Kapitel 8: Abspann

Das war sie also gewesen, die Session heute, dachte ich mit einem tiefen, zufriedenen Seufzen und tauchte aus den Erinnerungen wieder auf. Die letzten Wellen des Tanqueray umspülten gerade noch die Zahnklippen in meinem Mund, als Joana, mit einem geliehenen Überhang undefinierbarer Farbe notdürftig bekleidet, vom abschliessenden Foto-Shooting in die Lounge kam. Sie sah wirklich erschöpft aus und liess sich stumm auf Sofa plumpsen. Als der Gin den Schlund seiner Agonie passiert und seine beruhigende Wirkung in mir entfaltet hatte, und sie noch immer keine Worte gefunden hatte, forderte ich sie auf, duschen zu gehen. Kaum merklich nickte sie und folgte meiner Anweisung ohne weitere Gefühlsregung.

Mit etwas zeitlichem Abstand folgte ich ihr. Durch den Türspalt zur Nasszelle beobachtete ich, wie sie sich im Dampf des heissen Wassers reinigte. All die Flüssigkeiten an und in ihr lösten sich im warmen Strahl der Dusche, um danach den Weg alles Irdischen zu gehen. Kurz darauf stand sie auf der Badematte vor einem grossen Spiegel, rieb sich trocken, pflegte ihren Körper mit etwas Bodylotion und betrachtete dabei die Blessuren, die sie von heute davongetragen hatte.

Das war der Moment, in dem ich die Nasszelle betrat. Von hinten näherte ihr mich ihr. Ihre Augen zeigten ihre Verwunderung, und irgendwie schien sie zu spüren, dass meine Anwesenheit und mein Blick nichts Gutes verhiessen. 

Sie hatte recht. 

«Joana, wir sind noch nicht fertig! Das bisher Erlebte war nur «mehr». Was jetzt folgt, ist das «viel mehr», welches Du eingefordert hattest. Du erinnerst Dich bestimmt.» Nackt, wie sie war, führte ich sie zurück in die Lounge. «Nun beug Dich artig übers Sofa hier!»

Joana war handzahm. Der Widerstand, für den reichten die Kräfte nicht mehr. Mit nur wenig Gleitmittel stiess ich direkt in ihren Arsch, das zweite Mal heute, was einen schmerzverzerrten Ausdruck auf ihrem Gesicht hervorrief. Mit nur einem, heftigen Stoss war ich im gerade erst wieder frisch gespülten Arsch, und es war einfach an ihrem Körper abzulesen, wie sehr es brennen musste. Immer heftiger wurde ich, und immer feuchter wurden ihre Augen, und immer deutlicher ihr Wimmern; die Demütigung, das «noch einen draufsetzen» – jetzt war ich sicher, dass ich an ihren Limits kratzte. «Los, blas!» forderte ich sie auf. Hingebungsvoll, in der Hoffnung, es würde bald ein Ende haben, mobilisierte sie nochmals ihre ganzen Kräfte, überwand ihren Ekel und lutschte, als gäbe es kein Morgen. Doch ich wollte ihren wunden Arsch noch eine Runde mehr ficken, so lange, bis ich nahe an einem weiteren Orgasmus war und ihr dann den Wunsch erfüllen konnte, den sie seit Beginn des heutigen Tages gehegt hatte: Ich ergoss mich in ihrem Mund.

Joana sackte zusammen und hing über dem Sofa wie ein Badetuch, welches man zum Trocknen über ein Geländer gelegt hatte. Keine Bewegungen, ausser der Atmung. «The End», konkludierte ich.

Zwei Stunden später sassen wir uns in einem gehobenen Restaurant gegenüber und stärkten uns mit den köstlichsten Speisen der heutigen Karte, vervollständigt mit meinem Lieblings-Amarone. Wir liessen den Nachmittag Revue passieren, lachten über den halb betrunkenen Alex, der so gerne dominant wäre und doch nicht mehr als ein devotes Lustficken in seinem Repertoire hatte – egal, welche Abartigkeiten er in seinem Studio schon gefilmt haben musste. Und Romy, die definitiv mehr draufhatte, intensiveren Sex genoss, als die vermutlich gelegentlichen Vögel-Sessions mit ihm. «Weisst Du,» sagte Joana, «ist es nicht verrückt, wie die meisten Leute eine Sexualität leben, die eigentlich ihrem innersten Wesen gar nicht entspricht?» Ich dachte kurz nach. «So wie Du, bevor wir uns das erste Mal getroffen haben.» antwortete ich mit einem breiten Grinsen. 

Joana schaute etwas verschämt auf ihren leeren Teller. «Möchtest Du noch mehr?» wollte ich wissen, mit absichtlich zweideutiger Formulierung. Sie blickte auf, mit diesem unvergleichlichen Glanz in ihren Augen, und antwortete: «Viel mehr!».

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