Eine Nacht in Tokyo

Ryuchi Matsuda schmunzelte zufrieden, als sich Akari exakt in der Position und an dem Ort befand, die er für sie auserkoren hatte – am Rande des Abgrunds. Sie zitterte vor Angst und gleichzeitig vor Aufregung, unfähig, den Fluss ihrer Ströme zu kontrollieren. Die beinahe unerträgliche Hitze des Moments, die von ihrer Mitte her in alle Körperteile mäandrierte, erfasste den Kopf, schaltete dort das letzte Residuum logischen Denkens aus, und prickelte gleichzeitig in den Kuppen der hübschen, roten Zehenspitzen ihrer kleinen Füsse. 

Sie blickte nach vorne und hinunter, vom Dachrand des Toranomon Hills Mori Tower, da, wo ihr Peiniger sie hingebracht hatte. Das pulsierende Tokyo der Nacht, mit Milliarden von Lichtpunkten, lag hunderte Meter unter ihr. Ihren Absturz in die Tiefe verhindern sollten lederne Stränge, die über ihren sonst nackten Körper verliefen; über Ringe und Ketten waren sie mit einem kleinen, japanischen Torii, bestehend aus einigen roten Balken, verbunden – ein hölzernes Gebilde, das den Übergang von der guten Welt in die Boshaftigkeit dieses Settings perfekt symbolisierte. Das Spiel mit der Angst war es, das Akaris Feuchte zwischen ihren Beinen unvermeidlich hervortreten liess; die Nässe, erzwungen wie der Reflex bei einer Vergewaltigung, aber doch schamerfüllt lustvoll. 

Die Höhensicherung war lose und gab bewusst keinen festen Halt. Ihre Arme hatte Akari weit ausgestreckt wie ein Adler, der von grosser Höhe zu einem Flug aufbricht, genau so, wie ihr befohlen war – unter dem Torii, dem Sitz des Vogels.

«Ein Bild für Götter! Aber gefallene Engel gibt es zuhauf, meine kleine Lustsklavin! Schauen wir doch mal, ob auch Du bald dazugehörst!» eröffnete Ryuchi den Tanzreigen seiner Shaolin Bullwhip auf dem Po seines Opfers. Das zunächst moderate Aufprallen der Peitschenspitze parierte Akari insofern mit Bravour, als dass es ihr gelang, ihr Gleichgewicht zu halten und damit den Sturz von der metallenen Dachkante zu verhindern. Doch ihr sadistischer Herr steigerte die Härte und die Frequenz rasch und gekonnt. Akrai schrie immer lauter in Pein, vor Lust und gleichzeitiger Furcht in die Anonymität der Grossstadt hinaus. Niemand würde sie hören, keiner der für ihre Perversionen berüchtigten Japaner, nur Ryuchi selbst. Ein einziges Mal, in einem Moment des Unterbruchs, wollte Akari sich anfassen, ihre Lust spüren, was gegen die Regeln, die ihr auferlegt worden waren, verstiess. Ryuchi reagierte sofort mit vier Peitschenhieben, deren Konsequenzen nicht nur nach Wochen noch an ihr zu sehen sein, sondern ein Sitzen ohne Schmerzen für Tage verunmöglichen würden. Jetzt taumelte sie bedrohlich, der Rausch und die Gegenbewegung vermischten sich schliesslich zu einer toxischen Kombination, die sie am Ende vornüberkippen liess, ihr Körper nun in der Waagerechten hängend. Der Schreckmoment des sekundenbruchteiligen, freien Falls hatte sie stumm gemacht. Mit einer im Torii integrierten Winde zog Ryuchi seine im Leder gesicherten Sub etwas hoch, bis ihr Po sich auf einer Höhe befand, die ihm und seinem Lustzentrum angenehmen Zugang gewährte. Die Stösse seiner Männlichkeit liessen die im Leder hängende Akari immer wieder in den Abgrund und zurück schwingen, so intensiv und so lange, bis er am Ende, für die letzten Bewegungen, sie an ihren Beinen festhielt und in ihr mit einem lauten Stöhnen explodierte, am tiefsten Punkt ihres Innern.

«Ich bin fertig!» liess er sie wissen, versorgte sein Gemächt wieder in der Hose und verliess in der Folge das Dach. Akari blieb allein zurück, im Unwissen, wann sie, gepeitscht, missbraucht und ohne Bodenhaftung, erlöst würde. Doch gleichzeitig war sie in Liebe zu ihm sicher Ihr Herr würde sie befreien, irgendwann, in dieser Nacht in Toyko. Sie war ihm unendlich dankbar. 

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