Schwarz auf schwarz, hart auf hart (Millie – Teil 4)

Zunächst passierte gar nichts. Millie lag auf dem Bock, dem Seh- und Hörsinn beraubt, in einem tiefen, schwarzen Nichts. Sie verfluchte sich dafür, dass sie Jonas’ Charme erlegen war, mehr noch, sie hatte sich einwickeln lassen, wie ein Mädchen, dem Süssigkeiten offeriert werden. Ehrlich war sie gewesen, die dunkelsten Ecken ihrer Sehnsüchte hatte sie offenbart und gedacht, sie blieben harmlos wie eine pubertäre Schwärmerei oder eine absurde Vision von Reichtum und Luxus, die nie in Erfüllung geht.

Und jetzt das!

Ein warmer Hauch bliess über ihre Nackenhaare und liess sie aufstellen. Dann spürte Mille Hände. Waren es Jonas’ Hände? Klar waren es Jonas’ Hände, von wem sonst, versicherte sie sich selbst. Er begann sie zu entkleiden, wie in Zeitlupe, und streichelte sie dabei ganz sanft. Er fuhr unter ihren Oberkörper, löste die Knöpfe der Bluse, zog sie weg; dann waren BH und Rock an der Reihe. Ihr Atem wurde ruhiger; ihr Freund, ein Meister des Sinnesspiels war da, sorgte sich um sie. Ein wohliges Gefühl stellte sich ein, bis sie fast nackt war; nur Slip, die halterlosen Strümpfe und die Stiefel bleiben an.

Warum liess er ihren Slip an? Warum berührte er sie nicht dort, um ihr Erleichterung zu verschaffen, wie es ein Gentleman tut? Sie hätte es sich doch so gewünscht, die Hände fuhren hingegen weg vom Po. Langsam strichen sie hoch, dem Rücken entlang zum Nacken und über ihren Kopf, um dann mit beiden Handflächen Gesicht festzuhalten. Wie in einem Schraubstock, bestimmend, aber nicht unangenehm fühlte sich das an. Eine Zungenspitze drückte sich zwischen ihre Lippen und begehrte Einlass. Die unwiderstehliche Leidenschaft von Jonas, diese intime Verbindung zwischen ihnen, sie war wieder da und liess sie noch weiter eintauchen in diesen kaum beherrschbaren Sinnesrausch.

Gekonnt trieb er Millies Erregung weiter in die Höhe. Die Küsse hörten nicht auf, ihre Wangen wurden weiter festgehalten, als völlig unerwartet ihr Slip zur Seite geschoben wurde. 

Da war noch jemand! Sie spürte nun nicht nur Jonas’ Zunge in ihrem Mund, sondern eine zweite Zunge, die sich in ihre Scham bohrte. Wer leckte sie? War es ein Mann? Eine Frau? Etwa die Rothaarige? Noch bevor sie den Gedanken zu Ende führen konnte, machten sich zwei weitere Hände an ihr zu schaffen; sie zwängten sich unter dem Leder des Bocks durch zu ihren Brüsten und begannen ihre Knospen zu massieren. Laufend mehr Hände entfachten einen regelrechten Sinnestornado, der über ihren ganzen Körper wirbelte.

Wie in aller Welt war das alles möglich, sie, die ihr Leben so in die Hand genommen hatte, nach der gescheiterten Ehe? Es fühlte sich wie ein Tanz auf der Rasierklinge an, zwischen Vernunft und Lust, Widerstand und Genuss. Das ganze Möbel schien sich sogar zu bewegen, aber das war bestimmt eine Täuschung ihrer Wahrnehmung. Auf welche Seite würde sie kippen?

Ihre Perle wurde so gekonnt und mit einer Zärtlichkeit bearbeitet, dass Millie die Auflösung dieser Verwirrung darin sah, endlich zu kommen. Doch die letzten Zentimeter fehlten. Zunächst schien der Moment ganz nah, dann auf einmal weit weg: Der Strudel aus nie erfahrenen Sinnesreizen, umherjagenden Ängsten und dem wie kleine Spitzen immer wieder aufkommenden Drang, zu protestieren, fühlte sich auf einmal wie die Dornen einer eisernen Jungfrau an, die sich langsam um sie zu schliessen begann. Schlussendlich drang ein mit letzter Kraft durch die Kehle gequetschtes, empörtes Gurgeln aus ihr heraus.

Von einer Sekunde auf die andere liess die Zunge ab von ihrer Scham, alle Hände und Jonas waren weg! Was hatte sie getan!?

Auf einmal fühlte es sich an, als würde sie in ein Loch fallen, sie verlor die letzte Orientierung. Alles drehte sich in ihrem Kopf, sie spürte das Vibrieren von Ketten, die durch Rollen rasseln. Wie in einer Schraubbewegung taumelte sie durch dieses unendliche Schwarz und schrie sich die Angst aus ihrer Seele. Mit einem lauten Knall setzte der Bock unsanft auf einem Boden auf.

Stille.

Was für ein Martyrium! Schweissgebadet liess die Spannung ihres Körpers nach.

Die Ohrstöpsel wurden entfernt. «Wie undankbar, Millie!» hörte sie Jonas vorwurfsvoll. «Es wird Zeit, Dir den Sehsinn zurückzugeben!» Diese Ankündigung hatte etwas Angsteinflössendes. Was würde sie nun gleich zu Gesicht zu bekommen und damit der Scham der ausgelieferten, nackten Frau noch mehr Gewicht verleihen?

Kaum war Jonas’ Stimme verklungen, war die Augenbinde weg. Der Schreck hätte nicht grösser sein können: Sie sah… nichts! Es war stockdunkel im Raum! War denn diese Maske die ganze Zeit über völlig überflüssig gewesen? Selbst wenn, fühlte es sich wie eine Strafe an: Ohne Augenbinde fühlte sie sich noch nackter als zuvor.

Dann: Ein kleines Licht! Eine Taschenlampe? Nein, es waren zwei parallele Lichtquellen… so etwas wie eine doppelte Stirnlampe. Geblendet vom kalten LED-Licht konnte sie nicht erkennen, von wem es kam. Handelte es sich um Jonas? Doch wieder wurden ihre Überlegungen unterbrochen, denn zu den ersten gesellten sich weitere Stirnlampen. «Heilige Kacke!» dachte sie, es mussten bestimmt 6 oder mehr Personen im Raum sein. Sie liessen gegenseitig durch das Licht ihre Umrisse aufblitzen, Silhouetten wurden erkennbar und sie bemerkte, dass sich vor Millie wohl ein Spiegel befand. Je länger der Moment dauerte, desto klarer wurde, dass die Personen einen schwarzen Ganzkörper-Overall trugen, mit Kapuze. Sie sahen aus wie in einem Science-Fiction Film! Ihre Augen waren verdeckt durch die Lichtquellen in Form einer Binokular-Brille, wie man sie aus dem OP kennt. Männer oder Frauen, es war einerlei. Und alle blieben stumm.

Völlig aus dem Nichts wurde ihr der Slip regelrecht weggerissen. «Autsch!» klagte sie, doch das schien den Urheber nicht zu interessieren. Hände begannen, auf ihren Po zu schlagen. Zuerst nur ein Klaps, dann immer heftiger. Es waren mindestens zwei Paare, die sich abwechselten, manchmal sogar überlagerten. Dann kamen kleine Einstiche an ihrem Oberschenkel dazu; mindestens drei Nadelräder waren es. Warum diese harte Landung, warum diese Bosheiten? Wegen ihrem Schrei?

 «Meine liebe Millie. Du wolltest mir Vertrauen, hast Du es vergessen?» Die Schärfe seines Tones liess Millie innerlich zusammenzucken. 

Fortsetzung folgt…

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