicht den dreckigen staubigen Fußboden.. Tja..so ist das wenn Subbie sich ihres Standes nicht bewusst ist..seufz. Undankbar eben….
Ich erinnre mich auch noch an eine Begegnung.. Es waren zwei Begegnungen in zwei Monaten mit besagter Person.. Denn der Dom war soooo viel beschäftigt, dass seine Zeit nicht ausreichte um sich mit Subbie zu treffen.. Aber Subbie sollte auch hier wieder dankbar sein, dass sich überhaupt ab und zu Zeit genommen wurde.. Ich sage es ja.. Ich bin wirklich undankbar und brauche dringend Erziehung.. Subbie fragte also vorsichtig an, ob sich das in Zukunft ändern würde, oder wie der Herr sich das nun vorstellt.. Alle vier Wochen mal ein Treffen ihr einfach zu wenig sei.. Und ja, sie hätte ja auch irgendwann Bedürfnisse.. Beide Treffen waren auf neutralen Boden. Und irgendwann hat auch Subbie mal Lust auf mehr.. Wie ungezogen.. Und ungeduldig von ihr.. Als Antwort bekam sie folgenden Text: „Wir müssen dringend an Deiner Erziehung arbeiten.. Du bist viel zu ungeduldig.. F…ist nicht alles im leben.. Statt mir alle zehn Tage Klagemails zu schicken, sei Dir Deiner Stellung bewusst. Du hast ein egozentrisches Weltbild und gewöhne Dir endlich an, im angemessenen Ton mit mir zu sprechen.. Du kannst eine Bitte vortragen. Aber niemals mehr wage Forderungen zu stellen oder Erwartungen zu äußern.. Du kannst mir Deine Meinung in einen höflichen Ton und in einer für eine Subbie angemessenen Position mitteilen..“ Ach so.. und wenn ich mal wütend bin.. muss ich also demütig auf die Knie gehen und darum bitten ob ich ihm das jetzt mitteilen darf.. Ungefähr so.. „Mein Herr, ich bin gerade furchtbar sauer auf Dich, darf ich Dir das bitte sagen“ Oder.. „Mein Herr ich möchte mich jetzt mit Dir streiten.. Erlaubst du mir das?“ Neeeee in meiner Realität ist das anders!!! Er war beleidigt weil ich ihn von seinen Dom-Sockel herunter geholt hatte und mein Verhalten wäre ehrabschneidend.. Na dann.. Als letztes bekam ich noch zu hören, dass BDSM zu leben insbesondere das Leben einer Sub schließlich kein Zuckerschlecken sei…
Fassen wir also zusammen… Subbie darf sich niemals beschweren.. Sie muss immer alles klaglos hinnehmen.. Hat alles zu tun um den Dom zu gefallen.. Tut sie das nicht, ist sie nicht devot.. Besitzt die Frechheit Klagemails zu schreiben.. Und schneidet damit dem Dom seine Ehre ab..
Immerhin so kam ich zu meinen neuen Türschild. Ein Dankeschön an meine Freunde….zwinker
Ein Dankeschön an meine Freunde…schmunzel
Fortsetzung….
Tja.. so hat Subbie also die eine oder andere Begegnung in den Jahren erlebt..
Oft wurde ich gefragt, ob es eine Fortsetzung geben wird… Die gibt es, denn ein ganz besonderes Highlight möchte ich nicht unerwähnt lassen…schmunzel
Der Bademantel-Dom…
Wie aus einem Gentleman ein Bademantel Dom wurde…
Besagter Dom schrieb Subbie vor einiger Zeit an.. Die Emails lasen sich sehr schön. Der Profiltext war sehr gefühlvoll gehalten. Und besagter Dom schrieb mir, er hätte diesen Text erst einen Tag vorher geschrieben. Ihm war nach einer Änderung, weil er sich mit seinem alten Profiltext nicht mehr identifizieren konnte. Es folgten mehrere Telefonate. Ein erstes und zweites Treffen, Essen gehen in meinem Lieblingsrestaurant. Er zeigte sich als Gentleman. Kam im Anzug, was ihm gut stand. Aber man sollte sich ja bekanntlich nie zu früh freuen. Eine Weisheit die ich einen Augenblick aus den Augen verlor..schmunzel
Dann kam das dritte Treffen und es war geplant das Wochenende bei mir zu verbringen.. Ich war in keinster Weise vorbereitet was mich dann erwartete…
Der nächste Morgen…. Neuer Tag, neues Glück dachte ich da noch.. Ich bin aber auch manchmal naiv.. Und meine Ansprüche sind wohl einfach zu hoch..
Versorgte besagten Mann mit Kaffee.. Ging Duschen. Er nach mir. Und ich hatte die große Hoffnung, nun zieht er was anderes an.. Jedoch wurde ich dieser Hoffnung sehr schnell beraubt.. Denn er ging in seinem scheußlichen Bademantel ins Badezimmer und kam mit gleichen Outfit zurück.. Auch diese ausgelatschten Latschen schienen an seinen Füßen festzukleben. Erneut der Anblick wie er breitbeinig auf meinen Sofa saß und seine Genitalien über meine Sofakante baumelten. Ich konnte ja nun nicht um diese frühe Uhrzeit erneut mit Alkohol beginnen.. Hmm.. Frühstück ist doch eine gute Idee.. Vielleicht zieht er dann was anderes an.. Nein… Ich deckte den Tisch, rannte, machte und tat.. Er blieb sitzen bis auch wirklich alles auf dem Tisch stand. Erst als der Frühstückstisch vollständig gedeckt war, bequemte er sich, den Platz vom Sofa zu meinem Esstisch zu wechseln. Aber im gleichen Outfit.. Und guckte mich abwartend an.. Langsam verlor auch ich meine Freundlichkeit und mir war klar auf was er wartete.. Das ich ihm noch sein Brötchen auf schnitt und wohl am besten auch belegen würde.. Statt dessen nahm ich ein Brötchen und knallte es ziemlich unsanft auf seinen Teller. Nahm mir selbst eins und kümmerte mich um mich selbst. Als mein Brötchen fertig belegt war und ich herzhaft hinein biss, wurde ihm dann endgültig klar, dass er vergeblich hoffte und schaffte es doch tatsächlich sein eigenes Brötchen aufzuschneiden und zu belegen.. was für eine Leistung.. Danach räumte ich den Tisch ab, wusch ab.. Und was tat er.. Klebte nun statt dessen in meiner Essecke auf dem Stuhl fest.. Ließ sich erneut Kaffee bringen und machte keine Anstalten sich zu bewegen.. Ich fragte höflich, ob er an freien Tagen diese komplett zu Hause verbringen würde und kein Interesse daran hätte, ein paar Schritte vor die Tür zu machen.. Nein, er genießt es dann so wie jetzt im bequemen Bademantel die Tage zu verbringen… Ich war sprachlos und überlegte nach einer neuen Strategie.. Nachdem der Herr also nun gut gesättigt war, holte er seinen Laptop heraus und machte aus meiner Essecke eine Arbeitsecke.. Natürlich ohne mich zu fragen, ob mir das recht sei.. Das ging über eine Stunde so.. So langsam kam Wut in mir hoch.. So verhält sich doch kein normaler Mann? Wo war der Gentleman geblieben? Statt dessen hatte ich einen alten Mann im ausgefransten Bademantel mit ausgelatschten Latschen in meiner Wohnung sitzen, der immer mehr an einem Gast aus dem Pflegeheim erinnerte.. Wie maso bin ich um mir das noch länger anzutun fragte ich mich.. Und beschloss irgendwann es sei genug und Höflichkeit hat hier ein Ende.. Wenn er vorsichtiges Nachfragen nicht versteht, auf die eine oder andere Bemerkung nicht eingehen will, müssen härtere Geschütze aufgefahren werden.. Ich beschloss erstmal zu kochen und mir dabei eine neue Strategie zu überlegen..
Der Abend begann… Ich muss wohl nicht erwähnen, dass auch am Abend das Outfit das gleiche blieb.. Nun seit mittlerweile fast 24 Stunden der Anblick im ausgefransten Bademantel mir zugemutet wurde.. Er ließ sich immer mehr gehen..
Ich hatte also nun gekocht, Essen war fertig.. Mus ich noch erwähnen, dass er natürlich die gesamte Zeit erneut wieder auf meinem Sofa festklebte? Nicht wirklich oder? Ich fing an den Tisch zu decken. Natürlich wurde all das ignoriert.. Und dann sagte ich im ziemlich scharfen Ton, er würde es wohl schaffen zumindest die Gläser zum Esstisch zu bringen. Dann bräuchte ich nämlich nur noch einmal laufen. Aber was passierte dann.. Er nahm die Gläser und lief im Zeitlupentempo von meiner Couch zu meinem Esstisch.. Ich stand hinter ihm mit den heißen Tellern.. Langsam wurde es unangenehm in den Händen.. Bis dahin wusste ich nicht, dass man so lange für so wenige Meter brauchen könnte.. Ich trieb ihn an und sagte spitz, ein wenig Tempo wäre reizend, sonst verbrenne ich mir gleich die Hände.. Und schubste ihn ein wenig nach vorne.. Und ja ich überlegte tatsächlich ob ich hier die Steigerung von Kaffee über den Kopf zu Essen über den Kopf tun sollte. Es juckte mir extrem in den Fingern, ihm einfach den Teller mitsamt dem Essen über den Kopf zu knallen.. Das einzige was mich tatsächlich davon abhielt, war die Vernunft. Es war ja meine Wohnung und wäre meine Sauerei gewesen, die ich dann zusätzlich noch hätte putzen müssen.. Und so bremste ich mich selbst aus. In Gedanken hatte ich es bereits getan. Nun also erstmal ne vernünftige Stärkung und an dem Schlachtplan weiter arbeiten.. Beim Essen war ich mittlerweile ziemlich kurz angebunden. Hatte erneut mir ein Glas Wein eingegossen und versuchte es sportlich zu nehmen. Aber wie wird man solch ungebetenen Gäste wieder los? Klar direkt vor die Tür setzen ist der einfachste Weg.. Da er bereits Alkohol getrunken hatte, war ich zu fürsorglich. Aber auch ich lerne dazu und das hier diese Art der Rücksichtnahme völlig fehl am Platz war, begriff auch ich so langsam..
Über die Grenzen treiben… Der Domkiller in mir kam durch.. Und ich beschloss, nun an SEINE Grenzen zu gehen. Nachdem ich dann alles abgeräumt hatte und abgewaschen.. Muss ich noch erwähnen, dass er natürlich weiterhin fest auf meinem Stuhl klebte und keine Anstalten machte, sich auch nur einen einzigen Zentimeter zu bewegen? Nicht wirklich..
Irgendwann kam ich mit dem Wischlappen und ich hatte ihn extra nass gemacht.. Fing an auf der Seite wo er saß, immer weiter in seine Richtung zu putzen. Es blieb ihm nichts anderes übrig als die Arme vom Tisch zu nehmen. Als er sie erneut ablegen wollte, bemerkte er wie nass alles war.. Und fluchte kurz.. Ich tat so, als hörte ich nichts und hatte ein erstes zufriedenes Grinsen im Gesicht.. Aber das war erst die Aufwärmphase.. Und nachdem er wieder auf meine Couch gewechselt war.. Und natürlich immer noch der Anblick im halb geöffneten Bademantel, breitbreinig und seine Genitalien die über meine Sofakante baumelten.. Im stillen dachte ich.. Hey, warum beißt einer meiner Katzen nicht einfach mal herzhaft zu.. Aber auch sie haben Geschmack. Und ignorierten ihn vollständig. Oder auch ihnen wurde dieser Anblick einfach zu viel.. Nachdem ich also mit dem Abwasch fertig war, setzte ich mich auf die Couch und schnappte mir die Fernbedienung. Sagte im knappen Ton, ich hätte jetzt Lust auf Fernseh gucken. Natürlich gerne, hieß es. Immer wieder fand er ja alles toll, was ich toll fand. Na das wollte ich jetzt mal auf die Spitze treiben dachte ich so bei mir. Ich fing mit ner Talentshow an.. Danach guckte ich Boxen. Und immer hieß es, das mag er auch. Und das erst recht.. Hmm.. es musste noch drei Schippen drauf dachte ich mir.. Und schaltete dann irgendwelche uralten Gameshows an. Es ging auch an meine Grenze. Aber das war mir egal. Und was hieß es.. Das mag ich auch. Das war der Punkt an dem ich überlegte, ob nicht irgendwo Musikantenstadl laufen würde oder Volksmusik. Aber ich glaube, das hätte er natürlich auch toll gefunden. Ich trank auch an diesem Abend eine ganze Flasche Wein.. Aber natürlich half es nicht. Es wurde nicht erträglicher.. Ich wollte diesen Pflegefall nur noch aus meiner Wohnung haben. Provozierte ihn bis auf Messers Schneide.. Keine Chance.. Da schaltete er auf Betriebsblind und ignorierte es einfach. Fand alles toll was ich sagte, liebte alles was ich im Fernsehen an Schwachsinn anschaltete..
ich ging total gefrustet schlafen.. Und am nächsten Morgen beschloss ich, nun ist genug, er muss aus meiner Wohnung raus. Natürlich blieb er stur wie er war, so lange liegen, bis ich ihm einen Kaffee anbot. Ich war schon duschen in der zeit, fing an meine Wohnung zu putzen. Kaum erhob er sich, griff ich mir die Decke und fing demonstrativ an alles abzuziehen. Nachdem er aus der Dusche raus war, putzte ich extra sofort mein Badezimmer.. Null Reaktion.. hmm. Also direkter Rausschmiss.. Und ich sagte zu ihm.. Es wäre besser Du gehst nun.. Ja gerne wenn Du es möchtest.. Und dann verwandelte der alte Mann, bzw. Pflegefall sich wieder in den Mann im Anzug. Jedoch, bevor er dann nun endgültig meine Wohnung verließ, hatte er mir noch einen köstlichen Anblick beschert. Beim Gewicht hatte er nämlich auch ganz großzügig gemogelt.. Und wenn der Bauch im Wege ist, hat man Probleme beim Schuhe anziehen.. Er versuchte ne halbwegs gute Figur zu machen und hielt sich krampfhaft an meiner Tür fest und versuchte in seine Schuhe zu kommen.. Es klappte nicht so ganz.. Das Lachen wurde immer breiter in meinem Gesicht.. Er fluchte wie ein Rohrspatz.. Und ich bin fast geplatzt und konnte nicht mehr.. Zum Zubinden setzte er sich erneut auf mein Sofa und hatte es dann endlich geschafft.. Schnappte sich seinen Koffer und rauschte endlich aus meiner Wohnung. Ich wartete nicht bis der Fahrstuhl kam, sondern knallte direkt hinter ihm die Tür zu. Große Erleichterung in meinem Gesicht und Freude diesen Alptraum endlich hinter mir zu haben.
Nun gehören ab sofort Bademäntel zu meinen NoGos. Denn diese Bilder muss ich erstmal wieder aus meinem Kopf bekommen.
Hörte dann bis nachts nichts mehr.. Und dann schrieb er mir doch tatsächlich, ich sei wie alle anderen und nicht devot.. Er sei extra nicht dominant gewesen. Ich konnte nur noch herzhaft lachen. Was sah ich anschließend.. Er hatte erneut seinen Profiltext geändert und alles mit BDSM war raus.. Nun wird nur noch fürs Herz gesucht.. Da stellt sich mir doch die Frage, ob er dann direkt vor mir einen erneuten Fehlschlag hatte und das der Grund war, warum er da sein Profiltext neu geschrieben hatte.
Ich gab ihm noch folgenden Rat mit fürs Leben.. Er sollte sein Profil anfangen authentisch zu gestalten. Einfach ehrlich schreiben, er sei der Mann der im Anzug kommt, dann zwei Tage lang sich in einen Pflegefall im ausgefransten Bademantel verwandelt, sich gehen lässt und die Frau sucht, die genau das kickt. Die es erotisch findet, wenn seine Genitalien über der Sofakante baumeln und ihn rund um die Uhr betreut.
Der Humor siegt nun und ich nehme es sportlich. Und es hat mir einmal mehr gezeigt, wenn Du denkst, das gibt es nicht.. Doch das gibt es..
Nun habe ich also den Bademantel-Dom kennen gelernt und weiß, das diese Kategorie ab sofort auf meiner Tabu-Liste steht. An was Subbie so alles denken muss, wenn sie Tabus nennen soll. Auf jeden Fall an den Bademantel
Erfahrungen machen klug…. Diese Bilder im Kopf, auf diese Erfahrung hätte ich gerne verzichtet.. Aber ich habe nun verstanden, was er damit meinte, sein Sadismus sei anders. Stimmt.. den anderen 48 Stunden mit diesem Anblick zu quälen ist Sadismus und Folter. Und ich muss doch sehr leidensfähig sein, wenn ich das tatsächlich so lange ausgehalten habe. Zu nett ist nicht gut, das habe ich begriffen. Ein direkter Rausschmiss hätte mir wohl viele Stunden erspart
Aber es war mir diese Geschichte wert. Und nun weiß ich immerhin, dass es tatsächlich auch den Bademantel-Dom gibt.
Copyright by Inkarna Juli 2017
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Update Januar 2020
Bevor hier nun weiterhin gemunkelt wird, dass ich nur Fehlgriffe hatte.. Nein, so war es nicht. Ich habe hier einfach nur die sogenannten „Highlights“ nieder geschrieben…schmunzel
In einer Diskussion in einem Internet-Forum für BDSM, wo es das mangelnde «Können» gewisser dominanter Herren angeprangert wurde, hat mein Vorschlag einer «Dom-Academy» erstaunlich grossen Zuspruch erhalten. Ich erlaube mir an dieser Stelle, das Konzept dazu zu entwerfen und via Kommentarfunktion um sachdienliche Ergänzungen zu bitten.
In der Alpenfestung der Schweiz (für Liebhaber des Zungenkusses und oralen Liebe auch unter der französischen Bezeichnung «Réduit» bekannt) gibt es viele militärische Kavernen und sogar ein Höhlen-Hotel namens «La Claustra» (zwecks Kur der besonders klaustrophobischen, lieben Liebenden), in welchem sich die Dom-Academy Alpenfestung problemlos einrichten liesse.
Die Grundausrüstung in Form von mineralöl-geschwängerten Abschlepp-Seilen aus Hanf, ausgedienten Fleischerhaken vom gebückten Konkursiten (dem Dorfmetzger), Kartuschen mit wahlweise Gas (für den Heizpilz) oder Schiesspulver (fürs Branding) und natürlich Pritschen, Ketten und Kochutensilien sind in der ins Gotthard-Massiv geschlagenen Kaserne reichlich vorhanden. Für Grenzerfahrungen haben wir übrigens die Kantonsgrenze zum Tessin.
Mir schweben Kurse vor, für die ich geeignete Ausbildner (MG-Doms) und menschliches Kanonenfutter (MG-Subs) suche, wobei MG hier ausnahmsweise nicht für Maschinengewehr, sondern Möchte-Gern steht. Bewerbungen bitte hier als Beitrag, mit aussagekräftigem HAusweis.
Will & Kür: Moderiertes Seminar zum Thema «Wie man mit sich mit den dicksten Eiern und den dünnsten Erfahrungen erfolgreich aufs Glatteis begibt». Leider hat Anne Will die Moderation abgelehnt, hier sind also noch Freiwillige gesucht.
Sushi mit Shibari: Hier geht es um das Zubereiten (Dom) und Verspeisen (Sub) roher, japanischer Fische während der Suspension, was selbstredend die Atemkontrolle mit einschliesst (sonst verschluckt man sich).
Nerven: Vom Kitzeln zum Zusammenbruch: Hier werden Subs an den Füssen hochgehängt und mit brüchigen Lederriemen der alten Tornister so lange gequält, bis der Arzt kommt. Da fällt mir ein, einen Academy-Arzt benötigen wir ebenfalls, wahrscheinlich am besten einen Internisten, den wir selbstredend internieren, wenn wir ihn gerade nicht benötigen.
Domino: Hier lernen MG-Subs das nackte Aneinanderreihen von Dominosteinen, während dem die MG-Doms zu jedem beliebigen Zeitpunkt die ganze Pracht durch einen Fusstritt zerstören können. Anschliessendes After-Care ist nicht Programmbestandteil, sondern kann separat als Option kostenpflichtig hinzugebucht werden.
Fliegen & Frieren: In diesem Seminar werden frostige Tandem-Flüge mit Gleitschirm-Doms über den Alpen angeboten, an deren Bierbauch die / der / das nackte Sub hängt. Zum Aufwärmen danach gibt es Blümchensex auf der Landewiese.
Schimpf & Sünde: In diesem Seminar werden altkluge Lehrer*Inn*Aussen zuerst an Plüsch-Bären, bei Erfolgsnachweis am lebenden MG-Sub-jekt ihre Fähigkeiten trainieren, zu führen, unnötiges Wissen zu vermitteln und absurde Befehle durchzusetzen. Hierfür bitte besonders aussagekräftige Bewerbungsunterlagen, denn sie werden zweifellos zahlreich eingehen.
Von Lachgas zu Lachflash: Narkosefreie Klinikspiele für Kindsköpfe. Ist auch für die Ballon-Fetischisten geeignet. Da könnte man doch den internierten Internisten doch noch gewinnbringend einsetzen, dessen Brot und Wasser drücken schwer auf die gemeinen Kosten. Oder waren es Gemeinkosten?
Gerne dürft ihr auch neue Kurse vorschlagen, sowie an der Innen- und Aussen-Ausrüstung ergänzen. Danke für Euren Kommentar!
Der behäbig drehende Deckenventilator rührt die heisse Luft in diesem hölzernen Kabäuschen um, ohne wirklich eine Kühlung zu bewirken. Er ist leiser als das Rauschen des Meeres draussen. «Fail!» denke ich mir, und versuche, mich daran zu erinnern, wie schnell die 33 RPM meines Schallplattenspielers im Vergleich dazu wohl gewirkt hatten. Ich komme zum Schluss, dass die Rotationen höher gewesen sein müssen als diejenigen dieses billigen Abklatschs eines Propellers, der wie eine Spinne am Plafond klebt und nichts zu Futtern kriegt. Die ganze Breite des Bettes ist mir. Unter meinem Rücken ist es feucht, vom Schweiss der letzten Nacht; Bettlaken und das dünne Tuch sind gezeichnet von den Spuren dessen, was unsere Fantasien in die Realität von letzter Nacht entlassen hatten. Meine Gier nach ihr. Ihre Gier nach mir.
Das Meditative, bestehend tropischer Akustik und dem Wackeln der primitiven Mechanik über mir: Es gefällt. Ich bin zufrieden und geniesse den Zustand; ich denke: Pulau Perhentian. Wo könnte es schöner sein?
Ihr Seufzen dringt an mein Ohr. Sie, die ungezogenste Brat meines Lebens, scheint ihre Lebensgeister wieder zu finden. Das Klagende in ihrer brüchigen Stimme kommt von links unten, vom Fussboden, wo sie seitlich und nackt auf den staubigen Dielen liegt, und nun offenbar langsam erwacht. Nun, ich muss hier anführen, ganz nackt ist sie nicht. Die Halsfessel aus Leder, die hatte ich ihr angelassen, als ich sie aus dem Bett verbannte, Stunden zuvor.
Noch bevor sie der Situation gewahr wird, rezitiere ich süffisant meine liturgische Formel: «Asche zu Asche, Staub zu Staub, Brat zu Boden.» Dazu passend scheint das Knarren des Holz unter ihr wie ein stellvertretender Protest, als Sabine sich auf den Rücken dreht. «Dein Schandmaul hat Dich nicht weit gebracht, meine Teure. Aber der Unterwelt, der Du entstammst, bist Du so näher; sieh es positiv.»
Jetzt atmet sie laut aus, die Tonalität offenbart mehr als ein Seufzen; es ist eine unermesslich grosse Ladung von Unbill, die sie auf diese Weise loszuwerden gedenkt. Doch das Artikulieren von Verständlichem hinterher fällt ihr schwer, also lässt sie es nach einigen unbeholfenen Lauten gleich ganz bleiben.
Zugegeben, es war nicht leicht für sie gewesen gestern. Aber auch für mich nicht. Der Trip durch das heisse Malaysia, nur unterbrochen durch die Kühle der Cameron Highlands, hatte uns für die letzten Tage des Urlaubs hierher gebracht. Es war eine lange Reise mit wenig Gelegenheiten, unseren dunklen Trieben freien Lauf zu lassen und vor allem, ihrem unstillbaren Verlangen, mich zu provozieren, Einhalt zu gebieten. Aufgestaut war es gewesen. Meine Hand hatte sämtliche Utensilien unserer gewohnten Umgebung der regelmässigen Züchtigung ersetzt. Nur die Halsfessel war als stetige Begleiterin mitgekommen; sie war die immerwährende Erinnerung an die Ordnung, die zwischen uns herrschte.
Dennoch. Sie hatte Ausdauer, mein freches Wesen, genährt durch die Kraft, die uns die Erholung gab. Mit dem Alltag weit weg, kulminierte ihre innerliche Entspannung im Versuch, die Grenzen laufend weiter zu verschieben. So lange, bis sie es übertrieben hatte, mit ihren boshaften Unterstellungen («Du und Deine tausend anderen Weiber – ist Dir deswegen die Puste ausgegangen, mich zu kontrollieren?»), herablassenden Schmähungen («Cilialis nutzt nur für den Musculus Longus Perversus, aber nicht für Deinen Arm, mit welchem Du mich jeweils zu züchtigen versuchst») und dem frechen Grinsen, welches mich so sehr erregte, in jeder Bedeutung dieses Begriffs.
Was am gestrigen Abend mit beinahe romantischer Leidenschaft begonnen hatte, glitt auf einmal hinein, in diesen unerklärlichen, diabolischen Dark Mode; ich mutierte zur personifizierten Boshaftigkeit. Ihr darauf folgendes Aufjaulen, wie gemein ich mit ihr sei, dieses Kneifen, diese Haue, die unvorbereitete Penetration ihrer drei Schluchten bar jeglicher Zärtlichkeit… wie ich ihr das alles nur antun könne: Es hatte nur die Steigerung meines Deliriums zur Folge. Als sie realisiert hatte, in wie sehr sie bereits von einer Agonie der Lust eingekesselt war, und dass mich nichts mehr halten würde, da fiel ihre letzte Hemmung und nannte mich, beinahe weinend, nur noch «Scheisskerl».
Die abschliessende Lektion, die ich ihr in der Folge angedeihen liess: Sie war zweifelsohne mental heftig gewesen. Dass sie nicht neben mir nächtigen durfte, sondern sich mit Ungeziefer, Sand und Staub das Lager teilen musste, überdies in der Nacktheit einer Verurteilten wie zu Zeiten mittelalterlicher Piraterie, das war bislang nie vorgekommen. Vom Bett geworfen hatte ich sie, dann mit meinem Fuss auf ihrem Brustkorb zu Boden gedrückt und damit die Umsetzung ihre ohnehin sinnlosen Fluchtphantasien verhindert. Mit ein paar letzten Handbewegungen an meinem Lustzentrum löste ich den tropischen Regen über ihr aus. «Du bleibst!», keuchte ich. Dann liess ich mich erschöpft auf die Matratze fallen. Im Nu waren wir eingeschlafen.
Sie richtet ihren Oberkörper auf. Ihre von Natur aus wilde Haarpracht ist noch weiter zerzaust, die letzten weissen Spuren meiner unkontrollierten Ejakulation glitzern darin. Ein Augenausdruck, der Elemente der Verliebtheit, des verletzten Stolzes und des tiefen Angekommenseins wie in einem Kaleidoskop kombiniert und der, bin ich ehrlich, doch jedem meiner stümperhaften Versuche einer Beschreibung spottet. Mein Herz öffnet sich, und so tun es meine Arme.
«Willkommen zurück, Unterlegene! Oder sollte ich sagen, Untenliegende?»
Mein Lächeln lässt sie weich werden, ihren Sinn nach Rache und Entrüstung über das Vergangene vergessen. Sie weiss, dass sie es nicht anders verdient hatte, mehr noch: Sie hat gefunden, was sie gesucht hat, die ganzen zehn Tage zuvor. Die Anerkennung, meine Liebe, und die Sicherheit, dass ich stark genug bin, ihr die Grenzen zu zeigen. Jederzeit.
Das war sie also gewesen, die Session heute, dachte ich mit einem tiefen, zufriedenen Seufzen und tauchte aus den Erinnerungen wieder auf. Die letzten Wellen des Tanqueray umspülten gerade noch die Zahnklippen in meinem Mund, als Joana, mit einem geliehenen Überhang undefinierbarer Farbe notdürftig bekleidet, vom abschliessenden Foto-Shooting in die Lounge kam. Sie sah wirklich erschöpft aus und liess sich stumm auf Sofa plumpsen. Als der Gin den Schlund seiner Agonie passiert und seine beruhigende Wirkung in mir entfaltet hatte, und sie noch immer keine Worte gefunden hatte, forderte ich sie auf, duschen zu gehen. Kaum merklich nickte sie und folgte meiner Anweisung ohne weitere Gefühlsregung.
Mit etwas zeitlichem Abstand folgte ich ihr. Durch den Türspalt zur Nasszelle beobachtete ich, wie sie sich im Dampf des heissen Wassers reinigte. All die Flüssigkeiten an und in ihr lösten sich im warmen Strahl der Dusche, um danach den Weg alles Irdischen zu gehen. Kurz darauf stand sie auf der Badematte vor einem grossen Spiegel, rieb sich trocken, pflegte ihren Körper mit etwas Bodylotion und betrachtete dabei die Blessuren, die sie von heute davongetragen hatte.
Das war der Moment, in dem ich die Nasszelle betrat. Von hinten näherte ihr mich ihr. Ihre Augen zeigten ihre Verwunderung, und irgendwie schien sie zu spüren, dass meine Anwesenheit und mein Blick nichts Gutes verhiessen.
Sie hatte recht.
«Joana, wir sind noch nicht fertig! Das bisher Erlebte war nur «mehr». Was jetzt folgt, ist das «viel mehr», welches Du eingefordert hattest. Du erinnerst Dich bestimmt.» Nackt, wie sie war, führte ich sie zurück in die Lounge. «Nun beug Dich artig übers Sofa hier!»
Joana war handzahm. Der Widerstand, für den reichten die Kräfte nicht mehr. Mit nur wenig Gleitmittel stiess ich direkt in ihren Arsch, das zweite Mal heute, was einen schmerzverzerrten Ausdruck auf ihrem Gesicht hervorrief. Mit nur einem, heftigen Stoss war ich im gerade erst wieder frisch gespülten Arsch, und es war einfach an ihrem Körper abzulesen, wie sehr es brennen musste. Immer heftiger wurde ich, und immer feuchter wurden ihre Augen, und immer deutlicher ihr Wimmern; die Demütigung, das «noch einen draufsetzen» – jetzt war ich sicher, dass ich an ihren Limits kratzte. «Los, blas!» forderte ich sie auf. Hingebungsvoll, in der Hoffnung, es würde bald ein Ende haben, mobilisierte sie nochmals ihre ganzen Kräfte, überwand ihren Ekel und lutschte, als gäbe es kein Morgen. Doch ich wollte ihren wunden Arsch noch eine Runde mehr ficken, so lange, bis ich nahe an einem weiteren Orgasmus war und ihr dann den Wunsch erfüllen konnte, den sie seit Beginn des heutigen Tages gehegt hatte: Ich ergoss mich in ihrem Mund.
Joana sackte zusammen und hing über dem Sofa wie ein Badetuch, welches man zum Trocknen über ein Geländer gelegt hatte. Keine Bewegungen, ausser der Atmung. «The End», konkludierte ich.
Zwei Stunden später sassen wir uns in einem gehobenen Restaurant gegenüber und stärkten uns mit den köstlichsten Speisen der heutigen Karte, vervollständigt mit meinem Lieblings-Amarone. Wir liessen den Nachmittag Revue passieren, lachten über den halb betrunkenen Alex, der so gerne dominant wäre und doch nicht mehr als ein devotes Lustficken in seinem Repertoire hatte – egal, welche Abartigkeiten er in seinem Studio schon gefilmt haben musste. Und Romy, die definitiv mehr draufhatte, intensiveren Sex genoss, als die vermutlich gelegentlichen Vögel-Sessions mit ihm. «Weisst Du,» sagte Joana, «ist es nicht verrückt, wie die meisten Leute eine Sexualität leben, die eigentlich ihrem innersten Wesen gar nicht entspricht?» Ich dachte kurz nach. «So wie Du, bevor wir uns das erste Mal getroffen haben.» antwortete ich mit einem breiten Grinsen.
Joana schaute etwas verschämt auf ihren leeren Teller. «Möchtest Du noch mehr?» wollte ich wissen, mit absichtlich zweideutiger Formulierung. Sie blickte auf, mit diesem unvergleichlichen Glanz in ihren Augen, und antwortete: «Viel mehr!».